15:14:58 | Donnerstag, 1. September 2011
Das Problem der Legionäre Christi: Eine Taktik ihres Gründers und des Legions-Systems bestand darin, die Heranbildung eigenständiger und kernkatholischer Führungskräfte zu verhindern.

Pressebild der Legionäre Christi zum Tod von Pater Macial Maciel
(kreuz.net) Bereits am 29. März des vergangenen Jahres veröffentlichte der italienische Vatikanist Sandro
Magister auf seiner Webseite die Namen der Führungsriege der ins Strudeln geratenen Ordensgemeinschaft
der Legionäre Christi.
Magister sprach von der „Unmöglichkeit einer wirklichen Erneuerung“, solange
die bisherige Führungsriege im Amt bleibe.
Hier ist die damals von Magister veröffentlichte Liste:
Generaldirektor: Pater Álvaro Corcuera (54), Mexikaner
Generalvikar: Pater Luís Garza Medina (54),
Mexikaner
Generalräte:• Pater Francisco Mateos (über 60), Spanier
• Pater Michael Ryan (über
60), Ire
• Pater Joseph Burtka (41), US-Amerikaner
Generalsekretär: Pater Evaristo Sada (51), Mexikaner
Generalprokurator: Pater Cristóforo Fernández (über 70), Mexikaner
Territorialdirektoren• Pater
Luís Garza Medina (54), Mexikaner: Italien, Schweiz, Belgien, Polen, Heiliges Land, Korea, Philippinen.
• Pater Jesús María Delgado (46), Spanier: Spanien.
• Pater Emilio Díaz Torre (51), Mexikaner:
Mexico-Monterrey
• Pater Rodolfo Mayagoitia (51), Mexikaner: Mexico und Zentralamerika
• Pater José
Manuel Otaolaurruchi (46), Mexikaner: Venezuela and Colombia
• Pater Leonardo Nuñez (46), Mexikaner:
Brasilien
• Pater José Gerardo Cárdenas (56), Mexikaner: Chile and Argentinien
• Pater Julio Martí
(46), Venezuela: USA und Kanada
• Pater Scott Reilly (46), US-Amerikaner: USA-Atlanta
• Pater Jacobo
Muñoz (41), Spanier: Frankreich und Irland
• Pater Sylvester Heereman (41), Deutscher: Deutschland
und Zentraleuropa.
Für den Neokonservativen ist halt nicht, was nicht sein darfDer Direktor, der Generalvikar
und die Mitglieder des Generalrates wurden während des dritten Generalkapitels der Gemeinschaft im Januar
2005 gewählt.
Doch Magister weist darauf hin, daß ihr Aufstieg auf das zweite Generalkapitel zurückgeht,
das im Jahr 1992 in Rom abgehalten wurde.
Damals wurde der Gründer, Pater Marcial Maciel († 2008), gegen
den bereits Gerüchte kursierten, vor allem von Pater Corcuera und Pater Garza heftig verteidigt – „vom
zweiten mehr als vom ersten“, fügt Magister hinzu.
Ihnen habe sich eine Gruppe angeschlossen, „deren
Namen in der gegenwärtigen Nomenklatura zu finden ist.“
Magister erklärt, daß es Zeugen gebe, die
ausgesagt hätten, daß einige von ihnen über das Doppelleben des Gründers im Bilde waren.
Der CEO
der Legionäre ChristiFür Magister ist
Pater Luis Garza Medina eine der Schlüsselfiguren.
Er kontrollierte
als Generalvikar die Verwaltung und war Direktor der italienischen Provinz, die ihren Hauptsitz in Rom
hat.
Zusätzlich schuf und leitete er die ‘Integer’-Gruppe.
Es handelt sich um eine Holding, die weltweit
als Finanz- und Verwaltungszentrum für alle Werke der Legion tätig ist.
Die Aktivposten von ‘Integer’
werden auf 25 Milliarden Euro geschätzt.
Pater Garza stammt aus einer sehr wohlhabenden Familie in der
Millionenstadt Monterrey im Nordosten Mexikos.
Sie war einer der führenden Wohltäter des Gründers
der Legion. Die Familie ist eng mit Pater Francisco Mateos, einem der Generalräte der Legion, verbunden.
Der Generalsekretär des Ordens, Pater Evaristo Sada, ist sein Cousin.
Eine große mexikanische Familie
Magister weist darauf hin, daß einige Regional-Direktoren der Legion jahrelang eng mit dem Gründer
verbunden waren.
Pater Alejandro Ortega war bis vor drei Jahren Direktor einer der zwei mexikanischen
Provinzen. Vorher war er der persönliche Sekretär des Gründers.
Pater Julio Marti, der Direktor der
Provinz der USA und Kanada, war Oberer im römischen Generalhaus der Legion.
Pater Michael Ryan ist ein
alter Freund der Familie Maciel. Er unterstützte den Seligsprechungsprozeß für Pater Maciels Mutter,
Maura Degollado Guízar.
Nach Magisters Angaben wurden aus Italien stammende Ordensmitglieder von Führungspositionen
ferngehalten.
Man habe sie als weniger vertrauenswürdig betrachtet.
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