Der Schweizer Historiker Daniel Regli hat sich in seinem neuesten Buch auf die Suche nach Fluchtwegen aus dem Desaster der „Neuen Linken“ gemacht.
(kreuz.net) Die Diagnose ist schon lange gestellt: Zerfall von Ehe und Familien, herumgeschobene und vereinsamte
Kinder, eine steigende Arbeitslosigkeit, explodierende Sozialkosten.
Verantwortlich für den familiären
und finanziellen Raubbau ist primär die nicht sterben wollende Politik der inzwischen ergrauten 68er.
Während der Globuskrawalle des Jahres 1968 fuhren Studenten und Hippies eine Ernte ein, die von der
neulinken Frankfurter Schule begossen wurde.
Die damals sehr bekannten Chefideologen waren: die Philosophen
Max Horkheimer († 1973) und Theodor Adorno († 1969), die Leitfigur der Drogenrevolution Herbert Marcuse
(† 1979). Als geistlicher Leiter fungierte der Psychologe Erich Fromm († 1980).
Eine ganze Generation
ließ sich von ihnen verführen und berauschte sich an einem verderblichen Cocktail aus Marx und Freud.
Seit den 1930er Jahren hatte die Linke auf diese neomarxistische Revolution hingearbeitet.
Sie versprachen
den Söhnen und Töchtern reichgewordener Eltern im Westen die hemmungslose Selbstverwirklichung. Die
materiellen Mittel waren ja vorhanden – auf dem Bankkonto von Papa.
Scharenweise verdarben junge Menschen
in Sex, Alkohol und Rauschgift.
Unterstützt von einflußreichen Intellektuellen lockten die Prediger
der 68er Generation die Völker zuerst ins Paradies und dann in den Abgrund der liberalen Wertlosigkeit.
Wichtige Propheten hatten das Feld vorbereitet: der deutsche Jugendschriftsteller Hermann Hesse († 1962),
der französische Autor und Philosoph Jean-Paul Sartre († 1980), die Frauen-Ideologin Simone de Beauvoir
(† 1986) sowie der Schweizerische Psycho-Philosoph Carl Gustav Jung († 1961) hervor.
Die Massen krochen
den neuen Propheten millionenfach auf den Leim. Es begann die Zeit der permanenten gesellschaftlichen
Pubertät, auf die kein Erwachsensein folgte.
In wenigen Jahren errichtete die links-liberale Politik
eine egomane, antiautoritäre Anspruchsgesellschaft. Kirche und bürgerliche Kräfte kapitulierten bedingungslos.
Sie erwiesen sich bald als gelehrige Parteigänger der neuen Zeiten.
Inzwischen ist das ‘Paradies’ bei
vielen in die Phase des bitteren Nachgeschmacks übergegangen. ‘Philosophieren’ mag gratis sein. Leben
kostet!
Nun darben Gefangene. Schuld und Schulden.
Die Befreiten winden sich unter den Früchten ihres
Fortschritts in den Abgrund. Sie hoffen, daß ein letzter Kick oder Aufschwung vielleicht doch noch eine
Lösung oder gar das verkündigte Glück bringen wird.
Politiker stehen hilflos daneben – den Finger
im Wind – und tapezieren die Gefängnismauern neu…
Der Autor untersucht mit gebündeltem Licht die
Kellergewölbe der jüngeren Geschichte.
In Besinnung auf die christliche und bürgerliche Tradition
der Schweiz motiviert er zur Flucht aus dem neulinken Desaster – und zur längst notwendigen radikalen
Neuordnung von Familie, Gesellschaft und Staat.
Daniel Regli: Die 68er Falle. Fluchtwege aus dem Desaster
der Neuen Linken. Artesio Verlag. Zürich. 160 Seiten. sfr. 20.00 (13 Euro).
Daniel Regli (47) lebt mit
seiner Frau und drei Kindern in Zürich. Er ist promovierter Historiker und arbeitet als PR-Agent.
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9 Lesermeinungen
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manche scheinen sich vom Schock der 68er wohl bis heute nicht erholt zu haben – und so wie es scheint,
sind dies vor allem heute 50-60 Jährige – also die 68er-Generation schlechthin; dass aber gesellschaftlicher
Wandel umfangreicher und vor allem komplexer ist, als dass man ihn auf eine „Jugendbewegung“ reduzieren
könnte, scheint diversen „Zeitkritikern“ entweder entgangen oder zu kompliziert zu sein; es ist allerdings
einfacher, Bücher zu verkaufen, die sich mit einer Seite eines Phänomens befassen als Bücher zu schreiben,
die sich auch nur ansatzweise mit dem komplexen Zusammenwirken verschiedener Größen innerhalb des Systems
der modernen Gesellschaft befassen.
Pacem in terris Vergessen wird nicht, dass Albino Luciani in nur 33 Tagen einige wesentliche Zeichen gesetzt
hat: Er lehnte die Krönung mit der „Papstkrone“ (die nur außerliturgische Bedeutung hatte und seit den
Lateranverträgen dem Papst nicht mehr als König des Kirchenstaats entsprach) ab und er nannte sich Johannes
Paul I. J.P. 2 führte namtlich die Erinnerung an 3 Vorgänger im Namen; und das zieht eine Klammer um
Roncalli und Montini. Beide zusammen haben in den 1960er Jahren den Frieden der Welt gerettet. Roncalli
insb. durch persönliche Vermittlung in der Kubakrise, Paul VI. durch die ersten drei Interkontinentalreisen
des Papsttums: Jerusalem, Bombay, New York. Diese Worte und Zeichen des Friedens haben tatsächlich, in
Tat und Wahrheit, der Menscheit die Chance des Friedens in der Einen Welt bewahrt. Ohne das Wort der Weltkirche
1962-1965 hätte sich die Moderne in die Luft gesprengt. Die Rache des bösen Feindes an den konkreten
Rettungstaten der Nachfolger Petri lässt aber nicht lange auf sich warten; viele wurden „ausgesiebt“,
aber Joseph Ratzinger sagte bereits 1970 zum 60. Priesterjubiläum des Kardinals Frings in Köln: „Aber
vermutlich musste es so sein, musste sich der Streit ausweiten bis auf die Wurzeln hin, muss die ganze
Krise des Jahrhunderts auch in der Kirche auzsgetragen werden (…), um dem Glauben einen neuen Weg zu
schaffen durch die Zeit.“ Work in progress; seit 1846 war immer nur 1 papabile, 1903 Sarto, 2005 „Joseph,
Euer Bruder“
Lieber Igantius P.S. an Irenäus: vergiss Einstein, diesen intelligenten Narren. Was sagte Jesus zu denen,
die andere Narren heissen? Einstein fragte Kardinal Faulhaber im Gespräch: „Was wäre, wenn wir Mathematiker
beweisen, dass es keinen Gott gibt?“. Faulhaber antwortete: „Ich würde in Geduld warten, bis Sie Ihren
Rechenfehler gefunden haben.“ Das Judentum hat ja bewiesen, dass es GOTT nicht derart gibt, wie es sich
andere Völker zuvor und noch Heute vorstellten/stellen, zB als Holz- oder Tonfigur. Dies stellte zB Abraham
fest. Ansonsten fällt mir nur der der Sinnspruch ein: Hoffen und Harren… womit ich Faulhaberr nicht
als frommen Narren bezeichnen möchte. ) … Die Zeit der 68er ist abgelaufen! … Gott sei Dank. Es ist
genau das mit eine Antrieb gewesen, den Du hier demonstrierst, der Missbrauch der Religion für politische
Zwecke. Das hat auch das Proletariat von GOTT weggetrieben, weil sich die Kirchen (ich weiss, es waren
immer nur die wenigen) an die Macht der Gewaltherrscher banden, sie unterstützte und ihr zuarbeitete.
Die Religion ist nicht für die Politik da, sie ist für den Menschen da. herzlichst GerdEric
Gut! Es ist fast unvorstellbar, dass die rotgrünen 68er, die viele Jahre lang das vom Parteienkartell
gequälte Deutschland weiter in den Abgrund führten, die kommende Bundestagswahl noch einmal gewinnen.
Die Zeit der 68er ist abgelaufen! Nicht nur in Deutschland. Gott sei Dank. Die anderen „Kräfte“ im Parteienkartell
sind zwar nicht wesentlich besser, aber da muss man sich wohl oder übel für das deutlich kleinere Übel
entscheiden! Die Grünen sind zunehmend verhaßt, Schröder trat die Flucht nach vorne nur deswegen an,
um einem Putsch seiner eigenen Partei zuvorzukommen. Und so weiter. Chaos. Ähnlich wird es den 68ern
in der Kirche gehen. Die 68er-Revolution hat nicht nur im Staat stattgefunden, sondern vor allem in der
Kirche. P.S. an Irenäus: vergiss Einstein, diesen intelligenten Narren. Einstein fragte Kardinal Faulhaber
im Gespräch: „Was wäre, wenn wir Mathematiker beweisen, dass es keinen Gott gibt?“. Faulhaber antwortete:
„Ich würde in Geduld warten, bis Sie Ihren Rechenfehler gefunden haben.“
Vorsicht! Ich befürchte, daß ich selbst so manchen meiner Gesinnungsgenossen jetzt schockieren werde:
das geistige Niveau vieler Philosophen macht mich heilfroh, daß ich eine Naturwissenschaft studiere;
wie sagte Adolf von Harnack:„Um die echten Philosophen der heutigen Zeit zu suchen, sind Sie in der falschen
Fakultät; die wahren heißen Planck und Einstein.“ PS:in persönlichen Gesprächen haben meine Professoren
noch so etwas dummes von sich gegeben, wie „katholische“ Theologieprofessoren oder eben den Unsinn der
Frankfurter Schule.
@bonifatius Die christliche Werte sind hier quasi ein Kollateralschaden der Bewegung geworden. Im Kern
ging es wohl darum, aus einer erstarrten Gesellschaft zu entfliehen. Mit der Religion hatte es ansich
nichts zu tun, obwohl das Verhalten einiger Priester nicht gerade ruhmreich gewesen ist. Die Verantwortlichen
damals wollten eigentlich nur politische und soziale Normen, die sie für ungerecht hielten bekämpfen.
Dazu gehörte auch der Obrigkeitsstaat, der damals ausgeprägter war, als man sich das heute vorstellen
kann. Es hatten sich im damaligen Staat durchaus noch das Gedankengut von vor 1945 erhalten, weswegen
sich Kinder von Widerstandskämpfern usw. einiges anhören mussten. Derartiges wäre heute wohl nicht
mehr zu befürchten. Leider ist man dann übers Ziel hinausgeschossen und hat JEDE Autorität abgelehnt.
Und da liegt der Irrtum, der 68er. Genau kann ich es natürlich auch nicht beschreiben, dafür bin ich
zu jung. Jedenfalls ist die Bewegung eine Wirkung gewesen und die muss bekanntlich eine Ursache gehabt
haben.
#3 bonifatius 21:27:55 | Donnerstag, 23. Juni 2005
Mißstände ? Benedikt Welche Mißstände gab es 1968, die eine Entwertung aller wesentlichen (christlichen)
Werte durch die Frankfurter Schule rechtfertigte?
Naja… Das ganze Unheil der Welt würde ich der 68er-Bewegung jetzt auch wieder nicht anlassten. Wie
alles auf der Welt gibt es auch da Licht und Schatten, wobei die Schatten allerdings immer länger werden.
Leider hat es die 68er Bewegung nicht geschafft (oder wollte es nicht schaffen), neben allem übrigen
für einen Bestand des ethisch Erhaltungswerten zu sorgen. Stattdessen wurden alte Tugenden wie Fleiß,
Treue usw als „Qualitäten, mit denen man auch ein KZ leiten kann“ abgetan. Mittlerweile denke ich aber,
dass zumindest im konservativen Parteispektrum das große Aufwachen begonnen hat. Zumal nun langsam jene
in den Mittelpunkt rücken, die schon als Studenten 1968 nichts mit „der Bewegung“ anfangen konnten. Ich
denke, dass alsbald ein allgemeines Umdenken anstehen wird. Eines sollte man aber niemals vergessen: Revolutionen,
und ihre Bewegungen sind niemals aus sich heraus entstanden, sondern entstanden immer aus Missständen,
die schließlich so erdrückend waren, dass eine Revolution losbrach. Es muss daher darauf geachtet werden,
dass ein Zustand, der revolutionäre Aufbegehrungen schürt gar nicht wieder erst eintritt. Revolutionen
haben nämlich immer, so gut gemeint sie auch immer waren, im Endeffekt katastrophale Auswüchse hervorgebracht.