Bildung
Fünf Forderungen
Die Bischöfe Deutschlands sind kürzlich mit fünf Forderungen zum Religionsunterricht konfrontiert worden. Das Fach soll in Zukunft mehr sein als eine Fassade, hinter der es kein Haus gibt.
(kreuz.net, Regensburg) Der Kongreß ‘Freude am Glauben’ verabschiedete am Samstag in Regensburg einstimmig eine Resolution zum Religionsunterricht.

Regensburg ist die Hauptstadt der Oberpfalz und befindet sich im Osten Bayerns.

Der Kongreß ‘Freude am Glauben“ wird jährlich vom ‘Forum Deutscher Katholiken’ als offene theologische Tagung veranstaltet.

Das ‘Forum Deutscher Katholiken’ ist ein Zusammenschluß von katholischen Vereinigungen und Einzelpersönlichkeiten. Es wurde im September 2000 gegründet und will kirchen- und papsttreue Katholiken unterschiedlicher Ausrichtung in einem lockeren Verband vereinigen.

Der schulische Religionsunterricht soll – so die Resolution – „Glaubenswissen vermitteln und vertiefen.“ Dieses Wissen sei die Grundlage für eine am Glauben orientierte Lebensführung.

Derzeit gehe der Religionsunterricht methodisch vor allem von den vermeintlichen einheitlichen „Erfahrungen“ der Schüler aus.

Damit werde der Glaube nicht als ein Ganzes dargestellt, sondern nach der Ordnung der subjektiven menschlichen Erfahrung ausgewählt und interpretiert.

Das führe zu einer Fragmentierung der Glaubensinhalte und leiste der Beliebigkeit Vorschub. Diese „stellt die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit der einzelnen Inhalte – soweit sie überhaupt noch behandelt werden – in Frage.“

Insbesondere die Lehre über Jesus Christus sei davon betroffen.

Deshalb stellt das ‘Forum deutscher Katholiken“ folgende fünf Forderungen:

1. Der Religionsunterricht benötigt eine Glaubensvermittlung, die aus dem Ganzen der Überlieferung und der Lehre der Kirche schöpft. Das Apostolische Glaubensbekenntnis, die sieben Sakramente, das Vaterunser und die Zehn Gebote sind dabei unverzichtbare Lehrinhalte.

2. Für den Unterricht solle ein Katechismus verfaßt werden, der die Glaubenswahrheiten klar und deutlich zusammenfaßt.

3. Die Übergewichtung der Vermittlungsmethoden gegenüber den Lehrinhalten ist aufzugeben.

4. Die Konfessionalität des Religionsunterrichtes ist dringend beizubehalten.

5. Für die Aus- und Fortbildung der Religionslehrer und die Erteilung der Lehrerlaubnis sind verbindliche, der kirchlichen Lehre entsprechende Kriterien aufzustellen. Ihre Einhaltung ist zu überprüfen.

Das ‘Forum Deutscher Katholiken’ bittet die deutschen Bischofe, sich persönlich für die religiöse Unterweisung der Kinder und Jugendlichen einzusetzen.

Es genüge nicht, diese Aufgabe an Kommissionen zu delegieren.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Laurentius2   11:04:21 | Dienstag, 14. Juni 2005
Zum Thema Religionsbücher
Einer der letzten Jesuiten, die sich publizistisch ganz klar zur römischen Lehre bekennen, ist Pater Lothar Groppe SJ, der Sohn desjenigen „schwarzen Generals“, der Schießbefehl auf Judenverfolger gab und dafür zum Tode verurteilt wurde (Gott sei Dank nicht mehr vollstreckt).
Dieser hochgelehrte Jesuit war schon 1975 beauftragt worden, die deutschen Religionsbücher einmal gründlich zu untersuchen und kam zu niederschmetternden Ergebnissen, die allen deutschen Bischöfen und auch dem Nuntius bekannt gemacht wurden. Und das schon vor der Einführung der Halbfas-Lehrbücher.
Pater Groppe versteht bis heute – 30 Jahre später – nicht, warum dieses Aussäen des Glaubens mit verfaultem oder unkrautartigem Saatgut erfolgt. Wenn also keine Früchte in den jüngeren Generationen mehr zu ernten sind, ist das kein schicksalhaftes Geschehen, wie Lehmann & Co. manchmal den Eindruck zu erwecken scheinen, sondern liegt in i h r e r ureigensten Verantwortung. Die Episkopoi (Wächter) versagen völlig bei der Saatkontrolle, jetzt herrscht Hunger ! Schickt sie in die Wüste, sonst stirbt der Glaube in unserem Land ganz aus. Oder ist das beabsichtigt, weil man einen anderen Glauben will ? Dieser Verdacht scheint sich immer mehr zu erhärten, denn die Logik ihres laisser-faire läßt bald keinen anderen Schluß mehr zu, oder fällt irgendeinem Neo-Konservativen (Beschwichtiger) eine andere Erklärung ein ?
Bin wirklich neugierig und gespannt auf eine andere Sichtweise.
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#9   Athanasius   21:09:10 | Sonntag, 12. Juni 2005
Romulus,
das Verhältnis vieler hier schreibenden FSSPXler zu Rom ist unklar. Manche Schreiber sind so nassforsch, dass man meinen könnte, Luther zu hören.
Du beleidigst hier direkt „FSSPXler“. FSSPXler gibt es nicht, oder du musst nur die Ordenspriester, -Brüder und -Schwestern meinen. Katholiken sind Katholiken.
Zwar kommt dann gleich das Argument, ja man bete für den Hl. Vater, man habe Einheit mit Rom etc. Mag ja auch alles sein. Doch so mancher Satz in diesem Zusammenhang kommt mir vor als sei die Form zur Formel erstarrt. –-
Das is Dein Problem der Interpretation. Dein Argument ist wirklich ein Klischee geworden unter Gegner der katholischen Traditionalisten.
Ich bin auf jeden Fall nicht in der FSSPX. Und besuche nur seltestens deren Messen.
Alle FSSPXler sind eigentlich Ultra-Montanisten: man passt aber davor auf nicht emotional zu werden. Wer tritt ein für die absolute Führung des Papstes ohne Konferenzen? Ja, die FSSPX…
Mal ne Frage an Dich: Kann es sein, dass du sonst im Reliforum als F.B (Abkürzung des Nicknames)geschrieben hast?
Auf welchem Forum?
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#8   Romulus   12:08:43 | Sonntag, 12. Juni 2005
Einheit mit Rom
Athanasius,
das Verhältnis vieler hier schreibenden FSSPXler zu Rom ist unklar. Manche Schreiber sind so nassforsch, dass man meinen könnte, Luther zu hören. Zwar kommt dann gleich das Argument, ja man bete für den Hl. Vater, man habe Einheit mit Rom etc. Mag ja auch alles sein. Doch so mancher Satz in diesem Zusammenhang kommt mir vor als sei die Form zur Formel erstarrt. –-
Mal ne Frage an Dich: Kann es sein, dass du sonst im Reliforum als F.B (Abkürzung des Nicknames)geschrieben hast?
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#7   Sebastijonas   00:43:10 | Sonntag, 12. Juni 2005
Wird die Erklärung Gehör finden?
Es wäre wirklich schön, wenn dieses Papier beherzigt würde. Bei uns im Reliunterricht meinte der Lehrer, an die Transsubstanziation glaube er ja nicht. Es sei vielmehr ein Zeichen usw.
Ist es schon merkwürdig genug, wenn der Religionslehrer die eigenen Lehrinhalte für Unsinn hält, so ist es noch bedenklicher, wenn Glaubenswissen gar nicht mehr vermittelt wird, sondern statt dessen Hungerprobleme der Dritten Welt behandelt werden. So kann der Heranwachsende nämlich gar nicht zu einer eigenen Beurteilung kommen und wird ständig im Stand eines Unmündigen gehalten.
Die Wissensvermittlung (und zwar entsprechend der gültigen Lehre, nicht nach der Privatmeinung des jeweiligen Religionslehrers) ist gerade die Voraussetzung für eine eigenständige und verantwortbare Entscheidung.
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#6   Athanasius   00:35:43 | Sonntag, 12. Juni 2005
@Romulus
1) in dem Artikel geht es nicht um katholische Privatschulen, sondern um den Religionsunterricht an allen Schulen.
Ist mir bekannt.
2) Informiere dich erst mal über die verfassungsrechtlichen Grundlagen, was das Verhältnis Kirche und Staat angeht. (Achtung: Älter als das Vat II *g*)
Huh? Greifen die Eltern ein in die Verfassungsrechtliche Grundlage der Schule-Staat-Verhältnisse oder wollen die einfach guten Religionsunterricht?
3) Deine Haßtiraden auf bis dato unveröffentliche Dokumente kannst du dir sparen. Erst lesen, dann schimpfen.
Wo befindet sich eine HASStirade meiner Hand? Ich hasse keinen.
Zum Katholizismus gehört die sichtbare Einheit mit dem Heiligen Vater! Das Lehramt liegt bei der Kirche und nicht bei der FSSPX.
Amen. Amen. Nicht nur zum Katholizismus, es ist für das Heil notwendig in Einheit mit dem hl. Vater zu sein mit allem was das impliziert. Ich stimme Dir völlig zu und bin nicht „bei der FSSPX“. Woher Du das hast, weiss ich nicht. Ich besuche nur seltestens eine Messe der FSSPX.
Und die FSSPX wird Dir auch völlig zustimmen.
Zum Katholizismus muss man vollkatholisch sein: das heisst alle Dogmen und dogmatische Lehren akzeptieren und die Communio mit dem hl. Vater wollen und haben. „Sichtbar“ muss sie nicht sein. Es reicht zum Heil es zu begehren.
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#5   Don Carlos   23:56:12 | Samstag, 11. Juni 2005
5 Forderungen
Die 5 Forderungen sind sicher nicht zu Unrecht ergan-gen, ist doch der Religionsunterricht an mancher Schule nur noch ein besserer Sozialkundeunterricht. Die Antwort auf das Warum ist nicht schwer zu finden: Weil so manche Lehrkraft nur noch Theorie vermittelt, selbst nichts mehr glaubt und auch nicht praktiziert.
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#4   kreuzi   23:42:25 | Samstag, 11. Juni 2005
.
Der Religionsunterricht in Deutschland ist ein riesiger Beschiß. Ein einem Fach welches Religion heißt, wird ausschließlich über Alkohol, Drogen, Sekten und Nationalsozialismus rumgelabert. Es ist schade, dass sich die deutschen Bistümer dermaßen vom Staat haben verarschen lassen. Natürlich müssen Schüler über Drogen, Alkohol und Nationalsozialimus reden, aber dies bitte im Sport-, Kunst- oder Musikunterricht, im Religionsunterricht sollte übers Christentum geredet werden. Struktur der Kirche etc.
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#3   Romulus   22:21:05 | Samstag, 11. Juni 2005
Erst informieren, dann lospoltern
Athanasius,
1) in dem Artikel geht es nicht um katholische Privatschulen, sondern um den Religionsunterricht an allen Schulen.
2) Informiere dich erst mal über die verfassungsrechtlichen Grundlagen, was das Verhältnis Kirche und Staat angeht. (Achtung: Älter als das Vat II *g*)
3) Deine Haßtiraden auf bis dato unveröffentliche Dokumente kannst du dir sparen. Erst lesen, dann schimpfen.
Zum Katholizismus gehört die sichtbare Einheit mit dem Heiligen Vater! Das Lehramt liegt bei der Kirche und nicht bei der FSSPX.
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#2   Athanasius   22:10:31 | Samstag, 11. Juni 2005
Ich,=
Ich würde mich gar nicht trauen meine theoretischen Kinder in eine „katholische“ Schule zu schicken.
Ist man wirklich so naiv seine Kinder den Wolfen in Schafspelzen auszuliefern?
Es ist viel besser eine Staatsschule zu verwenden, wo man den Glauben verteidigen muss und nicht den modernistischen Verwässerungstendenzen ausgesetzt ist. (Dixit Ebf. Fulton Sheen.)
Oder schickt die Kinder in eine der wenigen traditionalistischen Schulen hier zu lande.
Ich würde als Eltern lieber selbst den Katechismus zu Hause unterrichten oder in einer Pfarrei (das heisst heute: von einem Priester der die tridentinische hl. Messe liest, die meisten anderen geben keinen „vorkonziliaren“ „Kinderindoktrinationsunterricht“…)
Leben diese Eltern, mit aller Respekt vor ihre Initiative, noch in Traumland oder in den fünfziger Jahren?
Wenn die Bischöfe einen Katechismus verfassen heute, wird es noch schlimmer. Darin wird der Modernismus ganz vertuschelt verfasst sein. Jetzt ist er noch erkennbar.
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#1   Romulus   19:47:33 | Samstag, 11. Juni 2005
Fordern kann man viel
So löblich die Forderungen auch sind, sie greifen zu kurz: Erste Vermittlung des Glaubens findet im Elternhaus und nicht in der Schule statt. Die meisten Eltern kümmern sich jedoch einen Dreck um die Weitergabe des Glaubens. Die Kinder würden sonntags liebend gern in die Hl. Messe gehen, aber die Alten bleiben im Bett liegen. So sieht’s aus. Der Religionsunterricht setzt bereits in seinen Themen nicht wenig Glaubenswissen vor. Da dies nicht vorhanden, fängt der Lehrer sowieso wieder von vorne bei Adam und Eva an. Und: Bevor hier manche Dreck gegen die Religionslehrer schmeißen, probiert doch selbst mal aus Schwerstarbeit zu leisten. Wer Religion unterrichtet, macht es aus Überzeugung, denn anders wäre das unmöglich durchzuhalten.
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