Österreich
Der Weideplan der österreichischen Hirten
Zum Abschluß ihrer Vollversammlung publizierten die österreichischen Hirten eine Presseerklärung. Darin geben sie ihrer Herde die Richtung vor. In fünf Punkten.
(kreuz.net, Mariazell) Die österreichischen Bischöfe versammelten sich im steirischen Wallfahrtsort Mariazell. Erstmals nahm der designierte Bischof der Diözese Feldkirch, Mons. Elmar Fischer, an der dreitägigen Versammlung teil. Seine Kollegen im Bischofsamt hießen ihn herzlich willkommen.

Mit Dank wurde der ehemalige Diözesanbischof von Linz, Mons. Maximilian Aichern, verabschiedet. Die Gläubigen erhielten die Anweisung, für „eine gute Nachfolgeregelung“ zu beten.

Besonders berieten die Bischöfen bei ihrem Treffen über die österreichische Jugend. Sie wurde zur Teilnahme am Weltjugendtag in Köln herzlich eingeladen.

Die Hirten wiesen vor allem auf die Abschlußmesse mit Papst Benedikt XVI. hin. Sie wird am 21. August stattfinden.

„Die Kirche ist jung“, zitierten die Bischöfe den Heiligen Vater. Die Sehnsucht vieler junger Menschen nach Wahrheit und Freiheit finde ihre Erfüllung in der Begegnung mit Christus.

Das Motto des Weltjugendtags entspreche dieser Sehnsucht: „Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten“.

Gelobt wurden die österreichischen Vorbereitungsarbeiten für den Weltjugendtag. Ein Bild davon kann man sich auf der extra dafür eingerichteten Website machen.

Die Bischöfe erinnerten sich auch dankbar an die „Wallfahrt der Völker“, die im Mai vor einem Jahr in Mariazell stattfand. Dabei riefen sie zu einem „immer stärkeren Miteinander in Europa“ auf.

Europa solle „noch mehr ein Ort des Friedens, der Freiheit und des Respekts vor der menschlichen Würde werden“, so der Wunsch der Hirten.

Der erwähnte „Mitteleuropäische Katholikentag“ war nicht unumstritten. In seinem Rahmen wurde nämlich in Mariazell trotz Protesten von Gläubigen ein blasphemisches Theaterstück aufgeführt. Dabei wurde die selige Jungfrau Maria durch den Dreck gezogen.

Als Frucht dieses Katholikentags soll es am nächsten Dreifaltigkeitssonntag eine Familienwallfahrt geben. Sie wird in allen österreichischen Diözesen stattfinden. Ihr Thema ist die Weitergabe des Glaubens in der Familie.

Im letzten Punkt des Abschlußberichts betonen die österreichischen Hirten ihre Sorge um die Flüchtlingspolitik des Alpenlandes.

Die Genfer Flüchtlingskonvention sei in Österreich seit 50 Jahren in Kraft. Das Ziel der Konvention – der Schutz der menschlichen Würde – sei heute so aktuell wie vor 50 Jahren.

Oft stünden hinter nüchternen statistischen Zahlen „Menschen mit konkreten Schicksalen, die fühlen, leiden und hoffen“.

Die Bischöfe erklärten, daß sich die österreichische Bevölkerung bereits vor 60 Jahren hohe Verdienste in der Asylpolitik erworben habe.

Dieses Erbe sei eine Verpflichtung für heute.

Neben der Sorge für eine menschenrechtskonforme Gesetzgebung und Praxis in Österreich gehe es auch um die Vorsorge.

Österreich könne dazu beitragen, daß sich die Lebensverhältnisse in möglichst vielen Ländern bessern, damit immer weniger Menschen gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen.
      
1 Lesermeinung
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#1   highnoon †   20:19:32 | Mittwoch, 15. Juni 2005
Anweisung
Die Gläubigen erhielten die Anweisung, für „eine gute Nachfolgeregelung“ zu beten.
Dieser Satz mag die Einstellung der Verfasser dieses Beitrages widerspiegeln …aber bestimmt nicht die der österreichischen Bischöfe. Seit wann werden „Anweisungen“ zum Gebet an die Christen herausgegeben? Auf einem Kasernenhof mag es solche Anweisungen geben, wohl nicht im Verhältnis der Bischöfe zu ihren Mitchristen.
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