10:44:51 | Mittwoch, 22. Juni 2005
Eine „andere Wallfahrt“ soll sie werden, die „Clinch-Wallfahrt“. Das Kloster Einsiedeln lädt Mitte Juli zu einem kontroversen Programm. Es soll jene ansprechen, die sich von der Kirche nicht angesprochen fühlen.
(kreuz.net, Einsiedeln) Zum dritten Mal findet heuer im Kloster Einsiedeln die sogenannte Wallfahrt „Kirche
im Clinch“ statt. Das Kloster Einsiedeln befindet sich im Innerschweizer Kanton Schwyz.
Mitte Juli bekommen
Unzufriedene, Kirchenferne und Ausgetretene dort die Gelegenheit, zum wahren katholischen Glauben zurückzufinden.
Das zumindest ist die Absicht von Abt Martin Werlen OSB (43), dem Initiator der sogenannten „Clinch-Wallfahrt“
und Mitglied der Schweizerischen Bischofskonferenz.
Nach der Wahl von Benedikt XVI. brachte Abt Werlen
in einem „Offenen Brief“ seine Unzufriedenheit über den Ausgang der Papstwahl zum Ausdruck.
„Hörten
Adam und Eva den Urknall? Besitzt die Kirche Antworten auf die großen Fragen von heute? Stimmt es, daß
die Kirche ein verschworener Klub von Patriarchen ist?“
Das sind Fragen, mit denen die Un- und Andersgläubigen
in den Schoß der Heilige Mutter Kirche gelockt werden sollen.
Einführungsreferate dienen dazu, um auf
die Lieblingsbeschäftigung der Kirche von heute einzustimmen – aufs Parlieren, das im kirchlichen Jargon
„Dialog“ und „Diskussion“ genannt wird.
„Kirche – arrogant?“ ist das erste Thema, das zerpflückt wird.
Ihm folgt ein anderes Thema: „Kirche – ignorant?“ Darin sollen Fälle wie jener des umstrittenen italienischen
Astronomen Galileo Galilei († 1642) beleuchtet werden.
Das Abschlußgespräch steht unter dem Motto „Kirche –
dominant?“ Bei dieser Gelegenheit wird darüber gebrütet, ob die Kirche ein verschworener Klub von Patriarchen
sei.
Wichtig dabei sei die „Gesprächsbereitschaft“, erklärt Abt Martin Werlen auf der
Homepage. Auch
bei Meinungsverschiedenheiten sei ein gegenseitiger Respekt gefordert.
Jeder müsse bereit sein, seine
Positionen hinterfragen zu lassen. Dabei dürften Themen zur Sprache kommen, die sonst kaum tiefer angesprochen
und aufgearbeitet werden.
Der gemeinsame Nenner sei die ehrliche Gottsuche.
Der erste Kirchenmann, der
dabei helfen will, ist kein geringerer als der Erzbischof von Prag, Miroslav Kardinal Vlk. Kardinal Vlk
ist Mitglied der Fokolarbewegung und gilt theologisch als sehr liberal. Er spricht in der Klosterkirche
zum Thema „Christentum und Kirche im Gegenwind der Zeit“.
Gegenwind wird auch am zweiten Abend blasen.
Gottfried Locher, Vizepräsident des reformierten Weltbundes, Archimandrit Sofian Pâtrunjel, der Weihbischof
der Rumänisch Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Zentraleuropa, und Abt Martin Werlen höchstpersönlich,
tauschen sich in einer Podiumsdiskussion über die Ökumene aus.
Die beiden letzten haben zu verschiedenen
Zeiten unter anderem an der Theologischen Hochschule der Diözese Chur studiert.
Noch Windigeres verspricht
man sich vom Abschlußabend der Wallfahrt. Um – hoffentlich – in die Schlagzeilen zu kommen, setzt man
auf eine Dosis Schocktherapie. Für einen zeitgemäßen kirchlichen Anlaß ist sie unverzichtbar.
Erstmals
tritt in der Einsiedler Klosterkirche eine Päpstin auf. Es handelt sich um die Theateraufführung „Die
Geschichte der Päpstin Johanna“.
Wer wolle, könne sagen, daß das Kloster Einsiedeln auch in diesem
Jahr „über seinen Schatten gesprungen“ sei, kommentiert das Kloster diesen Abtaucher ins Mythologische.
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#7
Yersinia 19:33:09 | Mittwoch, 29. Juni 2005
#6
Benedikt 17:33:42 | Donnerstag, 23. Juni 2005
#5
Peccator 08:40:29 | Donnerstag, 23. Juni 2005
#4
Didimus 23:00:40 | Mittwoch, 22. Juni 2005
#3
Yersinia 19:24:32 | Mittwoch, 22. Juni 2005
#2
Benedikt 15:31:01 | Mittwoch, 22. Juni 2005
#1
Irenäus 11:01:20 | Mittwoch, 22. Juni 2005