11:30:02 | Samstag, 21. Mai 2011
Die jüdische Konvertitenfamilie Löb war in vielerlei Hinsicht außerordentlich: Sie füllte die Trappisten-Klöster der Niederlande. Von Anscar Christensen.

Die Trappistenmönche in den alten Tagen
(kreuz.net) Die Stadt Bergen op Zoom befand sich in einer sehr katholischen Gegend im Süden der Niederlande.
Hier lebte das jüdische Konvertiten-Ehepaar Ludwig und Jenny Löb mit ihren acht Kindern.
Die Familie
war nicht reich. Aber sie bestand aus ganz verschiedenen und interessanten Persönlichkeiten.
Mutter
Jenny war in der Stadt eine beliebte Gastgeberin: „Bei den Löbs gibt es immer ein Fest!“- hieß es.
Familienvater Lutz war ein freundlicher, beliebter Lehrer, der sich der Jugend annahm. Er neigte zum stillen
Nachdenken, studierte den Heiligen Bernhard, übersetzte französische Bücher, zum Beispiel „Das Leben
von Thibaut“ des Seligen Benediktinerabtes Columba Marmion († 1923).
Jedes Jahr machte er achttägige
Exerzitien in der unweit gelegenen Trappisten-Abtei Koningshoeven. Allen war er als echter Heiliger bekannt.
Als Georg – der älteste Sohn der Familie – das Gymnasium abgeschlossen hatte, wollte er Priester werden.
Nach Schwierigkeiten und einigem Zögern trat er im Jahr 1926 in das Chor-Noviziat der Abtei Koningshoeven
ein. Das war der Beginn einer Prozession.
Auf Georg folgte in Koningshoeven sein jüngerer Bruder Robert
als Laienbruder und Ernst als Chormönch.
In der Zwischenzeit spürte auch die älteste Schwester Lina
eine Berufung. Sie wollte bei den Trappistinnen eintreten.
Das nächste Kloster war französischsprechend –
Chimay in Südbelgien. Lina trat dort als erstes niederländisches Mädchen ein: „Ich gebe mich hin für
die Rückkehr der Juden“ – sagte sie.
Ihr folgten ihre beiden Schwestern Door und Wies. Im Jahr 1937
wechselten die drei Löb-Schwestern in die Neugründung in Berkel en Rodenrijs – nicht weit entfernt von
Koningshoeven.
So gab es in den beiden Klöstern zwei Patres, einen Ordensbruder und drei Nonnen aus
der gleichen Familie. Jeder von ihnen war eine besondere Persönlichkeit.
Georg, der im Kloster Pater
Ignatius hieß, war extrovertiert, herzlich und hilfsbereit.
Er und sein Bruder Robert hatten manchmal
Schwierigkeiten im Schuldkapitel, in dem die Mönche öffentlich ihre Sünden bekannten. Aber sie konnten
sie trotzdem gut einfügen.
Robert, der im Kloster Bruder Linus hieß, war attraktiv und aktiv. Der Umgang
mit ihm war sehr angenehm und leicht.
Im Kloster baute er sich verbotenerweise ein Radio, mit einem Blechdach
als Antenne, um sich im Geheimen die Reden des deutschen Reichskanzlers Adolf Hitlers anzuhören.
Ernst
hieß im Kloster Pater Nivardus. Er war von ernster Natur – ein Mönch mit Leib und Seele, der sich immer
unter Kontrolle hielt. Im Kloster amtete er als Gehilfe des Novizenmeisters. Er war mit sich selber sehr
streng, aber freundlich und milde zu den anderen.
Seine nervösen Anspannungen verschafften ihm oft schlaflose
Nächte. Trotzdem erschien er immer und heroisch zu den Nachvigilien. Mit Hilfe vieler Entsagungen kämpfte
er gegen den Schlaf.
Lina hieß im Kloster Mutter Hedwigis. Sie war ein reizendes, reifes und mütterliches
Mädchen. In der Gemeinschaft nahm sie verschiedene Aufgaben war. Sie war als vorbildliche Ordensfrau
bekannt – offenherzig, spontan, aber gleichzeitig kontrolliert.
Door und Wies hießen im Kloster Mutter
Theresia und Mutter Veronika.
Beide waren großzügig in ihrer Opferbereitschaft und besassen eine zärtliche
Liebe zur Muttergottes. Sie waren aber körperlich nicht so stark wie ihre Schwester Lina.
Zuhause blieben
nur die beiden jüngsten Kinder Hans und Paula.
Vater Lutz starb den Tod eines Heiligen und erhielt,
wie er sich gewünscht hatte, die Beerdigung eines armen Mannes.
Kurz nach der Primiz von Pater Nivardus
starb auch Mutter Jenny.
Nächstes Mal: „Wollt ihr nicht davonlaufen?“
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#2
Anaritha 18:03:25 | Samstag, 21. Mai 2011
#1
Atzmon 13:42:00 | Samstag, 21. Mai 2011