15:59:39 | Freitag, 27. Mai 2011
Während ihrer Deportation nach Auschwitz begegneten die sechs Loeb-Geschwister auch der Heiligen Edith Stein. Von Anscar Christensen.

Trappist im Kloster Koningshoeven
© smcgee, Flickr, CC(kreuz.net) Nach dem Protest-Hirtenbrief der niederländischen Bischöfe gegen die National-Sozialisten
wurden im Jahr 1942 alle Katholiken jüdischer Herkunft in den Niederlanden verhaftet.
Unter ihnen befanden
sich auch drei Söhne und drei Töchter der jüdischen Familie Loeb. Sie lebten als Trappisten und Trappistinnen
in zwei niederländischen Klöstern.
Die Zeit ihrer Gefangenschaft verbrachten die Geschwister Loeb in
brillanter Gesellschaft: Ärzte, Intellektuelle, gebildete Dominikaner und die große Karmelitin, Schwester
Benedicta a Cruce Edith Stein.
Wegen ihres starken Charakters war Schwester Benedicta die natürliche
Anführerin der Gruppe der deportierten jüdischen Ordensleute. Gemeinsam wurde das Heilige Offizium und
der Rosenkranz gebetet.
Zeugen berichteten, daß die beiden Loeb-Patres die Deportierten trösteten und
ihre Beichten hörten. Die Schwestern waren mutig und hilfsbereit – besonders den Kindern gegenüber.
Mehr wissen wir nicht. Die Gruppe wurde ins gefürchtete Lager Auschwitz in Polen geschafft. Ein nationalsozialistisches
Dokument hält nüchtern ihr Geburts- und Sterbedatum fest: August und September 1942.
Nicht bestätigten
Angaben aus einem anonymen Brief zufolge wurden die Patres Ignatius und Nivardus Loeb zusammen mit zwei
polnischen und zwei griechischen Priestern erschossen, weil sie Beichten gehört hatten.
Pater Nivardus,
der ehemalige Gehilfe des Novizenmeister, rief, bevor ihn die Kugeln eines Erschießungskommandos trafen:
„Für das Noviziat in Koningshoeven!“
Schwester Veronika Loeb, die bei der Verhaftungswelle an einer
schweren Tuberkulose litt, wurde von der SS später ebenfalls in das berüchtigte Sammellager Westerbork
geschafft.
Doch nach nur acht oder zehn Tagen ließ man sie wieder frei. Ihre Oberen sandten sie danach
in verschiedene Krankenhäuser. Schließlich starb sie im August 1944 im Kloster.
Der jüngste Loeb-Bruder,
Hans, der nicht ins Kloster eingetreten war, wurde ebenfalls verhaftet und mußte in einer polnischen
Zinkmine Zwangsarbeit leisten.
Als sich die Sowjet-Truppen näherten, wurde er auf einem offenen Lastwagen
Richtung Westen transportiert. Er erlitt dabei schwere Erfrierungen an den Füßen und starb im Februar
1945 in einer Kranken-Baracke in Auschwitz.
Paula – das jüngste Kind der Familie Loeb – heiratete in
den Niederlanden. Während des Krieges wurde sie im Haus eines mutigen Katholiken in Nymegen versteckt.
Sie ist heute das einzige lebende Mitglied der außerordentlichen Familie Loeb.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#17
kristall 14:20:13 | Sonntag, 29. Mai 2011
#16
Brandenburgis 14:04:41 | Sonntag, 29. Mai 2011
#15
Sefirot 13:51:25 | Sonntag, 29. Mai 2011
#14
Tolerant 21:03:44 | Freitag, 27. Mai 2011
#13
Kraut 20:58:47 | Freitag, 27. Mai 2011
#12
Tolerant 20:55:53 | Freitag, 27. Mai 2011
#11
kristall 20:03:16 | Freitag, 27. Mai 2011
#10
Tolerant 20:01:47 | Freitag, 27. Mai 2011
#9
Diamant † 17:15:57 | Freitag, 27. Mai 2011
#8
Domenico Tuttisanti 17:14:26 | Freitag, 27. Mai 2011
#7
Diamant † 17:12:19 | Freitag, 27. Mai 2011
#6
Domenico Tuttisanti 17:10:59 | Freitag, 27. Mai 2011
#4
Cappadocius 16:54:05 | Freitag, 27. Mai 2011
#3
Mighty Counsellor † 16:45:39 | Freitag, 27. Mai 2011
#2
Domenico Tuttisanti 16:40:47 | Freitag, 27. Mai 2011
#1
Pascal123 16:30:05 | Freitag, 27. Mai 2011