11:58:31 | Donnerstag, 22. September 2011
Benedikt XVI.
Ein Vatikanist hat einen subtilen Angriff gegen Papst Benedikt XVI. lanciert – und am Schluß sich selber verraten.

Benedikt XVI.
© Catholic Church (England and Wales), CC(kreuz.net) Benedikt XVI. habe eine Tendenz, alle schon beim ersten Examen zu promovieren.
Das meinte
der italienische Vatikanist Sandro Magister am 26. August in einem Artikel auf seiner Webseite ‘chiesa.espresso.repubblica.it’.
Der Artikel trägt den Titel: „Professor Ratzinger? Zu leicht“.
Erfahrungen mit dem ‘Neokatechumenalen
Weg’Als erstes Beispiel nennt Magister den ‘Neokatechumenaler Weg’.
In einer Großveranstaltung der
Bewegung am Tag nach dem Madrider Weltjugendtages erinnerte dessen Gründer Francisco José Gómez Argüello
(72) – genannt Kiko – an seine erste Begegnung mit dem damaligen Regensburger Professor, Hw. Joseph Ratzinger,
im Jahr 1974.
Einige italienische Studenten hatten dem Professor enthusiastisch berichtet, sich dem Neokatechumenalen
Weg angeschlossen zu haben.
Hw. Ratzinger lud daraufhin Kiko und die Mitgründerin des ‘Neokatechumenalen
Weges’, Carmen Hernández, zu sich nach Hause ein.
Im weiteren wurde Hw. Ratzinger zu einem Förderer
dieser Gruppe.
Magister meint, daß die Neokatechumenalen dem späteren Kardinal und Papst viele Sorgen
bereitet haben.
Der interne Katechismus der Bewegung mußte von der Glaubenskongregation dreizehn Jahre
lang revidiert und korrigiert werden.
Auch die liturgischen Mätzchen der Gruppe erzeugten dem Vatikan
unter Papst Benedikt XVI.
viel Kopfzerbrechen.
Eine neokonservative LuftblaseAls weiteres Beispiel
nennt Magister die ‘Monastische Familie – Bruderschaft von Jesus’.
Sie wurde in den 80er Jahren in der
Nähe von Castel Gandolfo in einer landwirtschaftlichen Gegend gegründet.
Gründer war Pater Tarcisio
Benvenuti. Das neue Kloster nannte sich Vallechiara.
Dort lebten einige Dutzend Mönche und Schwestern.
Die Gemeinschaft wurde schon bald von bekannten Kirchenmännern wie dem Wiener Erzbischof Christoph von
Schönborn oder dem Laienerzbischof von Canterbury Rowan Williams unterstützt.
Im Jahr 2002 besuchte
Prinz Charles von England das Kloster. Unter den Besuchern war auch Kardinal Joseph Ratzinger.
Im März
2004 schrieb er dem Abt einen langen Brief voll des Lobes und der Ermutigung. Der Brief ist immer noch
auf der inzwischen nicht mehr aktualisierten Webseite der Gruppierung abrufbar.
Im gleichen Jahr plante
man, der Gemeinschaft die römische Basilika Sankt Paul außerhalb der Mauern zu übergeben.
Doch dann
kamen Probleme ans Licht.
Im Jahr 2007 visitierte ein Benediktinerabt im Namen des Papstes die Gemeinschaft.
Es kamen große Probleme ans Licht.
Die Gründer wurden zuerst in italienische Benediktinerklöster und
schließlich nach Österreich versetzt.
Im April 2010 wurde die Gemeinschaft aufgehoben.
Das ist ein
anderer FallIm weiteren legt Magister gegen die Ordensgemeinschaft ‘Herolde des Evangeliums’ los.
Es
handelt sich um eine in Brasilien gegründete internationale Vereinigung päpstlichen Rechts.
Sie besteht
aus geweihten Männern und Frauen sowie wenigen Priestern.
Der Gründer ist Monsignore João Scognamiglio
Clá. Er war ein enger Mitarbeiter des Gründers der brasilianischen Bewegung ‘Tradition Familie und Privateigentum’,
Plinio Corrêa de Oliveira († 1995)
Die Gemeinschaft ist seit Februar 2001 als internationale Gemeinschaft
päpstlichen Rechts anerkannt. Sie hat Niederlassungen in 57 Ländern.
In Deutschland waren oder sind
die Herolde im Bistum Regensburg und im Bistum Mainz aktiv.
Magister erinnert daran, daß Benedikt XVI.
die Gemeinschaft in seinem Interview-Buch „Licht der Welt“ erwähnt.
Seit Oktober 2010 stellt ein Mitglied
der Herolde des Evangliums, Pater Rafael Ibarguren Schindler, provisorisch den Apostolischen Vikar von
San Miguel de Sucumbíos im Amazonasgebiet von Ecuador.
Der bisherige altliberale Bischof Gonzalo Marañón
Lopez (77) wurde im Herbst 2010 durch Pater Ibarguren ersetzt.
Er bekam von Rom die Aufgabe, das kirchlich
abgedriftete Gebiet zum Christentums zurückzuführen.
Pater Ibarguren ist jetzt mit heftigen Widerständen
konfrontiert.
Das konservative linke Estabishment widersetzte sich erwartungsgemäß dem kirchlichen
Reformer.
Wie bei Linken üblich wurde körperliche Gewalt eingesetzt.
Auch der linkspopulistische Präsident
des Landes, Genosse Rafael Vicente Correa Delgado (48), wandete sich gegen den Reformer.
Magisters Schlußfolgerung:
„Wie andere bekannte katholische Bewegungen, haben die Herolde des Evangeliums eine Tendenz, überall
Spaltung zu bringen.“
Was Magister nicht sagt: Die Schwierigkeiten von Pater Ibarguren sind ein sicherer
Beweis für die Wahrheit, daß die Herren dieser Welt die Ausbreitung des Evangeliums nicht widerstandslos
hinnehmen.
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