12:22:25 | Freitag, 10. Juni 2011
Ein Bankräuber landet hinter Gittern. Doch wenn die Banken rauben, dann hilft der Staat. Von Ansgar Duykhuischen.

Was ist der Dollar wert?
© Brooks Elliott, Flickr, CC(kreuz.net) Die heutige Hochfinanz hat das Kreditgeschäft zu einem Abzock-System verkommen lassen.
Dem
gegenüber waren die Wucherzinsen früherer Zeiten harmlose Fälle.
In der Finanzbranche gibt es sieben
Kapitalverbrechen:
1 Das Schuldenmachen aus Habgier. Diese Methode erlebte in den USA der 20er Jahre
eine Blüte.
Damals wurden massenweise Aktien auf Pump gekauft.
Als die New Yorker Börse im Jahr 1929
einen Kurssturz erlebte, konnten diese Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden.
In der Folge brachen
zahlreiche Banken zusammen.
Es folgte die große Weltwirtschaftskrise.
2 Die verantwortungslose Kreditvergabe
durch Banken.
Sie führte vor einigen Jahren in den USA zur Immobilien-Kreditblase.
Die Banken vergaben
Kredite sogar an Einkommenslose. Die einzige Sicherheit sollte darin bestehen, daß man auf ständig steigende
Immobilienpreise hoffte.
Im Jahre 2008 brachen die großen Immobilieninstitute zusammen und wurden vom
Staat übernommen.
3 Die Immobilienbanken schoben die Haftung für ihre Verlustrisiken ab.
Sie verkauften
ihre Schrott-Kredite mit Abschlägen an Investmentbanken wie die Bankrottbank ‘Lehman Brothers’.
Diese
Institute „verbrieften“ die faulen Kredite und verkauften sie als Hochglanz-Finanzprodukte an renditegierige
Kunden.
Die Rating-Agenturen traten als Fälscher auf, indem sie den Plunder als hochwertige Produkte
zertifizierten.
4 Die genannten Finanzbetrügereien wurden mit Kreditausfallversicherungen kaschiert.
Das sind sogenannte Derivate – also Wettverträge, die auf bestimmte Preis-, Kurs- oder Zinsentwicklungen
setzen.
Kürzlich wurde der ‘Deutschen Bank’ gerichtlich ein Betrugsgeschäft mit Derivaten nachgewiesen.
Die Bank hatte ein Finanzprodukt verkauft, zu dem sie sowohl bei Kursgewinnen als auch bei Kursverlusten
Gewinn eingestrichen hätte.
5 Großbanken verwandelten sich in Hedgefonds.
Hedgefonds sind Investmentfonds
mit spekulativer Anlagestrategie sowie sehr hohen Renditen und Risiken.
Ein Beispiel dafür ist die ‘Deutsche
Bank’. Sie gilt als ein Hedgefond mit angeschlossener Geschäftsbank.
Die Bank erreichte über Jahre
hinweg eine Rendite von 25 Prozent vor Steuern.
Ein solch märchenhafter Dauerprofit ist auf marktübliche
Weise im lauteren Wettbewerb nicht zu erzielen.
An dieser organisierten Geldkriminalität ist auch die
Politik mitschuldig, weil sie seit der rot-grünen Koalition auf finanzwirtschaftliche Regulierungen verzichtet.
6 Die Bankrotteure retteten sich mit Hilfe der staatlichen Haftungsübernahme.
Diese wurde von den Politikern
mit einem „systemischen Risiko“ begründet.
Das ist eine Einladung an die Finanzmafia, mit ihren Wuchergeschäften
weiterzumachen.
Ein Beispiel dafür ist die deutsche Immobilienbank ‘Hypo Real Estate’. Sie übernahm
mit ihrem englischen Namen auch die US-Finanzbetrügereien.
Diese bestanden in einer Minimierung der
Risikoabsicherung durch Rücklagen und Eigenkapital sowie im Aufblähen der Fremdverschuldung und Kreditvergabe.
Bei der Münchener Hypothekenbank kamen auf einen Euro Eigenkapital fünfzig Euro Fremdkapital – eine
größere Spreizung als bei der Bankrottbank ‘Lehman Brothers’.
Seit dem Jahr 2009 bürgt der deutsche
Staat mit 100 Milliarden Euro für die Verluste der Bankrotteure.
7 In der aktuellen europäischen Schuldenkrise
arbeitet man nach dem Prinzip: Schonung der privaten Gläubiger-Banken – Haftung und Zahlung durch die
solventen Staaten, das heißt durch die Steuerzahler.
Nach dieser Methode gehen die Staaten der Euro-Gruppe
bei dem überschuldeten Griechenland vor.
Um den Milliardenbetrag des Euro-Rettungsschirmes zu verdienen,
müßten zwanzig Millionen Menschen ein Jahr lang arbeiten.
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