Familie
In Wales ist die Ehe auf dem Marsch ins Museum
2003 wurden mehr als die Hälfte der Kinder in Wales außerhalb der Ehe geboren. Kirchliche Vertreter äußern sich besorgt über das Zerbröckeln des Muttergesteins unserer Gesellschaft.
(kreuz.net, Großbritannien) Am 11. November veröffentlichte das britische Büro für Nationale Statistik eine Studie, wonach in Wales im Jahr 2003 die 50% Marke bei Geburten außerhalb der Ehe erreicht wurde. Im Jahre 1976 wurden dagegen 8,6% der walisischen Kinder von ledigen Müttern zur Welt gebracht.

Im Vergleich dazu sind die Zahlen für den Rest Großbritanniens niedriger. In Schottland werden 45,5% der Kinder unehelich geboren, in England 40,9 und in Nordirland 34,4%.

Der Priester John Owen, Sprecher der Erzdiözese Cardiff (Hauptstadt von Wales), meinte zur Situation in Wales: „Schwangerschaften von Halbwüchsigen sind ein Zeichen der Hoffnungslosigkeit unserer Gesellschaft. Es ist die alte Geschichte von Lust oder Liebe. Viele junge Väter sind sexuell unreif und deshalb unfähig, ihre Vaterschaft über den Zeugungsakt hinaus wahrzunehmen.“

Zum Problem äußerte sich auch ein Sprecher der Diözese Menevia (Wales): „Die katholische Kirche ist zutiefst betroffen, daß so vielen alleinerziehenden Müttern die Unterstützung eines gebundenen, liebenden Partners fehlt“. Es sei sehr traurig, daß die Kinder nicht mehr mit ihrem Vater aufwüchsen. Das werde die soziale Entwicklung stark beeinflussen.

„Wir wollen alleinerziehende Mütter nicht als schlechte Mütter abstempeln“, so der Sprecher. „Aber sie brauchen die Unterstützung eines liebenden Partners und vor allem die Kinder brauchen einen Vater. Das Familienleben verarmt, wenn die feste Bindung zwischen Vater und Mutter fehlt.“

„Die Leute merken nicht“, äußert sich der Diözesansprecher weiter, „daß die Ehe das Muttergestein der Gesellschaft ist. Wenn wir die Ehe und die Kinder nicht beschützten, wird die Gesellschaft zerbröckeln.“ „Mit Sicherheit“, fügte er hinzu.
      
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