Kinderschlachtung
Kannibalismus
In Deutschland steht ein weiterer Dammbruch bevor. Der Bundeskanzler will die Kleinstkinder entrechten. Für die Bischöfe stehen „unverfügbare Grundrechte auf dem Spiel“. Die Grünen fanden klarere Worte.
(kreuz.net, Berlin) Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder erhielt am gestrigen Dienstag von der Universität Göttingen die Ehrendoktorwürde.

In seiner Ansprache plädierte er dafür, Kindern im Alter von bis zu einer knappen Woche den Rechtsschutz abzuerkennen.

„Wir dürfen uns in der Bio- und Gentechnik nicht vom Fortschritt in der internationalen Forschung abkoppeln“, erklärte der Sozialdemokrat zur Tötung und Ausweidung von Kleinstkindern:

„Dann wären wir von der Mitsprache über die Nutzung und der Kontrolle der Verfahren ausgeschlossen.“

Die deutschen Gesetze müßten angesichts angeblicher „neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse“ überprüft und bei Bedarf auch angepaßt werden.

Die deutsche Bischofskonferenz kritisierte den Vorstoß des Bundeskanzlers heftig. Der Hinweis des Kanzlers auf mögliche Chancen embryonaler Stammzellenforschung dürfe nicht darüber hinweg täuschen, daß dabei unverfügbare Grundwerte auf dem Spiel stünden, die einer Güterabwägung nicht zugänglich sind.

„Unantastbare Menschenwürde und Lebensrecht kommen jedem Embryo vom Zeitpunkt der Befruchtung an zu.“

Bei der embryonalen Stammzellenforschung werde mit menschlichen embryonalen Stammzellen experimentiert, zu deren Gewinnung Embryos getötet werden:

„Eine solche Forschung widerspricht“ – so die Bischöfe – „dem biblischen Menschenbild, das den Menschen von seinem Anfang bis zu seinem Ende schützt und jede Instrumentalisierung menschlichen Lebens ausschließt.“

Noch deutlichere Worte fand der Grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck:

„Die Vernutzung von Embryos zur Ausschlachtung für embryonale Stammzellen ist forschungspolitisch verbrämter Kannibalismus.“

Beck ist es gewöhnt, eine klare Sprache zu gebrauchen. Gewöhnlich verwendet er sie als selbsterklärter Homosexueller für die Propagierung der Homo-Ideologie.

Die Grenzen der Bioethik dürften nicht leichtfertig – so der Bundestagsabgeordnete – den Heilsversprechen der Medizin und den ökonomischen Interessen der Pharmaindustrie geopfert werden.

Beck erklärte, daß die Grünen bei ethischen Grundsatzfragen ein zuverlässiger Partner der Kirchen seien.

Noch vor wenigen Monaten unterstellte Beck Papst Johannes Paul II., daß es ihm angesichts seines Vergleichs zwischen der Abtreibung und dem Holocaust angeblich „an einer moralischen und ethischen Orientierung fehle“.
      
5 Lesermeinungen
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#5   HippoDOCkrates   07:33:51 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Christentum am Scheideweg
Die Diskussion um die Embryonenforschung zwingt den Glauben jedes Christen zur Nagelprobe:
Heiligt der Zweck die Mittel, den Weg? Oder sind es die Mittel, ist es der Weg, die/der den Zweck heiligen können?
Wie würde Jesus darüber denken?
Jemand geht einen guten Weg, dieser führt aber zu einem schlechten Ergebnis. oder
Jemand erreicht ein gutes Ziel auf einem schlechten Weg.
Ich bin mir ganz sicher, dass das jüngste Gericht nicht eine Aufsummierung guter Ergebnisse mit der Summe schlechter vergleicht und entscheidet, sondern vielmehr schaut, welche Wege wir genommen haben.
Michael Kreuscher
Facharzt für Allgemeinmedizin
Kernbacher Strasse 15
35094 Lahntal / Deutschland
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#4   methusalix †   01:09:51 | Mittwoch, 15. Juni 2005
@Thomas Müntzer
Wenn jeder für sich selbst entscheidet ist das vollkommen OK! Jede Frau, jeder Mann kann jede Therapie für sich selbst ablehnen und muss dafür nicht einemal einen Grund nennen. Was ist aber mit denen, die uns von Gott zur Fürsorge befohlen sind? Lassen wir unsere Kinder an ihrem Diabetes verrecken, oder an der Dialyse elendig krepieren, ohne eine (auch heute schon mögliche) Transplantion? Die Gentechnologie kann hier, möglicherweise auch ohne „Embryonenverbrauch“, in Zukunft ganz bestimmt Abstossungsreaktionen des transplantierten Organs sicher verhindern. Hier gibt es keine scharfe Trennlinie sondern nur eine elende graue Nebelzone, in der wir mit der Stange herumstochern. Allzuviel Unwissenheit und auf der anderen Seite falsche Heilsgewissheit macht sich hier breit.
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#3   highnoon †   20:58:40 | Dienstag, 14. Juni 2005
Verbalradikalismus
In seiner Ansprache plädierte er dafür, Kindern im Alter von bis zu einer knappen Woche den Rechtsschutz abzuerkennen.
Diese Ausdrucksweise – verbunden mit der Fotomontage – ist ein unerträglicher Verbalradikalismus, der der Sache absolut nicht dient.
Was der Hinweis auf die Homosexualität des Volker Beck in diesem Zusammenhang soll, entzieht sich auch meiner Erkenntnis. Warum suchen Sie nicht die Nähe und die Koalition mit Herrn Beck, um eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes zu verhindern?
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#2   Thomas Müntzer †   20:51:48 | Dienstag, 14. Juni 2005
Die Konsequenz kann nur heissen
Katholiken verzichten auf Herztransplantationen und Andere…
das war JP2 Beispeilhaft,
er lebte sein Sichtum.
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#1   medicus   20:36:11 | Dienstag, 14. Juni 2005
Dammbrüche
sind in einer Gesellschaft, in der die Halbwertszeit ethischer Positionen immer kürzer wird, an der Tagesordnung. Jetzt muss sogar noch die Anti-Aging Medizin als Vorwand her, um Allmachtsträume und ökonomische Interessen verschiedener Biomediziner und Biopolitiker zu rechtfertigen. Aber das hatten wir schon einmal: die Frischzellentherapie des Dr. Niehans. Mit dem Unterschied allerdings, dass heute nicht mehr Lammembryonen, sondern eben Menschenkinder geopfert und biotechnologisch „verarbeitet“ werden!
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