18:44:32 | Sonntag, 24. Juli 2011
Sollten wir Patriarchen haben? Sollten wir Päpste haben? Sollten wir Götter haben? Von Muammar al-Gaddafi.
(kreuz.net/
antikrieg.com) Bevor ich das nächste Thema anspreche, möchte ich kurz erwähnen, daß wir
Afrikaner sehr stolz darauf sind, daß ein Sohn Afrikas jetzt Präsident der USA ist.
Das ist ein historischer
Moment.
In einem Land, in dem Schwarze nicht mit Weißen zusammen in Cafés, Restaurants, Bussen sitzen
konnten, hat das amerikanische Volk einen, jungen, schwarzen Mann kenianischer Abstammung gewählt.
Dies
ist ein gutes Zeichen und es deutet auf einen neuen Anfang.
Giftige Rosen für die libyschen Kinder
Trotzdem ist Obama meines Erachtens bloß eine vorübergehende Auflockerung für die nächsten vier bis
acht Jahre.
Danach wird es wieder wie vorher zugehen. Niemand weiß, wie es in den USA nach Obama weitergehen
wird.
Von uns aus gesehen könnte Obama für immer als Präsident der USA bleiben.
Seine Ansprache zeigt,
daß er ganz anders ist als die US-Präsidenten vor ihm.
Normalerweise wurden wir mit Drohungen von Operation
Wüstensturm, Früchte de Zorns, Rollende Donner oder Giftige Rosen für die libyschen Kinder begrüßt.
Amerikanische Präsidenten bedrohten uns immer mit diesen Einsätzen wie Rollender Donner in Vietnam,
Wüstensturm im Irak, Musketier in 1956 in Ägypten, obwohl die amerikanische Bevölkerung dagegen war.
Giftige Rosen für die libyschen Kinder.
Ein aufrichtiger Aufruf zur Abrüstung?Kann man sich so etwas
vorstellen?
Man wäre eher davon ausgegangen, daß die Präsidenten großer Länder mit permanentem Sitz
im Sicherheitsrat und Vetorecht uns beschützen und uns Frieden senden würden.
Statt dessen haben wir
lasergelenkte Bomben aus F-111 Kampfflugzeugen bekommen.
So gingen sie vor.
Unter dem Motto: Wir führen
die Welt an, egal ob ihr es akzeptiert, und wir bestrafen jeden, der uns entgegentritt.
Was Obama heute
gesagt hat, klingt ganz anders.
Er machte einen aufrichtigen Aufruf zur Abrüstung. Wir befürworten
das.
Er sagte auch, daß die USA nicht alleine mit den Herausforderungen unserer Zeit fertig werden kann.
Wir könnten dies nur zusammen tun.
Er sagte auch, daß wir mehr tun müssen, als nur Reden halten. Wir
befürworten das.
Er meinte wir seien zur UNO gekommen, um miteinander zu sprechen. Wenn wir herkommen,
sollten wir wirklich auf gleicher Ebene miteinander sprechen.
Zudem sollte Demokratie nicht von außerhalb
aufgezwungen werden.
Eine gleichberechtigte WeltBis vor kurzem sagten US-Präsidenten, daß die Demokratie
dem Irak und anderen Ländern aufgezwungen werden sollte.
Obama sagte, dies sei eine interne Angelegenheit
des Iraks.
Er sprach wahrheitsgemäß, als er sagte, daß Demokratie nicht von außen aufgezwungen werden
kann.
Man muß vorsichtig sein, wenn man sich zu solchen Sachen äußert, denn die Welt ist sehr polarisiert.
Was meint ihr: Sollten wir eine polarisierte Welt haben? Können wir nicht gleichberechtigte Länder
haben?
Sollten wir Patriarchen haben? Sollten wir Päpste haben? Sollten wir Götter haben?
Warum müssen
wir eine so polarisierte Welt haben? Wir lehnen so eine Welt ab und setzen uns für eine mehr gleichberechtigte
Welt ein.
Aus der Rede des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi (69) vor der Generalversammlung
der UNO am 1. Oktober 2009.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.