Kinderabtreibung
1:0 für Don Camillo
Die Italiener behalten ihr relativ menschenfreundliches Bioethik-Gesetz. Nur rund ein Viertel der Stimmberechtigten beteiligte sich gestern und heute am Referendum zur Entrechtung der Kleinstkinder. Ein großer Sieg für die Kirche.
(kreuz.net, Rom) Das Referendum zur Verwässerung des geltenden italienischen Bioethik-Gesetzes ist gescheitert. Nach dem Boykottaufruf der katholischen Kirche konnte das notwendige Teilnehmerquorum nicht erreicht werden.

Die Urnen wurden heute um 15.00 Uhr geschlossen. Offizielle Angaben werden erst im Laufe des Abends erwartet. Wie aus dem italienischen Innenministerium verlautete, beläuft sich die Wahlbeteiligung auf 24 bis 26 Prozent. Die Abstimmung wäre nur dann rechtsverbindlich gewesen, wenn mindestens die Hälfte der knapp 50 Millionen Stimmberechtigten daran teilgenommen hätte.

Das gescheiterte Referendum entschied im wesentlichen über folgende vier Fragen:

– ob Kleinstkinder in Zukunft für Menschenversuche mißbraucht und getötet werden dürfen.

– ob die Produktion von sogenannt überzähligen Kindern im Reagenzglas erlaubt sein sollte. Das gegenwärtige Gesetz beschränkt die Anzahl der Eizellen, die bei einer Frau künstlich befruchtet werden dürfen, auf drei. Das Einfrieren von Kleinstkindern ist grundsätzlich untersagt.

– ob bei Paaren mit Erbkrankheiten Jagd auf behinderte Kinder gemacht werden darf.

– ob die Leihmutterschaft legalisiert werden soll. Bei der Leihmutterschaft wird eine im Labor befruchtete Eizelle einer fremden Frau eingepflanzt. Sie trägt das Kind für die natürliche Mutter aus.

Die äußerst niedrige Stimmbeteiligung zeichnete sich bereits am Sonntag ab. Die führenden Zeitungen Italiens sprechen in ihren Montagsausgaben von einem Sieg der katholischen Kirche.

Die in Rom erscheinende Tageszeitung ‘Il Messaggero’ schrieb, daß die katholische Kirche mit dem erfolgreichen Boykottaufruf ihre Mobilisierungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe: „Die Kirche hat eine überraschende Einheit an den Tag gelegt.“

Ähnlich äußerte sich die in Mailand verlegte regierungs- und kirchenfreundliche Tageszeitung ‘Il Giornale’: „Die Referendumsschlacht war hart und teilweise äußerst feurig – die katholische Kirche hat darin eine entscheidende Rolle gespielt.“

Die antikirchliche Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ behauptet, daß die Kirche vom massiven Erfolg ihres Boykottaufrufs überrascht sei. Die Bischöfe hätten eine größere Beteiligung am Referendum befürchtet.

Die linkslastige römische ‘La Repubblica’ meinte über den Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Camillo Kardinal Ruini: „Schon jetzt kann man Don Camillo als Sieger bezeichnen.“
      
16 Lesermeinungen
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#16   methusalix †   18:19:10 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Dein Wort…
…in Gottes Ohr, Irenäus! Aber ich fürchte, so einfach wird es die Muttergottes nicht haben, wenn wir nicht mit vorbildlichem Leben und Tun dazu beitragen anderen ein Beispiel zu geben, z. B. in tätiger Nächstenliebe in der Pfarrei und vielleicht noch einigen Rosenkränzen obendrauf!
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#15   Irenäus   19:49:22 | Dienstag, 14. Juni 2005
Hoffnungsschimmer
Eigentlich spricht das Referendum dafür, daß wir mit Optimismus in die Zukunft blicken dürfen. Es ist fast schon zuviel des Guten: wir haben einen Papst, der angekündigt hat, sich an den Buchstaben des Konzils und nicht an dessen Geist zu halten. In den letzten Wochen haben wir gleich zwei Referenden gehabt, wo die gottlose EU-Verfassung abgelehnt wurde. Die hl. Jungfrau hat ja angekündigt, daß am Ende ihr unbeflecktes Herz triumphrieren werde. Es dürfte wohl so sein, daß man diese Dinge als Zeichen der Vorsehung so betrachten darf, daß wir nicht den Kopf in den Sand stecken sollen. Ob die wohl die Wölkchen sind, dei die Gnadenflut andeuten?
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#14   methusalix †   09:55:34 | Dienstag, 14. Juni 2005
@Sprache V
OK, einverstanden, dann bitte aber auch kein zimperliches Gejammer, wenn die Menschen mit harten Worten auf uns einprügeln. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.
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#13   1+1=7   07:33:25 | Dienstag, 14. Juni 2005
@Sprache IV
Totschlagargumentation:
Dazu fällt mir ein, dass gerade die Verzerrung, durch die verwendeten Begriffe wie Euthanasie, Eugenik, Abbruch usw. junge Menschen verwirrt.
Diese Begriffe stehen für Totschlag.
Also Totschlagargumentation im Sinne einer Verführung durch Synonyme; Zweifelsfrei wird durch die Verschleierung der Begriffe wie Totschlag, Mord eine Argumentation pro Tod erleichtert, bequemer gemacht.
Und besser mit einem harten Wort jemand von einer Gewalttat abhalten, als tausend sanfte Worte nach dem ein Mensch (werdend/oder eh schon zu alt oder krank) tot ist.
Verharmlosung = Totschlag
Prävention hat viele Gesichter
7
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#12   GerdEric   23:03:58 | Montag, 13. Juni 2005
Lieber methusalix
allerdings eignet sich die Sprache auch zur Abtreibung…
und es ist viel Elend über die Menschheit und auch über das Christentum mit dieser Sprache gekommen.
Erst brannten Bücher, dann Menschen… wenn das kein Mord ist!
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#11   Athanasius   22:49:44 | Montag, 13. Juni 2005
Sicut oves inter lupos.
Ein Embryo ist menschliches Leben … aber erst ein werdendes Kind.
Und ein Baby ist erst…ein werdendes Mensch…noch kein Mensch, denn er ist nicht bewusst seiner Existenz.
Seht ihr nicht ihr euch so auf der kippenden Fläche begebt!
Natürlich ist es sprachlich falsch ein Embryo ein Kleinstkind zu nennen (obwohl es das nach einigen Wochen im Mutterschoss bereits ist!), aber es ist und bleibt menschliches und von Gott geschaffenes Leben. Es ist nicht weniger schlimm als die Ermordung eines Erwachsenen. In den Ideologien des 20. Jh. kam ja die Theorie des „unwerten Lebens“ auch in die Praxis!
Wenn schon ein Embryo aus dem ein Kind hervorgeht kein Geschütztes Leben mehr ist, was bleibt denn übrig? Stürzt denn die die ganze Lebensethik zusammen nur für das Ideologische System? Bald wieder Gulags?
Aber natürlich bleibt die korrekte Terminologie wichtig, obwohl ja die Befürworter noch weit mehr Unwahre Worte benutzen.
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#10   methusalix †   22:32:26 | Montag, 13. Juni 2005
@Sprache III
Wollen wir Menschen zur Umkehr bewegen (=bekehren), oder wollen wir sie einfach totschlagen (=ermorden)? Auch Sprache kann jemandem Gewalt antun und die Totschlagargumente, die ich hier immer wieder lese, führen niemanden auf den rechten Weg. Langsam keimt in mir auch der Verdacht auf, dass niemand bekehrt werden SOLL mit dieser Sprache. Es geht vielmehr darum die Richtigkeit der eigenen Position zu bestärken. Damit werden aber keine Abtreibungen (korrekt so?) verhindert, nur Märtyrerinnen für die Feministinnen geschaffen.
Im übrigen ist das Wort „Kleinkind“ für das Embryostadium oder gar die Morula oder Blastula vollkommen daneben und ungefähr so korrekt wie „Gerontokratie“ für die Kurie.
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#9   1+1=7   21:59:35 | Montag, 13. Juni 2005
@SpracheII
Natürlich kann man Kleinkinder einfrieren, aber ich tu es nicht.
Natürlich kann man Babys zerstückeln, aber ich tu es nicht.
Natürlich kann/darf man Embryonen zerstückeln, und/oder einfrieren, aber ich tu es nicht.
Ich mag Kleinstmenschen (Kleinstkinder/Embryonen) ob sie nun sind oder werden.
Für mich sind und werdensie, weil Gott sie will/wollte, und immer mehr werden.
Bin ich Mensch, obwohl ich täglich werde?
Werde ich getötet, weil ich noch nie war und noch ncht BIN?
Oder bin ich schon reichlich geworden, um Daseinsberechtigung zu erlangen.
Für mich reicht das GewordeneZellhäufchen, um es Kind zu nennen.
Wenn eine Mutter sagt: „Ich erwarte ein Kind“ meint sie nicht das es wird, sindern das es aus Ihr rausgeboren wird, nach einem angemessenen Zeitraum des Werdens im Mutterleib.
7?
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#8   GerdEric   21:50:22 | Montag, 13. Juni 2005
ein eindeutiges Ergebnis wäre es gewesen
wenn 80% zur Abstimmung gegangen wären und davon 75% dagegen gestimmt hätten!
aber so bleibt der Eindruck,
dass die „Kirche“ nur die Trägheit der Menschen für ihre Tricks zu nutzen.
Richtig wäre es gewesen,
sie hätte die Menschen zur Wahl gerufen!
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#7   highnoon †   21:23:00 | Montag, 13. Juni 2005
Kontraproduktiv
Kinder ist in Ordnung. Kleinstkinder treffender.
Einen Embryo als Kleinstkind zu bezeichnen ist genauso daneben, wie ihn als Zellhaufen zu benennen.
Ein Embryo ist menschliches Leben … aber erst ein werdendes Kind.
Auch genaue Begriffe gehören zum Lebensschutz … können Kleinstkinder eingefroren werden? Embryonen können.
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#6   Didimus   21:00:05 | Montag, 13. Juni 2005
Deo gratias!
Ein Sieg für das Leben, Grund zur Freude und Aufforderung, weiter für das Recht jedes Menschen auf Leben zu kämpfen.
Unter den 75 %, die nicht abgestimmt haben, waren nicht nur Desinteressierte, sondern auch Katholiken, die den Aufruf ihrer Hirten ernst genommen haben. Dank an den Heiligen Vater und die mutigen Bischöfe Italiens!
Der Kampf zwischen der Kultur des Lebens und der Kultur des Todes geht weiter. Wir sollten uns nicht in falscher Sicherheit wiegen, dürfen uns aber über ein gewonnenes Scharmützel freuen!
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#5   1+1=7   20:52:15 | Montag, 13. Juni 2005
@Sprache
Kinder ist in Ordnung. Kleinstkinder treffender.
Embryo klingt wie dekanat, oder bilateral.
Um jeden Einzelnen anzusprechen, und zwar in der emotionalen Ebene, ist es besser den kleinen Menschen im Bauch seiner Mutter als Kind zu bezeichen. Wer wird den ein Kind töten?
Kindstötung statt Schwangerschaftsabbruch.
Mord statt Lebensabbruch.
Selbstmord statt suizid.
Klarstellen statt Einlullen.
Wer den Mut hat einen Menschen zu töten kann ja auch dazu stehen im wahrsten Sinn des Wortes „ das Kind beim Namen zu nennen“.
Das Nomen Schwangerschaftsabbruch ist eine Wortschöpfung, die geschaffen wurde um zu beschwichtigen. Da ist die Grenze der Diplomatie weit überschritten.
7
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#4   methusalix †   20:06:51 | Montag, 13. Juni 2005
Ich fürchte nein…
…, wir dürfen uns über dieses Ergebnis nicht zu früh und wahrscheilich auch nicht lange freuen. Das war kein Abstimmungsergebnis, sondern KEINE Abstimmung. Den Italienern war dieses Referendum schlicht und einfach nicht wichtig genug um auf den Tag am Strand zu verzichten. Wenn man die Regelung zur Schwangerschaftsunterbrechung in einem ähnlichen Referendum zur Abstimmung stellen würde, mit der Aufforderung mit JA zu stimmen, wenn man eine restriktivere Gesetzgebung wünscht, käme wahrscheinlich dasselbe heraus. So weit so schlecht; es ist aber uns Katholiken unbenommen auf anderem, vielversprechenderem Weg gegen die Abtreibung vorzugehen. Einfach dadurch, dass in jedem Bistum genügend Mutter und Kinder-Wohnplätze, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Mütter mit Kindern angeboten werden. Der Erzbischof von Salzburg hat gerade damit begonnen. Meiner Ansicht nach dreissig oder mehr Jahre zu spät, aber immerhin, er hat begonnen.
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#3   Marcel   18:28:58 | Montag, 13. Juni 2005
Ehrenrettung
Gott sei Dank für dieses Abstimmergebnis.
Zwar geht der industrielle Massenmord an Ungeborenen, der Babycaust, in Europa – und nicht nur dort – weiter.
Aber: es ist wie mit der Bombe der tapferen katholischen Grafen von Stauffenberg. Eine Ehrenrettung für eine ganze Schicksalsgemeinschaft.
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#2   highnoon †   17:54:32 | Montag, 13. Juni 2005
Sprache
– ob Kleinstkinder in Zukunft für sogenannte Forschungszwecke mißbraucht und dabei getötet werden dürfen.
Embryonen sollte man auch so bezeichnen… menschliches Leben im embryonalen Status sind keine Kleinstkinder. Mit dieser merkwürdigen Sprachschöpfung erweist man dem Lebensschutz einen Bärendienst.
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#1   Athanasius   17:45:47 | Montag, 13. Juni 2005
Ein Sieg?
Wir müssen Gott auf den Knien davor danken, aber bitte nicht meinen es geht hier um einen Sieg fürs unberechtete Leben. Der Todeskult geht in Europa weiter.
Auch in Flandern reitet der Tod.
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