15:03:51 | Mittwoch, 8. Juni 2011
Mit seinem lebenslangen Opfern hat der heiligmäßige Bruder M. Famian gewiß viele Seelen aus dem Fegfeuer befreit.

Bruder Famian auf der Webseite ‘orden.de’.
(kreuz.net) Am 1. Februar starb in der altgläubigen
Trappistenabtei Mariawald Bruder M. Famian OCSO seligen
Angedenkens.
Mariawald befindet sich über der 4500-Seelen-Stadt Heimbach im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.
Das Kloster liegt auf dem Gebiet der Diözese Aachen.
54 Jahre im Hause des HerrnBruder Famian wurde
am 6. Juli 1937 in der Welt als Hermann Gerwing geboren.
Er stammte aus der 2400-Seelen-Ortschaft Westerwiehe –
heute ein Stadtteil von Rietberg – im Erzbistum Paderborn.
Am 25. Mai 1958 legte er die zeitliche und
am 27. Oktober 1963 die feierliche Prozeß als Trappistenmönch ab.
54 Jahre lebte er im Kloster Mariawald.
Er starb – am Ende stark geschwächt – mit 73 Jahren.
Zuletzt wirkte Bruder M. Famian als Gastbruder. In dieser Eigenschaft hat er
auch Klosterführungen veranstaltet.
Der verstorbene Mönch begann vor rund dreißig Jahren, seine Gedanken
als Novizenmeister und Gastbruder aufzuzeichnen, zunächst nur handschriftlich für den Hausgebrauch.
Später versandte er monatliche Briefe mit Betrachtungsimpulsen an einen immer größer werdenden Kreis
von Nahestehenden.
Dazu benutzte er zunächst eine alte mechanische, später eine elektrische Schreibmaschine.
Schließlich stieg er auf Computer um.
In den letzten Jahren versandte er seine Impulse per E-Mail.
Mit Hilfe von Freunden und Förderern wurden die Briefe im Jahr 2008 zu sechs Bänden zusammengefaßt.
Sie sind an der Klosterpforte oder im
Online-Shop der Abtei Mariawald erhältlich.
Dort können auch
andere Bücher aus Bruder M. Famians Feder – erwähnenswert ist besonders „Tugendlehre und Tugendbeispiele
der Altväter“ – bezogen werden.
Es ging aufwärtsIn seinem Nachruf hieß es, daß Bruder M. Famian
von heiligmäßiger Lebensführung war.
Seine Krankheit ließ er sich nie anmerken. Er begegnete seinen
Mitbrüdern stets mit fröhlicher Gelassenheit.
Noch am Morgen seines Todestages verkündete er freudig,
daß es mit ihm jetzt aufwärts gehe.
Der Tag führte ihn tatsächlich in diese Richtung.
„Nein, nein,
das kann doch ich tun!“Auf der Webseite ‘kreuzgang.org’ würdigte ein ehemaliger Novize den verstorbenen
Mönch: „Ja, Bruder Famian war wirklich sehr beliebt bei den Gästen.“
Wenn ein Gast ihn fragte, ob er
sich morgens um drei Uhr – vor den Vigilien der Mönche – einen Kaffee machen dürfte, sagte Bruder Famian:
„Nein, nein, das kann doch ich tun!“
Bruder M. Famian stand morgens als erster auf und legte sich abends
als letzter zur Ruhe.
Manchmal hatte er nur zwei oder drei Stunden Schlaf.
Vor den Vigilien bereitete
er das Frühstück und den Kaffee für die Mönche.
Er schleppte die schweren Kannen aus dem Gästehaus
ins Refektorium der Mönche.
Nach den Vigilien und den Laudes – also nach bis zu zwei Stunden Singen
in eisiger Kälte – machte er das Frühstück für die Gäste.
Wenn noch Zeit blieb, ging er in eines
seiner Büros, las in der Heiligen Schrift oder übte lateinische Gesänge.
Zu den zahlreichen Gästen
sagte er: „Bei uns Trappisten heißt die Freizeit Lectio Divina.“
Auf dem harten Boden der Wirklichkeit
Müßiggang gab es bei ihm nicht. Er hat ständig gelesen, gebetet, gesungen oder gearbeitet.
Kaum hatte
er sich aufgewärmt, ging es für Prim, Kapitel und Messe zurück in die kalte Kirche.
Aber an seiner
Andacht änderte das nichts.
Trotz seiner gesundheitlichen Zerbrechlichkeit kniete er auf den harten
Boden und betete seinen Herrn ehrfurchtsvoll an.
Nach der Heiligen Messe ließ er sich nie die Zeit für
eine gebührende Danksagung nehmen.
Dann standen schon die nächsten Termine an: Im Gästehaus war etwas
vorzubereiten oder ein Novize wartete auf seinen Unterricht.
VollendetDen Vormittag und den Nachmittag
verbrachte Bruder M. Famian im Gästehaus.
Vor der Vesper bereitete er das Abendessen für Mönche und
Gäste vor.
Niemand wird vergessen, wie er sich mit den schweren Teekannen quälte.
Nach dem Abendessen
hat er meistens den Kreuzweg gebetet. Dann eilte er zur Komplet.
Danach war der Tag für Bruder M. Famian
noch nicht vorbei. Im Gästehaus wartete noch Arbeit auf ihn.
Mit seinem lebenslangen Opfern hat Bruder
M. Famian gewiß viele Menschen aus dem Fegfeuer befreit.
„Er sehnte sich nach dem Kreuz des Herrn“ –
berichtet der Ex-Novize.
Am 3. Februar legten seine Mitbrüder die sterblichen Überreste von Bruder
M. Famian auf einem einfachen Brett, ohne Sarg, in ein mit Tannzweigen ausgelegtes Grab.
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