Am 9. Mai veröffentlichte der kirchliche Oberhirte des Opus Dei in der argentinischen Tageszeitung ‘Clarin’ einen Artikel über Papst Benedikt XVI.: „Alle mit Petrus durch Maria zu Jesus“.
(kreuz.net, Rom) „Als der weiße Rauch am Abend des 19. April die erfolgreiche Wahl des neuen Papstes
ankündigte, brandete in der dicht gedrängten Menge auf dem Petersplatz stürmischer Beifall auf.“
So
beginnt Bischof Javier Echevarría – der am heutigen 14. Juni den 73. Geburtstag feiert – seinen Artikel
über den neuen Papst.
Doch zu diesem Zeitpunkt hätten die Jubelnden den Neugewählten noch gar nicht
gekannt. Die Rufe hätten nicht einer besonderen Person, sondern dem Nachfolger des heiligen Petrus gegolten.
„Nach kaum einer Stunde erfuhren wir von Benedikt XVI. und empfingen seinen Apostolischen Segen. Wir
erlebten bewegt das Erscheinen des Nachfolgers Petri und die jubelnde Kirche, die ihn empfing.“
Das kurze
Konklave sei ein Hinweis, daß der Heilige Geist die unterschiedlichsten Sprachen, Denkweisen und Erfahrungen
einigen könne, wenn es darum gehe, den zu finden, der die Kirche am besten leiten und die Herausforderungen
der Zeit meistern kann.
Die letzte Predigt von Kardinal Ratzinger vor seiner Wahl und seine erste Botschaft
als Papst am Morgen des 20. April, erlaube eine Vorstellung von den Aufgaben, denen sich der Papst stellen
wolle.
Diese seien am besten im Pauluswort aus dem Epheserbrief zusammengefaßt: Einheit im Glauben,
Erkenntnis Christi, persönliche Vollkommenheit (Eph 4,13).
Der Teufel besitze subtile Mittel, um die
Gläubigen vom Glauben der Kirche abzubringen: „So kann er uns etwa einflüstern, daß wir uns vom Widerstreit
der Meinungen treiben lassen und zum Spiel der Wellen werden müßten, um auf der Höhe der Zeit zu sein.“
Ein Grundzug des neuen Pontifikates sei das Apostolat, das sich bis zur Ökumene ausweitet. Für letztere
sei vor allem eine innere Bekehrung nötig, „denn diese ist die notwendige Bedingung für jeden wahren
Fortschritt in der Ökumene.“
Benedikt XVI. wolle sich auch wie Johannes Paul II. den Jugendlichen zuwenden.
Er stelle die vielen Talente, die Gott ihm geschenkt hat, in den Dienst seiner Sendung: sein theologisches
Wissen, seine tiefe Frömmigkeit, die langjährige Erfahrung als enger Mitarbeiter des verstorbenen Papstes,
seinen sicheren Blick für die Säkularisierung und den Relativismus.
Mons. Echevarría hebt vor allem
die feine Einfühlungsgabe des neuen Papstes hervor. Sie sei meilenweit vom Klischee entfernt, das hier
und da aus Voreingenommenheit über die Person von Benedikt XVI. verbreitet werde.
Der Papst besitze
auch eine gute Fähigkeit zuzuhören und auf andere Ansichten einzugehen.
Sein weiter geistiger Horizont
habe einige der bekanntesten Intellektuellen Europas bewegt, einen öffentlichen Dialog mit ihm zu suchen.
„Ich persönlich bete häufig ein kurzes Gebet und empfehle es auch anderen, das der heilige Josefmaria
Escrivá oftmals sprach: ‘Omnes cum Petro ad Iesum per Mariam’, ‘alle mit Petrus durch Maria zu Jesus’“,
erklärt der Prälat des Opus Dei abschließend.
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11 Lesermeinungen
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#11 Rudolfus 22:29:54 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
@Athanasius: Der hl. Josefmaria möchte alle Menschen zum römisch-katholischen Glauben führen, und keine
„Rabbiner zu besseren Rabbinern machen“. Ich weiß nicht, wo Sie das gelesen haben. Der hl. Josefmaria
hat unzählige Konvertiten hervorgebracht, aus dem Protestantismus wie aus dem Judentum. Außerdem liebte
der hl. Josefmaria die überlieferte Römische Messe, woe allgemein bekannt ist. Der Novus Ordo war für
den Opus-Dei-Gründer ein schweres Opfer. Beschäften Sie sich einmal mit dem Leben des hl. Josefmaria
anstatt der Propaganda von Vermutungen aufzusitzen.
In veritate. Eben vor Verkrämpfung auf „dem Weg“, im Opus Dei, usw. wollte ich warnen. Ich bin nicht
verkrämpft in etwa der FSSPX oder weiss ich viel welchen traditionalistischen Organisationen. Ich lebe
mit Hoffnung. Aber das Leben ist auch sich vereinigen mit der streitenden Kirche. Ecclesia militans heisst
nicht schöne Kuschelworte schreiben mAn. Das haben ja die Apostel nicht getan, wieso sollte ich es als
kleiner Katholik es denn wohl machen?
Zum Glück… habe ich heute erkältungsbedingt einen halbwegs freien Tag und kann somit mal wieder ein
bisschen mehr schreiben. Ist zwar riskant, auf diesem so eindeutig positionierten Forum, aber ein bisschen
was zum Nachdenken muss man ja mal beisteuern. Athansius, gelegentlich hatte ich schon Verständnis für
Ihre seelische Notlage in Holland gezeigt. Als junger Student werden Sie noch einen weiten Weg vor sich
haben. Aber ich bin zuversichtlich, dass Ihr Gottvertrauen fröhlicher, österlicher werden wird und sich
die Verkrampfungen abbauen lassen, die doch großteils mit gepflegter Tradition nichts zu tun haben; die
kath. Tradition glaubt ja, dass der Herr „zur Rechten des Vaters“ (im Hl. Geist)tätig in seiner ganzen
Kirche lebt und wirkt und eben nicht eingesperrt ist ist einzelne Sätze und Formeln und Beschwörungen;
„Gott lebt und ich stehe vor seinem Angesicht“; diese Erfahrung, schon des Propheten Elija, wünsche ich
Ihnen herzlich.
Schade Ist ja logisch, Dr. Otterbeck. Sie sind in der Zielgruppe des Opus Dei drin. Das Opus Dei hat sehr
gute Charakterzüge, aber auch sehr isolationistische und hirnspülerische Kennzeichen. Es ist nicht so,
dass Doktrinarität direkt mit dem Opus Dei assoziert wird. Das wird nur dann gemacht, wenn es sich um
jemanden aus der gesellschaftlichen Oberschicht handelt. Natürlich sind die Medien völlig verfallen
und haben keine Ahnung mehr was noch wirklich katholisch ist. Die würden sie erst recht steinigen wollen.
Das Opus Dei ist nicht nur positiv und leider eine Zufluchtstätte für gutgläubige und treue Katholiken
die die Tradition nicht gefunden haben oder nicht wollten finden, und wenn einmal im Opus Dei auch nicht
mehr finden dürfen.
Regnum Christi Wer heute bekennt, „geboren aus der Jungfrau Maria“, dem schallt aus dem Journalismus bisweilen
entgegen: „Opus Dei, Opus Dei…“ So sehr wird in der irritierten, resignierten (eben nicht: „modernistischen“)
Öffentlichkeit das Werk bereits mit dem Eintreten für die übernatürliche Wirklichkeit, das Wirken
Gottes in der Welt, identifiziert. In der Tat: Werk Gottes. Da schon das Konklave „MMV“ so ganz anders
ablief als von Dan Brown in „Illuminati“ vorgelegt, wird auch der Schwachsinn in „Da Vinci Code“ keinen
Bestand haben. Aber die Verwirrung ist doch groß. Selten zwar, aber doch ausnahmslos habe ich persönlich
nur gute Erfahrungen mit Angehörigen des Opus Dei gemacht.
Na. Allerdings schwebt mir vor, den Pristern und eventuell auch den Laien einen ähnlichen Status wie
den OP-Mitgliedern zu geben Es ist OD, Opus Dei, OP sind die Dominikaner, die Hunde des Herrn, die teilweise
modernistisch, teilweise konservativ, teilweise traditionalistisch (etwa Avrillé, Frankreich) sind. Kein
Vergleich. ________________ In der Tat Anonymus, es soll gar kein „Folgen des II. Vatikanums“ geben. __________
Allerdings sollten wir uns davor hüten die oft gutgläubigen Mitglieder des Opus Dei zu verurteilen oder
zu attackieren wenn die Organisation an sich in Frage gestellt wird. Das Opus Dei akzeptiert übrigens
bereits auch Orthodoxen, Protestanten, Muslime, Juden und Hindus als assozierte Mitglieder. Geht weiter
als ein einfacher Orden, denke ich mir so. Geht es denn um Einfluss und Macht? (Ich möchte keine Dan
Brown-Ideologie verbreiten…, aber doch stell’ ich die Frage.)
Keine Zustimmung Der Aussage von Bischof Echevarría von Opus Dei kann ich nicht zustimmen: Er „sieht
eine fruchtbare Zeit der Kirche unter Papst Benedikt XVI., um die Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils
weiter umzusetzen.“
Opus Dei Mit dieser Organisation habe mich ich nicht sonderlich beschäftigt; ich weiß aber, daß sie
in glaubentreuen Kreisen einen ziemlich schlechten Ruf hat. Allerdings schwebt mir vor, den Pristern und
eventuell auch den Laien einen ähnlichen Status wie den OP-Mitgliedern zu geben; dann wäre unser Hirte
der Generalobere und nicht der jeweilige Ortsbischof.
Schade. Ich hoffe nicht, dass Kreuz.net all zu viel über Opus Dei berichtet. Die Bewegung ist: 1 völlig
ökumenistisch. Gar nicht „konservativ“, die Medien wissen ja nicht mehr was das ist. Es gibt ja die Aussagen
von Rabbinern, dass sie wegen Escrivá „bessere Rabbiner“ geworden sind. Bessere Talmudiker! Das ist keine
Mission, dass ist Irrlehre. 2 Das Opus Dei hat nicht mit Franco zu tun, das kath. Episkopat hat in den
50. Jahren die Bewegung sogar wegen Ketzereiverdracht verboten. 3 Die Bewegung folgt eine Taktik die oft
mehr an Indoktrination und Isolation der Mitglieder denken tut. 4 Das neue Gebäude des Opus Dei in Manhattan,
New York ($ 54 Million), hat kein einziges Kreuz oder Missionarbild an der Aussenseite und ist strikt
geschlossen. 5 Das Opus Dei fixiert sich auf die künftigen Oberschichten der Gesellschaft. Sie ist aber
somit weitgehend mit anderen Elitegesellschaften verbunden. 6 Die Bewegung ist gegen die tridentinische
hl. Messe, gegen die Tradition (trotz der Gewänder), und für eine Eine Weltordnung. Trotzdem hat sie
sehr viele gutkatholischen Mitglieder, die aber eingesperrt sind.
Umarmungstendenzen In der Tat hatte der Gründer eine ausgeprägte Affinität zu den herausragenden Plätzen
in der kath. Kirche. Er erkannte die darin liegenden Vorteile für die Ziele seiner Bewegung und ließ
sich darum gleich in Rom nieder. Man kann es als überaus kluges Kalkül betrachten, wie de Balaguer seine
Rolle im Opus Dei plazierte, sodaß seine persönliche Heiligsprechung als natürliche Folge erscheinen
mußte. Den Eintritt in den Himmel hat er sich über die Schlüsselgewalt Petri auf redlichem Wege und –
man muß es nochmals sagen – mit menschlicher Klugheit erworben. Der Aufbau einer straffen Propaganda-Maschinerie
konnte dieses Ziel nicht verfehlen. Der Bewegung deswegen den faschistoiden Schwung der Franco-Ära zu
attestieren, darf nicht zu voreiligen Schlußfolgerungen verleiten. Schließlich gibt es nirgends Belege
dafür, daß intern das zitierte Gebetsmotiv ganz anders verstanden wird: »Alle mit dem Opus Dei durch
Maria zu Jesus!«