Kinderabtreibung
Heute schlachtet die Krankenschwester
In Südafrika wird die Kinderabtreibung demokratisiert. Ein neues Gesetz will auch die Hände der Krankenschwestern in Blut tauchen.
(kreuz.net, Pretoria) Die Nationalversammlung Südafrikas verabschiedete letzten Donnerstag ohne Debatte ein Gesetz, das sich „Wahl bezüglich der Beendigung einer Schwangerschaft“ nennt. Dieses Gesetz erlaubt Krankenschwestern, Kinderabtreibungen zu begehen und vereinfacht generell den Zugang zur Kinderabtreibung.

In Zukunft können lokale Gesundheitsdirektoren die Regeln für die Kinderabtreibung nach eigenem Gutdünken handhaben.

Dem Gesetz fehlt nur noch die Unterschrift des Präsidenten Südafrikas, Thabo Mbeki.

Lebensrechtsgruppen und Arbeitervertretungen im Gesundheitswesen hatten bis zuletzt gegen die neue Bestimmung gekämpft. Meinungsumfragen stellten fest, daß die neue Maßnahme äußerst unpopulär ist. 86 Prozent der Bevölkerung ist dagegen, daß bei der Kinderabtreibung in Zukunft auch Krankenschwestern schlachten.

Eine Gewerkschaft von Krankenschwestern, die Lebensschützer wie Abtreibungsbefürworter vertritt, äußerte die Befürchtung, daß das Gesetz die Angestellten im Gesundheitswesen unter noch mehr Druck setze und sie veranlassen werde, sich Anstellungen außerhalb der öffentlichen Spitäler zu suchen. Es bestehen auch Befürchtungen, daß das neue Gesetz die Krankenschwestern zwingen wird, an Abtreibungen teilzunehmen.

Südafrikanische Lebensrechtler haben den Staatspräsidenten aufgerufen, das Gesetz nicht zu unterzeichnen.
      
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