18:58:13 | Dienstag, 16. August 2011
Wenn ein Land Meinungsverschiedenheiten mit den USA hat, dann wird die Bewegungsfreiheit seiner UNO-Delegationsmitglieder eingeschränkt, als ob man in Guantanamo wäre. Von Muammar al-Gaddafi.

Darstellung von Gaddafi auf der Webseite ‘
art24.org’.
(kreuz.net/
antikrieg.com) Ein anderer empfindlicher Punkt ist der Hauptsitz der UNO.
Ihr alle seid von
fern her zur UNO-Generalversammlung gekommen, über den Atlantik, den Pazifik, über den asiatischen oder
afrikanischen Kontinent.
Warum? Sind wir in Jerusalem, dem Vatikan oder Mekka? Ihr seid alle müde, habt
alle Jetlag und schlaflose Nächte hinter euch. Ihr seid sehr müde und erschöpft.
New York ist kein
geeigneter UNO-SitzJemand ist gerade jetzt angekommen nach einem 20-Stunden-Flug und muß gleich eine
Rede halten.
Ihr seid alle am Schlafen und müde nach einer langen Reise. Warum tun wir dies?
In einigen
unserer Heimländer ist es jetzt Nacht und alle schlafen.
Ihr müßtet auch am Schlafen sein, da eure
biologische Uhr und Kopf normalerweise um diese Zeit zu schlafen pflegen.
Ich wache in New York um 4.00
Uhr auf, weil es in Libyen 11.00 Uhr morgens ist.
Warum? Denkt darüber nach. All dies wurde 1945 entschieden.
Sollten wir immer noch daran festhalten?
Können wir uns nicht in einen Ort treffen, der irgendwo in
der Mitte liegt und bequem erreichbar ist?
Eine Last für die USAEin anderer wichtiger Punkt ist, daß
alle Unterhalts- und Sicherheitskosten für den Hauptsitz und Nebensitze von den USA getragen werden.
Die USA geben viel Geld aus für die ausländischen Gesandten, die hierher kommen. Die Vorschriften sind
sehr strikt.
Wir wollen die USA von dieser Pflicht befreien.
Wir danken den USA für die geleistete
Hilfe und befreien New York und das ganze Land von dieser kostspieligen, undankbaren Aufgabe.
Sie sollten
nicht verantwortlich sein für die Sicherheit der UNO.
Was wäre, wenn eines Tages ein Terrorist eine
Bombe explodiert oder ein Attentat auf einen Präsidenten verübt? Dieser Ort war schon mal das Ziel eines
Al-Qaeda Attentates.
Es braucht einen neuen UNO-HauptsitzDie UNO wurde am 11. September verschont,
weil es die logistischen Möglichkeiten der Terroristen überschritten hätte. Dieser Ort könnte das
nächste Ziel sein – ich meine es ernst.
Wir haben Dutzende von Al-Qaeda Mitglieder in Libyschen Gefängnissen.
Ihre Geständnisse sind furchterregend.
Das trägt zur Spannung hier bei. Man kann nie wissen, was geschehen
mag.
Vielleicht werden die Vereinigten Staaten oder die UNO Opfer eines Raketenanschlages. Es könnten
viele Staatsoberhäupter sterben.
Wir wollen die USA von dieser Sorge befreien. Der UNO-Hauptsitz sollte
dort sein, wo keine Gefahr besteht.
Nach fünfzig Jahren sollte der UNO-Hauptsitz in einen anderen Teil
der Hemisphäre verlegt werden, auf Rotationsbasis, alle fünfzig Jahre woanders.
Nach 64 Jahren ist
dieser Wechsel seit 14 Jahren schon überfällig.
Wir meinen dies nicht als eine Beleidigung der USA.
Im Gegenteil. Das ist ein Dankeschön für die geleistete Hilfe.
1945 war dies angebracht, aber heute
ist es fehl am Platz.
Natürlich würde dies durch eine Abstimmung in der Generalversammlung bestimmt,
weil Artikel 23 der UNO-Charta festlegt, daß die Verlegung des Hauptsitzes durch eine Abstimmung bestimmt
wird.
Diplomatische SchikanenDie USA hat das Recht, strenge Sicherheitsmaßnahmen einzuführen, weil
sie im Visier von Al Qaeda und der Terroristen sind.
Wir verwerfen ihnen das nicht vor. Trotzdem halten
wir diese Maßnahmen für inakzeptabel.
Wir brauchen nicht hierher zu kommen, um all diesen Maßnahmen
ausgesetzt zu sein.
Ein Präsident sagte mir, daß seinem Copiloten davon abgeraten wurde, hierher zu
kommen, weil es sehr einschränkende Kontrollen gäbe.
Er fragte, wie er den Atlantik ohne Copilot überqueren
sollte.
Ein anderer Präsident beklagte sich, daß ein Mitglied seiner persönlichen Schutzwache wegen
eines Namenmißverständnisses kein Visum bekommen hätte.
Ein anderer Präsident sagte, daß sein persönlicher
Arzt kein Visum bekam und nicht kommen konnte.
Zustände wie in GuantanamoDie Sicherheitsmaßnahmen
sind sehr strikt.
Wenn ein Land Meinungsverschiedenheiten mit den Vereinigten Staaten hat, dann wird
die Bewegungsfreiheit seiner Delegationsmitglieder stark eingeschränkt, als ob man in Guantanamo wäre.
Man fragt sich, ob dies UNO-Mitglieder sind oder Häftlinge in Guantanamo, die sich nicht frei bewegen
dürfen.
Die Änderung des Hauptsitzes der UNO wird nun der Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt.
Falls 51 Prozent dafür sind, dann wird über den neuen Standort bestimmt.
Wenn der Standort in der
mittleren Hemisphäre sein soll, dann warum nicht Sirte oder Wien?
Dann könnte man als Präsident ohne
Visum kommen und es wird keine Bewegungseinschränkungen geben.
Libyen ist niemandem feindlich gesinnt.
Ich glaube, das gleiche gilt für Österreich.
Falls die Abstimmung sich für die östliche Hemisphäre
entscheidet, dann kämen Dehli oder Beijing in Frage, die Hauptstädte von Indien und China.
Eine Erleichterung
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Einwände gegen diesen logischen Prozeß geben wird.
Man wird
mir dafür danken, daß die 14, 15 oder 20 Stunden langen Flüge, um herzukommen, wegfallen werden.
Niemand
kann den USA Vorwürfe machen oder sagen, sie sollen ihre Beiträge reduzieren. Das wäre eine schlechte
Idee.
Die USA werden sicher ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen und sich nicht ärgern.
Im Gegenteil. Sie werden sich erleichtert fühlen und dankbar sein, daß alle diese Sicherheitsvorkehrungen
wegfallen können.
Aus der Rede des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi (69) vor der Generalversammlung
der UNO am 1. Oktober 2009.
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