Zweites Vatikanum
Dem „Geist des Konzils“ geht die Luft aus
Der Kardinalvikar von Rom stellte letzte Woche das Buch eines Kurienerzbischofs über das Zweite Vatikanum vor. Es kritisiert ein weltweit sehr verbreitetes Standardwerk zur Konzilsgeschichte. Dieses möchte der Kardinal am liebsten auf den Index der verbotenen Bücher setzen.
(kreuz.net, Vatikan) Der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Migrantenseelsorge, Erzbischof Agostino Marchetto (64), hat kürzlich ein Buch zum Verständnis des Zweiten Vatikanums publiziert.

Das Werk trägt den Titel „Das Zweite Vatikanische Konzil. Eine Gegenansicht über seine Geschichte“.

Das Buch wurde am letzten Freitag auf dem römischen Kapitol präsentiert. Das Kapitol ist der Sitz der römischen Stadtverwaltung.

Bei der Buchvorstellung sprachen unter anderem der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Camillo Ruini, der ehemalige italienische Staatspräsident, Francesco Cossiga, und der Gründer der Gemeinschaft von Sant’ Egidio, der Kirchenhistoriker Andrea Riccardi.

Die ‘Gemeinschaft von Sant’ Egidio ist eine Laienbewegung, die sich nach dem Zweiten Vatikanum in Rom bildete. Sie besteht aus 50.000 Mitgliedern und ist in über 70 Ländern karitativ tätig.

Das Buch von Erzbischof Marchetto erschien im vatikanischen Verlag ‘Libreria Editrice Vaticana’. Der Autor ist Kirchenhistoriker und ein ehemaliger Mitarbeiter der vatikanischen Diplomatie.

Warum eine „Gegenansicht“? – fragte Kardinal Ruini bei der Buchpräsentation.

Erzbischof Marchetto vertrete eine Gegenposition zu der von Giuseppe Alberigo herausgegebenen großen ‘Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils’.

Das mehrbändige Werk Alberigos ist in sechs Sprachen – unter anderem auf Deutsch – erschienen. Es hat das Verständnis des letzten Konzils maßgeblich und einseitig beeinflußt.

Seit vierzig Jahren warte das Zweite Vatikanum – so Kardinal Ruini –, daß seine Geschichte nicht nach einem parteiischen Gesichtspunkt, sondern gemäß der Wahrheit geschrieben werde.

Kardinalvikar Ruini begann seine Ansprache mit einem „etwas scherzhaften“ Vergleich zwischen Alberigos Geschichte des Zweiten Vatikanums und der ‘Geschichte des Konzils von Trient’ des Servitenpaters Paolo Sarpi († 1623).

Pater Sarpis Werk erschien 1619 in London und wurde augenblicklich auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Es behauptete, daß kuriale Intrigen eine Wiedervereinigung der Protestanten mit den Katholiken verhindert hätten.

Kardinal Ruini bezeichnete Pater Sarpis Konzilsgeschichte als „brillant“ und „erfolgreich“. Sie sei aber zugleich polemisch und unsachlich gewesen.

17 Jahre später habe ein Jesuitenpater eine nicht minder pointierte Gegen-Geschichte verfaßt.

Es seien drei Jahrhunderte vergangen, bis zwischen 1949 und 1975 eine „ausgewogene“ und „sorgfältige“ Darlegung der Dinge publiziert wurde: die „Geschichte des Konzils von Trient“ des deutschen Priesters Prof. Dr. Hubert Jedin.

Kardinal Ruini wünschte sich für das Zweite Vatikanum ebenfalls eine „großartige und positive“ Darlegung seiner Geschichte – vorzugsweise noch vor dem Ablauf der nächsten drei Jahrhunderte.

Das neue Buch von Erzbischof Marchetto gebe auf seinen letzten Seiten einige Hinweise für eine andere Konzilsgeschichte.

Die im Werk des Erzbischofs kritisierte zentrale These der „Geschichte des Zweiten Vatikanums“ von Giuseppe Alberigo tauchte bereits in den 60er Jahren auf.

Diese These erklärt, daß nicht die Dokumente des Konzils im Vordergrund stünden, sondern das konziliäre Ereignis als solches.

Das wahre Konzil sei der „Geist des Konzils“.

Denn man könne das Konzil nicht auf den bloßen Buchstaben seiner Texte reduzieren. Das Konzil gehe weit darüber hinaus.

Dagegen erklärte Kardinal Ruini, daß das Konzil keinen Bruch zwischen einer „vorkonziliaren“ und einer „nachkonziliaren“ Kirche oder den Anfang einer neuen Kirchengeschichte markiere. Ein solches Wegbrechen der Tradition sei theologisch unstatthaft.

Der Kardinal zitierte dazu Papst Johannes Paul II.:

„Es ist ein klarer Fehler, das Konzil so zu interpretieren, als ob es einen Bruch mit der Vergangenheit darstellen würde, wo es in Wahrheit in Kontinuität mit dem Glauben aller Zeit steht.“

Aber in der Kontinuität mit der biblischen und patristischen Tradition habe das Zweite Vatikanum – so Kardinal Ruini – neue Entwicklungen und Öffnungen angekündigt.

Die wichtigste sei die Rezeption der zentralen Rolle des menschlichen Subjekts, das heißt: die Rezeption der „anthropologischen Wende, welche die geschichtliche Entwicklung des Westens seit dem Humanismus und der Renaissance charakterisiert“.

Kardinal Ruini verwies zur Frage eines angeblichen Traditionsbruchs auf die Autobiographie des neuen Papstes in der Konzilszeit:

„Während der Diskussionen, die zur Konstitution über die Heilige Schrift ‘Dei Verbum’ geführt wurde, fragte sich Ratzinger, was in der Ordnung des Glaubens zuerst komme: die historisch-kritische Exegese der Bibel oder die Tradition der gläubigen Gemeinschaft.“

„Ratzinger gab der Tradition den Vorrang. Das Konzil stimmte mit ihm überein. Die Alternative wäre gewesen, die Kirche in eine parlamentarische Demokratie von Theologen und Exegeten zu verwandeln.“

Abschließend kritisierte Kardinal Ruini noch einmal die von Alberigo herausgegebene Konzilsgeschichte. Obwohl diese das akademische Feld weiterhin beherrsche, sagte ihr der Kardinal ein Scheitern voraus:

„Es ist Zeit für die Geschichtsschreibung, eine neue Rekonstruktion des Zweiten Vatikanums vorzulegen, welche die wahre Geschichte des Konzils erzählt.“

Agostino Marchetto: „Il Concilio Ecumenico Vaticano II. Contrappunto per la sua storia [Das ökumenische Konzil Vatikan II: Eine Gegenansicht über seine Geschichte]“
Libreria Editrice Vaticana, Vatican City, 2005, pp. 410, euro 35.00.
Zur Buchbestellung
      
25 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#25   Josef Gadient   07:09:03 | Freitag, 9. Dezember 2005
Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit!
Die Freiheit steht für die Religionsfreiheit, die Gleichheit steht für den Oekumenismus und die Brüderlichkeit steht für die Kollegialität. Das heisst: 1. Religion ist Privatsache, jeder handelt nach seinem Gewissen. 2. Alle Religionen sind gleich. Die Lobeshymnen der röm. kath. Vertreter gegenüber den andern Religionen haben in den letzten 40 Jahren ihre „Früchte“ gebracht. 3. Die Brüderlichkeit sehen wir in unzähligen Bischofskonferenzen, Priesterräten und Laiengremien. Alle reden mit, die Entscheide fallen auf der Basis der Zahl (Mehrheit) und somit ist die von Gott gegebene Wahrheit ausgehebelt. Möge Gott Papst Benedikt XVI. die Kraft geben, das Salz der Erde zu sein, damit die röm. katholische Kirche wieder zur göttlichen Wahrheit zurück findet.
Uebrigens, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, da war doch mal was im 18. Jahrhundert in Frankreich…
Redaktion benachrichtigen
#24   Agiafortuni   22:59:26 | Montag, 24. Oktober 2005
Vatikanum II, kein Bruch mit der Tradition?
Für einmal muss ich der These der Schule von Bologna beipflichten, die im zweiten Vatikanum einen Bruch mit der vorkonziliaren Kirche erblickt. Dieser Bruch lässt sich an folgenden Merkmalen feststellen:
1. Weigerung des angeblich „guten“ Johannes XXIII Glaubenswahrheiten zu definieren und Irrtümer zu verurteilen,
2. Aufwertung des Oekumenismus durch Erhebung des Einheitszirkus (ein troianisches Pferd in der Stadt Gottes) Kardinal Beas in den Rang einer Konzilskommission
Redaktion benachrichtigen
#23   Benedikt   17:14:08 | Dienstag, 23. August 2005
@ Marcel
Die V.II-Kirche ist ein liberaler Verein, sie ist das Kind des auf dem V.II zum Durchbruch gekommenen „liberalen Katholizismus“, der von den vorkonziliaren Päpsten kontinuierlich verdammt wurde.
Ich verweigere mich ganz entschieden der Bezeichnung „Verein“ für die hl. Kirche. „Wir sind Kirche“ ist ein Verein, der BDKJ, Juventutem, Totus Tuus usw usf. Alles Vereine mit der üblichen Struktur. Die Kirche aber ist kein Verein.
>Die Wahrheit habe ich auch nicht vor zu teilen.
>>Wer dächte: „den heutigen Jugendlichen kann man nicht mehr mit der Hölle kommen“, der teilte sie.
Das habe ich aber nicht gesagt. Ich kritisierte solche, die NUR mit der Hölle kommen. Das Gericht und die Hölle sind eine Mahnung, aber diese Mahnung hat auch einen Zweck und einen Ausweg. Wer dies verschweigt, aber das andere erwähnt ist ein Irrlehrer oder ein noch schlimmerer Verbrecher.
Redaktion benachrichtigen
#22   Marcel   16:47:15 | Dienstag, 23. August 2005
Ungeteilt
„Der Inhalt muß derselbe bleiben, egal, wie man ihn sagt.“
Genau das meinte ich ja.
Das ist gut, daß Sie das meinen, aber die, die das V.II manipulierten und dann in die Hand nahmen, änderten die Inhalte – und einige sagten es offen. Wichtige Texte des V.II und insbesondere alle daraus abgeleiteten Reformen (=die Praxis) belegen es.
„Er wird Himmel und Hölle predigen, nie nur eines von beiden.“
Hm… genau diesen Eindruck hatte ich bisweilen nicht. Aber vielleicht war das auch eine Ausnahme.
Vermutlich. Das gibt es leider überall.
Wenn man sich die repräsentative Haltung der FSSPX ansieht – den Erzbischof Lefebvre und seine Worte, die offiziellen Publikationen seines Werkes (=FSSPX), den Katechismusunterricht, uvm. –, dann wird deutlich, daß die FSSPX „einfach“ die gesamte katholische Lehre ohne Abstriche lehrt, sprichwörtlich also Himmel und Hölle.
Aber ich glaube, dass ich aus einem liberalen Verein innerhalb der Kirche ziemlich schnell rausfliegen würde ;-)).
Die V.II-Kirche ist ein liberaler Verein, sie ist das Kind des auf dem V.II zum Durchbruch gekommenen „liberalen Katholizismus“, der von den vorkonziliaren Päpsten kontinuierlich verdammt wurde.
Die Wahrheit habe ich auch nicht vor zu teilen.
Wer dächte: „den heutigen Jugendlichen kann man nicht mehr mit der Hölle kommen“, der teilte sie.
Die Jungfrau in Fatima sprach ungeteilten Klartext, wie der Himmel immer: Christus, Aposel, uam.
Redaktion benachrichtigen
#21   Benedikt   12:21:39 | Dienstag, 23. August 2005
@ Marcel
Der Inhalt muß derselbe bleiben, egal, wie man ihn sagt.
Genau das meinte ich ja.
Er wird Himmel und Hölle predigen, nie nur eines von beiden.
Hm… genau diesen Eindruck hatte ich bisweilen nicht. Aber vielleicht war das auch eine Ausnahme.
Er wird einfach die ganze Wahrheit darlegen, weil er im Gegensatz zu liberalen Katholiken wie – nicht böse gemeint – Ihnen weiß, daß die Wahrheit unteilbar ist.
Die Einordnung meiner Meinung in dein persönliches Wertebild bleibt dir natürlich unbenommen. Aber ich glaube, dass ich aus einem liberalen Verein innerhalb der Kirche ziemlich schnell rausfliegen würde ;-)). Die Wahrheit habe ich auch nicht vor zu teilen.
Redaktion benachrichtigen
#20   Marcel   12:08:00 | Dienstag, 23. August 2005
Mit dem Inhalt wurde gebrochen
Es hat aber zu allen Zeiten immer eine Anpassung der Theologie in Bbezug auch die passende Art der Inhaltsvermittlung gegeben.
Der Inhalt muß derselbe bleiben, egal, wie man ihn sagt.
Doch seit dem V.II wird in wesentlichen Punkten _inhaltlich_ das Gegenteil dessen gesagt, was die alte Kirche immer sagte.
Jeder Philologe kann Ihnen das beweisen. Zeigte sich doch auf dem V.II deutlich, wie der Angelus-Artikel exemplarisch belegt.
Pius X. predigte nicht wie Thomas von Aquin, dieser nicht wie Augustinus, und dieser wiederum nicht wie der Hl. Paulus.
Inhaltlich predigten sie dasselbe, nur in anderen Worten.
Die Übereinstimmung geht soweit, daß ich Ihnen Lehraussagen einer der drei genannten Personen vorlegen kann, ohne den Namen zu nennen, und Sie würden nicht sagen können, ob diese nun vom hl. Paulus, hl. Thomas oder vom hl. Pius X. stammen. Weil sie inhaltlich identisch sind.
Um einen Inhalt unseres Glaubens wirklich vermitteln zu können muss man auch ein Weg in das Herz des anderen finden können
… in das Herz und den Verstand.
Wenn ein FSSP(X)-Priester vor unbedarfte Jugendliche tritt und nur von Todsünden und ew. Verdammnis spricht, so entspricht das zwar der Lehre usw.
Er wird Himmel und Hölle predigen, nie nur eines von beiden.
Er wird einfach die ganze Wahrheit darlegen, weil er im Gegensatz zu liberalen Katholiken wie – nicht böse gemeint – Ihnen weiß, daß die Wahrheit unteilbar ist.
Redaktion benachrichtigen
#19   Benedikt   11:35:57 | Dienstag, 23. August 2005
@ Marcel
Einschätzen kann ich es in Teilen schon, und zT scheint auch etwas dran zu sein. Was mich bei den trad. Geistlichen oft stört ist, dass sie – weil sie ihren Traditionalismus offenbar ständig beweisen müssen – zusammen mit dem Konzil auch einen Fortschritt (keinen inhaltlichen, sondern einen i. d. Lehrweise) in d. Theologie ablehnen. Es hat aber zu allen Zeiten immer eine Anpassung der Theologie in Bbezug auch die passende Art der Inhaltsvermittlung gegeben. Pius X. predigte nicht wie Thomas von Aquin, dieser nicht wie Augustinus, und dieser wiederum nicht wie der Hl. Paulus. Um einen Inhalt unseres Glaubens wirklich vermitteln zu können muss man auch ein Weg in das Herz des anderen finden können. Das heißt selbstverständlich NICHT, dass d. Inhalt sich irgendwie ändern muss, sondern nur die Form der Vermittlung. Und das fehlt mir bei vielen Tradis. Es mag Leute wie dich geben, die damit dennoch etwas anfangen können, weil sie es für „reiner“ und authentischer halten. Ich aber glaube, dass man heutzutage – weil viele mit Grundbegriffen des Glaubens nichts mehr anfangen können – eine einfühlsamere und tiefgehendere Art der Glaubensvermittlung stattfinden muss.
Wenn ein FSSP(X)-Priester vor unbedarfte Jugendliche tritt und nur von Todsünden und ew. Verdammnis spricht, so entspricht das zwar der Lehre usw. Diese Jugendliche haben aber oft keine Ahnung mehr von d. Vergebung, die in der Beichte stattfindet. Für die klingt das dann einfach nur furchtbar. Und das ist kontraproduktiv.
Redaktion benachrichtigen
#18   Marcel   10:37:34 | Dienstag, 23. August 2005
Die päpstliche Vorbereitsungskommision des V.II
Viele Forumsteilnehmer können das nichtdogmatische V.II nicht richtig einordnen, und somit auch nicht den Widerstand der traditionellen Katholiken gegen es.
Sie wissen oft nicht einmal, daß es bereits ein Bruch in der Geschichte der gesamten dogmatischen Konzile war, ein nichtdogmatisches „Konzil“ abzuhalten („Synode“ trifft daher besser).
Folgende Lektüre (nur in englisch) des Erzbischof Lefebvre zum Konzil sei allen Interessierten empfohlen:
Archbishop Lefebvre preparing the Council (1959-1962) www.sspx.ca/…2_May/Archbishop.htm (The Angelus, May 2002)
Seine Worte wägen deshalb so schwer, weil er sich bestens auskannte: Er war Apostolischer Delegat für Afrika, Mitglied der päpstlichen Vorbereitenden Zentralen Konzilskommission für das Vatikanum II, Päpstlicher Thronassistent (1960) und Konzilsvater auf dem V.II in seiner Eigenschaft als Generaloberer der „Väter vom Heiligen Geist“.
In seinem Buch „Sie haben Ihn entthront“ beschreibt er detailliert, was auf dem V.II vor sich ging und wie es passieren konnte. Man erkennt, daß es keine Polemik ist, wenn vom Revolutionskonzil gesprochen wird. Der liberalistische V.II-Theologe Congar nannte es ganz unverblühmt die „Oktober-Revolution der Kirche“!
Somit ergibt sich, daß der Widerstand der Tradition nicht gegen die dogmatische Lehre der Kirche erfolgt, sondern aus dem Gehorsam ihr gegenüber gegen die unkatholischen Neuerungen des liberalen Katholizismus, der mit dem V.II in der Kirche siegte.
Redaktion benachrichtigen
#17   Pelagius   22:35:56 | Samstag, 25. Juni 2005
@ Irenäus
Werter Irenäus,
zwar handelt es sich bei der ä- oder ae-Schreibung keineswegs um eine Frage der Grammatik, aber – lassen wir das! Man gewinnt den Eindruck, Beiträge, die nicht wie Ihre gegen „V2“ (sprechen Sie auch von „V1“ oder „T“?) vom Leder ziehen oder den verstorbenen Papst als Verräter bezeichnen, forderten Ihren Ärger heraus. Das ist Ihr Problem.
Mir ging es nie darum, mit meinen bescheidenen Lesermeinungen ein besonders hohes Niveau zu erreichen, wohl aber darum, daß das allgemeine Niveau nicht unter das Erträgliche und für Katholiken – zumal solche, welche die Tradition auf ihre Flaggen geschrieben haben – Statthafte sinke.
Wer sich mit der kirchlichen Krise im Anschluß an das Zweite Vatikanische Konzil beschäftigt, wird feststellen, daß sie nicht zuletzt eine Krise der Sprache ist. Wie sollte es auch anders sein, wenn man die Religion des Logos zersetzt? Insofern ist es mir immer ein dringliches Anliegen, auf diesen Punkt hinzuweisen.
Korrekte Ausdrucksweise ist im Email- und SMS-Zeitalter offensichtlich nicht mehr gefragt, für einen Katholiken aber, der um die Bedeutung des Wortes (Dogmen! Sakramentale Worte!) weiß, sollte sie eine Minimalforderung sein.
Und gerade da, wo wir auf wirkliche Mißstände hinweisen oder sie der Kritik unterziehen, müssen wir den Blick auf die Forderungen der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Maßhaltung und der Liebe gerichtet behalten, also letztlich auf Gott selbst. Das bewahrt uns in der nötigen Ehrfurcht, Demut und Vorsicht.
Redaktion benachrichtigen
#16   Athanasius   10:21:48 | Samstag, 25. Juni 2005
Noch a moal.
Den anderen Diskutanten empfehlen das Collegium Logicum zu besuchen, heisst das gleiche als den übrigen „dummen Traditionalisten“ sagen: mit Euch rede ich nicht, meine Denkebene liegt viel zu hoch für Euch Hinterweltler.
Redaktion benachrichtigen
#15   Irenäus   20:48:28 | Freitag, 24. Juni 2005
Mein lieber Pelagius
zu 1) ich wollte keineswegs behaupten, daß sich neben Ihren ewigen Nörgeleien nicht auch sachliche Einträge finden; aber ich kann, wenn ich mir Ihre Einträge so anschaue, eigentlich nichts finden, was mich besonders umhauen würde. Tut mir leid, aber wenn ich in meinem allzu subjektiven Urteil mich um einen besonders positiven Kommentar bemühen will:
Ihre Einträge bewegen sich bestenfalls auf dem Niveau von MilesChristi und Athanasius.
Für jemanden, der nicht nur einige Querschießer, sondern anscheinend alle außer Dr. Otterbeck als intelektuell schlicht betrachtet ein vernichtendes Urteil!
zu 2) seltsam aber Athanasius scheint meine Bemerkung zu Ecclesia Dei ohne weiteres verstanden zu haben; hier die Erläuterung: manche bestehen darauf, daß V2 vollkommen mit der Tradition vereinbar sei. Dieselben reagieren allergisch, wenn man nicht alles kritiklos hinnimmt, was die letzten 40a in der Kirche angesagt war. Aber was steht denn da? Daß manches von V2 fortasse novae sint.
PS: ich heiße hier immer noch Irenäus, nicht Irenaeus. Dem kann man nur noch ein Zitat von Ihnen anfügen:
Bisher drängt sich bei vielen der Lesermeinugen der mephistolische Rat auf, zunächst einmal das Collegium logicum zu besuchen. In diesem Fall scheint ein anderes dringender zu sein. Vielleicht das der Grammatik?
Redaktion benachrichtigen
#14   Dr. Otterbeck   19:58:05 | Freitag, 24. Juni 2005
Für Sie,
Konrad, bleibe ich freilich erreichbar:
info@pac-kev.de
MfG
FNO
Redaktion benachrichtigen
#13   Konrad   19:48:07 | Freitag, 24. Juni 2005
Sehr geehrter Herr Doktor
(auch wenn es nur ein gescheites Pseudonym ist) bitte bleiben Sie dran. Es ist schön, dass Sie Paul VI in ein helles Licht stellen (er verstarb ja auch am Fest der Verklärung), aber sehen Sie doch bitte auch die subjektiv-objektive Notsituation des Erzbischofs in einer Zeit, in der manches noch mehr aus dem Ruder lief als heutzutage.
Redaktion benachrichtigen
#12   Dr. Otterbeck   18:40:50 | Freitag, 24. Juni 2005
„È luce, è sale.
Cioè elemento attivo, operante; entra nelle anime, con infinita riverenza, per liberarle, per affrancarle, per compaginarle all’unita di Cristo.“ So fasste Montini „Il dialogo“ auf. Aus dieser Kraft lebt das Missale 1969/2002. Das ist keine Verleugnung Jesu, sondern das petrinische Bekenntnis: Du bist der Sohn des lebendigen Gottes. Jetzt haben Sie mir nochmal ein kleines statement abgerungen, aber damit, an Johannis, für längere Zeit: Gottbefohlen…
Ihr
Dr. Otterbeck
Redaktion benachrichtigen
#11   virOblationis   18:26:09 | Freitag, 24. Juni 2005
Was der Erzbischof tat
Ich denke, daß Mgr. Lefebvre sich in derselben Situation befand wie jeder der zehn Apostel während der Verleugnung Petri. Natürlich hatte der Heiland diesen zum Felsgrund gemacht und darauf seine Kirche gegründet, und doch durfte man ihm erst wieder folgen, als er nach dem Hahnenschrei bitter bereut hatte.
Redaktion benachrichtigen
#10   Dr. Otterbeck   15:16:36 | Freitag, 24. Juni 2005
Wenn zwei das gleiche tun
ist es nicht immer dasselbe; „hoc est enim…“ kann auch gegen den Sinn, aber formell korrekt gebetet werden. Ich fürchte, dass Monseigneur L. „etwas anders“ im Sinn hatte als Jesu Befehl „Hoc facite in meam commemorationem“ , als er rebellierte. Aber bevor ich dazu mehr sage (andernorts), müsste ich noch Hinweise zusammentragen. Adieu!
Redaktion benachrichtigen
#9   Peccator   10:09:43 | Freitag, 24. Juni 2005
Dr. Otterbeck
Was Sie mit „Hintersinn“ bezüglich Lefebvre meinen, weiß ich nicht. Ich verfüge allerdings über eine Sammlung von Lehraussagen (entnommen aus dem Denzinger) zu unterschiedlichsten Fragen, die ich mit Aussagen des V2 kontrastiere. Zahlreiche dieser Aussagen widersprechen sich. Nach dem logischen Gesetz vom Widerspruch und ausgeschlossenen Dritten, kann von zwei sich widersprechenden Aussagen nur eine wahr sein. Dies werden Sie mir wohl zugestehen. Welche ist aber nun wahr, wenn zwei römische Aussagen sich widersprechen? Diejenigen die mehrfach vor V2 wiederholt ausgesagt wurde, aber die des V2? Darauf müssen Sie schon eine Antwort geben, zumal solch ein Widerspruch in der gesamten Konzilsgeschichte an keiner anderen Stelle zu finden ist.
Redaktion benachrichtigen
#8   Dr. Otterbeck   09:32:15 | Freitag, 24. Juni 2005
Enigmatisch,
nannten ihn die Zeitgenossen; mit meinen Eltern war ich zur Jahreswende 1974-75 in der Schweiz. In der kleinen Diaspora-Dorfkirche hing an der Innenseite der Holztür ein Plakat mit dem Konterfei Paul VI. Die Einladung zum Heiligen Jahr 1975. Meine Großmutter war 1950 in Rom, meine Eltern 1967 im „Glaubensjahr“, ich selbst mehrfach, mein Bruder 2000. „Videre petrum!“ ist eine Gemütsbewegung, die seit 1975 im Aufstieg ist. Da können Deutschebischöfe papierene Deutschgotteslöber gebären, aus denen niemand leben kann, Deutschehandelsmessen „feiern“, Deutschlebensschutz appropbieren u.v.a.m. Der Zug zur confessio Petri bleibt auf rätselhafte Weise überlegen; mir konnte aber noch niemand erhellen, aus welchem Hintersinn Ihr Exz. Lefebvre „Rom“ gegen Rom wendet.
Redaktion benachrichtigen
#7   virOblationis   08:59:23 | Freitag, 24. Juni 2005
ad Dr. Otterbeck
Wenn ich Aussagen und Handlungen Pauls VI. betrachte, erscheinen sie mir oft widersprüchlich. – Als „Papst mit dem Zwiegesicht“ und „Mensch[en] …im Widerspruch“ charakterisiert Paul VI. Mgr. Lefebvres in „Sie haben ihn entthront“, Kap. 31.
Redaktion benachrichtigen
#6   Pelagius   08:49:38 | Freitag, 24. Juni 2005
@ Irenaeus
Werter Irenaeus,
Sie stellen mir zwei Fragen, auf die ich Ihrem Wunsch gemäß gerne eingehe:
„1) Merken Sie nicht, daß Ihre Bemerkungen nicht viel mehr enthalten als diese Klage (i.e. über das Niveau der Beiträge, Anm. pelagius)?
2) Daß mein Beitrag sich gerade auf Ecclesia Dei bezog?“
Ad 1) Nein, das merke ich nicht. Wenn Sie meine Beiträge durchsehen, stellen Sie fest, daß es sich nicht so verhält, daß ich hingegen viele Stellungnahmen inhaltlicher Art abgebe. Zuweilen aber ist das Niveau der Beiträge derart, daß… Nein, ich will erst gar nicht damit anfangen.
Ad 2) Tatsächlich, Sie erwähnten Ecclesia Dei. Dennoch erschien mir der Satz als etwas unklar. Mögen Sie doch bitte meinen Verständnisschwierigkeiten auf die Sprünge helfen, selbst wenn ich Ihrer Ansicht nach im Glashaus (?) sitze.
Redaktion benachrichtigen
#5   Dr. Otterbeck   08:18:42 | Freitag, 24. Juni 2005
„Wir dürfen
die Lehren des Konzils von der ererbten Lehre der Kirche nicht trennen. Wir sollten vielmehr erkennen, wie sich jene in diese einfügen, wie jene mit dieser übereinstimmen, sie bekräftigen, entfalten, erklären und anwenden. Dann erscheinen die doktrinären oder legislativen ‘Neuerungen’ des Konzils in ihren richtigen Proportionen.“ Originalton Montini, 1967
Wer immer des Französischen mächtig ist, sollte die Dialogues avec Paul VI aus der Feder von Jean B. Guitton im Original lesen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Irenäus   22:22:04 | Donnerstag, 23. Juni 2005
@Pelagius
Wer selbst im Glashaus sitzt?!
Sie beschweren sich immer wieder über das schlichte Niveau diese Forums; wie wäre es mal, daß Sie es selber mal heben? Oder sind Sie dazu etwa nicht in der Lage? Bei aller Höflichkeit:
1) Merken Sie nicht, daß Ihre Bemerkungen nicht viel mehr enthalten als diese Klage?
2) Daß mein Beitrag sich gerade auf Ecclesia Dei bezog?
PS: Mir geht diese ewige Leier über V2 und den vermeintlich heiligmäßigen Johannes Paul II ebenfalls auf die Nerven. Aber das ändert nichts daran, daß es immer noch viele Leute da draußen gibt, die glauben, Vatikanum II sei ein neues Pfingsten für die Kirche gewesen bzw. Johannes Paul II ein großer Heiliger.
Redaktion benachrichtigen
#3   Athanasius   22:14:06 | Donnerstag, 23. Juni 2005
UEBERPRUEFUNG
Papst Johannes-Paul II. hat in „Ecclesia Dei“ gesagt, dass die Gläubigen um Lefebvre „vielleicht Schwierigkeiten mit Neuen Lehrstellungen hatten“ und „deshalb nicht der lebendigen Tradition zugeben konnten“.
Aber in „Pastor Aeternus“, Vaticanum I., steht doch unfehlbar, dass „der Heilige Geist den Nachfolgern Petri nicht versprochen wurde, um etwa mit seiner Hilfe, neue Lehren zu verbreiten, sondern das erhaltene Glaubensgut zu bewahren“.
Und die moralische Religionsfreiheit wie in „Dignitatis Humanae“ ist ja nie gelernt worden vor dem Konzil und wurde sogar verurteilt.
Der damalige Kardinal Ratzinger sagte „es ist ein Anti-Syllabus“. Nun frage ich: muss man denn den Gläubigen die glauben was die Kirche immer lehrte, etwas vorwerfen, und etwa Pius IX. verwerfen, oder der Religionsfreiheit zustimmen.
In dem Buch „Katholische Moraltheologie“ von Jone (1935) steht sogar als Beispiel einer Ketzerei, die Behauptung der Staat sei von der Kirche, und die Kirche vom Staat zu scheiden. Das genau sagt aber DHumanae, weswegen ja sogar Franco-Spanien, nach Druck des hl. Stuhles, die Katholische Religion aufgab.
Es ist nicht NUR der Geist des Konzils. Überprüft das Konzil an sich doch mal theologisch!
Redaktion benachrichtigen
#2   Pelagius   19:04:38 | Donnerstag, 23. Juni 2005
?
„… man darf aber nicht vergessen, daß nach Urteil des Lehramtes, V2 Neuerungen vielleicht enthalte; insofern finde ich den Jubel mancher Neokatholiken, das Konzil sei vereinbar mit der Tradition der Kirche unhaltbar; oder wollen sie ihre Privatmeinung über die Johannes Pauls II, der solches in Ecclesia Dei selber erklärt hat, stellen?“
Bitteschön? Was will denn dieser Satz besagen, bei dem man nicht recht erkennen kann, welchen orthographischen und logischen Regeln er sich verpflichtet weiß?
Ach ja, das deutsche Schulwesen…
Redaktion benachrichtigen
#1   Irenäus   12:36:15 | Donnerstag, 23. Juni 2005
die Stimme der Vernunft bricht sich Bahn
Zum obigen Artikel hätte ich ein paar Bemerkungen zu machen:
was in dem neuen Buch steht, scheint allemal zu stimmen; man darf aber nicht vergessen, daß nach Urteil des Lehramtes, V2 Neuerungen vielleicht enthalte; insofern finde ich den Jubel mancher Neokatholiken, das Konzil sei vereinbar mit der Tradition der Kirche unhaltbar; oder wollen sie ihre Privatmeinung über die Johannes Pauls II, der solches in Ecclesia Dei selber erklärt hat, stellen?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Zweites VatikanumDer laisierte Ex-Abt über den neuen Papst Zweites VatikanumIn den Abgrund geritten? Zweites VatikanumDerselbe oder ein anderer? Zweites VatikanumMehr nach außen Zweites Vatikanum„Trotz allem reift die Saat des Konzils“ Zweites VatikanumWas wäre die Kirche ohne ‘das’ Konzil? Zweites VatikanumLaisierter Ex-Abt und Konzilsteilnehmer erinnert sich an das Zweite Vatikanum
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net