18:19:21 | Sonntag, 3. Juli 2011
Nur ein Volk, das seine Seele verloren hat, kann das Böse tolerieren, das von Washington ausgeht. Von Dr. Paul Craig Roberts.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon
© World Economic Forum, Flickr, CC(kreuz.net) Würde das Recht im Westen noch irgendeine Bedeutung haben, müßte man davon ausgehen, daß
George W. Bush, Dick Cheney samt ihres Regimes sowie Tony Blair und weitere Mitverschwörer vor dem ‘Internationalen
Strafgerichtshof’ stünden.
Doch dieser Gerichtshof hat einen Haftbefehl gegen Muammar al-Gaddafi ausgestellt.
Der Westen benützt den ‘Internationalen Strafgerichtshof’ – der eigentlich der Gerechtigkeit dienen
sollte – für eigennützige Interessen.
Diese haben mit Gerechtigkeit nichts zu tun.
China muß raus
Worin besteht Gaddafis Verbrechen?
Es besteht darin, daß er versucht, sein Land davor zu bewahren,
durch einen von den USA unterstützten und vielleicht organisierten bewaffneten Aufstand im Osten des
Landes zu Fall gebracht zu werden.
Dieser Aufstand dient dazu, China aus seinen Erdölinvestitionen im
Osten Libyens zu vertreiben.
Libyen ist der erste bewaffnete Aufstand im sogenannten Arabischen Frühling.
Berichte zeigen, daß an dieser Revolte nichts Demokratisches ist.
Der Westen schaffte es über seine
Filialorganisation, die UNO, eine Resolution über eine Flugverbotszone durchzupeitschen.
Diese Resolution
beschränkte sich darauf, Gaddafis Luftwaffe zu neutralisieren.
Washington und sein französischer Hampelmann
Nicolas Sarkozy interpretierten die Resolution allerdings schnell in einem expansiven Sinn.
Sie machten
daraus eine Genehmigung, sich direkt an dem Krieg zu beteiligen.
Die wirklichen Verbrecher darf man nicht
anklagenGaddafi bekämpft die bewaffnete Rebellion gegen den libyschen Staat.
So reagiert jede Regierung
auf eine Rebellion im eigenen Land.
Die USA würden gleich handeln, ebenso Großbritannien oder Frankreich.
Gaddafi wurde angeklagt, weil er versucht, den Umsturz seines Landes und dessen Umwandlung in einen weiteren
US-Marionettenstaat zu verhindern.
Der ‘Internationale Strafgerichtshof’ weiß, daß er nicht jene anklagen
kann, die wirkliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen – Bush, Blair, Obama und Sarkozy.
Andererseits
braucht der Gerichtshof Fälle. Er akzeptiert darum die Opfer, die der Westen erfolgreich dämonisieren
konnte.
Die Toten von Bahrain sind kein ProblemIn unseren post-Orwell’schen Zeiten ist jeder ein Verbrecher,
der sich den USA widersetzt oder diese kritisiert.
Ban Ki-moon ist ein südkoreanischer Hampelmann, den
Washington als UNO-Generalsekretär eingesetzt hat.
Er äußerte sich kürzlich in einem Interview mit
‘National Public Radio’, einem US-amerikanischen Kultursender.
Dabei konnte er die Frage nicht beantworten,
warum die UNO und die USA das Gemetzel an unbewaffneten Zivilisten in Bahrain tolerieren, aber die Anklage
des ‘Internationalen Strafgerichtshofs’ gegen Gaddafi unterstützen, der Libyen gegen eine bewaffnete
Rebellion verteidigt.
Die Seele verlorenGaddafi hat viel weniger Menschen getötet als die USA, Großbritannien
oder die Saudis in Bahrain.
Die NATO und die US-Amerikaner haben mehr Libyer getötet als Gaddafi.
Der
Unterschied ist, daß die USA einen Marinestützpunkt in Bahrain – und nicht in Libyen – besitzen.
Vom
US-amerikanischen Charakter ist nichts mehr übrig.
Nur ein Volk, das seine Seele verloren hat, kann
das Böse tolerieren, das von Washington ausgeht.
Dr. Paul Craig Roberts (72) war beigeordneter Sekretär
des US-Schatzamtes und Mitherausgeber der Tageszeitung ‘Wall Street Journal’. Bei dem Text handelt es
sich um einen Auszug aus einem Artikel der am 29. Juni auf der Webseite ‘antikrieg.com’ erschien.
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