Österreich
Ernennungen in Feldkirch
Der designierte Bischof von Feldkirch hat den Namen seines zukünftigen Generalvikars angekündigt. Der neue Amtsinhaber gilt als Vertreter des linken kirchlichen Spektrums. Gleichzeitig besetzte der zukünftige Bischof den Posten des Pastoralamtsleiters, der laut Kirchenrecht einem Priester vorbehalten ist, mit einem Laien.
(kreuz.net, Feldkirch) Der neuernannte Bischof von Feldkirch, Mons. Elmar Fischer, kündigte heute an, daß er den bisherigen Pastoralamtsleiter Benno Elbs (44) zum nächsten Generalvikar der Diözese ernennen werde.

Feldkirch liegt im westlichsten österreichischen Bundesland Vorarlberg. Bisher war Mons. Elmar Fischer der Generalvikar der Diözese. Er wird am 3. Juli in Feldkirch zum Bischof geweiht und die Nachfolge des nach St. Pölten berufenen Bischofs Mons. Klaus Küng antreten.

Benno Elbs wird offiziell am Tag nach der Bischofsweihe ernannt werden. Das gab der designierte Bischof in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem zukünftigen Generalvikar am Dienstag bekannt.

Vorher hat Mons. Elmar Fischer dieses Amt 15 Jahre lang ausgeübt.

Wie sein zukünftiger Bischof ist der zukünftige Generalvikar Elbs ein ausgebildeter Psychotherapeut.

Elbs wurde 1986 zum Priester geweiht und war anschließend als Kaplan und Rektor des Studieninternats Marianum tätig. Seit 1. September 1994 ist er Leiter des Pastoralamts der Diözese Feldkirch.

Mons. Fischer lobte Elbs’ Fachkompetenz in kirchlichen und theologischen Fragen, seine Weitsicht „und nicht zuletzt sein gutes Gespür für die Anliegen der Menschen“.

Letzteres ist im Kirchenjargon eine Code-Formulierung für die Bereitschaft, glaubenszersetzenden und kirchenfremden Ideen und Praktiken nachzugeben.

Aus seiner über zehnjährigen Erfahrung als Leiter des Pastoralamts bringe Elbs eine große Erfahrung mit: „Er ist Gott sei Dank bereit, das Amt des Generalvikars zu übernehmen. Ich bin froh, ihn an meiner Seite zu haben.“

Elbs bekannte seinerseits, daß ihm die Entscheidung insofern schwer gefallen sei, weil er sich in seinem Innersten als Seelsorger sehe und verstehe. Er wolle dies trotz der vielen Verwaltungsaufgaben auch als Generalvikar bleiben.

„Die Seelsorge ist mir ein zentrales Anliegen geblieben: die Kirche ist ein Leuchtturm für Gott-Suchende und Sinn-Suchende“, erklärte der Neuernannte.

Der 44jährige Priester galt nach dem Wechsel von Bischof Klaus Küng nach St. Pölten als einer der Favoriten für den vakanten Bischofsstuhl.

Kurz vor der Ernennung des Feldkircher Bischofs charakterisierte ein Laientheologe den Pastoralamtsleiter auf ‘Vorarlberg Online’ als jemanden, von dem man sich in Bezug auf „völlig überflüssige alte Strukturen wie Zölibat, Männerwirtschaft und die Bewahrung des Höllenglauben“ Änderungen erwarten dürfe.

Er würde „frischen Wind“ und „etwas Schwung in das Kirchendenken“ bringen. Unter Elbs könnten „alte Verkrustungen endlich aufweichen“ und „neues Leben“ in die Kirche einkehren.

Als neuer Pastoralamtsleiter wird der Laientheologe Walter Schmolly (41) eingesetzt.

Weil er Laie ist, wird Schmolly aber den Titel „Geschäftsführer des Pastoralamtes“ tragen. Mit dieser Umbenennung läßt sich das Kirchenrecht umschiffen, welches kirchliche Leitungsfunktionen an die Priesterweihe bindet.

„Die Führung des Pastoralamtes ist an den Bischof und den Generalvikar gebunden“, rechtfertigte sich der designierte Bischof Fischer. Schmolly werde aber mit allen Fragen betraut, die bisher in Elbs’ Zuständigkeit fielen.

Walter Schmolly nahm nach absolviertem Diplomstudium der Mathematik das Studium der Selbständigen Religionspädagogik auf.

Von 1994 bis 1998 war er an der Universität Innsbruck Assistent am Institut für Fundamentaltheologie. Seit 1999 leitete der Laientheologe das Katholische Bildungswerk Vorarlberg. Er ist verheiratet und Vater eines dreijährigen Sohnes.

Mons. Fischer gab ferner bekannt, daß der bisherige Gerichtsvikar Walter Juen nach der Bischofsweihe am 3. Juli für die kommenden fünf Jahre in seinem Amt bestätigt werde.

Bei den Diözesanen Räten wird es keine Veränderungen geben.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Yersinia   19:03:59 | Mittwoch, 29. Juni 2005
@ontos: wie soll denn die katholische Kirche ihre Lehre „autoritär durchsetzen“?
da bin ich jetzt aber wirklich sehr auf deine Vorschläge gespannt! vor allem: wie will man gegenüber unabhängigen Menschen etwas autoritär durchsetzen?
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#5   Peccator   10:09:18 | Mittwoch, 29. Juni 2005
@Jersinia
In der Tat glaube ich nicht nur, daß bei durchgreifenden autoritären Maßnahmen die Lehre der Kirche befolgt wird, es ist auch historisch nachweisbar, daß dies so geschieht. Natürlich muß man dann damit rechnen, daß eine größere Anzahl von Häretikern die Kirche verläßt, doch das ist nicht schlecht sondern gut. Neben den Sakramenten ist das Glaubensgut das wertvollste, was die Kirche besitzt. Heute läßt man auf allen kirchlichen Ebenen zu, daß dieses Gut zerstört wird, teilweise hilft man noch mit dabei. Das dies mit Absicht geschieht wird dadurch sichtbar, daß diejenigen, die an der Überlieferung festhalten, wo nur möglich schikaniert werden. Nicht umsonst bleiben die Mitarbeiter dieser Website, die teilweise im kirchlichen Dienst sind, anonym. Sie würden ihre Stelle verlieren. Die hingegen, die alles tun, um einen neuen Glauben zu installieren, werden gefördert. Finden Sie das richtig so?
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#4   Benedikt   02:29:36 | Mittwoch, 29. Juni 2005
@ Knecht Ruprecht
Na, wir wollen doch mal hoffen, dass wir alle in der Lage sind, uns dem Satan zu verweigern…
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#3   kreuzi   23:10:30 | Dienstag, 28. Juni 2005
.
Gab es eine Begründung, wieso man auf einen Priester verzichtet und stattdessen einen Laien nimmt und für ihn den Posten extra umbenennt, damit er überhaupt eine Aufgabe in der Kirche übernhmen kann? Aber natürlich ist es auch einem Laien zu zu trauen, sich dem Satanismus zu verweigern und dem Papst zu folgen.
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#2   Yersinia   19:05:56 | Dienstag, 28. Juni 2005
Verwunderung
„Letzteres ist im Kirchenjargon eine Code-Formulierung für die Bereitschaft, glaubenszersetzenden und kirchenfremden Ideen und Praktiken nachzugeben.
„ glaubt die kreuz.net-Redaktion derartige „Ansagen“ eigentlich selber? man kann doch anderen Kirchenmenschen mit noch dazu eh nur leicht unterschiedlicher Weltsicht nicht automatisch Dummheit, Naivität, Anbiederung oder bewußte Zerstörung der Kirche unterstellen – nichts anderes tun solche Aussagen.
Und glaubt jemand wirklich, lehramtliche Aussagen würden bei entsprechend autoritärer Verkündigung wirklich eher befolgt? Das war wohl nie wirklich der Fall, bloß sind heutige Lebensweisen ganz einfach „sichtbarer“ gegenüber früheren Zeiten, wo alles heimlicher und im Verborgenen geschah.
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#1   Athanasius   16:57:30 | Dienstag, 28. Juni 2005
Kein Ende am Chaos?
Als neuer Pastoralamtsleiter wird der Laientheologe Walter Schmolly (41) eingesetzt.
Ist ein respektier Psychologe scheint es, das ist der Eindruck den man im Fernsehen bekommt.
Er hat ja auch die Piusbruderschaft mal kommentiert im ÖTV, offenbar mit kaum vorhandenen Kenntnissen.
Klicke hier für die Sendung mit Herrn Schmolly über die „Angsthasen der Piusbruderschaft“:
…dents.fh-vorarlberg.ac.at/…o1036/pribru_orf.mov
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