Österreich
Acht gute Gründe
Die Diözese Gurk-Klagenfurt sucht abgefallene Katholiken zurückgewinnen. Mit acht Gründen. Das kirchliche Kerngeschäft sucht man unter diesen Gründen vergebens.
(kreuz.net, Gurk) Mit einer Informationskampagne will das Bistum Gurk-Klagenfurt im österreichischen Bundesland Kärnten ausgetretene Katholiken dazu bewegen, in den Schoß der Mutter Kirche zurückzukehren.

Kärnten befindet sich an der Grenze zu Slowenien.

Als Werbeträger dienen Plakate und Broschüren. Die Kampagne wird bis Herbst 2006 laufen.

Die Initiative nennt sich: „Acht gute Gründe, der Gemeinschaft der Katholischen Kirche anzugehören.“

Die Acht-Punkte-Aktion erwähnt Angebote und Leistungen der Kirche. Genannt werden Lebensbegleitung, Kindergärten und Privatschulen, Behindertenbetreuung, Jugendarbeit, Krankenpflege, Kulturgüter, Caritas und Brauchtumspflege.

Diese acht Gründe wird die Plakatserie jeweils zwei Monate lang in den Pfarreien und in den Kärntner Gemeinden vorstellen. Die Startauflage beträgt 2.000 Stück. Die Kosten sind bescheiden. Sie sollen 10.000 Euro nicht überschreiten.

Die Aktion unterstreicht sein Anliegen, daß Menschen die Kirche in Kärnten als „Einladung und Gemeinschaft erleben, die Lebenskraft stärkt“ – erklärte der Bischof von Gurk-Klagenfurt, Mons. Alois Schwarz, anläßlich der Präsentation.

Die Zahl Acht sei eine Symbolzahl. Sie signalisiere Ordnung und Neubeginn, meinte der Bischof: Sein Ziel sei, jeden zu gewinnen, der von der Kirche weggegangen ist.

„Ich möchte keinen Druck ausüben, sondern verstehe die Aktion als Einladung.“

Auf Anfrage erklärte eine 18jährige Jugendliche aus dem Bistum, daß sie sich nicht eingeladen fühle.

Die angegebenen Gründe paßten vielleicht für eine Lebenshilfe-Gruppe. Für die Kirche würden sie zu kurz greifen. Man konzentriere sich auf das Fell und vergesse des Pudels Kern.

In einer Zeit, wo sich jede Firma auf ihr Kerngeschäft besinne, sei es an der Zeit, daß die Kirche den Mut aufbringe, mit Christus zu missionieren.

Die 18jährige machte darum den folgenden alternativen Acht-Punkte-Vorschlag:

1. Nicht nur Lebensbegleitung, sondern Himmelsleiter
2. Nicht nur Kinder- und Privatschulen, sondern Schule des Herrn
3. Nicht nur Behindertenbetreuung, sondern Seelenerneuerung
4. Nicht nur Jugendarbeit, sondern Berufungspastoral
5. Nicht nur Krankenpflege, sondern Sündenvergebung
6. Nicht nur Kulturgüter, sondern göttlicher Kult.
7. Nicht nur Caritas, sondern auch Glaube und Hoffnung
8. Nicht nur Brauchtumspflege, sondern ewiges Leben.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Athanasius   16:14:44 | Samstag, 11. Juni 2005
Aber
Aber Benedikt,
Ich bin 20 Jahre alt und wäre sicherlich früher zur Kirche zurückgekehrt oder hätte sie nie verlassen, wenn sie mir eine Adoratio Solemnis eine grosse Anbetung und Benediktion des Allerheiligsten hätte erleben lassen.
Das schlägt in den Geist.
Gerade diese Adaptierung, diese Anpassung die den Glauben auf das Niveau einer Kinderlichen Märchenreligion („Es waren einmal“, hört man anstatt des ehrfürchtig gesungenen „In illo tempóre“) zurückbringt, macht Kinder müde. Das bekommen die ja überall schon Kinder.
Jugendliche und Kinder wollen gerne seriös genommen werden. Und auch eine klare Erklärung bekommen und kein religiöses Gekuschel.
Schriftliche Meditationen usw. wären vielleicht langweilig, sind ja auch mehr für Langjährige Katholiken, aber z.B. die tridentinische hl. Messe würde einen jeden ergreifen. Das tat es sogar in Rom vor Jahren mit meinem nichtgläubigen Mitschüler.
Eine Unterforderung ist problematischer als eine Überforderung. Die Überforderung ist eine Anspornung mehr zu geben, die Unterforderung macht aber die Kirche und Gott zu einem kuschelkulturellen Unsinnphänomen und dafür wird – zu Recht – kein Jugendlicher sonntags drei Stunden früher für aufwachen.
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#7   Benedikt   11:35:04 | Freitag, 10. Juni 2005
@MilesChristi
Naja, wenn du meinst. Ich bin 24 Jahre alt und wäre sicher nicht aus dem Leben als Karteileiche zurückgekehrt, wenn man mich sofort mit allem überschüttet hätte. So konnte ich mich ganz behutsam an den wahren Glauben zurücktasten, ohne dass ich behaupten würde, jetzt bereits alles richtig zu verstehen.
Wenn ich zB Firmlinge, die ja zuvor oft Jahre nicht mehr in der Kirche waren sofort mit stundenlangen Anbetungen, Meditationen usw. überschütte, dann sind diese doch – weil gar nicht mehr richtig mit dem Glauben vertraut – doch völlig überfordert und dadurch automatisch auch wieder desinteressiert. Die Jugendlichen kämen bestimmt nicht wieder.
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#6   MilesChristi   20:23:27 | Donnerstag, 9. Juni 2005
@ Benedikt
Nein, das ist falsch. Die Jugend heutzutage ist eine andere. Sie braucht keine „Behutsamkeit“ und Werbung für einen wohltätigen Verein. Sie braucht das klare und unmißverständliche Wort Gottes und seiner Kirche. Sie braucht keine Groß-Events (die findet sie woanders und besser sogar) wie die vielgepriesenen Weltjugendtage mit ihrer Immoralität und Sakrilegien.
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#5   Benedikt   18:15:02 | Donnerstag, 9. Juni 2005
Es ist ja wunderschön…
…dass es noch Jugendliche wie diese 18-jährige gibt, aber die meisten anderen erreicht man nur, wenn man sie behutsam zum Glauben hinführt. Wie unser Papst kürzlich selbst einräumte, kann der Glaube mit seinen Facetten nicht auf einmal erfasst werden, gerade bei jüngeren. Deshalb finde ich die Vorschläge dieser Bistumsleitung erstmal gar nicht so schlecht. Leute, die daran teilnehmen sind grundsätzlich schon einmal viel aufgeschlossener gegenüber der Kirche. Ihr Herz wird aufgeschlossen, dann sie sie bereit, den Glauben auch in seiner Tiefe wirklich kennen zu lernen und auch zu leben. Ein Mathematiklehrer beginnt auch nicht mit der Integralrechnung, sondern mit 1+1 ;-).
Natürlich muss dann so ein weiterführendes Programm auch stattfinden, soll heißen: Der Weißheit letzter Schluss ist das Programm auch nicht. Soll es aber ja auch gar nicht sein.
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#4   Marcel   11:44:56 | Donnerstag, 9. Juni 2005
Ja, natürlich vier Dekaden…
Danke für den Hinweis, es waren vier Dekaden gemeint, oder 40 Jahre.
Das hat man davon, wenn man mitten im Satz entscheidet, die Einheit zu wechseln…
auch wenn ich meine Posts vergeude, denn ich darf nur 5 mal am Tage, aber ander dürfen 20 mal
Seien wir doch froh! Würde das von Kreuz-net eingesetzte Script zur Berechnung der erlaubten Artikelzahl nach der inhaltlichen Substanz den Wahrometer bestimmen, müßte Athanasius ja bei weitem nicht nur 4x mehr als Sie schreiben dürfen (bzw. Sie 4x weniger)…
P.S. Weil Sie einen „Freischuß“ für den freundlichen Korrekturhinweis opferten, werde ich mich revangieren und die nächste Zeit ebenfalls maximal fünf Artikel pro Tag anvisieren.
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#3   GerdEric   11:30:31 | Donnerstag, 9. Juni 2005
Lieber Marcel
(auch wenn ich meine Posts vergeude, denn ich darf nur 5 mal am Tage, aber ander dürfen 20 mal),
40 Dekanden sind 400 Jahre…
Was solls,
wer nimmt datt schon so genau,
is eh alles egal.
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#2   Marcel   11:15:32 | Donnerstag, 9. Juni 2005
Jung und weise
Die 18jährige ist offensichtlich weiser als die ganze Bistumsleitung zusammengenommen (*).
Es freut mich, daß ein so junger Mensch schon so eine katholische Gotteserkenntnis besitzt.
Prof. May hat Recht, wenn er regelmäßig feststellt, daß die Krise der Kirche tatsächlich eine Krise der Bischöfe ist. Die Gläubigen wären willig, würden sie geführt.
Es stimmt mich ebenfalls freudig, daß es junge Katholiken sind, die verstärkt die hl. Überlieferung der ewigen Wahrheiten der Kirche entdecken und verstärkt in die traditionellen katholischen Gemeinschaften einziehen, diese somit vergrößern und damit die hl. Überlieferung hochhalten und weitertragen helfen.
Wie die Zeiten sich ändern: vor 40 Dekaden noch waren die Jüngeren die Revolutionäre auf dem V.II, heute zeichnet sich ab, daß just die „Kinder der Revolution“ die Bewahrer der Tradition werden.
Gottes Wege sind unergründlich, und Er lebt und wirkt in Seiner Kirche. :-)
(*) Weisheit im thomistischen Sinn als Gegenteil der Dummheit, die Starrheit meint im Sinne der Stumpfheit des Herzens und einer Abstumpfung der Sinne, die zu einem willentlichen Fehlurteil bezüglich der Höchsten Ursache führen, die das Endziel und das Höchste Gut ist.
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#1   MilesChristi   10:49:52 | Donnerstag, 9. Juni 2005
Die 8 Punkte
Ja, wenn es so stimmt scheint es mir daß die zuständigen für diese Kampagne (mit Absegnung durch den Bischof) nicht so viel über die Kirche verstehen. Sie „empfehlen“ sich als ob die Kirche ein ganz normaler Bürgerverein wäre. Kein Wort über den Glauben ?? Über den Herrn Jesus Christus ?? Ich könnte es mir nicht vorstellen, wenn ich nicht wüßte, wie weit vom wahren katholischen Glauben große Teile unserer Kirche nach 40 Jahren systematischer Zerstörung von innen bereits abgefallen sind.
Miles Christi
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