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Montag, 15. November 2004 10:43
Ramallahs Pfarrer im Gespräch
Am Sonntagabend fanden in den Kirchen Ramallahs Andachten für den verstorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat statt: Ein Volksfest für Christen und Moslems.
(kreuz.net, Ramallah) Als Volksfest mit über 150.000 Menschen hat der Pfarrer von Ramallah (im Norden von Jerusalem) die Beerdigung von Jassir Arafat bezeichnet. Arafat hatte in der Stadt Ramallah sein Hauptquartier und wurde dort auch beerdigt. Die katholische Pfarrei des Ortes ist der Heiligen Familie geweiht. Gestern Abend wurden für den verstorbenen Palästinenserführer in allen christlichen Kirchen der Stadt Gedenkandachten abgehalten.

Der Pfarrer von Ramallah, Pater Ibrahim Hijazin, gab an, daß die Palästinensischen Autoritäten schon seit längerem den Machtübergang geplant hätten. Die Aufgaben, die früher in den Händen von Arafat lagen, seien jetzt auf drei Personen verteilt.

Die Beerdigung von Jassir Arafat sei von einem großen Chaos begleitet gewesen. Es habe aber keine Gefahr für die Menschen bestanden: „Ich war selber anwesend, habe aber den Sarg nicht gesehen, weil es zuviele Leute gab.“ Das Volk sei in Massen herbeigelaufen, um den Vater und historischen Anführer von Palästina zu grüßen.

Auf die Frage, wie die christlichen Palästinenser auf die Beerdigung reagiert hätten, meinte der Pfarrer: „Wie alle anderen auch. Die Christen Palästinas sind hingegangen, um Arafat das letzte Mal zu grüßen, so wie es auch die palästinensischen Araber getan haben. Kein Unterschied.“

Gestern Abend fanden in den Kirchen von Ramallah Gedächtnisandachten für den Palästinenserführer statt. Eine besondere Einladung erging an die christlichen Jugendlichen, vor dem Grabe Arafats zu beten.
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