17:30:20 | Sonntag, 5. Juni 2011
Was hat der damalige Weihbischof Christoph Schönborn über die angeblichen Mißbräuche, die seinem Vorgänger angehängt werden, gewußt. Oder deutlicher gefragt: Was weiß man überhaupt davon?

Kardinal Schönborn bei der Frühjahrsvollversmamlung der Bischofskonferenz im März 2011
© Pressefoto
bischofskonferenz.at, Thomas Beranek(kreuz.net, Wien) Am Samstag legte sich das österreichische Kirchenhaß-Magazin ‘Profil’ mit dem altliberalen
Wiener Kardinal Christoph Schönborn an.
In einer Pressemitteilung imitierte das Schmiermedium den ehemaligen
deutschen Propaganda-Minister
Joseph Goebbels († 1945).
Die Hinweise würden sich angeblich vermehren,
daß der damalige Weihbischof Schönborn zu den – man beachte die pauschalisierende Formulierung – „sexuellen
Mißbrauchs-Verbrechen der Kirche“ in der Vergangenheit viel mehr gewußt habe, als er zugebe.
Der weitere
Haßtext ist nicht in der Lage die massiven Anschuldigung zu erhärten.
Leichenschändung an Kardinal
GroerKonkret geht es wieder einmal um die
bis heute nicht erhärteten Mißbrauchs-Vorwüfe gegen Kardinal
Hans Hermann Groer († 2003) von Wien.
Im März 1995 setzte ‘Profil’ Vorwürfe gegen ihn in die Welt.
Der Kardinal dementierte umgehend.
Sein damaliger Weihbischof Christoph Schönborn – der bereits für
seinen Opportunismus bekannt war – verteidigte den Angegriffenen nur ganz kurz.
Dabei erinnerte er zu
Recht an das
dunkle Kapitel der NS-Kirchenverfolgung.
Doch als die Medienbosse Druck auf ihn machten,
knickte er erwartungsgemäß ein wie ein Strohmann.
Schon einen Monat später entschuldigte er sich dafür,
die NS-Verbrechen nicht geleugnet zu haben.
Im Jahr 1998 – der Weihbischof war inzwischen zum Erzbischof
aufgestiegen – verurteilte er seinen Vorgänger mit „moralischer Gewißheit“.
Die Mißbrauchs-Vorwürfe
würden „im wesentlichen“ zutreffen.
Doch bis heute ist nicht klar, welche Vorwürfe das konkret sind
und wie der heutige Kardinal Schönborn seine angebliche Gewißheit erlangte.
Der öffentlichen Hinrichtung
von Kardinal Groer ging nie eine öffentliche Beweisführung voraus.
Darum gilt der inzwischen verstorbene
Kardinal nach den Rechtsnormen der zivilisierten Gesellschaft als unschuldig.
Die große NeuigkeitDas
Lügenmagazin ‘Profil’ beruft sich in der aufgewärmten Meldung auf seinen ehemaligen Herausgeber, den
Kirchenhasser Hubertus Graf Czernin von und zu Chudenitz († 2006).
Dieser äußerte sich im Jahr 2001
in einem bisher nicht veröffentlichten Interview.
Darin berichtete er, daß er im Frühjahr 1995 versucht
habe, Weihbischof Schönborn zu erreichen, „um ihn alles zu heißen, was mir eingefallen wäre“.
Es gelang
dem Grafen nicht, dieses Vorhaben auszuführen.
Doch wenige Wochen besuchte der Weihbischof den Kirchenhaß-Journalisten.
Man sprach über Kardinal Groer.
Es ist unklar, ob das Gespräch vor oder nach dem 15. Mai 1995 stanttfand,
als sich Mons. Schönborn für seinen Vergleich der Hexenjagd gegen Kardinal Groer mit den NS-Sittlichkeitsprozessen
entschuldigte.
In dem Gespräch stellte sich – nach der Version von Graf Czernin – heraus, daß Weihbischof
Schönborn zu diesem Zeitpunkt bereits die Auffassung vertrat, daß an den ‘Profil’-Erzählungen über
Kardinal Groer „natürlich alles stimmt.“
Der Kardinal beim KriechenAm Montag beantwortete Kardinal
Schönborn den ‘Profil’-Angriff vor der österreichischen Tageszeitung ‘Kurier’.
Im Jahr 1995 sei er
von dem „Mißbrauchsverdacht“ gegen Kardinal Groer ehrlich überrascht worden.
Er habe das für eine
„Verleumdungskampagne“ gehalten und darum die heftigen Worte – den Vergleich mit der NS-Kirchenverfolgung –
gewählt.
In den Wochen danach habe er erfahren, daß die „Wahrscheinlichkeit“ groß gewesen sei, daß
die Vorwürfe ein „Fundament“ gehabt hätten.
Eine „Gewißheit“ darüber habe er aber – entgegen der
Darstellung von Graf Czernin – bei dem Gespräch mit dem Journalisten nicht gehabt.
Aber der „Verdacht“
sei gereift, „daß die Vorwürfe stimmen könnten“.
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Chris 23:24:21 | Montag, 6. Juni 2011
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Tomás 10:03:52 | Montag, 6. Juni 2011
#12
Chris 22:15:14 | Sonntag, 5. Juni 2011
#11
Schalom 22:02:34 | Sonntag, 5. Juni 2011
#9
Chris 21:56:41 | Sonntag, 5. Juni 2011
#7
matt3 19:25:48 | Sonntag, 5. Juni 2011