11:55:41 | Dienstag, 20. September 2011
Steyler Pater begeht Jubiläum im Pius-Altenheim. Er erwähnte in seiner Festansprache, während seines Lebens etwa 22.000 Messen gelesen zu haben.

Steyler Missionar feiert Priesterjubiläum im Altenheim der Piusbruderschaft.
(kreuz.net) Kürzlich feierte der Missionar, Pater Franz Xaver Haberstroh (87), sein sechzigjähriges
Priesterjubiläum.
Das berichtete die Webseite der Pius-Bruderschaft. Pater Haberstroh ist ein Steyler
Missionar.
Er verbringt im Seniorenheim Sankt Josef im Weiler Weihungszell im Landkreis Biberach seinen
Lebensabend. Das Heim wird von der Piusbruderschaft geführt.
Der Jubilar ist in erstaunlicher geistiger
und körperlicher Verfassung.
Zur Feier des Jubiläums reiste Walter E. Ziegler, der Bürgermeister seiner
Heimatgemeinde Mariazell bei Rottweil im Regierungsbezirk Freiburg, an.
Priesterjubiläum

© Piusbruderschaft.de

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Arm an Geld – reich im GlaubenPater Haberstroh wurde am 4. Januar 1924 in Mariazell als jüngstes von
sechs Geschwistern geboren.
Schon im Jahre 1927 starb der Vater an einer Krebserkrankung.
Die Mutter
bewirtschaftete einen kleinen Bauernhof mit höchstens zwei Kühen.
Die Familie war arm: „Aber wir hatten
immer was zu essen“, erinnert sich Pater Haberstroh:
„Ich bin in einem sehr christlich orientierten Elternhaus
aufgewachsen.“
Ein Meer von BerufungenAlle Kinder der Familie Haberstroh wählten den Ordensberuf.
„Ich habe meine Kinder Gott geschenkt“, habe seine Mutter immer gesagt.
Aus der weiteren Verwandtschaft
des Paters gingen 28 Priester und Ordensleute hervor.
Hier half der HerrgottNach dem Besuch der örtlichen
Volksschulen trat der spätere Geistliche im Jahre 1935 in die Ordensschule der Steyler Missionare in
Blönried bei Aulendorf im Regierungsbezirk Tübingen ein.
Im Jahr 1942 wurde er zum Reichsarbeitsdienst
und dann zur Wehrmacht eingezogen.
Als Funker gelangte er nach Rußland.
Mit dem letzten Geleitzug kam
er von der eingekreisten Kurland-Front in Lettland im Frühling 1945 nach Kriegsende über die Ostsee
nach Deutschland zurück.
In Flensburg geriet er in englische Gefangenschaft.
„Der Herrgott hat hier
geholfen“, beschreibt er die abenteuerliche Heimkehr durch die verschiedenen Besatzungszonen.
Auf der
letzten Strecke wurde er von einem Pfarrer mitgenommen.
Harte MissionsarbeitEnde 1945 trat er in das
Missionspriesterseminar in der Stadt Sankt Augustin bei Bonn ein. Dort absolvierte er sein Theologiestudium.
Im Jahr 1951 wurde er zum Priester geweiht.
Danach sollte er nach Indien entsandt werden. Doch das Land
weigerte sich, deutsche Missionare einreisen zu lassen.
Daher wurde er 1954 auf die Philippinen berufen.
Hier hatte er harte Missionsarbeit mit vielen Aufgaben zu meistern.
„Mission war mein Leben“„Es war
sehr anstrengend, mit einfachen Mitteln bei extremen Bedingungen neue Missionsstationen aufzubauen“ –
erinnert er sich:
„Auch galt es, mit Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa dem Bau einer Trinkwasserversorgung,
das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen.“
Er war nach eigenen Angaben „Feuer und Flamme für die Missionsarbeit.“
Denn: „Mission war mein Leben.“
Zurück nach DeutschlandKrankheitsbedingt wurde der 48jährige Pater
Haberstroh im Jahr 1972 nach Deutschland zurückberufen.
Danach wirkte er 21 Jahre als Hausgeistlicher
am Kreiskrankenhaus Tettnang.
Als Rentner war er als Sonntagsaushilfe in der Pfarrei tätig.
Er kämpft
den guten KampfSeit 2005 lebt der Jubilar im Seniorenheim Sankt Josef in Weihungszell.
Seine schlaganfallgeschädigte
Haushälterin pflegte er bis zu ihrem Tod.
Bis heute hilft er den Priestern in der Seelsorge.
Zu seinem
Jubiläum zelebrierte Pater Haberstroh ein levitiertes Hochamt.
Der Jubilar erwähnte in seiner Festansprache,
während seines Lebens 22.000 Messen gelesen zu haben.
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