St. Pölten
Ein Mitglied des Opus Dei als Hoffnungsstrahl für die Linken
Am vergangenen Samstag zelebrierte der Bischof von St. Pölten eine Messe für einen Verein, der sich ‘Forum XXIII’ nennt. Die Gruppe wurde gegründet, um einen damals frisch ernannten Diözesanbischof loszuwerden.
(kreuz.net, St. Pölten) „Wir haben nach Jahren der Ausgrenzung wieder einen Platz im Leben der Kirche“ – freute sich Karl Dillinger, der Präsident des ‘Forums XXIII’ im Vorfeld der Veranstaltung.

Das ‘Forum XXIII’ wurde im Jahr 1991 als Widerstandsbewegung gegen den frischernannten Bischof Kurt Krenn gegründet. Theologisch bemüht es sich um eine Anpassung der Kirche an die Welt.

Der progressistische Zusammenschluß veranstaltete am letzten Samstag einen Nachmittag mit ökumenischem Gebet und Vorträgen unter dem Titel „Fest der Hoffnung 2005“. Der krönende Abschluß war um 17.00 Uhr die feierliche Bischofsmesse im St. Pöltner Dom.

Mons. Kurt Krenn, der ehemalige Bischof von St. Pölten, verbot der altliberalen Gruppierung während seiner Amtszeit die Verwendung diözesaner Gebäude wie zum Beispiel das diözesane Bildungshaus St. Hippolyt im Zentrum von St. Pölten.

Daß das diesjährige ‘Fest der Hoffnung’ ausgerechnet dort stattfinden konnte, rief bei den Veranstaltern lauten Jubel hervor. Die lokale Presse sprach von einem „späten Triumph“.

Bischof Küng – Mitglied des Opus Dei – wurde auf der Einladung des Forums als „Gast“ herzlich begrüßt. Ein Gründungsmitglied des Forums erklärt, Bischof Küng sei einer, der alle Meinungen zulasse: „Er ist geradezu ein Hoffnungsstrahl.“

Die Festmesse mit rund 200 Gläubigen – vorwiegend gereifteren Alters – verlief erwartungsgemäß einträchtig.

Der St. Pöltner Bischof rief die Anwesenden in seiner Predigt auf, die Einheit zu leben: „Vielleicht sind wir nicht in allem einig. Wirken wir aber zusammen, wo wir einig sind. Reden wir auch miteinander, damit die Einheit größer wird und mehr Menschen erreicht werden.“

Angesichts der heutigen Entwicklungen könne sich die Kirche nicht mehr den Luxus erlauben, sich nur auf bestimmte Kreise zu beschränken, welche die Sendung der Kirche verwirklichen sollen.

Man versuchte die harmonische Fassade aufrechtzuerhalten. Ein kleines Haar in der Suppe war ein außerordentlicher Kommunionspender. Er schien angesichts von fünf Konzelebranten überflüssig.

Schwerwiegender war der Mißbrauch der Liedzettel als Werbeträger für antikirchliche Publikationen: „Der Muttergottesdom ist nicht der richtige Ort, um für ‘Ja – die neue Kirchenzeitung’, ‘Kirche In’ und ‘Wir sind Kirche’ zu werben.“ – erklärte ein Meßbesucher nach dem Gottesdienst.

‘Ja – die neue Kirchenzeitung’ ist eine Wochenzeitung und wird von Pater Udo Fischer herausgegeben. Pater Fischer ist Pfarrer und Benediktiner des Stiftes Göttweig. Er ließ sich in der Zeit von Bischof Krenn auf schwere und öffentliche Konflikte mit seinem Oberhirten ein. Deshalb wurde er auch seines Amtes als Pfarrer enthoben.

Kürzlich hat Bischof Küng den Benediktinerpater rehabilitiert.

Das im Jahr 1074 gegründete Benediktinerstift Göttweig südlich der Donau liegt weithin sichtbar auf einer bewaldeten Anhöhe rund 20 Kilometer nördlich von St. Pölten.

‘Kirche In’ ist ein stark am Protestantismus orientiertes ökumenisches Monatsmagazin.

‘Wir sind Kirche’ ist die unregelmäßig erscheinende Quartalschrift des gleichnamigen Vereins. Dieser ist ein international agierender Zusammenschluß von glaubens- und kirchenfernen Katholiken.

Der Verein ist stark auf sexuelle Themen ausgerichtet. Er setzt sich vor allem für die Homo-Ideologie, die Priesterehe und die Frauenpriesterinnen ein.

Das ‘Forum XXIII’ wurde als Anti-Krenn-Verein gegründet. Jetzt stellt sich die Frage, ob es weiterhin eine Existenzberechtigung hat, nachdem das Gründungsziel – die Vertreibung des verhaßten Bischofs – erreicht worden ist.

Ein Mitglied des Forums erklärte diesbezüglich:

„Wir haben schon überlegt, ob wir weitermachen sollen oder nicht. Aber unser Auftrag bleibt unverändert: alles für eine Kirche im modernen Sinn zu tun und Leuten, die anderswo nicht zu Wort kommen, eine Stimme zu geben.“
      
16 Lesermeinungen
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#16   Dolfus   21:05:03 | Samstag, 2. Juli 2005
Änderung der Gebote Gottes
Ein großer Fehler von Bischof Krenns Vorgehen war sicherlich seine Inkonsequenz.
Dem Forum erteilte er Hausverbot, während dessen Sympathisanten seine engsten Mitarbeiter waren, die er weiterhin in ihren hohen Positionen behielt.
Die gemeinsame Meßfeier Bischof Küngs mit dem Forum kann man als Zugehen auf verlorene Schäfchen betrachten. Denn die inhaltlichen Forderungen des Forums kann auch Bischof Küng nicht erfüllen, nämlich die Änderung der Gebote Gottes. Die kann bekanntlich nicht einmal der Papst ändern.
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#15   Benedikt   10:04:48 | Samstag, 18. Juni 2005
Hast schon recht…
…was die USA betreffen. Wirklich ein ziemlicher Sumpf dort :-(
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#14   Athanasius   11:02:23 | Freitag, 17. Juni 2005
Weshalb nicht in den USA?
Aber offenbar war es noch nicht so schlimm wie in St. Pölten! Denn dort wurde tatsächlich visitiert.
Natürlich waren die Probleme in Sankt Pölten auszurotten, denn was da an „Bubenstreiche“ geschah, konnte wirklich nicht.
Doch die Medienhetze, unterstützt von den übrigen Bischöfe Österreichs, kombiniert mit der Visitation deuten daraufhin, dass der Fall Krenns geplant wurde.
Wie viele Deutsche und US Bistümer in denen die Homosexualität voll getrieben wird, wie viele Klöster wo der Abt die Regenbogenfahnen wehen lässt, werden NICHT besucht.
Es ist also sehr viel Hypocrisie im Spiel und eine Taktik lässt sich auch vermuten.
Wenn ich Ihnen die USA Situation erzählen würde, würden Sie zum Kotzen kommen. Bischöfe die sich Palaste bauen lassen nahe Hollywood und ganze Old Boys Networks die niemals „gerollt“ wurden, denn bisher hat man nur die schlimmsten Pederastie-Fälle endlich mal lösen müssen, ohne Hilfe des Vatikans, das sich in Schweigen hüllt.
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#13   Benedikt   14:03:45 | Donnerstag, 16. Juni 2005
@highnoon
So siehts aus…
@Miles: Ja möglich, dass dieses Bistum Linz einer Visitation bedurft hätte (jetzt wird man erstmal den neuen Bischof abwarten). Aber offenbar war es noch nicht so schlimm wie in St. Pölten! Denn dort wurde tatsächlich visitiert.
Noch ein Wort zu Kamphaus: Man soll doch bitteschön damit aufhören, aus dem Streit um die Schwangerenkonfliktberatung ein Zerwürfnis zwischen den beteiligen Bischöfen zu machen. Beide Seiten hatten edle Motive, die eine ein pragmatisches, die andere ein dogmatisches. Zur größeren Klarheit der Lehre war es sicherlich logischer, sich dem Papst zu beugen. Das entbindet jedoch nicht vor dem Respekt gegenüber der Gewissensentscheidung eines anderen Bischofs. Kamphaus hat sich niemals gegen den katholischen Glauben gewandt und Spielchen wie aus Linz zu hören habe ich auch noch nie zu Ohren bekommen. Er hatte einzig und allein eine andere Meinung in diesem Fall, dass sollte man akzeptieren können.
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#12   Sulpicius   10:58:33 | Donnerstag, 16. Juni 2005
Das „Opus Dei“ (nicht im Sinne des Hl.Benedikt)…
… ist eine ökumenistische Vereinigung, wie jede andere nach dem Vat II. kanonisch errichtete Institution. Und von daher: kaum zu vereinbaren mit der authentischen Tradition der römischen Kirche!
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#11   Dr. Otterbeck   07:33:14 | Donnerstag, 16. Juni 2005
Ja. Alle Konzilien
Hallo, Irenäus, auch ich höre gern –- und zu meiner Entlastung –- auf das immerwährende, durc h die Zeit schreitende Lehramt; „non praevalebunt“… Ich gehöre nicht zu den Leuten, die „Konzil“ sagen, wenn sie Kapitulation meinen. „Man wird ja wohl noch die Wahrheit sagen dürfen…“ war mein unmaßgebliches statement zu DOMINUS IESUS 2000, als die Weltpresse über ein Dokument herfiel, das sinngemäß nichts anders sagt als Johannes der Täufer zu Beginn des Joh. Evangeliums: Seht, das Lamm Gottes…
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#10   Irenäus   22:04:46 | Mittwoch, 15. Juni 2005
@ Dr. Otterbeck
Warum sagen Sie, ich höre auf das Konzil? Welches Konzil meinen Sie? V2? Nizäa? Ich jedenfalls höre auf das immerwährende Lehramt und auf die Konzilien! Jedenfalls hat die Kirchengeschichte im Jahre 30 und nicht 1958 angefangen.
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#9   highnoon †   18:46:44 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Koadjutor
Wie lange hat gedauert, bis Bischof Kamphaus einen Co-Adjuvator erhalten hat ??
Bischof Kamphaus in Limburg hat keinen Koadjutor!!!!!
Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens …
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#8   Rosa von Lima   17:30:49 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Diese Vereine haben leider grosse Macht!
Ich sehe da sehr grosse Parallelen mit dem seinerzeitigen Vorgehen gegen unseren Bischof Wolfgang Haas aus Chur, meiner Diözese. Auch dieser „Verein für eine glaubwürdige Kirche“ wie er sich nennt und übrigens immer noch exisitiert, hat die Wegbeförderung des verhassten Bischofs erreicht. Diese Vereinigung hat halt leider viel mehr Sympatisanten als Gegner: Einigkeit macht stark!
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#7   MilesChristi   14:55:11 | Mittwoch, 15. Juni 2005
@ Benedikt: Visitation
Nun, ich könnte dir einige Diözesen nennen, denen eine Visitation Gutes bringen könnte. Nehmen wir als Beispiel Linz: Chaos ohne Ende, Diakone die eine Hlg. Messe simulieren, Religionsdienerin einer protestantischen Gruppierung („Pastorin“) die am Altar konzelebriert, etc. etc. Ist es zu einer Visitation gekommen ? Nein. Interessanterweise ist es nur in St. Pölten dazu gekommen. Oder nehmen wir Limburg (in Deutschland). Wie lange hat gedauert, bis Bischof Kamphaus einen Co-Adjuvator erhalten hat ??
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#6   Benedikt   14:51:48 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Es ist nichts schlechtes…
…auch auf seine Gegner und Kritiker zuzugehen, im Gegenteil, es ist sogar notwendig, wenn man diese Gruppen nicht dauerhaft aus der Kirche ausschließen will. Man darf nur nicht seine ureigenen Positionen aufgeben, also um der Verständigung Willen ein Opportunist werden. Das ist hier aber auch nicht erkennbar.
Es ist zwar nicht die feine Art, gegen den eigenen Bischof (Krenn) zu opponieren, aber in Anbetracht der Tatsache, dass sogar der Heilige Vater eine Visitation des Bistums angeordnet hat muss es dort wohl Vorgänge gegeben haben, die einer Kritik würdig waren.
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#5   Dr. Otterbeck   13:53:32 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Werte Antagonisten,
woher hehmt Ihr nur die viele Zeit, hier wieder und wieder „Wertungen“ einzufügen? Vorkonziliare? Konziliare? Traditionelle? Das ist doch exakt die Qual des angeblich so „autonomen“ Menschen, dass er sich täglich neu erfinden muss; mancher „Tradi“, der hier mit argumentiert, leidet doch genau unter dem modernen Psychoterror, dass er sich zu jedem Räspern positionieren muss. „Ich werte das lieber vorkonziliar…“ Ich werte lieber gar nicht, sondern höreauf das Konzil.
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#4   ottaviani   11:46:33 | Mittwoch, 15. Juni 2005
das ganze bestätigt meine vorbehalte gegen das opus dei o.t
vorm konzil galten sie als zu links jetzt gelten sie als zu recht nun ich halte mich da lieber an die vorkonzilare wertung
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#3   wolfgang e.   11:38:35 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Liebe Kreuz.net-Redaktion
1. Wie bei allen Mitgliedern des Opus Dei ist auch Bischof Küng nur in geistlichen Belangen dem Opus Dei verantwortlich. Auf die berufliche Arbeit nimmt das Opus Dei keinen Einfluss (Abgesehen davon, dass die Mitglieder aufgefordert werden, ihre Arbeit so gut wie möglich zu tun). Was Bischof Küng als Bischof tut hat daher nichts mit dem Opus Dei zu tun. Bischof Küng ist nicht „Opus-Dei-Bischof“ sondern Diozösanbischof und als solcher nur der Kongregation für die Bischöfe und dem Papst unterstellt und verantwortlich, nicht dem Prälaten des Opus Dei.
2. Ich glaube nicht, das Bischof Küng ein „Feind“ von Bischof Krenn ist, und daher auch nicht ein Feind seiner Anhänger. Ich habe beide Bischöfe kennen- und schätzengelernt. Bischof Küng ist ein außerordentlich intelligenter und redlicher Mensch, aber mit einem ganz anderen Charakter als Bischof Krenn. Dieser Charakter ermöglicht ihm, mit großer Klarheit die Dinge beim Namen zu nennen, ohne überall anzuecken. Auch dem „Forum XXIII“ gegenüber hat er die Auffassungsunterschiede durchaus angesprochen. Es wäre lohnenswert (und im Sinne der Fairness sogar notwendig), einige seiner Predigten und Ansprachen zu veröffentlichen um ein richtigeres Bild von diesem Bischof zu vermitteln.
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#2   Athanasius   11:32:11 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Wir-Sind-Eine-Alte-und-Graue-Rentner-und-Greisen-Kirche zu Verbrauchen bis zum 29.
November 2006…Dann ist Schluss wegen Pensionierung.
highnoon,
Du bist… Dieser Pfarrer ist ein Modernist und Liberal. Alles was aus der Kirche kommt kann ebenso anti-kirchlich sein, wie das von aussen.
Es zeigt sich hier wieder die kirchliche Machtspolitik des Opus Dei, die wenig mit wahrer Liebe zu Gott, unserer Lieben Frau und der Kirche zu tun hat, also so kommt es mir und den konservativen Katholiken vor.
„Konservativer“ Küng. Ja, der Name hätte uns warnen müssen… :-)
Es ist immer die Praxis der Modernisten sich hinter der Kirche zu verstecken um zu sagen „Dann kann es wohl nicht falsch sein“ oder sich in den Medien ausserhalb der Kirche zu positionieren wenn man sagt (z.B. Wir-sind-eine-Rentner-und-Greisen-kirche): „Wir können diesem Gesetz aus Rom nicht zustimmen und es trifft ja nicht auf uns zu!“
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#1   highnoon †   10:44:46 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Antikirchlich
[i]Schwerwiegender war der Mißbrauch der Liedzettel als Werbeträger für antikirchliche Publikationen:
‘Ja – die neue Kirchenzeitung’ ist eine Wochenzeitung und wird von Pater Udo Fischer herausgegeben. Pater Fischer ist Pfarrer und Benediktiner des Stiftes Göttweig. [/i]
Wie kann eine Zeitschrift, die von einem ordentlich residierenden Pfarrer herausgegeben wird, antikirchlich sein?
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