19:36:50 | Mittwoch, 9. November 2011
„Sektiererische Grüppchen wie ‘Wir sind Kirche’ können ökumenisch nur schaden und sind als Verbündete zur Schwächung der Katholischen Kirche zu meiden.“

Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg
© Dr. Meierhofer, Wikipedia, CC(kreuz.net) Der
zweifelhafte Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, hat den Protestanten
einen „antikatholische Tonfall“ vorgeworfen.
Manche Äußerungen zum Papstbesuch seien „unqualifiziert
und polemisch“ gewesen.
Mons. Müller kommentierte in einem Interview mit der antikirchlichen Tageszeitung
‘Passauer Neueste Nachrichten’ protestantische Kommentare zum Papstbesuch in Deutschland.
Wir sind und
bleiben katholisch – vielleicht„Einige hatten offenbar erwartet, der Papst werde die Katholische Kirche
teilweise in eine evangelisch-konfessionelle Richtung lenken“ – sagte der Bischof vor dem Blatt.
Das
bezeichnet er als „blühenden Unsinn“, der mit dem Ökumenismus nichts zu tun habe, und als Versuch, 500
Jahre nach der protestantischen Reformation nachträglich recht zu bekommen.
Großspurig behauptet der
Leugner der
Jungfrauengeburt, der
Realpräsenz und der
Kirche: „Für uns ist klar: Wir sind und bleiben
katholisch.“
Wir brauchen Luther nichtDie Kirche bemühe sich, den Kirchenspalter, Schürzenjäger,
Abfall-Priester und Alkoholiker
Martin Luther († 1546) „gerecht zu beurteilen“.
Aber: „Wir brauchen ihn
nicht, um erst im vollgültigen Sinn Christen zu werden.“
Mons. Müller besteht darauf, daß Papst Benedikt
XVI. bei seiner Deutschlandreise den Alkoholiker Luther „gewürdigt“ habe.
Auf den Einwand, daß diese
„Würdigung“ zwar im internen Kreis, aber nicht öffentlich geschehen sei, antwortet Mons. Müller, daß
es „ganz unlutherisch“ gewesen wäre, wenn der Papst den Kirchenspalter während seiner Predigt erwähnt
hätte:
„In einer Predigtauslegung von Johannes 17 muß es um Christus und die Einheit seiner Jünger
gehen, nicht aber um eine historisch-theologische Bewertung Martin Luthers.“
Im vorhergehenden Kolloquium
habe der Papst eine angebliche „radikale Gottbezogenheit“ des Alkoholikers und Schürzenjägers Luther
hervorgehoben.
Abschätziger antikatholischer TonfallDas Blatt wirf ein, daß der Berliner
Homo-Laienbischof
Markus Dröge dem Papst vorgeworfen hat, „kein Konzept für die Ökumene“ zu besitzen.
Bischof Müller
weist solche Aussagen „als völlig unqualifiziert“ zurück: „Sie sind in der Polemik des 16. Jahrhunderts
steckengeblieben.“
Er fügt hinzu: „Ich möchte nicht wissen, welchen Aufschrei es gäbe, wenn wir von
unserer Seite solche Töne über evangelische Repräsentanten anschlagen würden.“
So könne man nicht
miteinander umgehen:
„Wer sich so äußert, muß damit rechnen, daß wir Katholiken das sehr ernst nehmen
und diesen abschätzigen antikatholischen Tonfall scharf zurückweisen.“
Antikatholische Extremisten
Der Bischof wird darauf angesprochen, daß der Papstbesuch auch bei den Altliberalen Enttäuschung ausgelöst
habe.
Für Mons. Müller ist das ein Versuch, einen Keil zwischen dem Papst, den Bischöfen und den Katholiken
zu treiben:
„Das ist das Konzept einer deutschen Nationalkirche unter preußisch-protestantischer Führung
wie zur Kulturkampfzeit unter Bismarck.“
Man werfe der Kirche vor eine Rückkehr-Ökumene zu betreiben:
„Aber was hier betrieben wird, ist eine Art Nachhol-Ökumene – als ob wir jetzt nach 500 Jahren das Evangelium
kennenlernen würden.“
Mons. Müller spricht die Existenz der von den mächtigen Medienbossen geförderten
Hosenlatz-Gruppierungen an:
„Sektiererische Grüppchen wie ‘Wir sind Kirche’ können ökumenisch nur
schaden und sind als Verbündete zur Schwächung der Katholischen Kirche zu meiden.“
Diese Extremisten
würden nur weitere Spaltungen bringen und blockierten den von Christus vorgeschriebenen Weg zur größeren
Einheit im Glauben.
Das sind keine politischen VerhandlungenZu einer von dem Blatt ins Spiel gebrachte
„Annäherung beim Abendmahl“ meint Bischof Müller, der gerade in diesem Punkt
klassische protestantische
Positionen vertritt:
„»Abendmahl« bezeichnet theologisch-inhaltlich etwas anderes als unsere katholische
Eucharistiefeier.“
Die Auffassungsunterschiede in dieser Frage seien ein Grund dafür gewesen, warum
es überhaupt zur Kirchenspaltung kam:
„Dieses in wichtigen Elementen gegensätzliche Verständnis muß
erst überwunden werden“.
Das könne nicht dadurch geschehen, daß die Kirche wesentliche Elemente des
Eucharistieglaubens aufgebe.
In diesen Fragen könne es nicht wie bei einer politischen Verhandlung einfach
einer Kompromißlösung geben.
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