Kinderschlachtung
Die Stimmung kippt
Die „Kultur des Todes“, die Kinder abtreibt und kranke, schwache und alte Menschen euthanasiert, tötet zuerst die anderen und wird am Schluß selber den Tod finden. Danach kommt ein neuer Frühling des Lebens. Gibt es dafür in Europa schon Anzeichen?
(kreuz.net, Wien) Das klare Scheitern des italienischen Referendums zu bioethischen Fragen verhindert in Italien weitere Manipulation am Menschen in der Anfangsphase seines Lebens.

Dazu Dr. Gudrun Kugler-Lang, Vorsitzende des in Wien tätigen Vereins Lebens.wert: „Die italienischen Bürger haben durch ihren Boykott eugenischer Aussortierung und Patch-Work-Kindern á la carte eine klare Absage erteilt.“

Beim Embryonenschutz sei unsere Grundhaltung gefragt:

„Wie stehen wir zum Leben an sich? Die Tür einen Spalt breit öffnen, heißt, das Prinzip der Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen zu zerstören.“

Bestätigt werden die Italiener vom sogenannten „Eurobarometer zu Lebensschutzfragen“: 53 % der EU-Bürger halten den Schutz und die Würde des ungeborenen Lebens für sehr wichtig.

Das „Eurobarometer“ ist eine Initative der Europäischen Kommission und dient der Analyse der Öffentlichen Meinung in den Mitgliedsstaaten der EU.

Österreich bezeugt mit einem Wert von 68 % ein starkes Interesse für Lebensschutzfragen und liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Interessant sind – nach Frau Kugler-Lang – auch die sinkenden Abtreibungszahlen in Deutschland.

Laut Angaben des Statistischen Amtes der Bundesrepublik Deutschland haben heuer rund 3,6 Prozent weniger Abtreibung stattgefunden als im gleichen Quartal des vergangenen Jahres.

Der christdemokratische österreichische Abgeordneter Vincenz Liechtenstein begrüßt das neue Meinungsklima zu Fragen des Lebensschutzes im EU-Raum.

Für den Nationalratsabgeordneten ist „das Eurobarometer für die österreichische Politik richtungsweisend und das italienische Referendum ein wichtiger Präzedenzfall, der sich in konkreten Initiativen auswirken muß.“
      
2 Lesermeinungen
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#2   miles immaculatae   12:07:14 | Mittwoch, 22. Juni 2005
Lang ist her
Der Einbruch der europäischen Sexualmoral ist nun schon Jahrzehnte her. Mitte der 60iger Jahre, statistisch nachweisbar seit 1966, sank die Zahl der Geburten z.B. in Deutschland, um die Hälfte, ebenso die Zahl der Eheschließung. Verglichen mit 1966 ist die Zahl der Eheschließungen um die Hälfte gesunken, die Zahl der Scheidungen dramatisch gestiegen. Kamen in den 50er und 60er Jahren auf 100 Eheschließungen 10 Scheidungen, so sind es heute 55 Scheidungen auf 100 Heiraten. Die Deutschen haben, wie Otto Schily es sagt, eine Entscheidung gegen das Leben getroffen. Doch die Kurve geht seit Jahren noch immer nach unten. Seit 1990 hat sich die Entwicklung noch weiter verschärft. Die wirtschaftliche Depression geht einher mit einer mentalen und familiären, beide Effekte verstärken sich gegenseitig. Einen „Anti-Pillen-Knick“ kann ich in Deutschland jedenfalls nicht erkennen. Spreche ich mit jungen Menschen – auch aus meiner Gemeinde – so stelle ich fest, daß die materialistische Grundeinstellung, die Verachtung der „bürgerlichen“ Ehe, die mangelnde Bereitschaft sich auf andere einzulassen, die Entscheidung für ein Kind zu treffen von vielen Jungen geteilt wird, auch on vielen jungen katholischen Christen. Die Begeisterung für Johannes Paul II hat noch lange nicht zur Folge, daß man sich auch für dessen strikt katholische Auffassung von Ehe und Familie entscheidet.
Die Entscheidungen, die das deutsche Episkopat getroffen hat, und immer wieder bestätigt sind da wenig hilfreich.
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#1   Irenäus   13:22:51 | Dienstag, 21. Juni 2005
Langes Warten
Mag sein, daß Mitte dieses Jahrhunderts das Leben wieder vom Staat respektiert wird; entsprechend lang dauert meine Prognose; man darf ja umgekehrt nicht vergessen, daß die Abtreibungsbefürworter in etwa ebenso lange gebraucht haben, um ihre „neue Ethik“ durchzusetzen.
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