11:31:35 | Mittwoch, 25. Mai 2011
Mons. Fürst
Bankrottverwalter: Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart präsentiert seine altliberale Wüste als Oase und stellt die Kirche dort, wo sie blüht, unter Generalverdacht.

Bischof Gebhard Fürst
© Alexander Johmann, Flickr, CC(kreuz.net) Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart verfährt nach dem Motto „Spalten statt versöhnen“.
Das erkannte der deutsche Journalist Alexander Kissler am 23. Mai auf seinem
Weblog.
Kissler ist dem
Bischof in den Vergangenheit persönlich begegnet: „Ich saß einst neben ihm in lauschiger Runde, hörte
ihn reden und scherzen und lachen und fühlte mich nicht unwohl.“
Mons. Fürst erschien ihm als ein Mann,
„der auf bodenständige Weise fromm ist, ausgestattet mit einem sympathischen Grenzenbewußtsein.“
Doch
Kissler fügt hinzu: „Da habe ich mich getäuscht.“
„Seit Menschengedenken“?Das jüngste Buch von Mons.
Fürst ließ Kissler aufhorchen.
Das Werk trägt den – so Kissler – „hochwahrscheinlich ernstgemeinten“
Titel: „Für eine bewohnbare Kirche. Perspektiven einer menschennahen Pastoral.“
Diese Namensgebung deutet
der Journalist als ein bischöfliches Bemühen, die aktuell weitgehend entvölkerte, da unwohnliche Römische
Kirche, bewohnbar zu machen.
Auf dem Weg dorthin plätschert der Bischof von der Eucharistie als Einweisung
„in den Weg Jesu Christi mit und zu den Menschen.“
Oder von den „Christinnen und Christen“, die zu „Tätern
und Täterinnen des Wortes“ werden sollen.
Oder von einer schweren Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise,
wie sie die katholische Kirche „seit Menschengedenken“ nicht erlebt habe.
Kissler fragt nach: Meint der
gedächtnisschwache Schwabe mit „seit Menschengedenken“, daß es in der Kirche keine schlimmere Krise
gegeben habe als die von interessierter Seite
aufgeblähte Vertrauenskrise von 2010?
Der Publizist möchte
die bischöfliche Weisheit sofort den Historikern mitteilen, die sich immer noch an historischen Belanglosigkeiten
wie dem Schisma von 1054, der Reformation oder dem Dreißigjährigen Krieg abarbeiten.
Er gießt Häme
auf jene Länder, wo der Glaube blühtKissler erwähnt die bischöfliche Aussage, wonach katholische
Vestalinnen – wohl ohne eine Verpflichtung zur Jungfräulichkeit – in
„fortschrittlichen Ländern“ denkbar
seien.
Der Journalist weist den Bischof darauf hin, daß er damit seinem einzigen Seminaristen sage,
daß dessen Entschluß zum Priestertum ein Steinzeitreflex eines nicht so „fortschrittlichen“ Denkens
sei.
Daraus zieht Kissler den scharfen Schluß:
„Fortschritt besteht im Fürstschen Weltbild darin,
die endgültige dogmatische Entscheidung von Papst Johannes Paul II. – ulkigerweise desselben Papstes,
der [Mons.] Fürst auf den viel zu großen Bischofsstuhl von Rottenburg-Stuttgart hievte – lächelnd zu
mißachten.“
Und: „»Fortschritt« á la [Mons.] Fürst heißt, der Kirche theologisch eine Nase zu drehen,
ihre Alimente aber anzunehmen, heißt, den Papst zum Grüßaugust zu verzwergen und sich selbst, dem Provinzhirten,
den Lorbeerkranz der Weltklugheit aufzusetzen.“
Der oberste Verwalter einer serbelnden Diözese sträube
sich so gegen die Weltkirche, die alles in allem wächst und gedeiht:
„So gießt er Häme auf jene Länder,
wo der Glauben blüht und die sich als gestrig beschimpft sehen.“
Der Bischof verlegt sich aufs Beschimpfen
Darum legt Kissler dem Amtsbischof nahe, sich von der für ihn so peinvollen Kirche zu befreien.
Dann
müßte er auch nicht länger jene Gläubigen, denen – wie dem Papst – die Alte Messe am Herzen liegt,
als „oftmals fundamentalistisch“ verunglimpfen.
Kissler fragt den Bischof, ob er sich bewußt sei, mit
dieser Aussage auch den Papst selber zum Fundamentalisten gestempelt zu haben.
Für den Journalisten
bleibt Mons. Fürst, der die Gläubigen anderer Länder für rückschrittlich hält, den Papst einen Fundamentalisten
schimpft und die eigenen geistlichen Wüsteneien zur Oase umbiegt, natürlich Bischof:
„Aber er ist es
nicht länger.“
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Chris 23:06:20 | Mittwoch, 25. Mai 2011
#18
Ocean 20:15:32 | Mittwoch, 25. Mai 2011
#16
Tomás 17:09:40 | Mittwoch, 25. Mai 2011
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Lycos 12:17:22 | Mittwoch, 25. Mai 2011
#2
IZAAC 12:09:21 | Mittwoch, 25. Mai 2011
#1
Lycos 12:05:26 | Mittwoch, 25. Mai 2011