In Deutschland hat die Lebensfeindlichkeit ihren Zenit überschritten. Viele sind längst bereit zu einem Angriff auf die Kultur und Diktatur des Todes und des Tötens. Unter der Decke tut sich was.
(kreuz.net, München) Für eine Neuentdeckung der menschlichen Würde und der Unersetzbarkeit der Familie
plädierte kürzlich Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.
Die herrschende „Kultur des Todes und des Tötens“
hinterlasse verzweifelte Betroffene. Sie produziere zudem eine „Gesellschaft ohne Zukunft“, sagte die
Familienmutter und Unternehmerin Ende Juni im Münchner Künstlerhaus.
Anlaß war die Verleihung des
Preises der Stiftung „Ja zum Leben“.
Zum Stiftungsrat gehören die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis,
der Eichstätter Philosoph Prof. Dr. Nikolaus Lobkowicz, die Bremer Kulturstaatsrätin Elisabeth Motschmann,
Frau Elisabeth Hohenberg und Frau Dr. med. Claudia Kaminski, die Vorsitzende der „Aktion Lebensrecht für
Alle“.
Mit dem Stiftungspreis zeichnet die Stiftung „Ja zum Leben“ Persönlichkeiten und Organisationen
aus, die in der Öffentlichkeit das Bewußtsein von der Würde und Einmaligkeit jedes menschlichen Lebens
vermitteln, das Recht auf Leben verteidigen, Mut zu einem Leben mit Kind machen oder für die Rechte der
Familie eintreten.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr an Dr. Paul Georg Hefty, den
Leiter des Ressorts Zeitgeschehen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowie an den europäischen Zweig
der Weltjugendallianz.
Die Weltjugendallianz ist eine internationale Jugendorganisation. Sie setzt sich
bei den Vereinten Nationen und der Europäischen Union für die Würde der menschlichen Person, die zentrale
Rolle der Familie in der Gesellschaft und für eine Kultur des Lebens ein.
In Ihrer Laudatio würdigte
Fürstin Gloria, die der Stiftung „Ja zum Leben“ als Stiftungsrätin verbunden ist, die Weltjugendallianz.
Sie ist eine internationale Jugendorganisation, die fünf Jahre nach ihrer Gründung bereits 1,5 Millionen
Jugendliche in über 100 Ländern repräsentiert.
Als offiziell registrierte Nichtregierungsorganisation
besitzt sie Zugang zu den Institutionen der Europäischen Union.
„Wir sehen hier eine Jugendorganisation,
die sich in beispielhafter Weise für die Familie und die Unantastbarkeit der Menschenwürde einsetzt“,
begründete Fürstin Gloria die Preisvergabe.
Wenn sympathische junge Leute mit politisch Verantwortlichen
sprächen und unerschrocken für Grundwerte einstünden, bleibe das nicht ohne Wirkung.
Die Gründerin
der Weltjugendallianz Europa, die Wiener Juristin Dr. Gudrun Kugler-Lang, hob hervor, daß die Kultur
des Lebens für ihre Organisation nicht nur eine politische Theorie sei. Sie sei eine Lebenseinstellung,
welche die Lebensqualität jedes Einzelnen bereichere.
Den zweiten Preisträger, FAZ-Redakteur Dr. Paul-Georg
Hefty, würdigte der Rechtswissenschaftler Prof. Friedrich Graf von Westphalen als „herausragenden Journalisten“.
Er setze sich an prominenter Stelle mutig und nimmermüde für den Lebensschutz ein.
In seinem journalistischen
Schaffen habe er viele gesellschaftliche Krisenerscheinungen sichtbar gemacht: von der staatlichen Subventionierung
der Abtreibungen bis zur Mitwirkung des Arztes beim Töten im Falle der Euthanasie.
In seiner Erwiderung
auf die Laudatio wandte sich Dr. Hefty vor allem gegen den Gebrauch „ausgrenzender Bezeichnungen“ für
den Menschen wie „Embryo“ oder „Fötus“.
Diese Bezeichnungen würden Gefühle neutralisieren und die
Gemeinsamkeit der Menschen untereinander im Bewußtsein auflösen.
Vor mehr als zweihundert Ehrengästen
zeigte sich die Stiftungsvorsitzende Johanna Gräfin von Westphalen optimistisch, daß der Kampf für
eine Kultur des Lebens jetzt mehr Erfolg haben werde als in den letzten Jahrzehnten.
Der Ausgang des
jüngsten italienischen Referendums über bioethische Fragen sei eine „Ermutigung für alle Christen in
Europa, daß der Kampf gegen eine relativistische, liberalistische Unkultur jetzt Früchte zu tragen scheint“.
Auch in Deutschland habe die „Lebensfeindlichkeit ihren Zenit überschritten“. Viele seien zu einem Angriff
auf die Diktatur des Liberalismus bereit.
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2 Lesermeinungen
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bin eher gespannt, an welcher Gesellschaftsveränderung eine Fürstin Interesse haben kann? ganz nebenbei:
das allgemeine Streben nach Verbesserung des eigenen Lebens nimmt sich immer ein Beispiel an „denen da
oben“.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer Zitat: „In Deutschland hat die Lebensfeindlichkeit ihren Zenit
überschritten.“ Lebensfeindlichkeit bezieht sich NICHT NUR auf das ungeborene Leben, sondern auch auf
das Geborene. Und da sieht es schlechter aus als je zuvor, wenn Menschen permanent das Gefühl vermittelt
bekommen, sie seien nichts wert. Zum Wert des Menschen gehört z.B. auch, dass er sich seinen Lebensunterhalt
SELBST verdienen / erarbeiten kann. Das ist natürlich eine Dimension, die der Fürstin und Consorten
fremd ist. In dem gleichen Alter, wo die Fürstin sich seinerzeit aufgeführt hat, wie die Axt im Wald,
sitzen heute Leute in den Fluren des Arbeitsamtes und überlegen, wie es weitergehen soll. Andere können
sich in jugendlichem Alter über die von jetzigen Generation verjubelten Rente Gedanken machen. So sieht’s
aus. Also Fürstin, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine Organisation erreicht noch keine Gesellschaftsveränderung.