Heute morgen stellte Papst Benedikt XVI. einen neuen Kurzkatechismus vor. Das verwendete Frage-Antwort Schema knüpft ebenso an traditionelle Katechismen wie die lateinischen Gebete im Anhang. Eine deutsche Übersetzung soll in wenigen Wochen vorliegen.
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. stellte heute um 11.00 Uhr einen lange erwarteten Kurz-Katechismus
vor. Er ist eine 200seitige Zusammenfassung des im Jahre 1992 erschienenen „Katechismus der Katholischen
Kirche“. Die Präsentation fand im Apostolischen Palast statt.
Die Kurzfassung wurde von einer internationalen
Kommission verfaßt. Deren Vorsitzender war der bisherige Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal
Ratzinger. Zu den Mitgliedern der Kommission zählte auch der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal
Schönborn.
Das sogenannte „Kompendium“ ist gegenwärtig nur auf Italienisch erhältlich. Es soll auch
in Supermärkten, Autobahnraststätten und auf Flughäfen verkauft werden.
Eine deutsche Übersetzung
liegt bereits vor und wird schon in wenigen Wochen publiziert sein.
„Der Papst wünscht, daß das Buch
bis zum Kölner Weltjugendtag vorrätig ist und den Jugendlichen verteilt werden kann“, erklärte ein
Vertreter der Glaubenskongregation gegenüber Radio Vatikan.
Die deutsche Bischofskonferenz ist in diesen
Tagen dabei, einen Verlag für das Werk zu finden. Bei der Übersetzung des Kurzkatechismus in die Weltsprachen
arbeitet die Glaubenskongregation mit den Bischofskonferenzen der Sprachregionen zusammen.
Der Frage-Antwort
Stil erinnert an die berühmten Katechismen von Petrus Canisius oder Papst Pius X. († 1914). Die 598 Fragen
reichen von „Was ist der Plan Gottes für den Menschen?“ bis „Was bedeutet das Amen?“.
Dem Werk gehen
zwei Vorworte voraus: ein „Motu Proprio“ von Papst Benedikt XVI. und die Einführung des ehemaligen Präfekten
der Glaubenskongregation.
Ein Motu Proprio ist ein Brief des Papstes, den er „aus eigenem Antrieb“ –
Lateinisch: „motu proprio“ – an die Kirche oder Teile davon richtet.
Wie der Weltkatechismus ist auch
dessen Kurzform in vier große Kapitel unterteilt: Glaubensbekenntnis, Sakramente, christliches Leben
und Gebet.
Der Text ist durch 15 Abbildungen aufgelockert. Es handelt sich um Mosaiken, mittelalterliche
Miniaturen und Gemälde, die sich mit biblischen Themen befassen.
Kurze Zitate der Kirchenväter unterbrechen
den Rhythmus aus Fragen und Antworten.
Im Anhang finden sich die christlichen Grundgebete aus der westlichen
und der östlichen Tradition. Auch das katholische Grundwissen – wie zum Beispiel die sieben Hauptsünden –
wurde nicht vergessen.
Radio Vatikan rühmte die „kurzen, oft brillanten Formulierungen“ und lobte die
klare und nüchterne Gliederung.
Der Heilige Vater betonte, daß der Kurzkatechismus zur Vermehrung des
Wissens beitragen möge. Er enthalte alle wesentlichen Elemente des Glaubens und der Moral in klaren und
einfachen Formulierungen.
Bisherige publizierte Kurzfassungen des Weltkatechismus seien nur teilweise
geglückt. Bisweilen habe es an einer umfassenden Darstellung der katholischen Lehre gemangelt.
Der Kurzkatechismus
ist nach den Worten des Heiligen Vaters in zwei intensiven und fruchtbaren Jahren entstanden. Alle Kardinäle
und Bischofskonferenzen hätten mitgeholfen.
„Ich übergebe das Werk an die Kirche – und alle Menschen
guten Willens. Es ist kein neuer Katechismus, sondern eine Zusammenfassung des Weltkatechismus“, sagte
der Papst.
Der Weltkatechismus sei die Quelle, um das Kompendium besser zu verstehen: „Er ist das Modell
und der Bezugspunkt und verliert nichts von seiner Autorität und Bedeutung.“
Im Anhang werden fast alle
Gebete auch auf Lateinisch abgedruckt. Die Kirchensprache garantiere nach den Worten des Papstes die Kontinuität
mit den Wurzeln. Sie bleibt wichtig, um die Einheit im Glauben der Kirche zu bewahren.
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4 Lesermeinungen
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. Ich finde es ohnehin schade, dass der Kathchismus nicht den Stellenwert der Bibel hat und z.B. bei der
Erstkommunion oder der Firmung zusammen mit der Bibel ausgehändigt wird. Denn grade durch den Katechismus,
wird der Katholik mündig und aufgeklärt.
Na, Konrad, was habe ich gesagt? Hl. Pius X. gehört noch immer zur communio sanstorum und wirkt in seinen
Nachfolgern fort, und nicht auf dem „anderen Ufer“. Glückauf!
Zum Fest der hl. Apostel Peter und Paul: Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus papam Benedictum XVI. –
et nunc habemus compendium fidei! Pax et bonum amicus Konrad