Am Kölner Weltjugendtag werden offiziell einige Tausend Traditionalisten teilnehmen. Von den deutschsprachigen katholischen Medien werden sie totgeschwiegen. In besser informierten Sprachräumen sind sogar linkskatholische Medien auf sie aufmerksam geworden.
(kreuz.net, London) „‘Juventutem’ ist eine Jugendgruppe, für die am Weltjugendtag mit römischer Erlaubnis
die Lateinische Messe zelebriert wird“, so berichtet die in London erscheinende Wochenzeitung ‘The Tablet’
vom Auftritt junger Traditionalisten am Kölner Weltjugendtag.
‘Juventutem’ sei Teil einer wachsenden
Bewegung, welche die traditionelle Liturgie aus der Zeit vor dem Zweiten Vatikanum bevorzugt.
Der Artikel
ist vom Journalisten Robert Mickens verfaßt und erschien am 18. Juni.
Das besondere daran? ‘The Tablet’
ist für seinen linkskatholischen Kurs bekannt.
Wenn sich im nächsten August Hunderttausende junge Menschen
in Köln versammeln – erklärt Mickens – werden 2000 Jugendliche aus zwanzig Ländern besonders auffallen:
„Sie werden der alten, lateinischen Messe beiwohnen – etwas, das die meisten Katholiken rund um den Erdball
seit 1965 nicht mehr getan haben.“
Der britische Reporter erklärt, warum er nicht umhin kommt, über
diese Gruppe von Teilnehmern am Weltjugendtag in Köln zu berichten.
Der Grund liegt an der prominenten
Unterstützung, mit welcher die Jugendlichen rechnen dürfen:
„Sie kommen mit dem Segen des Vatikan und
haben den Beistand dreier Kardinäle – unter ihnen der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst.
Und sie werden von mehreren Erzbischöfen und Bischöfen unterstützt.“
Unter den hohen Prälaten befinden
sich Francis Kardinal Arinze, der Präfekt der Liturgiekongregation, und George Kardinal Pell, der Erzbischof
von Sydney im südöstlichen Australien.
Beide werden im Rahmen der Wallfahrt der traditionsorientierten
Jugendlichen lateinischen Vespern und Andachten vorstehen.
Francis Kardinal George, der Erzbischof von
Chicago im Zentrum der USA, wird für sie in Köln den Rosenkranz vorbeten.
Unter den sieben befreundeten
Bischöfen befinden sich zwei deutschsprachige:
Alterzbischof Georg Eder von Salzburg eröffnet am 10.
August die südbayrische Vorbereitungswoche mit einem Pontifikalamt. Erzbischof Wolfgang Haas von Vaduz
im Fürstentum Liechtenstein wird für die jugendlichen Pilger in Bayern ebenfalls ein Pontifikalamt zelebrieren.
Noch im Jahre 1986 wäre es – so der Journalist von ‘The Tablet’ – „schwierig gewesen, so viele hohe
Prälaten zu finden, die einer Gruppe von Traditionalisten ihre Unterstützung erklärt hätten.“
Der
Tablet-Artikel schließt mit Ausführungen zum altrituellen brasilianischen Bischof Fernando Arêas Rifan.
Mons. Rifan wird die Jugenddelegation ‘Juventutem’ während der ganzen zwei Wochen begleiten.
Bischof
Rifan steht der 2002 gegründeten Apostolischen Administratur von São João Batista Maria Vianney vor.
Sie befindet sich im Bundesstaat Rio de Janeiro im Südosten von Brasilien an der Atlantikküste. Die
Apostolische Administratur besitzt etwa 30.000 Katholiken und 30 Priester, die ausschließlich in der
überlieferten Liturgie zelebrieren.
Der Journalist Robert Mickens zeigt sein Erstaunen über diese Apostolische
Administratur, weil sie entgegen der weltweiten kirchlichen Entwicklung blüht und gedeiht:
„Sie hat
nicht nur überlebt, sondern sie floriert. Dort wollen so viele Männer für das Priesteramt studieren,
daß Kandidaten abgewiesen werden müssen.“
Der Einfluß des kleinen Personalbistums verbreite sich inzwischen
auf ganz Brasilien. Der Journalist erwähnt eine kleine Kirche in São Paulo.
São Paulo ist die fünftgrößte
Stadt der Welt und liegt im Südosten Brasiliens etwa zehn Kilometer vom Atlantik entfernt.
Das Kirchlein
sei für 150 Leute angelegt, doch bei der Sonntagsmesse im überlieferten Ritus sei sie zum Bersten voll.
Laut ‘The Tablet’ hätten bereits Priester aus knapp zwanzig umliegenden Diözesen in der altrituellen
Personaldiözese angefragt und sich nach Möglichkeiten erkundigt, um die Zelebration des alten Ritus
zu lernen.
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13 Lesermeinungen
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Fortgeschritt @ Dr. Otterbeck Ihre Gläubigkeit in V2 kommt mir reichlich naiv vor. Was meinen Sie mit
Aufstieg zur Weltkirche? Auch zahlreichen Ihrer anderen Thesen sind für mich schwer nachvollziehbar:
Sie meinen, daß unsere Auseinandesetzung mit den Modernisten überholt sei; vielmehr müsse man das Fortschrittsdenken
ad acta legen. Dazu ist zu bemerken: Der Modernismus ist eine völlig unsinnige Ideologie, kaum ein ernstzunehmender
Intellektueller glaubt daran. Dennoch ändert das nichts daran, daß diese Leute, so geistig unterbelichtet
sie auch sind, eine enorm große Macht in der Kirche haben. Daran ändert auch die Tatsache, daß wir
nach dem 1.Weltkrieg leben, nichts! Ich denke nicht, daß V2 eine bedeutungsvolle Auseinandersetzung mit
dem gegenwärtigen Zeitalter darstellt; erschreckend ist doch vielmehr die peinliche Anbiederung an die
Säkularen: „Auch wir, wir mehr als irgendjemand, haben den Kult des Menschen.“ (Paul VI auf dem Konzil)
@ Aufstieg der Weltkirche ? Hallo Otterbeck, wo ist dieser Aufstieg zu beobachten ? Unter welchen Umständen ?
Über die Situation in Europa und Nordamerika muß man nicht reden, sie sollte ja allgemein bekannt sein –
oder ? Oder setzt du die so viel gepriesenen „neuen Bewegungen“ als Maßstab dafür ? Die durch protestantisches
Gedankengut, durch Schwärmertum, durch reinen Betrug und durch satanische Einflüße geprägte „Charistmatiche
Erneuerung“ ? Oder das kryptojüdische Neokatechumenat ? Fokolare, Sant’Egidio ? Oder gar Taizé, das
sogenannte „Kleine Frühling“ ? Weltweit ? In Lateinamerika verzeichnet sich einen enormen Glaubensabfall
zugunsten der Protestanten (vor allem Charismatiker), in Afrika und in weiten Teilen Asiens schreitet
die Paganisierung der Kirche durch die gewollte und geförderte Inkulturation weiter. Vielleicht hast
du Gegenbeispiele ?
Rein soziologisch betrachtet beobachten Sie, Irenäus, zu Recht sehr viel Dummheit und Banalität im deutschen
„Reichs“-Katholizimus (zu reich, zu reich); verkennen Sie aber den Aufstieg der Weltkirche nicht! Sie
nimmt Gestalt an. Vorbereitet haben das bereits der Liturgiereformer Pius X und der „Internationalist“
Benedikt XV, insbesondere aber Pius XI und Pius XII. Auch führt eine gerade Linie von Pius XII über
Roncalli zu Montini; das ist bis ins Detail aufweisbare apostolische Sukzession. Sie sollten sich hüten
ein virtuelles Bild der „vorkonziliaren“ Kirche, ein spirituelles „Disneyland“ mit den zu recht kritikwürdigen
Banalitäten zu vergleichen. Das Erwachen der Kirche in den Seelen (so Guardini) verstärkt sich kontinuierlich.
Die schmerzlichen Brüche werden wegen der unbestreitbaren Zahlen, Daten und Fakten sichtbar, aber doch
–- das ist eine Reifungskrise! –- bereitet der Hl. Geist der Kirche mit dem II. Vatikanum eine große
Chance für das 3. Jhtsd. Es ist an uns, Mitarbeiter der Wahrheit zu sein. Denken Sie an das Gesamtbild,
das sich z.B. seit dem Jesuitenverbot 1773 abzeichnet… Pius VI. nannte man den Letzten! Es kamen aber
noch 6 und –- unvermutet –- noch größere Petrusnachfolger. Deo gratias.
Frage @Benedikt: Dem ist entgegenzuhalten, daß mitunter sogar Zweifel an der Echtheit jenes Cyrill-Zitats
geäußert werden. Außerdem hat der jedes Traditionalismus unverdächtige Nußbaum selber geschrieben,
daß es undenkbar sei, daß man damals den heiligen Leib in die Finger genommen habe. Cyrill schreibt,
daß man alle Vorkehrungen im Hinblick auf den möglichen Partikelverlust treffen müsse. Wo sind die
Patenen? Wer purifiziert sich die Hände, wenn er das Sakrament schon umbedingt in die Hände nehmen muß?
@Dr. Otterbeck: Ich wundere mich vollkommen über Ihre Bemerkung. Worin besteht die sprituelle Erneuerung
des Konzils? Ich vermag nur Banalität, Dummheit und Gottlosigkeit in der heutigen Kirche sehen. Vielleicht
könnten Sie meiner Wahrnehmung etwas auf die Sprünge helfen.
@ Irenäus Dein Hinweis, Handkommunion habe es früher nicht gegeben, ist nicht ganz korrekt. Der Kirchenlehrer
Cyrill von Jerusalem beschreibt ja detailliert, wie die Handkommunion würdig abzulaufen habe. Es gab
sie also auch schon früher. Das Problem bei der heutigen Handkommunion ist nicht, dass es unwürdig usw.
wäre, sondern das die Hälfte der Kommunikanten gar nicht mehr wissen, was das ist, was sie da in die
Hand gelegt bekommen.
#8 Dr. Otterbeck 11:12:46 | Donnerstag, 7. Juli 2005
D’accord Es ist völlig angemessen, dass die Traditionspflege in einem Katholizismus der Vielfalt einen
großzügigen Raum bekommt. Abzulehnen ist der Traditionalismus als Weltanschauung! Die Grenzlinie ist
vielen Tradi nicht bewusst, wann sie die wahrhaftige Religion, die das Antlitz des Herrn schaut, mit der
„Selbstbespiegelung“ verwechselt (ja, es gibt ein Umkippen des Traditionalismus in Homophilie und Päderastentum,
genau dort, wo der Glaube durch vermeintliche „Religion“ ersetzt wird). Wäre der Traditionalismus heute
„die Linie“ der Kirche, gäbe es keine Weltjugendtage, sondern nur noch jene 2.000, die jetzt, das Gesicht
dem „Königsheil“ zugewandt, anstatt mit dem Volk Gottes in Christus vereint, zelebrieren werden. Das
Vatikanum II als Misserfolg zu brandmarken, nur weil Paul VI umn des Heils der Welt willen zur Entäußerung
bereit war, ist eine Einflüsterung des bösen Windes und verkennt den unglaublichen Aufstieg, welche
die Kirche, spirituell betrachtet, im Innersten seit 1965 erlebt; die Volksmassen zählen können nur
soloche, denen daran liegt, sowohl forum internum als auch forum externum der Christgläubigen „im Griff“
zu haben, anstatt „das Opfer“ nicht nur darzubringen, sondern es zu leben.
@thaumaturgos Ja, 2000 haben sich für die Fahrt an sich angemeldet, aber wie viele sonst noch kommen,
dass kann man jetzt wohl noch kaum sagen. Besuchen auch nur noch etwa 2000 mehr die Gottesdienste dieser
Gruppe, dann sind das immerhin schon 1 % der Angemeldeten. Nicht viel, aber auch nicht sowenig, als das
man sagen könnte, es gäbe kein Traditionsbewusstsein unter der Jugend.
@thaumaturgos …da muß ich schon allein aufgrund meines historischen Studiums lachen. Komisch, aber
daß Sie über akademische Bildung verfügen ist Ihren Beiträgen nicht zu entnehmen, im Gegenteil. Mir
ist nur deren überdeutliche Schlichtheit aufgefallen. Im übrigen ist, was Sie da sagen, auch falsch.
Der Begriff Messe aller Zeiten ist leider etwas reißerisch und ungenau, trifft aber im Kern zu. Es ist
nun mal eine historisch erwiesene Tatsache, daß der neue Ritus Neuerungen enthält, die es in keinem
Ritus zu keiner Zeit in der Kirchengeschichte je gegeben hat (Zelebration versus populum, Handkommunion).Darin
hat sich im übrigen Klaus Gamber sehr verdient gemacht. Der gegenwärtige Papst hat ja selbst gesagt,
daß die Kirche einen uralten und rechtgläubigen Ritus nicht verbieten könne, wofür ihm große Dankbarkeit
gebührt.
WTJ mit tradis es ist ja nicht schwer aus halb oder ganz europa 2000 traditionalistische jugendliche anzukarren
für die schow, aber, alltäglich glaub ich nicht, daß man die in den pfarren hinterm herd hervorlocken
kann, wenn man tridentinisch kultet. und, im übrigen, ROMA LOCUTA CAUSA FINITA oder gilt das nur für
die ideen, die den tradis nicht passen wir haben einen gemeinsamen ritus und die kirche ist sehr wohl
berechtigt den immer wieder zu ändern von wegen, messe aller zeiten …da muss ich schon aufgrund meines
historischen studiums lachen!
@ Romulus Auf jeden Fall kann es nicht schlecht sein, der Kirche zu zeigen, dass es auch Jugendliche gibt,
die auf Tradition steht und von Jugendgottesdiensten mit Dudelmusik und NGL’s nichts anfangen kann. Bislang
herrscht nämlich vor allem auf Pfarrebene die Meinung vor, dass man mehr Jugendliche vor allem in die
Kirche bekommt, wenn man Gottesdienste extra für sie vorbereitet und dafür alle möglichen Bands usw
einlädt und seltsames Liedgut verwendet. Man übersieht dabei, dass die meisten (natürlich nicht alle)
Jugendlichen, die dann (meist ausnahmsweise) die Messe besuchen eben auch NUR wegen dieser Musik kommen
und nicht wegen der Eucharistie.
Nicht zu negativ sein! Sogar ‘KatholiekNederland’, Internetdienst bekannt für seine niederländisch-progressistisch
katholischen Kurs, gemixt mit Neokonservatismus bei Zeit und Weile, berichtete staunend über „altmodische
Jugendlichen“. Ist ja gut. Ich würde nicht zu negativ gegenüber den feiernden Kardinälen sein und Msgr.
W. Haas verdient durchaus unsere Unterstützung.
@Romulus Wenn die Geistlichen doch sooooo für die tridentinische Messe sind, dann sollen sich doch dafür
in Rom einsetzen und nicht mit nen paar Jugendlichen so ‘ne Show abziehen. Es geht sicherlich nicht darum,
„für“ oder „gegen“ den überlieferten Ritus zu sein und sich dementsprechend in Rom einzusetzen. Immerhin
ist der Präfekt der Liturgiekongregation mit dabei und wer die Einstellung des jetzingen Papstes zur
Liturgiereform und zum Stellenwert der traditionellen Messe nicht kennt, der hat eben versäumt, sich
darüber zu informieren. Hier sei auf die entsprechenden Stellen in Ratzingers eigenen Büchern verwiesen.
Es gibt also gar keinen Grund, sich in Rom für die „tridentinische“ Messe einzusetzen. Alleine die breite
Unterstützung, die „Juventutem“ erfährt, zeigt doch, daß man sich doch von der Infragestellung der
eigenen Tradition distantziert und sich eines besseren belehrt. Und wer diese wichtige Unterstützung
seitens hoher kirchlicher Würdenträger durch Begleitung und Gebet als „Show“ bezeichnet, disqualifiziert
sich selber, die Sachlage adäquat zu beurteilen.
Eine Gruppierung mehr, na und da versammelt sich ja echt die Crème dela Crème von Würdenträgern. Aber
Spass beiseite. Dass ich nicht lache. Wenn die Geistlichen doch sooooo für die tridentinische Messe sind,
dann sollen sich doch dafür in Rom einsetzen und nicht mit nen paar Jugendlichen so ‘ne Show abziehen.
Aber nichts passiert. Auf viele dieser Herren können die Jugendlichen gerne verzichten. Soll ich euch
mal sagen, wie das eingeordnet wird: „Na und, gibt’s eben ne Gruppierung mehr in der Kirche, die ist nicht
links und macht politische Nachgebete, sondern rechts und feiert tridentinische Messen.“ Damit, Freunde,
nivelliert ihr das, für was ihr antretet.