Ein katholischer Priester bekommt die Chance seines Lebens. Bisher war er nur ein Fan der ARD-Seifenoper „Verbotene Liebe“. Doch jetzt ist für ihn die Stunde gekommen, seine filmische Vorliebe in die Praxis umzusetzen.
(kreuz.net, Passau) Der katholische Priester Christian Kriegbaum (37) wird als Gaststar in der ARD-Seifenopera
„Verbotene Liebe“ auftreten. Das berichtete die Tageszeitung ‘Passauer Neue Presse’ am vergangenen Samstag.
Die TV-Serie „Verbotene Liebe“ wird seit dem fernen 2. Januar 1995 ausgestrahlt und gehört bei einer
bestimmten Klasse von Fernsehzuschauern zu den beliebtesten Seifenoperas im deutschen Fernsehen. Am vergangenen
Freitag lief die 2480. Folge.
In den letzten acht Jahren war der Priester Christian Kriegbaum Pfarrer
von Alzgern im Landkreis Altötting im Bistum Passau. Er wirkte auch in Altötting an den Maria-Ward-Schulen
als Seelsorger und Religionslehrer.
Altötting ist der bedeutendste oberbayrische Marienwallfahrtsort.
Er befindet sich auf einer Anhöhe südlich des Inn unweit der österreichischen Grenze.
Sein Glück
als Filmstar verdankt der Geistliche seinen Kollegen im Lehrkörper der Maria-Ward-Schulen.
Die Maria-Ward-Schulen
in Altötting wurden von der Schwesternkongregation der Englischen Fräulein gegründet. Die Lehranstalt
besteht aus einer Realschule und einem Gymnasium. Derzeitig werden 1350 Schüler unterrichtet.
Am 1.
September zieht Pfarrer Kriegbaum von Alzgern weg und übernimmt in Landau an der Isar in Niederbayern
eine neue Pfarrei. Damit gibt er auch seine Lehrverpflichtungen an den Maria-Ward-Schulen auf.
Zum Abschied
hatte ein Lehrerkollege die Idee, dem Geistlichen ein ungewöhnliches Abschiedsgeschenk zu machen.
In
der Schule war die Vorliebe des Geistlichen für die ARD-Seifenopera „Verbotene Liebe“ bekannt. Darum
wollte man dem Priester die Möglichkeit bieten, den Machern der „Verbotenen Liebe“ über die Schultern
zu blicken.
Klammheimlich knüpfte die Schule Kontakte mit den Produzenten. Pfarrer Kriegbaum wußte
nichts davon.
Die Produzenten erkannten die Gunst der Stunde und engagierten den Priester als Gaststar.
Am 8. Juli ist Drehtag.
Dann wird Pfarrer Kriegbaum im Kölner Filmstudio erwartet. An der Seite des
Seifenopernsängers Wolfram Grandezka – der im Film Ansgar von Lahnstein heißt – darf er zwei Leben retten.
Der Priester wird in fünf Szenen auftreten – als Geschäftsmann. In zwei Szenen darf er sogar etwas
sagen.
Wann die Folge gesendet wird, ist noch nicht entschieden.
Die „Verbotene Liebe“ hat nicht nur
Freunde: „Das ist die unrealistischste, langweiligste und idiotischste aller deutschen Seifenopern“, meint
ein Münchner in einem Kommentar auf einer Internetseite, die Filme kommentiert.
Die Handlung sei lächerlich
und geisttötend, fährt der Kommentar weiter und gibt ein Beispiel: „Zwei Zwillingsschwestern finden
heraus, daß sie von der gleichen Mutter aber von zwei verschiedenen Vätern stammen.“
Die schauspielerische
Leistung in der TV-Serie sei auf dem Niveau eines schlechten Gymnasiums.
Aber genau das scheint das Geheimnis
des Erfolges von „Verbotene Liebe“ zu sein.
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3 Lesermeinungen
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? Ach gibt es die Serie noch? Nun letztes Jahr haben mir einige Leute geagt, daß sie Fans von „verbotenen
Liebe“ seien. Ich habe die Serie kein einziges Mal in meinem Leben gesehen, und dennoch nehme ich mir
heraus zu behaupten, daß sie eine sehr gute Besstätigung für die These ist, daß Fernsehen dumm macht.
Hehe… Seifenopernsänger, sehr schön . Im übrigen kann ich das nur bestätigen, was die Kritik am
Ende des Artikels sagt. Ich werde auch bisweilen mit dieser Sendung gefoltert. Furchtbar.