11:40:29 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Die dekadente Konzilskirche in der reichen Schweiz lebt nicht vom Heiligen Geist, sondern geht am Mammon zugrunde. Von Heidi Würmli.

Den Kirchensteuer-Bonzen geht es um den Zaster
© Marcel Grieder, Flickr, CC(kreuz.net) Die Staatskirchen-Bonzen im reichen Schweizer Kanton Zürich verteidigen die Kirchensteuer.
Das berichtete die regionale ‘Zürichsee-Zeitung’ am 14. Mai.
Der Kanton Zürich gehört zum Bistum
Chur und ist historisch reformiert.
Der Neuaufbau der Katholischen Kirche setzte dort erst zu Beginn
des 20. Jahrhunderts ein.
Das Geld dafür wurde erbettelt. Aus der Armut entstand eine blühende Kirche
mit vielen Berufungen.
Doch dann kamen das Konzil und das Geld.
Eine tödliche Mischung: Konzil und
GeldIm Jahr 1963 wurde die Katholische Kirche vom Kanton als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit
Kirchgemeinden und Steuerrecht anerkannt.
Schnell entledigten sich die Geistlichen ihrer schlichten Priestergewänder
und warfen sich in Nadelstreifen-Anzüge mit dicken Krawatten.
Danach waren sie von Bankdirektoren nicht
mehr zu unterscheiden. Sie bezogen auch ähnliche Lohnsummen.
Das Zweite Vatikanum sorgte für den Rest.
In wenigen Jahren war die Kirche im Kanton Zürich eine Beute der Dekadenz – stinkreich und glaubensschwach.
Die Reform wird abgewürgtAls der Reformbischof Wolfgang Haas sein Amt antrat, rebellierte der morsche
Zürcher Kirchenbau gegen ihn.
Man wollte sich von Mons. Haas nicht aus dem geistlichen Niedergang führen
lassen.
Die Züricher Kirchenbonzen verweigerten den Bistumsbeitrag, der dem Bischof zustand.
Bischof
Haas traf das kaum. Er lebte fortan von der göttlichen Vorsehung und von den Spenden der Katholiken.
Im Jahr 1997 jagte ihn der konzilsselige Papst Johannes Paul II. in die Wüste.
Die Reform wurde abgebrochen.
Die kirchliche Dekadenz nahm ihren Fortgang.
Nicht mündig, sondern pubertärDen Züricher Kirchensteuer-Zaster
verwaltet eine hundert Mitglieder umfassende sogenannte „Synode der katholischen Kirche im Kanton Zürich“.
Es handelt sich dabei um ein kirchlich nicht legitimiertes Parlament. Die meisten Mitglieder sind keine
praktizierenden Katholiken.
Wenn der Geldregen der Kirchensteuer in Frage gestellt wird, reagieren die
Synoden-Mitglieder empfindlich.
Helena Vlk – ein Mitglied der Synode – kann zugunsten der Kirchensteuer
nicht mehr als altliberale Sprüche vorbringen: „Die Mitglieder der Kirche sind mündige Christen“ – stammelt
sie.
Oder: „Sie sollten in ihrer Kirche eine Stimme haben und mitreden können.“
Die Geld-Scheinkatholikin
nimmt auch die „Menschen an der Basis“ für sich in Anspruch:
„Was sie nicht verstehen kann, ist, daß
die Obrigkeit in Chur und Rom oft nicht begreifen will, daß die Menschen an der Basis, die Synodalräte
und Mitglieder der Synode sowie die Gemeindeleiter und alle andern, die in der Kirchgemeinde aktiv sind,
sich für die katholische Kirche einsetzen und nicht gegen sie“ – widerspricht sie sich im gleichen Satz.
Und: „Wir wollen unsere Energie nicht nur dafür verwenden, Spenden zu sammeln. Wir haben Wichtigeres
zu tun.“
Ihm geht es um viel mehr, als nur um die SakramenteAuf dem gleichen Niveau bewegt sich der
Pastoralreferent Rolf Bezjak, ebenfalls ein Mitglied der Synode.
Er liebt es zu kritisieren, kann aber
selber Kritik schlecht vertragen – zum Beispiel die Kritik des Churer Generalvikars Martin Grichting an
der Kirchensteuer.
„[Generalvikar] Grichting hat ein anderes Kirchenbild als die Mehrheit der Katholiken“ –
wirft er mit Behauptungen um sich.
Wenn es „nur um die Sakramente ginge, ließe sich die Kirche mit Spenden
finanzieren“ – so Bezjak: „Aber uns geht es ja um viel mehr“.
Bezjak will hochtrabend „eine Kirche, die
für die anderen da ist. Eine Kirche, die sich in der Gesellschaft einsetzt und auch so wahrgenommen wird.“
In Wahrheit sind die Pfarreien im Kanton Zürich geistlich und religiös seit Jahrzehnten mausetot.
Bezjak fügt hinzu: „Bei uns fliegt niemand raus, wenn er die Obrigkeit kritisiert.“
Was er nicht sagt:
Wehe, wenn der Bischof oder seine Vertreter nicht zu allem, was die Züricher Kirchenbonzen wollen, ja
und amen sagen.
Dann ist der Spaß vorbei.
Generalvikar Grichtig kann davon ein Liedchen singen.
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