Ein Rentier mit acht Kerzen auf dem Kopf, samt Früchtekuchen, Friedenstaube und Weihnachtsmann. So kann man Weihnachten auch feiern…
(kreuz.net) Ein britischer Rabbiner hat die Versendung von sogenannten „Chrismukkah“-Karten angeregt,
um das christliche (englisch: „Christmas“) mit dem jüdische Weihnachtsfest „Chanukkah“ zu verbinden.
Der Name „Chrismukah“ ist eine Kombination der Worte „Chris[t]m[as]“ und „[Chan]ukkah“.
Das jüdisch-christliche
Mischehepaar Ron and Michelle Gompertz aus Montana, einem Bundesstaat im Nordwesten der USA, hat die Idee
des Briten dankbar aufgegriffen. Das Paar versucht nun Weihnachten im Sinne einer „Chrismukkah“-Zelebration
zu begehen, um für sich und andere christlich-jüdische Ehepaare eine ‘plausible’ Feiertagslösung zu
finden.
„Chanukkah“ ist das jüdische Fest, daß um die christliche Weihnacht herum gefeiert wird. Es
gedenkt der Einweihung des Jerusalemer Tempels nach der Rückkehr der Israeliten aus dem Babylonischen
Exil und dauert acht Tage. Ähnlich wie beim christlichen Weihnachtsbaum ist das Anzünden von Kerzen
am Siebenarmigen Leuchter das äußere Charakteristikum des Chanukkah-Festes. Heuer wird Chanukkah vom
8. bis zum 15. Dezember gefeiert.
Die neue „Chrismukkah“-Feier soll die Weihnachtszeit mit den acht Tagen
von Chanukkah verbinden und steht unter dem Thema „Welche Freude! Fröhliches Mazeltov (hebräisch für:
Glückwunsch)!“
„Chrismukkah ist ein Verschnitt der schönsten Traditionen von Chanukkah und Weihnachten“,
so Herr Gompertz. Chrismukkah werde von Mischehen schon jetzt gefeiert. Das sei der neue Name, unter dem
Millionen Menschen die Feiertage jedes Jahr erlebten.
Vor allem in den Vereinigten Staaten lebt ein großer
Teil der jüdischen Bevölkerung in jüdisch-christlichen Mischehen. Diese werden von konservativen Juden
als ein Problem betrachtet.
Bei der neuen Feier wird das Christkind durch einen weißbärtigen Chrismukkah-Mann
mit rotem Umhang ersetzt. Sein Transportmittel, ein Rentier, ist mit einem achtarmigen Leuchter gehörnt,
der auf den Siebenarmigen Leuchter der jüdischen Liturgie anspielt. Ein koscherer Früchtekuchen und
eine Friedenstaube runden mit den erwähnten Glückwünschen („Mazeltov“) den Religionsmix ab.
Kritiker
merken an, daß die vorgeschlagene Vermengungen der Riten keiner der beiden Religionen entspreche. Für
gläubige Christen sei eine Verbindung des Geburtsfestes Christi mit dem jüdischen Chanukkah „unangemessen“,
weil sie dem Wunder der Menschwerdung Gottes in keiner Weise gerecht werde und eine Veräußerlichung
des Weihnachtsfestes darstelle.
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2 Lesermeinungen
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Das neueste liturgische Kombimöbel Der siebenarmige Leuchter ist die Menora, die im Tempel stand und
von da her in viele Kirchen Einzug gehalten hat (vor allem in der Neugotik). Daß das „Chismukka“-Rentier
einen achtarmigen Leuchter als Geweih trägt, erinnert nicht an diesen siebenarmigen Tempel- sondern den
achtarmigen Chanukkaleuchter, der in der jüdischen Hausliturgie gebraucht wird.
Inculturation – warum nicht auch aus dem Judentum Der Weihnachtsmann – ironischerweise designt vom Coca-Cola-Werbezeichner –
hat ja eigentlich auch nichts mit Christi Geburt zu tun. Wieviele germanische Bräuche haben wir um den
Oster- oder Weihnachtscult inculturiert, die in alle Culturen Eingang gefunden haben: den Osterhasen,
den Christbaum zum Beispiel, auch den Adventskranz. Da das Christentum bekanntlich aus dem Judentum und
nicht dem Germanentum hervorging, dürfte es kein großartiges Glaubensproblem darstellen, wenn nun auch
traditionell jüdische Bräuche zu Weihnachten inculturiert werden. Viele Christen beginnen sich vielleicht
angesichts so vieler Bräuche zu fragen, was wir denn an diesem Tag eigentlich feiern. Das ist doch ein
guter Denkanstoß.