Das kommunistische Regime der Volksrepublik China hat eine Bischofsernennung des Heiligen Stuhls anerkannt – oder eher umgekehrt. Jetzt beginnt man zu hoffen oder zu bangen.
(kreuz.net, Schanghai) Mons. Josef Xing Wendschi (42) wurde am Dienstag zum Weihbischof der regimehörigen
Diözese von Schanghai konsekriert. Schanghai ist eine Hafenstadt im Osten Chinas.
Der neue Weihbischof
studierte in den USA und war bisher Generalvikar der Patriotischen Diözese von Schanghai.
Mons. Xing
wurde für die sogenannte „Patriotische Vereinigung“ geweiht. Sie ist eine vom kommunistischen Staat kontrollierte
und organisierte Gegenkirche mit ungefähr fünf Millionen Anhängern. Auf staatliche Anordnung lehnt
sie die römische Jurisdiktion ab.
Die romtreuen Katholiken, für welche die „Patriotische Vereinigung“
ein Greuel ist, leben in China im Untergrund und werden von den Kommunisten brutal verfolgt.
Es war darum
eine Sensation, als der angehende Weihbischof vor seiner Konsekration in aller Öffentlichkeit erklärte,
daß er auch ein Ernennungsschreiben des Heiligen Stuhls besitze.
Der patriotische Bischof von Schanghai,
Mons. Aloysius Dschin Luxian (89), war bei der Bischofsweihe der Hauptkonsekrator.
Am Ende der Messe
mußte er wegen seiner Altersbeschwerden im Rollstuhl weggefahren werden. Am anschließenden Festessen
nahm der regimehörige Bischof nicht teil. Der neue Weihbischof soll zukünftig für ihn die Amtsgeschäfte
führen.
Nach seiner Konsekration erklärte der Neugeweihte, daß das Bischofsamt keine Ehre, sondern
eine Aufgabe sei. Er bezeichnete sich selbst als „der kleine Bruder“, der allen in der Diözese dient
und ein Vorbild sein möchte.
Mons. Josef Xing Wendschi war der Wunschkandidat der kommunistischen Partei.
Dennoch beurteilt der katholische Nachrichtendienst ‘AsiaNews’ die Weihe des von Rom bestätigten Weihbischofs
vorsichtig positiv.
Sie könnte bedeuten, daß das Regime die Verbindung eines Bischofs mit dem Heiligen
Stuhl zukünftig nicht mehr als Bedrohung und Einmischung eines fremden Staates in die inneren Angelegenheiten
Chinas betrachten wird.
Die doppelte Anerkennung ist vielleicht auch ein Gewinn für die chinesischen
Katholiken. Sie könnte einen Beitrag zur Überwindung der schweren Spaltung leisten, die zwischen der
katholischen Untergrundkirche und der regimehörigen Staatskirche besteht.
Allerdings hat auch das Regime
ein konkretes Interesse, daß die Patriotischen Bischöfe den römischen Segen bekommen.
Denn in den
letzten Jahren sind regimehörige Bischöfe nicht selten auch von ihren eigenen Gläubigen abgelehnt worden.
Letztere blieben den Bischofsliturgien fern und nahmen nicht einmal an Beerdigungen von Regimebischöfen
teil.
Außerdem halten die Kommunisten durch die vatikanische Anerkennung von Mons. Josef Xing einen
Trumpf gegen die verfolgten Katholiken in der Hand.
Diese sind gezwungen Mons. Xing anzuerkennen, obwohl
er im wesentlichen von ihren Verfolgern ernannt wurde.
Es ist ferner unklar, wieviele Freiheiten die
Regierung dem neuen Bischof gewähren will. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, ob dem Bischof erlaubt
wird, normale Beziehungen mit dem Papst und der Römischen Kurie aufzunehmen.
Eine offene Frage ist auch
das Schicksal des gegenwärtigen katholischen Märtyrerbischofs von Schanghai, Mons. Joseph Fan Schongliang.
Das Haus des greisen Bischofs wird seit Jahren von der Polizei beschattet. Ihm wird jeder Zugang zu den
Gläubigen verwehrt.
Jetzt ist die Stimmung in Schanghai verhalten positiv. Einige Gläubige erhoffen
sich von der katho-kommunistischen Doppelnominierung eine Verbesserung der Beziehungen zwischen der Volksrepublik
und dem Heiligen Stuhl. Das berichtet ‘AsiaNews’ mit Bezug auf Quellen in Schanghai.
Andere äußern
Zweifel an der Persönlichkeit von Mons. Xing. Er besitze eine zu schwache Persönlichkeit, um dem Druck
und der Kontrolle des Regimes standzuhalten.
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4 Lesermeinungen
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Man kann ja auch deutlich an den Kaseln sehen… …wie sehr die Patriotisch Chinesisch-COmmunistisch-„Katholische“
Kleriker an der Neuen Theologie und dem neuen Messritus mit Missbräuchen hängen. Modernismus ist ja
eigen am Kommunismus. Schreckliche Kasel. „Gott ist SChönheit“, sagte Augustinus. Und wer von Ihm gesegnet
ist, hat äussere UND innere Schönheit.
Jaja… Ist ja auch schön, wenn man bedenkt, dass die „Patrioten“ (lies Kommunisten) der Regimeskirche,
nichts von ihrer Gutheissung der Abtreibung abnehmen müssen. Aber dieses Verrat und diese Kapitulation
war ja zu erwarten nach dem Verratskonzelebrieren von Kardinal Etchegaray. Ist ja auch nicht schlimm,
wenn man schismatisch ist, den Papst als „Nationsfeind“ bezeichnet, und 1000e von Bischöfen weiht. So
lange man nur unbedingt dem II. Vatikanum zustimmt und ihrem Geiste. Dann schaut das neokonservative Establishment
schon über Abtreibung, Ketzerei und Schismatismus hinweg. Das II. Vaticanum wurde praktisch nie abgelehnt
von der Regimesklerusorganisation, da ja in Rom von 1962-1965 auch russische „Kontrolleure“ dabei waren.
Und die Verurteilung des Kommunismus wie gefragt von der „Coetus Internationalis Patrum“ von kard. Spellman,
Ottaviani, msgrs. Lefebvre, De Castro Mayer, Bacci usw. wurde ja vorneherein bereits abgelehnt von den
Konzilsvorsitzenden. Und das kommunistische Régime hat schnellstens eingesehen, dass die tridentinische
hl. Messe zu sehr die Leute an der alten Lehre bindet und hat den Novus Ordo imitiert.
Vielschichtig… … und mit reiner Schwarz-Weiß-Malerei kaum zu erfassen ist die Situation der Katholiken
in China. An der Objektivität und am Informationsgehalt Ihres Artikels zweifle ich sehr. Mittlerweile
gibt es vielfache Kontakte zwischen der Patriotischen Vereinigung und den verfolgten, romtreuen Katholiken
und umgekehrt. Mehrere Bischöfe der Patriotischen Vereinigung wurden bereits von Rom und von Bischöfen
der Untergrundkirche als rechtmäßig anerkannt bzw. bestätigt. Die Patriotische Vereinigung hat heute
alle Beschlüsse des II. Vaticanum rezipiert und kommemoriert den Heiligen Vater in ihren Liturgien. Das
war vor einigen Jahren noch völlig anders. Eine Wiedervereinigung von Patriotischer Vereinigung und den
romtreuen Katholiken ist in nicht mehr weiter Ferne auszumachen. Die politischen Beziehungen zwischen
China und Vatikan verbessern sich außerdem zunehmend. Dabei will ich nicht verschweigen, dass es immer
noch Rückfälle, wie Verhaftungen von romtreuen Klerikern und Gläubigen gibt. In letzter Zeit wurden
aber vermehrt positive Signale durch baldige Freilassungen gesetzt.