Benedikt XVI.
Der Papst schreibt sein erstes Buch
Warum finden wir uns nicht damit ab, den Kampf gegen die staatliche Legitimierung der Kinderabtreibung verloren zu haben und bündeln unsere Kräfte statt dessen für Projekte, für die es einen breiten sozialen Konsens gibt? – fragt Papst Benedikt XVI. in seinem gestern erschienenen Buch und gibt sogleich die Antwort.
(kreuz.net, Vatikan) Am Dienstag erschien das erste Buch des neuen Papstes. Das Werk trägt den Titel „Das Europa Benedikts: In der Krise der Kulturen“. Es wurde gestern von Kardinalvikar Camillo Ruini vorgestellt. Kardinal Ruini ist der Verantwortliche für die tagtägliche Leitung der Diözese Rom.

Das Buch wurde vom Verlag ‘Cantagalli’ in italienischer Sprache herausgegeben. Derzeit sind noch keine Übersetzungen des rund 150 Seiten langen Buches geplant.

Das Werk besteht aus drei Abhandlungen, die vom ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation in den Jahren 1992, 1997 und im Frühjahr diesen Jahres verfaßt wurden.

Beim dritten Teil handelt es sich um die letzte Rede von Kardinal Ratzinger am Vorabend des Todes von Johannes Paul II. in Subiaco. Subiaco liegt unweit von Rom und ist die Wiege des westlichen Mönchtums. Hier hat der Heilige Benedikt – der Patron Europas – seine ersten Klostergründungen vorgenommen. Auch der Titel des Buches bezieht sich auf den Heiligen Benedikt von Nursia († 547).

Im Buch finden sich auch Gedanken des Papstes zur Kinderabtreibung.

So schreibt der jetzige Papst: „Die Anerkennung der heiligen Natur des menschlichen Lebens und seiner ausnahmslosen Unantastbarkeit ist keine Nebensächlichkeit oder etwas, das im Rahmen des Meinungspluralismus der modernen Gesellschaft verstanden werden könnte.“

Warum finden wir uns nicht damit ab – fragt der Papst weiter –, daß wir den Kampf gegen die staatliche Legitimierung der Abtreibung verloren haben?

Wäre es nicht klüger, die Kräfte zu bündeln und dort einzusetzen, wo ein größerer sozialer Konsens herrscht.

Nein, antwortet Benedikt XVI: „Das wäre eine oberflächliche und heuchlerische Lösung.“

„Es gibt so etwas wie ‘kleine Morde’ nicht. Am Respekt vor jedem einzelnen Menschen kommt keine menschliche Gesellschaft vorbei, die sich als solche bezeichnen will.“

Der Papst stellt sich die brennende Frage, warum die Gesellschaft zwar die Kindstötung bestraft, aber gegenüber der Kinderabtreibung eine wachsende Unempfindlichkeit zeigt:

„Vielleicht, weil man bei der Abtreibung das Gesicht desjenigen nicht sieht, der verstoßen wird und das Licht niemals erblicken wird.“

Eltern, die ihre eigenen Kinder abtreiben, werden blind für das Lebensrecht eines anderen, der keine Stimme hat und der jüngste und schwächste ist, erklärt der Papst.

Ein weiterer sehr aktueller Punkt im neuen Buch des Heiligen Vaters ist die gottlose EU-Verfassung. Dazu schreibt der Heilige Vater, daß Europa eine Kultur entwickelt hat, die Gott in einer nie da gewesenen Art aus dem öffentlichen Gewissen ausschließt:

„Gottes Existenz wird entweder verneint oder als unsicher dargestellt.“

Benedikt XVI. weist darauf hin, daß sich Juden und Moslems durch eine Erwähnung Gottes in der Verfassung nicht vor den Kopf gestoßen fühlten:

„Es ist nicht die Erwähnung Gottes, die Anhänger anderer Religionen beleidigt, sondern der Versuch, eine menschliche Gemeinschaft ohne Gott aufzubauen.“

Der dritte Vortrag im neuen Buch des Papstes ist auf kreuz.net in deutscher Übersetzung bereits vollständig publiziert worden.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Benedikt   17:28:11 | Donnerstag, 23. Juni 2005
Europäische Verfassung
Ein Gottesbezug in der europäischen Verfassung wäre sowieso nichts weiter als ein weiterer Etikettenschwindel gewesen, für den die Katholiken den verlogenen Politikern vermutlich auch noch hätten dankbar sein müssen.
Im Alltag interessiert es diese Politiker sowieso nicht, was in der Präambel der Verfassung steht. In der deutschen Verfassung gibt es auch einen Gottesbezug, und was ist? Die Partei mit dem „C“ im Namen will laufend christliche Feiertage abschaffen…
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#6   thaumaturgos   09:43:00 | Donnerstag, 23. Juni 2005
ist doch einerlei wann
der JETZTIGE papst die studien verfasste! hauptsache ist, dass er seine theologie weiterhin veröffentlich, sie gehört zum feinsten was in den letzten 40-50 gedruckt wurde!
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#5   Peccator   08:55:16 | Donnerstag, 23. Juni 2005
An GerdEric
Warum beschmutzt Du mit Deinem Gekotze ständig eine Katholische Website? Bleibe doch auf Deiner Freimaurerseite. Dort werden deine Schwachsinnigkeiten gerne aufgenommen. Diese Website sollte für Christus-Hasser und Freimaurer verboten werden. Schäm Dich!
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#4   GerdEric   08:43:00 | Donnerstag, 23. Juni 2005
Benedikt XVI.
weist darauf hin, daß sich Juden und Moslems durch eine Erwähnung Gottes in der Verfassung nicht vor den Kopf gestoßen fühlten:
„Es ist nicht die Erwähnung Gottes, die Anhänger anderer Religionen beleidigt, sondern der Versuch, eine menschliche Gemeinschaft ohne Gott aufzubauen.“
Das Problem dabei ist,
dass gerade die katholische Kirche
(eher doch wohl die Einzelnen,
leider auch vorgebliche Katholiken)
auf eine katholische Lesart diese „Begriffes“ versteifen.
Wenn in der Verfassung
zB stünde Dreieinige Gott
dann wäre es abzulehnen,
Aber der „Begriff“ Gott,
kann auch den Gott irgend eines Glaubens bedeuten,
letztlich auch den Teufel,
wenn sich dessen Anhänger darauf verstängigen würden,
den Teufel als ihren Gott zu bekennen…
Da sich aber gerade kirchentreue Christen dagegen wehren,
dass auch Muslime GOTT bekennen,
den EINEN,
machen sie sich ein Bild von IHM,
und das ist ausdrücklich verboten,
also auch nicht in irgend eine Verfassung zu übernehmen.
„…denn ich werde den nicht ungestraft lassen, der meinen NAMEN missbraucht!“
Zu oft haben vorgebliche Christen Gott für ihre politischen Zwecke benutzt
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#3   Laurentius2   08:18:38 | Donnerstag, 23. Juni 2005
Lang lebe …
.unser Papst Benedikt !…
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#2   Karl   17:24:04 | Mittwoch, 22. Juni 2005
Titel
Der Titel ist ja auf den heiligen Benedikt von Nursia bezogen als den Patron Europas …
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#1   highnoon †   16:50:19 | Mittwoch, 22. Juni 2005
Lüge in der Überschrift
Die Überschrift ist eine glatte Lüge … mieses Bild-Zeitungsniveau. Als Papst hat Benedikt zu diesem Buch keine Zeile geschrieben.
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