14:15:04 | Mittwoch, 22. Juni 2005
Im Bistum Fulda sollen durch einen „Pastoralen Prozeß“ die Pfarreien zusammengelegt und die meisten Pfarrer zu pastoralen Mitarbeitern degradiert werden. Die „Kirche von unten“ läßt dabei herzlich grüßen.
(kreuz.net) Es ist kein Zufall, daß der „Pastorale Prozeß“, der im Bistum Fulda um jeden Preis durchgesetzt
werden soll, von den Mitgliedern des „Fuldaer Kreises für eine offene Kirche“ unterstützt wird. Denn
vieles von dem, was man dort seit Jahren verlangt, wird durch den „Pastoralen Prozeß“ in die Tat umgesetzt.
Der „Fuldaer Kreis für eine offene Kirche“ kann sich erlauchter Mitglieder rühmen.
Der Sprecher des
Priesterrates der Diözese Fulda, Pfarrer Winfried Hahner, gehört sogar zu seinen Gründungsmitgliedern.
Von Anfang an dabei sind auch die Pfarrherren Alfons Gerhardt und Ewald Biedenbach. Beide sind ebenfalls
Mitglieder des Priesterrates.
Im Internet besitzt der „Fuldaer Kreis“ seinen
eigenen Auftritt. Über
die Link-Seite verbindet man sich mit so glaubenszersetzenden Vereinen wie die „Kirchen Volks Bewegung“
oder die „Initiative Kirchen von unten“.
Sein Gründungsdokument aus dem Jahr 1994 und sein Statut aus
dem Jahre 1999 zeigen ebenfalls, wessen Geistes Kind der „Fuldaer Kreis für eine offene Kirche“ ist.
In diesen Papieren sucht und findet der „Fuldaer Kreis für eine offene Kirche“ die angeblichen Ursachen
für die derzeitige schwere Krise der Kirche in Deutschland. Im wesentlichen sind es die gleichen, die
auch vom sogenannten Kirchenvolksbegehren vermutet werden.
Hier die Litanei der angeblichen Mängel:
eine „ungenügende Mitverantwortung von Laien in Entscheidungsgremien“, ein „mangelndes Einbringen von
Sicht und Erleben der Frauen“ in die Kirche, ein „starres Festhalten am Pflichtzölibat“, die katholischen
Positionen zur „Gestaltung menschlicher Sexualität und Empfängnisverhütung“, der „Umgang mit wiederverheirateten
Geschiedenen“, die „Disziplinierung von kritischen Theologen“ sowie Bischofsernennungen „ohne ausreichende
Beteiligung der Ortskirchen“.
Die Medizin ist schnell zur Hand.
Der „Fuldaer Kreis für eine offene
Kirche“ fordert: eine allgemeine „Dialogbereitschaft“ als Ausdruck der „Geschwisterlichkeit“, die „Pluralität
in Glaubensinhalten und Glaubensformen“ entsprechend der „persönlichen Gewissensentscheidung“, die Einführung
„synodaler Strukturen“ sowie „Pastoralkonzepte“, die auf „Notlösungen“ verzichten.
Als Notlösungen
werden genannt: ein Priester, der mehrere Pfarreien betreut, oder die Sicherung der Sonntagsgottesdienste
durch fremde Priester.
Das Statut aus dem Jahre 1999 beweist, daß die Gruppe im ganzen Bistum Fulda
mit einer straffen Struktur verbreitet ist. Der Kreis wird durch ein siebenköpfiges „Diözesanteam“ geleitet.
Dieses besteht aus drei gewählten und vier aus den Regionen abgeordneten Kreismitgliedern.
Wohl nicht
zufällig ist die ideologische Übereinstimmung mit dem „Aktionskreis Regensburg“. Dieser wurde für die
schweren Angriffe bekannt, die er über seine Zeitschrift „Pipeline“ gegen den Bischof von Regensburg,
Mons. Gerhard Ludwig Müller, geführt hat. Verbindungen bestehen offenbar auch zum kirchenfeindlichen
sogenannten „Kölner Netzwerk“.
Eitlere Wonne scheint dagegen zwischen dem umstrittenen „Fuldaer Kreis“
und dem dortigen Bischof, Mons. Heinz Josef Algermissen, zu herrschen. Die Begründung seines „Pastoralen
Prozesses“ hört sich jedenfalls an, als ob sie der Bischof aus den Schriften des „Fuldaer Kreises für
eine offene Kirche“ abgeschrieben hätte.
So begründet Mons. Algermissen die Umkrempelung der Pfarreien
seiner Diözese ebenfalls mit einem
angeblichen akuten Priestermangel.
Auch er will keine Beauftragung
eines Pfarrers für mehrere Pfarreien.
Die Zelebration des Sonntagsgottesdienstes oder die Sicherstellung
der pfarrlichen Grundstruktur soll ebenfalls nicht durch fremde Priester geschehen.
Den Mitgliedern des
„Fuldaer Kreises für eine offene Kirche“ gewährt er eine gehörige Portion Narrenfreiheit. So durfte
der Sprecher des Priesterrates der Diözese Fulda, Pfarrer Winfried Hahner, auf dem Priestertag in Fulda –
vom Bischof unbeanstandet – die Aufhebung des Priesterzölibats verlangen.
Doch wehe dem Priester, der
es wagt, seine Stimme gegen die umstrittenen pastoralen Projekte von Bischof Algermissen zu erheben. Dann
hört der Spaß auf.
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Benedikt 17:25:57 | Freitag, 24. Juni 2005
#7
Toby 05:29:25 | Freitag, 24. Juni 2005
#6
Benedikt 21:56:20 | Donnerstag, 23. Juni 2005
#4
Konrad 07:40:10 | Donnerstag, 23. Juni 2005
#3
kreuzi 18:28:05 | Mittwoch, 22. Juni 2005
#2
Toby 18:14:48 | Mittwoch, 22. Juni 2005
#1
Konrad 15:46:00 | Mittwoch, 22. Juni 2005