19:41:53 | Donnerstag, 8. September 2011
Kaufe nichts, ehe du es mit deinem Ersparten bezahlen kannst und spare immer einen beträchtlichen Teil deines Einkommens! Von Eric S. Margolis.

Das Schuldengift zerstört das Wirtschafstsystem.
© Images_of_Money, Flickr, CC(kreuz.net/
‘antikrieg.com’) Meine Eltern haben die Zeit der Großen Depression in den 1930ern erlebt.
Sie lehrten mich zwei Grundsätze:
• Kaufe nichts, ehe du es mit deinem Ersparten bezahlen kannst!
• Spare immer einen beträchtlichen Teil deines Einkommens!
Für mich sind Schulden Gift.
Dieses Gift
hat unser gesamtes Wirtschaftssystem schwer krank gemacht.
Genauso schlimm ist, daß die US-Amerikaner
und viele Europäer total von Schulden abhängig sind.
Der große BankrotteurAlan Greenspan übernahm
im Jahr 1987 den Vorsitz der US-Notenbank.
Damals betrugen die öffentlichen und privaten Schulden in
den USA laut einer Untersuchung des geachteten Politikanalysten Kevin Phillips insgesamt 10,5 Billionen
Dollar.
Im Jahr 2006 waren die Schulden der USA aufgrund der von Greenspan geschaffenen Kreditblase auf
43 Billionen Dollar angewachsen.
Die Wohnkosten betrugen für vierzig Prozent des US-Wirtschaftswachstums.
Im Jahr 1950 machten Finanzdienstleistungen 10,9 Prozent des jährlichen US-Bruttoinlandsprodukts aus.
Jetzt stiegen sie auf 20,4 Prozent an und wurden der führende Wirtschaftszweig der USA.
Im Jahr 1974
machten die Schulden der USA 2,4 Billionen Dollar aus. Im Jahr 2006 waren es 44,7 Billionen.
Schuldensüchtige
AmerikanerDie Produktion war einst die Grundlage des sagenhaften Reichtums der USA.
Im Jahr 1950 machte
sie 30 Prozent der US-Wirtschaft aus. Im Jahr 2005 sank diese Zahl auf 12 Prozent.
Das Hauptgeschäft
der US-Wirtschaft wurde das Weiterreichen von Papier. Das wird Verbriefung genannt. Es handelt sich um
die Umwandlung von Krediten in handelbare Wertpapiere.
44 Prozent des Gewinns der US-Konzerne stammten
aus dem Finanzsektor – also aus dem Geldverleih – nur zehn Prozent aus der Produktion von Gütern.
Die
laut angepriesene US-Wirtschaft wurde von leicht erhältlichen Konsumentenkrediten und wackeligen Hypotheken
abhängig.
Das Leihen von Geld wurde auf allen Ebenen von Gesellschaft, Geschäft und Regierung der USA
zur Regel.
Die Amerikaner wurden schuldensüchtig.
Die Finanzhaie regierenMilliardenschwere Gewinne
aus dem Geldverleih ermöglichten es der Finanzindustrie, alle Politiker nach Belieben zu kaufen und die
Medien gefügig zu halten.
Die Regulierung des Finanzmarktes funktionierte kaum.
Den Banken war gestattet,
für jeden Dollar Geldeinlagen 35 bis 40 Dollar zu verleihen.
Die Verwalter der großen Ansammlungen
unregulierten Kapitals – sogenannte Hedgefonds – mußten nur 15 Prozent Steuern bezahlen.
Normale Arbeiter
bezahlen das Doppelte oder mehr.
Die Antwort auf die Schulden: Mehr SchuldenAmerikas Wildwest-Finanzen
krachten in den Jahren 2007 und 2008 zusammen.
Die tiefgehenden strukturellen Probleme, die den Zusammenbruch
verursacht hatten, wurden allerdings nicht voll angegangen.
Washingtons antwortete mit mehr Schulden
zur Sanierung der Probleme, die durch zu hohe Schulden verursacht worden waren.
Es konnte nicht ausbleiben,
daß diesen Sommer in den USA und in Europa eine weitere Finanzkrise zuschlug.
Die Aufgabe der Banken
Geld sollte nicht durch Geld gemacht werden, sondern durch die Herstellung und den Verkauf von Dingen,
die einen Wert haben.
Die Banker spielten früher eine nützliche Rolle bei der Finanzierung langfristiger
Kapitalprojekte wie Straßen, Dämme, Brücken.
Das können sie mittels einer Art der islamischen „Sukuk“-Wertpapiere
noch immer machen.
Dabei teilen Banken untereinander das Risiko bei Projekten auf, die sie finanzieren
und für die sie anteilig Zinsen bekommen.
Die Zukunft heißt StagnationHeute hat sich ein großer
Teil des Banksektors des Westens zu einer parasitären Plage entwickelt.
Sie blutet die Wirtschaften
der USA und Europas aus.
Die derzeitige Finanzkrise beruht auf dem unkontrollierten Schuldenmachen von
Regierungen, auf unzureichenden Kontrollen für Bankkredite und auf einer galoppierenden Gier.
Die USA
werden wahrscheinlich ähnlich wie Japan tief in einer wirtschaftlichen Stagnation und Deflation stecken
bleiben, bis die Macht von Wall Street gebrochen ist.
Ich sage das als wirtschaftlich Konservativer,
privater Vermögensverwalter und langfristiger Investor.
Die Finanzmacht muß zerschlagen werdenDie
USA müssen wieder Dinge produzieren, die andere haben wollen.
Die Regierung muß Produzenten und Sparern
wesentliche Steuervorteile bieten.
Entsprechend muß es eine Besteuerung der Wall Street gibt, die bisher
mit Mord und Totschlag davongekommen ist.
Die Banken, die so groß sind, daß man sie nicht bankrott
gehen lassen kann, müssen zerschlagen werden.
Das haben die Kartellwächter bereits im frühen 20. Jahrhundert
gemacht.
Finanzmacht muß entflochten und aufgeteilt werden.
Arbeiten statt spekulierenDie US-Industrie
bleibt weiterhin sehr stark.
Zur Zeit kaufe ich Aktien und Wertpapiere großer US-Firmen wie Automatic
Data Processing, Exxon, Microsoft und Johnson&Johnson.
Ich vertraue den Finanzen dieser Firmen mehr als
dem US-Finanzministerium.
Anstatt Steuern zu erhöhen, müssen die USA die Macht des unproduktiven Großen
Geldes brechen.
So können die US-Firmen weiter Arbeitsplätze schaffen und nationalen Reichtum erwirtschaften.
Eine bittere Pille für die ArbeiterDie Arbeiter in der USA werden die bittere Pille schlucken und
verstehen müssen, daß sie substantielle Lohneinbußen hinnehmen müssen, um den Export anzukurbeln.
Die Geschäftsführer der US-Firmen müssen lernen, daß die Entlassung von Arbeitern beschämend und
nicht ertragbringend ist.
Sie können als gutes Vorbild vorangehen, indem sie ihre obszön hohen Bezüge
und Begünstigungen reduzieren.
So wie die USA ticken, tickt ein großer Teil der Welt.
Die USA brauchen
eine neue Revolution, um ihre wirtschaftliche Lebenskraft und den sozialen Frieden wiederherzustellen.
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