18:34:29 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Zum Abschluß ihrer Vollversammlung publizierten die österreichischen Hirten eine Presseerklärung. Darin geben sie ihrer Herde die Richtung vor. In fünf Punkten.
(kreuz.net, Mariazell) Die österreichischen Bischöfe versammelten sich im steirischen Wallfahrtsort
Mariazell. Erstmals nahm der designierte Bischof der Diözese Feldkirch, Mons. Elmar Fischer, an der dreitägigen
Versammlung teil. Seine Kollegen im Bischofsamt hießen ihn herzlich willkommen.
Mit Dank wurde der ehemalige
Diözesanbischof von Linz, Mons. Maximilian Aichern, verabschiedet. Die Gläubigen erhielten die Anweisung,
für „eine gute Nachfolgeregelung“ zu beten.
Besonders berieten die Bischöfen bei ihrem Treffen über
die österreichische Jugend. Sie wurde zur Teilnahme am Weltjugendtag in Köln herzlich eingeladen.
Die
Hirten wiesen vor allem auf die Abschlußmesse mit Papst Benedikt XVI. hin. Sie wird am 21. August stattfinden.
„Die Kirche ist jung“, zitierten die Bischöfe den Heiligen Vater. Die Sehnsucht vieler junger Menschen
nach Wahrheit und Freiheit finde ihre Erfüllung in der Begegnung mit Christus.
Das Motto des Weltjugendtags
entspreche dieser Sehnsucht: „Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten“.
Gelobt wurden die österreichischen
Vorbereitungsarbeiten für den Weltjugendtag. Ein Bild davon kann man sich auf der extra dafür eingerichteten
Website machen.
Die Bischöfe erinnerten sich auch dankbar an die „Wallfahrt der Völker“, die im Mai
vor einem Jahr in Mariazell stattfand. Dabei riefen sie zu einem „immer stärkeren Miteinander in Europa“
auf.
Europa solle „noch mehr ein Ort des Friedens, der Freiheit und des Respekts vor der menschlichen
Würde werden“, so der Wunsch der Hirten.
Der erwähnte „Mitteleuropäische Katholikentag“ war nicht
unumstritten. In seinem Rahmen wurde nämlich in Mariazell trotz Protesten von Gläubigen ein blasphemisches
Theaterstück aufgeführt. Dabei wurde die selige Jungfrau Maria durch den Dreck gezogen.
Als Frucht
dieses Katholikentags soll es am nächsten Dreifaltigkeitssonntag eine Familienwallfahrt geben. Sie wird
in allen österreichischen Diözesen stattfinden. Ihr Thema ist die Weitergabe des Glaubens in der Familie.
Im letzten Punkt des Abschlußberichts betonen die österreichischen Hirten ihre Sorge um die Flüchtlingspolitik
des Alpenlandes.
Die Genfer Flüchtlingskonvention sei in Österreich seit 50 Jahren in Kraft. Das Ziel
der Konvention – der Schutz der menschlichen Würde – sei heute so aktuell wie vor 50 Jahren.
Oft stünden
hinter nüchternen statistischen Zahlen „Menschen mit konkreten Schicksalen, die fühlen, leiden und hoffen“.
Die Bischöfe erklärten, daß sich die österreichische Bevölkerung bereits vor 60 Jahren hohe Verdienste
in der Asylpolitik erworben habe.
Dieses Erbe sei eine Verpflichtung für heute.
Neben der Sorge für
eine menschenrechtskonforme Gesetzgebung und Praxis in Österreich gehe es auch um die Vorsorge.
Österreich
könne dazu beitragen, daß sich die Lebensverhältnisse in möglichst vielen Ländern bessern, damit
immer weniger Menschen gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#1
highnoon † 20:19:32 | Mittwoch, 15. Juni 2005