Die „Tiroler Tageszeitung“ sprach kürzlich anläßlich der Verleihung eines Innsbrucker Ehrendoktorats mit dem Jesuitenpater Georg Sporschill SJ. Der Jesuit arbeitet mit rumänischen Straßenkindern.
(kreuz.net, Innsbruck) Seit 14 Jahren engagiert sich Pater Georg Sporschill SJ, ein gebürtiger Vorarlberger,
für Straßenkinder in Rumänien. Der Jesuit studierte sieben Jahre in Innsbruck.
Er sei 1991 für sechs
Monate nach Rumänien gegangen. Inzwischen ist er 14 Jahre dort: „Manche haben gesagt, sie haben mich
in Rumänien vergessen.“ Die Sache sei jedoch einfacher: „Ich arbeite mit Kindern und wenn man einmal
Kinder hat, kann man nicht mehr so einfach weg.“ Er sei ein „Pater“ – ein „Vater“ – für viele elternlose
Kinder geworden.
Woher er die Kraft für sein Wirken nehme?
„Aus dem Leben mit meinen Schützlingen.“
Die brauchten zwar viel Kraft, aber sie würden auch viel zurückgeben: „Als Priester schöpfe ich Stärke
natürlich auch aus dem Gebet. Kinder und Kirche sind meine zwei Kraftquellen.“
Bei allen Kindern, die
in seiner Obhut sind, sei die Familie zerstört: „Zu uns kommen Kinder aus Familien, wo zum Beispiel die
Mutter den Vater umgebracht hat und dafür im Gefängnis sitzt.“
Die Kinder müßten lernen, sich mit
ihrer Mutter zu versöhnen: „Wir versuchen dabei zu helfen und die Kinder vor einem Leben auf der Straße
zu bewahren.“
Was für ein Land Rumänien sei, das 2007 der EU beitreten werde?
„Eine riesige Baustelle
und ein sehr ehrgeiziges Land, das unbedingt in die EU will.“ Die Jugend sei sehr lernhungrig. Rumänien
sei auch ein tief religiöses Land.
Der EU-Beitritt werde für beide Seiten eine große Chance sei, aber
es bleibe noch viel zu tun.
Ob der Jesuit – der nächstes Jahr 60 wird – bereits an seinen Ruhestand
denkt?
Nein, einen Ruhestand gebe es bei den Jesuiten nicht: „Es kann höchstens sein, daß ich noch
etwas Neues anpacke, eine neue Tür aufmache.“
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5 Lesermeinungen
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Echte Sozialwissenschaft seine arbeit hat zwar mit wissenschaft, wofür man normalerweise den dr.hc bekommt,
nicht so zu tun, aber – wer hätte ihn sonst geehrt. Die Arbeit des genannten Paters hat viel mehr mit
echter Sozialwissenschaft zu tun als all die anderen Bespiegelungen selbsternannter Linkskritiker! Dieses
Ehrendoktorat ist absolut gut und gerechtfertigt. Chapeau dafür.
p. sporschil ich freu mich auch, daß die vielgeschähte innsbrucker theologische fakultät dem p. georg
sporschil den dr.hc verliehen hat… es war höchste zeit ihn auch innerkirchlich respekt und anerkennung
zu zollen!!!! seine arbeit hat zwar mit wissenschaft, wofür man normalerweise den dr.hc bekommt, nicht
so zu tun, aber – wer hätte ihn sonst geehrt. da wären auch staatliche stellen mal gefragt, solchen
VORBILDLICHEN österreichen / österreicherinnen öffentliche anerkennung (und damit auch geldmittel)
zu verleihen. bessser als dem nitsch noch ein oder zwei orgien mitzufinanzieren fände ich das auf jeden
fall … oder dem museumssipel die nächste party für ein övp-freundchen zu bezahlen schade, daß es
auch unter einer konservativen regierung nicht besser wurde!
Danke schön, Pater! Ich finde diese Doktoratsverleihung ist sehr positiv! Danke schön für Ihren selbstlosen
Einsatz für die Armen der Erde und die Kinder. Sie haben die evangelische Verpflichtungen gut verstanden!
Gott sei Dank für solch einen Jesuiten. Ein Strahl der Hoffnung und der gebliebenen Liebe in einem verfallenen
Orden! Benedicat te Dominus de domo sancto suo in Sion.
#2 highnoon † 22:51:32 | Donnerstag, 16. Juni 2005
Sehr sehr oft es gibt ein ungeheuer großes Engagement für die Menschen in Rumänien in der Kirche Deutschlands.
Ich kenne einen Pfarrer, der zusammen mit einem Gemeindemitglied zum Ehrenbürger einer rumänischen Stadt
ernannt wurde für das schon 13 jährige vielfältige Engagement in Rumänien. Ich kenne Ordensschwestern,
die im Pensionsalter nach Rumänien gegangen sind, um dort neues aufzubauen!
Danke für den positiven Artikel über P. Sporschill. Es gibt verschiedene Charismen und es gibt Not genug,
die Christen zu lindern berufen sind – materiell und geistig. Das kann nicht als blosse Sozialarbeit abgetan
werden. Eines bedingt das andere, denn Gottesdienst ist „Gipfel und Quelle“ (VII) alles Tuns. Keine Aktion
ohne Kontemplation, aber auch keine um sich selbst kreisende Kontemplation, die die Geringsten (Mt25)
übersieht!