In der heutigen Abendausgabe der Wiener ‘Kronenzeitung’ läßt Ernst Trost in der Kommentarrubrik „Was dahinter steckt“ unter der Überschrift „Kirche spüren“ seiner Begeisterung über die Lange Nacht der Kirchen in Wien freien Lauf. Ein Kommentar.
(kreuz.net, Wien) Trost schreibt: „Vier Stunden lang waren wir unterwegs und haben da und dort hineingeschaut,
auch für Momente kurzer Andacht blieb Zeit.“
„Schließlich hielten wir in der Gruft der Erzbischöfe
im Dom in liebendem Gedenken vor dem Sarg Kardinal Königs inne. Er hätte an dieser Lebendigkeit, welche
die Wiener Kirchen in dieser so besonderen Nacht ausstrahlen, seine Freude gehabt, und an der vielen Jugend,
die dabei war.“
Wie ich besonders den letzten Satz mit der „vielen Jugend“ las, mußte ich daran denken,
wie ich nach 18.00 Uhr, also nach dem offiziellen Beginn der „Langen Nacht“, in die Jugendkirche St. Florian
kam. Dort gab es schon Rockmusik zu kören. Ich traf etwa ebensoviele jugendliche Zuhörer wie Musiker
an. Nämlich ungefähr fünf.
Im Stephansdom war das Durchschnittsalter der Besucher um 20.00 Uhr nach
meinem Empfinden auch nicht tiefer als sonst an einem Tag dort um diese Zeit.
Und wie ich um 21.00 Uhr
in der Stanislaus-Kostka-Kapelle in der Kurrentgasse eintraf und an einer Erklärung dieses altehrwürdigen
Raumes teilnahm, war ich mit meinen 44 Jahren eher einer der „jüngeren“ Zuhörer.
Im stillen dachte
ich mir, daß eine wahre Erneuerung der Kirche nur mit Leuten vom Format eines heiligen Stanislaus Kostka
zu machen ist – mit „68ern“ im positivsten Sinne des Wortes. Der Heilige starb im Jahr 1568.
Im ersten
Bezirk der Stadt Wien fiel mir auf, noch nie so oft den bundesdeutschen Akzent gehört zu haben.
Die
Wiener Touristikbranche wird sich sicherlich eine Wiederholung dieser „Langen Nacht der Kirchen“ wünschen.
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5 Lesermeinungen
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abendgebet + gesungenes gebet nach einem einstündigen abendgebet folgte in der jugend.kirche.wien eine
stunde mit hervorragend vorgetragenen und mitgesungenen gospels – also ebenfalls gesungenes gebet. also:
es wurde gebetet, und zwar ziemlich kräftig. und natürlich war christus im tabernakel gegenwärtig,
was allen beteiligten bewusst war. punkt.
lesen müsste man halt können offenbar ist der geistige hoizont des autors mit dem lesen der krone ausgereizt.
sonst hätte er etwa die großen plakate an der jugend.kirche,wien st. florian lesen können, die den
beginn des programms mit 20:15 ankündigten. und da waren nicht wie beim soundcheck (!) um 18:00 uhr nur
fünf, sondern etwa sechshundert begeisterte zuhörer und mitsingende beim gospel-chor-konzert dabei.
wenn die kritik also darauf abzielt, festzustellen, dass „wenig jugendliche“ das angebot der lndk genutzt
haben, dann ist das schlicht und einfach falsch. die lange nacht war ein großer erfolg, gerade durch
die große vielfalt der angebote. jeder hat etwas finden können, was ihn anspricht. und mit etwas mühe
natürlich auch anderes, was ihn nicht anspricht. und das passt wohl eher in den ideologischen hintergrund
der anonymen kreuz.net-hetzerei.
Die Tradis waren wahrscheinlich wohl wieder nicht im Verzeichnis oder ausgeschlossen. Sogar ein highnoon
sollte doch mal begreifen, was die Diözesanpolitik ist. Die Tradi-Kirche sind an jedem Tag geöffnet
mit wahren Attraktionen (Kein Zirkus, Keine Clownmesse, kein Rock): beichthören (Schlange stehen also)
und die hl. Messe aller Zeiten wird da zelebriert. Da las ich gerade noch einen Artikel einer jungen Theologiestudentin
die im Seminar von Zaitzkofen (FSSPX) gewesen war und völlig beeindruckt war: „Sie haben es schon so
weit, dass keine Jugendliche wie ich war, noch daran denkt, dass die Kirche só noch existieren kann:
im Dienst des Heiles Jesu. Das muss ich meinem Professor erzählen.“
Wo waren die Traditionalisten? Die Wiener Touristikbranche wird sich sicherlich eine Wiederholung dieser
„Langen Nacht der Kirchen“ wünschen. Wo waren denn die Traditionalisten in dieser langen Nacht? … achso
ja, diese Nacht hat noch keine Tradition …