Der Rassismus der Aufklärer zeitigte im europäischen Kolonialismus ihre barbarischen Früchte. Von Christian Dammkötter.
1942 weihte Bischof Gotthardt den ersten einheimischen Priester aus dem Stamm der Ovambos.
(kreuz.net) Der französische Kirchenhasser und Aufklärung Voltaire († 1778) teilte die Menschheit in
hochwertige und minderwertige Rassen ein.
Auf die unterste Stufe der Rassenhierarchie setzte er die Neger,
weil sie nach Voltaires Ansicht dumm, faul und hinterhältig sind.
Bei den Schwarzafrikanern unterschied
er noch einmal die „Neger“ von den untermenschlichen San-Völkern im südlichen Afrika, die er „Kaffern“
oder „Hottentotten“ nannte.
Deutsche Kolonien in Namibia
Um 1880 ließen sich deutsche Kaufleute und
Siedler in Süd-West-Afrika nieder.
Sie übernahmen diese Spottnamen, die ursprünglich von den südafrikanischen
Buren stammten.
Im Jahr 1884 wurde das Gebiet des heutigen Namibia Kolonie des Deutschen Reiches mit
einer deutschen Verwaltung und einer kleinen Schutztruppe.
Nach einigen Scharmützeln wurden mit den
beiden einheimischen Volksgruppen der Namas und Hereros Verträge ausgehandelt.
Es fühlte
sich bald von den expandierenden deutschen Siedlern, von den Landkäufen der Kolonialgesellschaft und
von den skrupellosen Händlern in ihrer Existenz bedrängt.
Herero-Anführer mobilisierten im Frühjahr
1904 gegen deutsche Handelsstationen und überfielen Farmen der Kolonisten.
Die rasch auf 15.000 Soldaten
aufgestockte deutsche Schutztruppe erklärte dem Herero-Volk den Krieg und besiegte im August 1904 die
Herero-Kämpfer.
Sie verdursten
Der größte Teil der Hereros floh daraufhin in die fast wasserlose
Omaheke, ein Ausläufer der Kalahari-Wüste.
Der deutsche General Lothar von Trotha († 1920) ließ das
Gebiet abriegeln und die Flüchtlinge von den wenigen dort existenten Wasserstellen verjagen.
Die Folge
war, daß Tausende Hereros mitsamt ihrer Familien und Rinderherden verdursteten.
Deutscher General schießt
auch auf Frauen und Kinder
General von Trotha ließ den Gejagten mitteilen:
„Innerhalb der deutschen
Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen.
Ich nehme keine Weiber
und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auch auf sie schießen.“
Der
General kommentierte seinen Befehl so: „Ich glaube, daß die Nation der Herero als solche vernichtet werden
muß.“
Die Hälfte des Volkes ermordet
Der damalige Chef des deutschen Generalstabs, Alfred Graf von
Schlieffen(† 1913), unterstützte den Vernichtungskrieg:
„Der entbrannte Rassenkampf ist nur durch die
Vernichtung einer Partei abzuschließen.“
Auf Betreiben von Reichskanzler Bernhard von Bülow († 1929)
wurde der Vernichtungsbefehl zwei Monate später durch den Kaiser wieder aufgehoben.
Von dem 1904 auf
40.000 Personen geschätztem Herero-Volk zählte man nach dem Krieg noch etwa 25.000. Einige Tausend waren
ins benachbarte Betschuanaland geflüchtet.
Die Rassismus der Aufklärer von Voltaire bis Kant hatte
ihre schreckliche Ernte gezeitigt.
Die Muttergottes erreicht Namibia
Ganz andere Ergebnisse zeigt die
katholische Missionsarbeit im Gebiet des heutigen Namibia.
Im Jahr 1896 gründete der deutsche Zweig
des Missionsordens der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria (OMI) bei Windhoek eine erste Missionsstation.
Von der deutschen Kolonialbehörde wurde den Patres jede Mission bei den Hereros und Namas verboten.
Die Mission bei den Ovambos
Man wies ihnen die nord-östlichen Stammesgebiete der Ovambos am Okawango-Fluß
zu, die wegen ihrer damaligen Unzugänglichkeit nur formell unter der deutschen Kolonialverwaltung standen.
Neun Ochsenkarrenexpeditionen in das entlegene Missionsgebiet scheiterten wegen Krankheit, Witterung
oder dem Herero-Krieg.
Erst im Jahr 1910 konnten die Ordensleute unter der Leitung von Pater Joseph Gotthardt
(† 1963) bei den Stämmen der Ovambos die erste Missionsstation errichten.
Das Licht des Glaubens
Weitere
zehn Jahre brauchten die unermüdlichen Glaubensboten, um die einfachen Leute aus ihrem heidnischen Wahn
zu befreien.
Pater Gotthardt verhinderte zudem mehrmals, daß die Dorfoberen ihre Untertanen an arabische
und portugiesische Sklavenhändler verkauften.
Auch gegen den einträglichen Regenzauber der Häuptlinge
predigten die Missionare an.
Andere Stammeszauberer ließen sich die Schädigung und sogar Tötung persönlicher
Feinde teuer bezahlen.
Die Häuptlinge praktizierten und duldeten Diebstahl und Erpressung.
Schließlich
vertrieb das Evangelium heilend die Polygamie und die Verheiratung von Kindern.
Der erste Priester
Pater
Gotthard verurteilte den Rassismus der südafrikanischen Militärherrschaft über Süd-West-Afrika seit
1918 und forderte die Ausbildung der afrikanischen Massen.
Als Apostolischer Präfekt (1921) und erster
Missionsbischof von Süd-West-Afrika (1926) ließ er 54 Schulen, eine Lehrerbildungsanstalt, sechs Krankenhäuser,
13 neue Missionsstationen und 30 Kirchen und Kapellen bauen.
Im Jahr 1942 weihte Bischof Gotthardt in
der neuerbauten Kathedralkirche von Windhoek den ersten namibischen Priester.
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189 Lesermeinungen
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#191 Thomasius 12:16:34 | Samstag, 17. Dezember 2011
#188 Jubärens Natürlich stand im Vordergrund, sie zu besiegen, sie tributpflichtig zu machen und sie
vom heidnischen Glauben abzubringen – sprich sie zu taufen. N ur wer sich nicht taufen ließ, hatte die
Wahl, getötet oder versklavt zu werden. Es war Alkuin, der an diesem Verfahren Kritik äußerte und meinte,
der Taufe solle doch eine Belehrung über den Glaubensinhalt vorausgehen. So wurde teilweise berichtet,
dass die gerade getauften Barbarenvölker die heidnischen Riten beibehielten. Doch allgemein: Wenn ein
Professor in seiner Vorlesung Berichte von Heiligen zitiert, so gehe ich zunächst davon aus, dass diese
Zitate korrekt sind. Bei den Berichten geht es zumeist um die Beweisführung, dass der christliche Gott
der Stärkere ist im Vergleich zu den Heidengöttern. Da sind sich alle einig.
#190 Jubärens 11:52:20 | Samstag, 17. Dezember 2011
Vielen Dank für Ihre interessanten Quellenhinweise, Thomasius. Aber auch mit diesen Quellen und Zitaten
mit Beispielen von Sklavenhaltung in der frühmittelalterlichen Kirche und Gesellschaft können Sie Ihre
pauschale Ausgangsbehauptung nicht belegen, dass es für Christen „üblich war, ganze „Heidenvölker“
zu bekämpfen und dann „zu versklaven“,
#189 Thomasius 16:57:23 | Donnerstag, 15. Dezember 2011
#185 Jubärens Zunächst bin ich bei Chr. Delacampagne fündig geworden: „Papst Gregor I. (590-604) zum
Beispiel verbot Sklaven, freie Christen oder Christinnen zu heiraten. Das ganze Mittelalter hindurch arbeiteten
tausende von Sklaven auf den bei Rom gelegenen Landgütern der Päpste oder auf den Besitzungen der großen
Klöster der abendländischen Christenheit. Die Abtei Saint-Germain des Prés zu Paris beschäftigte auf
ihren riesigen Fronhöfen zu Anfang des 8. Jahrhunderts mehr als achttausend Sklaven. Etwas später, unter
Karl dem großen (768-814), wurde Priestern kirchlicherseits ausdrücklicherlaubt, zwei Sklaven, einen
Mann und eine Frau, zu besitzen. Es gab nur eine offizielle Einschränkung und die betraf den Besitz christlicher
Sklaven durch Juden, den bereits der römische Kaiser Konstantin II 339 verbhoten hatte. Dieses zweifelsohne
regelmäßig übertretene Verbot (besaßen doch die Juden wie die Christen Sklaven und trieben manchmal
Handel damit) wurde im Laufe der folgenden Jahrhunderte häufig wiederholt-besonders in der Siete Partidas
(1256-65),einer unter König Alfons X.,dem Weisen, von kastilien angelegten Sammlung von Gesetzestexten,
die jeden dieses Verbechens schuldigen Juden mit dem Tode bestrafte. Man ahnt, was dahinter steckt: Da
das mosaische Gesetz den Besitzer jüdischer Sklaven verpflichtete, diese nach sieben Jahren freizulassen,
mussten Christen im Dienste eines jüdischen Besitzers nur zur Religion ihres neuen Herrn konvertieren,
um baldmöglichst ihre Freiheit …
#187 Jubärens 09:37:55 | Donnerstag, 15. Dezember 2011
#184 Thomasius fragt: „Behaupten Sie nur oder können Sie ihre Behauptungen durch Zeitzeugen belegen?
Normalerweise sind die „Quellen“ Jahrzehnte später ausformuliert worden und in „bestimmter Absicht“ geschaffen
worden.“ Ihre Ausgangsbehauptung, dass es für Christen „üblich war, ganze „Heidenvölker“ zu bekämpfen
und dann „zu versklaven“, wie das tatsächlich die heidnische Wikinger über zwei Jahrhunderte machten,
können Sie weder mit Zeitzeugen-Quellen noch mit späteren Berichten belegen.
#186 Thomasius 17:11:08 | Mittwoch, 14. Dezember 2011
#183 Jubärens Behaupten Sie nur oder können Sie ihre Behauptungen durch Zeitzeugen belegen? Normalerweise
sind die „Quellen“ Jahrzehnte später ausformuliert worden und in „bestimmter Absicht“ geschaffen worden.
#185 Jubärens 16:46:46 | Mittwoch, 14. Dezember 2011
Jetzt lenken Sie nicht mit „Sklavenhandel“ quer durch das christliche Frankenreiche nach Spanien ab von
Ihrer falschen Ursprungsbehauptung, dass es für Christen „üblich war, die „Heidenvölker“ zu bekämpfen
und zu versklaven, wenn sie nicht ihren bisherigen Glauben abschworen“ Das ist in dieser Form falsch für
die Hauptversklavungszeit vom 9. bis 11. Jahrhundert. Es waren die heidnischen Skandinavien-Völker, die
den barbarischen Menschenraub östlich der Elbe systematisch betrieben und damit den Sklavenhandel mit
den muslimischen Staaten anheizten. Als die Nordmänner um 1050 durch den hl. Olaf christlich wurden,
ging der Menschenraub und Sklavenhandel merklich zurück und der Sklavenmarkt trocknete in Mitteleuropa
schließlich aus – ein Erfolg der chrislichen Mission – wie auch in dem Artikel über Namibia beschrieben.
#184 Thomasius 08:03:09 | Mittwoch, 14. Dezember 2011
#181 Jubärens Sie werden es nicht glauben. Ich befasse mich gerade mit der Geschichte der Missionierung
in Europa und zusätzlich mit der Geschichte Russlands. Die Quellen der ersteren bilden fast ausschließlich
Aufzeichnungen von Mönchen (Christen), die ihrem Abscheu vor verstockten Heiden hinreichend Ausdruck
verleihen. Der von Ihnen beschriebene Sklavenhandel wurde ausschließlich durch „christliches“ Gebiet
durchgeführt. Daher sind Hinweise, die Christen würden sich nie für „Juden“ oder sonstige „Heiden“
auf ihren Gebiet interessiert haben, etwas abwegig.
#183 Jubärens 17:14:57 | Dienstag, 13. Dezember 2011
#176 Thomasius Sie schreiben anscheinend nach dem Grundsatz: Was ich historisch nicht so genau weiß,
dass erkläre ich mir aus meinem Kirchenhass – anders lassen sich Ihre Pantasievorstellungen zu historischen
Gegenbenheiten kaum einordnen, wenn Sie behaupten, „dass später die nach der „Völkerwanderung“ nachrückenden
„Völker“ einfach „Slawen“ genannt wurden. Hiervon unabhängig war es üblich, die „Heidenvölker“ zu
bekämpfen und zu versklaven, wenn sie nicht ihren bisherigen Glauben abschworen und sich taufen ließen.
Weil sie besiegt wurden, hatte sich ja erwiesen, dass der Gott der Christen stärker ist.“ Die Sklavenjagd
auf die Volksschaften zwischen Elbe und Wolga in den Jahrhunderten zwischen 850 und 1050 wurden eingeführt
und im großen Stil von den heidnischen skandinavischen Völkern praktiziert wie Dänen, Wikingen, Warager
und vor allem die Jom-Wikinger im Odermündungsgebiet. Diese Nordmannvölker waren es auch, die den Sklavenverkauf
und damit Sklavenhandel mit dem muslimischne Spanien und über Byzans mit den arabischen Staaten antrieben.
#179 Brandenburgis 12:13:53 | Dienstag, 13. Dezember 2011
Ich habe schon einen ersten Erfolg erzielt. In der „Chronica Slavorum“ des Arnold von Bremen ist ausschließlich „terra Sclavorum“, „Sclavicam“, „Sclaviam“, „Sclavi“ und „Sclavorum“ die Rede. Meine These ist also zu 100% bestätigt!!! Wenn man diese Chronik sorgfältig liest, wird man – wie überall – zu dem Ergebnis kommen, daß von einem aus Asien eingewanderten gigantischem „Slawenvolk“ nichts, aber auch nicht das Geringste bekannt ist. Bei Helmold von Bosau dürfte das nicht anders sein.
#178 Thomasius 09:00:19 | Dienstag, 13. Dezember 2011
#175 Jubärens Die Diskussion driftet ein wenig ab. Unstreitig hängen die Worte „ Slavi“ und Sclavi“
miteinander zusammen. Es mag sein dass die „Sclavi“ auf die Gewohnheit im Osten zurückzuführen sind,
„Barbaren“ (= Anderssprechende) zu versklaven (Voraussetzung für die „Demokratie“ in Griechenland) und
dass später die nach der „Völkerwanderung“ nachrückenden „Völker“ einfach „Slawen“ genannt wurden.
Hiervon unabhängig war es üblich, die „Heidenvölker“ zu bekämpfen und zu versklaven, wenn sie nicht
ihren bisherigen Glauben abschworen und sich taufen ließen. Weil sie besiegt wurden, hatte sich ja erwiesen,
dass der Gott der Christen stärker ist. Mehr brauchten sie ja zunächst nicht zu wissen. Diese „Denke“
berechtigte später auch die Aufteilung der Welt und damit die Gründing der Kolonien allenthalben.
#177 Jubärens 23:14:47 | Montag, 12. Dezember 2011
Sie haben aus dem Ärmel behauptet, Thomasius, dass zwar bei mittelalterlichen Abschriften Änderungen
vorkämen, bei Überschriften aber nicht. Das ist allerdings eine reine Phantasiebehauptung, die sie beweisen
müssten, aber nicht können. Im übrigen sollten Sie meine Argumentation vorher durchlesen, bevor Sie
die Behauptung unterstellen, „dass es die Bezeichnung Slavi für die Völker der Russen, Polen, Pruzzen,
Sorben u.s.w. nicht gegeben habe“. Meine Überlegungen bezogen sich auf o. g. unhaltbare These: „Gerade
der Umstand, dass zur Zeit der Abfassung der Originalschrift die Erinnerung an das Sklavenschicksal der
osteuropäischen Vöker noch lebendig war, also die später ‘Slawen’ genannten Völker tatsächlich ‘sclavi’
waren, bei der Abschrift im 15. Jahrhundert aber nicht mehr, drängt eher die Schlussfolgerung auf, dass
der Abschreiber die „sclavi“ zu den inzwischen üblichen „slavi“ ‘berichtigte’ – und zwar konsequent in
Überschrift und Textkorpus.
#176 Thomasius 16:31:59 | Montag, 12. Dezember 2011
#173 Brandenburgis Wie mit „Heiden“, wie mit „Untermenschen“ umgegangen wurde, ist mir schon bekannt.
Was man hier der „Aufklärung“ oder den Arabern anlastet, das haben die Christen alles vorgemacht. Ist
mir schon bekannt. Manchmal hat man die Juden mit dem Sklavenhandel „betraut“, um sich nicht „die Finger
schmutzig zu machen“ und Grund für Antisemitismus zu haben. Auch das ist bekannt. Wird hier ja auf kreuz.net
ständig wiederholt.
#175 Brandenburgis 15:54:41 | Montag, 12. Dezember 2011
Thomasius, wenn Du die äußerst umfangreiche Literatur zum Thema nicht kennst, dann ist das Dein Problem. Ich glaube, ich habe sogar hier auf x-net schon mal eine Bibliographie eingestellt.
#174 Thomasius 15:46:41 | Montag, 12. Dezember 2011
#171 Jubärens Lustig sind die Vögel, die die Beweislast „umkehren“ wollen. Wer behauptet, dass es die
Bezeichnung Slavi für die Völker der Russen, Polen, Pruzzen, Sorben u.s.w. nicht gegeben habe, ist dafür
beweispflichtig. Aber es gibt Leute, denen geht ihre Phantasie über alles, gilt als „Eingebung des Heiligen
Geistes“. Ich habe bislang von niemand Seriösem vernommen, dass die Chronica Slavorum anders gelautet
habe.
#173 Jubärens 15:23:08 | Montag, 12. Dezember 2011
#170 Thomasius Für Ihre Meinung, dass bei Textabschriften im Mittelalter die Überschriften original
übernommen und darin nichts geändert worden wäre – z. b. ‘sclavi’ zu ‘slavi’ – gibt es keine Anhaltspunkte.
Gerade der Umstand, dass zur Zeit der Abfassung der Originalschrift die Erinnerung an das Sklavenschicksal
der osteuropäischen Vöker noch lebendig war, also die später ‘Slawen’ genannten Völker tatsächlich
‘sclavi’ waren, bei der Abschrift im 15. Jahrhundert aber nicht mehr, drängt eher die Schlussfolgerung
auf, dass der Abschreiber die „sclavi“ zu den inzwischen üblichen „slavi“ ‘berichtigte’ – und zwar konsequent
in Überschrift und Textkorpus. Also hat Brandenburgis Recht.
#172 Thomasius 08:50:25 | Montag, 12. Dezember 2011
Dazu zweierlei. Die älteste erhaltene Abschrift der Chronica Slavorum stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert.
Ein gewisser Herr Brandenburgis behauptete, das Wort „Slawen“ gebe es erst seit dem 18. Jahrhundert. Außerdem:
Wenn bei Abschriften auch Änderungen vorgenommen wurden, so ist das bei der Überschrift doch etwas seltsam.
#171 Brandenburgis 08:29:41 | Montag, 12. Dezember 2011
Wenn die Originale nicht erhalten sind, wieso behauptet man dann, er hätte „Slavi“ und nicht „sclavi“ geschrieben. Es ist zu fragen, wie die Quellenlage bei Helmold von Bosau ist und ob dieser nachträglich verändert worden ist.
#170 Thomasius 08:21:00 | Montag, 12. Dezember 2011
#165 Brandenburgis Die „normale“ Bezeichnung von Heiden in den westlichen Viten und Missionsberichten
ist „Gentes“ oder „Gentiles“ oder auch „Pagani“. Die Bezeichnungen S(c)lavi kommen „aus dem Osten“. In
den Geschichtsatlanten „Wandern die Slawen nach der Völkerwanderung in die „verlassenen“ gemanischen
Gebiete ein. Ist aber in höchstem Maße Ideologie. Bei „Sprachdiskussionen“ sollte man auch berücksichtigen,
dass die Originalhandschriften von Adam von Bremen nicht existieren. Es existieren – wie meist bei mittelalterlichen
Handschriften – einige Abschriften, die vielfach von früheren Abschriften angefertigt wurden und sich
daher unterscheiden.
#167 Brandenburgis 19:40:36 | Sonntag, 11. Dezember 2011
In den alten Handschriften finden sich die lateinischen Worte „sclavi“ oder „sclaveni“ aus mlat. sclavus,
auch mgr. sklabos und sclabenos entlehnt, die zumeist mit Sklaven, Sclaven oder Schlaven, wobei das „v“
gegen „w“ wechseln kann, übersetzt wurden. Pseudo Cäsarius von Nazianz verwendet das Wort „sclavenoi“,
Prokopius das Wort „sclabenoi“ im 6. Jh. für tributpflichtige Nichtchristen außerhalb der Grenzen des
oströmischen Reiches. Bis etwa 700 war „sclavi“ in Mitteleuropa als Synonym für Heiden praktisch unbekannt.
Karl der Große führte mit Blick auf die Gebiete an der fränkischen Ostgrenze und jenseits der Elbe
diesen Begriff ein. Einhard, Karls Geschichtsschreiber (gest. 840) bezeichnet die Bewohner östlich der
Elbe als sclavi, gleichzeitig mit dem Begriff „sclavi“ wird häufig auch die germanische Stammesbezeichnung
angegeben. Unter „sclaveni“ verstand man die ostgermanischen Heiden, die Götzenanbeter, die Rechtlosen,
die im Gegensatz zum Christen versklavt werden durften. Vielleicht betrachtete die Kirche die Ostgermanen
auch noch als Sklaven ihrer Götter. Mit der Zwangschristianisierung der Sachsen wird der Begriff „sclavi“
auch auf alle Zwangschristianisierten in den Einzugs- und Zielgebieten ausgedehnt. Außerhalb dieser Gebiete,
z.B. in Dänemark wird auch das lateinische Lehnwort pagani (Heiden oder Freibauern) benutzt. Althochdeutsch-plattdeutsch
heißt es dann „Slawe“, beispielsweise in dem bekannten Spruch „Lever dod as Slaw!“.
#166 Humbelina 19:30:15 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Es handelte sich also nicht um eine volkstumsmäßige Unterscheidung, sondern ausschließlich um eine
staatlich-glaubensmäßige, die zu jahrhundertelangen Kämpfen im Gebiet von Elbe, Saale und Böhmerwald
führten. Die heidnischen Bewohner heißen in den Chroniken „Sclavi“ und ihr Land „Sclavania“. Adamus
Bremensis schreibt in seiner „Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum (et Scholast)“ (II 18): „Sklavania
also, eine sehr ausgedehnte Landschaft Germaniens, wird von den Winulern bewohnt, welche einst Wandalen
hießen. Es soll zehnmal so groß sein wie unser Sachsen, zumal wenn man Böhmen und die jenseits der
Oder wohnenden Polanen, da sie weder im Äußeren, noch in der Sprache von jenen sich unterscheiden, mit
zu Sklavanien rechnet“. Der Hintergrund für die Bezeichnung des Landes der Wenden, aber auch der Venether,
Polanen und Winuler als „Sclavanien“ ist leicht bei richtiger Übertragung des Begriffes „Sclaveni“ als
Sklaven erkennbar. Das „c“ im Namen ging dann, wie oben gesagt, später im Plattdeutschen, aber auch im
Englischen („slaves“) verloren, im ostgermanischen Bereich wurde später das „c“ wie ein „z“ gesprochen,
wodurch daraus „Szlaveni“ und „Slave“ wurde.
#163 Thomasius 19:24:05 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#161 Brandenburgis Es geht um den Band XIX dieser Ausgabe, mehrsprachig herausgegeben 1983 durch die Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt Lateinischer Titel: Helmoldi Presbyteri Bozoviensis, Chronica Slavorum oder
auf Deutsch Helmold von Bosau, Slawnchronik
#161 Thomasius 18:24:09 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#159 Brandenburgis Die Freiher vom Stein Gedächtnisausgabe betreffend „Ausgewählte Quellen zur deutschen
Geschichte des Mittelalters“ bezeichnet es: De distinctione Slavorum. Capitulum I u.s.w.
#160 Brandenburgis 18:14:32 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Vergessen Sie ihre zusammengepasteten postings. Sie können Sich die „Mühe“ sparen. Das Teil heißt „Chronica Sclavorum“ und überall, wo Sie „Slawen“ schreiben, steht „Sclavi“- Das werde ich demnächst durch authentische Beweise belegen. Die Arbeit mache ich mir gern!!
#159 Thomasius 17:57:59 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#157 Brandenburgis „Kapitel !: Über die Gliederung der Slawen … Die Slawen also bestehen aus vielen
Stämmen; sie wohnen am Ufer der Ostsee. Deren Bogen erstreckt sich vom westlichen Ozean nach Osten.„Balthicus“
wird sie deshalb genannt, weil sie in langem Zuge wie ein Gürtel durch die Gebiete der Skyten bis nach
Griechenland reicht; nach den wilden Völkern, deren Gebiet sie umspült, heißt sie auch Barbarenmeer
oder Scythensee. Dieses Meer umwohnen viele Völker; und zwar haben die Dänen und Schweden, welch wir
Nordmannen nennen, den nördlichen Strand und alle Inseln inne. Den südlichen dagegen bebauen die Völker
der Slawen; das erste von Osten sind die Russen, es folgen die Polen, welch im Norden von den Preußen,
im Süden von den Böhmen, den sogenannten Mährern oder Kärntnern und den Sorben umgeben sind. Fügt
man noch Ungarn dem Slawenlande zu, wie manche wollen, weil es weder nach Sitte noch Sprache abweicht,
dann vergrößert sich die Ausbreitung der slawischen Sprache soweit, dass es fast unvorstellber ist.“
#158 Brandenburgis 17:35:15 | Sonntag, 11. Dezember 2011
@Thomasius: Ich gehe davon aus, daß das Buch „Chronica sclavorum“ heißt. Das wäre zumindest der sachgerechte Titel, da das Land östlich der Elbe bekanntlich jahrhundertelang „Sclavia“ genannt wurde. Ich werde das mal überprüfen, da es mich auch interessiert. Ihnen und allen Lesern zunächst mal eine gesegnete dritte Adventswoche!
#157 Thomasius 16:48:31 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#152 Brandenburgis Offensichtlich noch nie etwas von der Chronica slavorum gehört !!!!! Helmold von Bosau
schrieb, wohl auf Anregung des Bischofs Gerold, wahrscheinlich um 1167 eine Chronik in lateinischer Sprache,
die Chronica Slavorum (Slawenchronik). Das Werk beschreibt die Ostsiedlung und die Missionierung der Slawen
ab Karl dem Großen. Es befasst sich vorrangig mit der Herrschaftsbildung, Siedlung und Mission in Ostholstein,
Mecklenburg, Brandenburg, Pommern und Skandinavien. Als Quellen verwendete Helmold vor allem Adam von
Bremen, die Viten Willehads und Ansgars, ergänzt um mündliche Überlieferung und eigene Erfahrung. Helmolds
Slawenchronik gilt als bedeutendste Schriftquelle Niederdeutschlands des 12. Jahrhunderts. Arnold von
Lübeck setzte die Chronik von 1171 bis 1209 fort. Ernst von Kirchberg übertrug sie 1378/79 in hochdeutsche
Reimform. Die älteste Ausgabe wurde von Schorkel (Frankfurt 1556) herausgegeben.
#156 Brandenburgis 14:14:09 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Ja, so wird ein Schuh daraus, ungefähr. Wobei hinzuzufügen ist, daß diese Wenden eben keine Slawen, sondern ethnisch nichts anderes als ihre westlichen Nachbarn waren, [noch] nicht christliche vandalische Stämme.
#143 Mit Duldung der portugiesischen Krone? Die Sklaven, die nach Brasilien verbracht wurden, kamen überwiegend
aus Angola und wurden von den Häuptlingen an die Sklavenhändler verkauft.
#154 Jubärens 14:05:46 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Ihre Empörung #150 Brandenburgis über eine linguistische These im Zusammenhang mit Slawen – slave- Sklaven
ist aufgebläht. „Es ist wirklich totaler haltloser Unsin, das Wort „sclave“ von „Slawe“ abzuleiten. Das
Wort „sclave“ ist mindestens 1500 Jahre älter als „Slawe“, was frühestens im 18. Jh. aufkam.“ Richtig
ist, dass es solche oder ähnlich lautende Worte wie sclavus schon in der Antike gab auf der sachlichen
Grundlage, dass die Sklaverei dort weit verbreitet war. Die Träger der Bezeichnung „Slawen“ nannten sich
Wenden, So(e)rben oder ähnlich. Entscheidend für die Wortbildung „Slawe“ ist die historische Tatsache,
dass der Sklavenraub und Sklavenhandel hauptsächlich durch die Wikinger ab dem 9. Jahrhundert in Mittel-
und Nordeuropa massenhaft Einzug hielt. Sklavenraub betrieben die Wikinger sowohl im Gebiet der Westslawen
als auch die Waräger in den russischen Weiten. Gehandelt wurden die Sklaven quer durch das Frankenreich
zum muslimischen Spanien hin, als auch über Byzanz Richtung arabische Staaten. Die Wikinger selbst hielten
auch große Massen von Sklaven im Stammland, in England und Island. Wahrscheinlich ist die Wortbildung
also vom Wort ‘sclavus’ auf die Wenden/Sorben übergegangen, weil die Mitglieder dieser Völker vielfach
versklavt wurden.
#153 Brandenburgis 13:51:25 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Ja, da irrt der „Duden“ wie so oft. Ich habe hier auf x-net schon mal gefahndet, nach jemandem, der mir eine ältere Verwendeung von „Slawe“ aufzeigen kann, konnte niemand. Geht auch nicht, weil es das nicht gibt. Nichts für ungut, Thomasius, aber das Wort „Slawe“ als pseudo-ethnische Kategorie stammt erst aus der Zeit von frühestens etwa 1700.
#152 Thomasius 13:46:08 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#150 Brandenburgis Ich zitiere aus dem Duden: Sklave(aus mlat s(c)lavus „Unfreier,Leibeigener“, dies aus
mgr. sklábos „Sklave“, eigtl. „Slawe“ (die mittelalterlichen Sklaven im Orient waren meist Slawen): 1.
Leibeigener, in völliger wirtschaftlicher und rechtlicher Abhängigkeit von einem andere Menschen lebender
Mensch,…
#151 Brandenburgis 12:21:03 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Es ist wirklich totaler haltloser Unsin, das Wort „sclave“ von „Slawe“ abzuleiten. Das Wort „sclave“ ist mindestens 1500 Jahre älter als „Slawe“, was frühestens im 18. Jh. aufkam. Wie kann man nur so dumm und verlogen sein.
#150 Thomasius 12:16:01 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#147 Jubärens Sie argumentieren wie jemand, der sich bewusst von der Wahrheit abwendet: Im Jahre 1441
waren die Portugiesen auf ihren Entdeckungsreisen am Kap Blanco (Westafrika) zum ersten Mal auf Neger
gestoßen. Mit der Bulle Dum Diversas erhielten sie von höchster Stelle des Heiligen Stuhls die Erlaubnis,
diese Menschen zu versklaven. Diese Praxis war bereits seit 1441 üblich, wurde nun aber von Papst Nikolaus
sanktioniert. Schon vorher wurden Slaven – daher das Wort Sklaven – quer durch das christliche römische
Reich „gehandelt“. Die „Aufklärung“ war auf dem Kontinent eine Gegenbewegung gegen den französischen –
von Klerikern „entwickelten“ – Absolutismus. Hinweis auf Ludwig XIII – 1601 – 1643 –(Richelieu – 1585 –
1642 – Mazarin – 1642 – 1661) und Ludwig XIV ( 1643 – 1715)
#149 Brandenburgis 11:56:16 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Fürsten konnten sich noch nie ihrer Untertanen bedienen. Die Rechte des Fürsten enden, im Gegensatz zu den totalitären Demokraten, am Grundstückrand der Untertanen.
#148 Jubärens 11:37:00 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#146 Thomasius „Was beißen Sie sich immer an der „Aufklärung“ fest? Was hat die „Aufklärung“ da neues
gebracht? „Fürsten“ – seien sie heidnisch oder „christlich“ – konnten sich doch „immer“ ihrer Untertanen
„bedienen“. Richtig ist, dass die Fürsten über die Untertanen herrschten und sie zu Steuern und/oder
Dienstleistungen heranzogen. Aber dass ein Fürst wie Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel seine dienstverpflichteten
Untertanen tausenden als Söldner verkauft, um seine fürstliche Hausherrschaft pekuniär aufzubessern,
das ist meines Wissens nur im Kopf des einen aufgeklärten Fürsten entstanden. Im Zusammenhang mit Sklavenhandel
und Kolonialismus hat die Aufklärung ebenfalls Neues gebracht: Seit den Kirchenvätern war sich die europäsche
Geisteswelt – im Gegensatz zum Islam – weitgehend einig, dass die aristotelische Theorie nicht stimmt,
nach der es Menschen gibt, die „von Natur aus zum Sklavesein bestimmt“ sind. Denn nach der Schöpfungsordnung
(oder im vorstaatlichen Naturzustand bei Hobbes und Locke) sind alle Menschen frei und gleich. Erst die
Hochaufklärung mit Diderot, Voltaire, Kant, Hume u. a. führte mit ihrer neuen Theorie der Rassenhierarchie –
teilweise auch der Polygenese – eine neue Version der alten Sklaventheorie ein, dass die Neger, Hottentotten
u. a. Völker nach Schädelform und Vernunftbesitz die Stufe des Menschseins noch nicht erreicht hätten
und deshalb zum Sklavensein bestimmt seien.
#147 Thomasius 09:39:32 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#145 Jubärens Was beißen Sie sich immer an der „Aufklärung“ fest? Was hat die „Aufklärung“ da neues
gebracht? „Fürsten“ – seien sie heidnisch oder „christlich“ – konnten sich doch „immer“ ihrer Untertanen
„bedienen“. Es gab allerdings Ausnahmen; denn „Stadtluft machte frei“. Auch Klöster „brauchten“ ihre
Haussklaven. Die Mönche sollten zwar „Beschäftigung“ haben aber „die Arbeit“ mussten die Laien verrichten.
#146 Jubärens 22:24:04 | Samstag, 10. Dezember 2011
#144 Antonio Michele Ghislieri „Wieso? Ich denke da an Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, das war
im Grunde das Gleiche:“ (Verkauf seiner anvertrauten Landeskinder an die Briten, um sich selbst zu bereichern)
Stimmt – bei unseren verdorbenen bzw. aufgeklärten Zivilisationsfürsten des 18. Jh… Aber von den guten
Wilden hätte man das doch nicht erwartet, dass die Schwarzen von ihren eigenen Häuptlingen an die Sklavenhändler
verkauft wurden: Die hatten doch alle so eine tolle natürlich-paradiesische Kultur und Moral, denen sollten
die weißen Missionare doch gar keine unnatürlich-fremde Zivilisationsregeln aufzwingen dürfen, wie
einige Forenteilnehmer hier ständig jammern
#144 Jubärens 19:47:55 | Samstag, 10. Dezember 2011
Es ist in der Tat erstaunlich,#141 Tomás , dass die Schwarzen von ihren eigenen Häuptlingen an die Sklavenhändler
verkauft wurden. Die Häuptlinge der heidnischen Ovambos waren anscheinend kleine Dorftyrannen, die sich
auf Kosten der Dorfbewohner bereicherten. Interessant ist auch, dass sogar arabisch-muslimische Sklavenhändler
noch um 1910 bis in den Süden Angolas ihren Geschäftsbereich ausgedehnt hatten.
#143 Thomasius 19:31:52 | Samstag, 10. Dezember 2011
#139 Tomás Korrekt. Die „Selbstbefreiung der Kolonien“ war die Folge des französischen Einmarsches in
Spanien. Es gelang Bolivar bei seinen Versuchen weder in Kolumbien noch in Bolivien, die indigenen Sklaven
in der breiten Gesellschaft zu befreien. Die kreolische Oberschicht bzw. Oligarchie hatte eine zu große
Macht in der Gesellschaft, als dass nur durch gesetzliches Verbot die Sklaverei abgeschafft werden konnte.
Erst einige Jahrzehnte nach Bolívars Tod wurde die Sklaverei in Kolumbien, Peru und Venezuela in den
1850ern abgeschafft.[ Sein Misserfolg mag am weit gehenden Ausschluss indigener Bevölkerungsgruppen an
der politischen Organisation der neu geschaffenen unabhängigen Republiken liegen. Der lateinamerikanische
Unabhängigkeitskampf basierte auf kreolischen Werten und in Bolívars Schriften finden sich noch keine
Hinweise auf ein ethnisches Selbstverständnis zur lateinamerikanischen Identitätsbegründung.
#141 Jubärens 18:53:32 | Samstag, 10. Dezember 2011
Kommen wir in der Debatte um den europäischen Kolonialismus und Imperialismus noch einmal auf den Artikel
und die kaiserlich-deutschen Schandtaten zurück: Der General von Trotha interpretierte seinen Schießbefehl
gegen die Herero so „Ich glaube, daß die Nation der Herero als solche vernichtet werden muß.“ Der Chef
des dt. Generalstabs, von Schlieffen, unterstützte einen solche Kolonialkrieg als Krieg der weißen Rasse
gegen die Schwarzen: „Der entbrannte Rassenkampf ist nur durch die Vernichtung einer Partei abzuschließen.“
Die Saat des Rassismus der Aufklärer von Voltaire bis Kant hatte ihre schreckliche Ernte gezeitigt. Dagegen
war die Arbeit der deutschen katholischen Missionare in Nord-Namibia heilbringend und segensreich: Pater
Gotthardt verhinderte mehrmals, daß die Dorfoberen ihre Untertanen an arabische und portugiesische Sklavenhändler
verkauften. Auch gegen den einträglichen Regenzauber der Häuptlinge predigten die Missionare an. Die
Häuptlinge praktizierten und duldeten Diebstahl und Erpressung. Schließlich vertrieb das Evangelium
heilend die Polygamie und die Verheiratung von Kindern. Pater Gotthard verurteilte den Rassismus der südafrikanischen
Militärherrschaft über Süd-West-Afrika seit 1918 und forderte die Ausbildung der afrikanischen Massen.
Als Apostolischer Präfekt (1921) und erster Missionsbischof von Süd-West-Afrika (1926) ließ er 54 Schulen,
eine Lehrerbildungsanstalt, sechs Krankenhäuser, 13 neue Missionsstationen und 30 Kirchen und Kapellen
bauen.
#138 Die Bourbonen kamen in Spanien im Jahr 1700 mit Philipp V. an die Regierung. Die Indias Occidentales,
die keine Kolonien, sondern Überseegebiete waren, fingen an, ab 1810 sich von Spanien zu trennen. Die
Initiative kam von einer Minderheit von Liberalen, die in Lateinamerika laizistische Regierungen nach
französischen Muster errichten wollten. Da die Mehrheit der Einwohner im heutigen Argentinien katholisch
und königtreue war, mußten sie auf ein Trick zurückgreifen. Sie täuschen der schweigenden Mehrheit
vor, es bestehe die Gefahr, daß Napoleon, der in Spanien regierte, die Überseegebiete erobert. Um diese
Gefahr abzuwenden, mußte man sich – vorübergehend – von Spanien trennen. Nach der Wiedereinsetzung des
Königs Ferdinand VII., den Napoleon in Bayonnen gefangen hielt, würde das Vizekönigreich des Rio de
la Plata, das heutige Argentinien, zu Spanien zurückkehren. Die Trennung von Spanien und die Gründung
der liberal-laizistischen Republik in Argeninien wurde von eine gut organisierten und einflußreichen
Minderheit mit der Untersützung der englischen Freimaurerlogen und des liberalen Klerus gegen die konservative
Mehrheit, die katholisch und königstreue war und an den spanischen Traditionen festhielt, durchgesetzt.
In den anderen Gebieten Lateinamerikas, z.B. in Mexiko, ist es ähnlich gelaufen. Was hat sich nach der
„Independencia“ in den „Kolonien“ geändert oder nicht geändert?
#139 Thomasius 17:01:39 | Samstag, 10. Dezember 2011
#137 Jubärens Sie bemühen sich aber auch wirklich keine Chance zur Desinformation auszulassen. Die spanischen
Kolonien machten sich selbständig, als die Bourbonen in Spanien die Macht übernahmen, was die Kolonialspanier
nicht so gerne hatten. An den Verhältnissen in den Kolonien änderte sich fast nichts. Als Indien selbständig
wurde, wurde es von Indern regiert. Sicherlich hatten die spanischen Bourbonen Probleme mit der französischen
Revolution und mit Napoleon wie auch den Briten die Kontinentalsperre nicht gefiel, die wohl als „Rache“
für den von Frankreich verlorenen siebenjährigen Krieg zu werten ist.
#138 Jubärens 16:31:06 | Samstag, 10. Dezember 2011
Sie haben Recht, #136 Thomasius, weil Sie halt immer Recht zu glauben haben: Die Briten übernahmen nach
ihrem Sieg über die spanische Armada und nachdem sie vielen spanische Silberschiffe gekapert hatten,vollständig
die spanisch Linie der Politik des Sklavenhandelns und der Sklavenausbeutung auf Jamaika, Virgina etc.
Auch die britische Imperialismus-Politik im 19. Jahrhundert war keine eigenständig britische Politik,
sondern substantiell von den Spaniern beeinflusst, die allerdings inzwischen ganz Südamerika als Kolonien
verloren hatten. Aus Dankbarkeit für den weitreichenden spanischen Einfluss auf den englischen Imperialismus
unterstützten dann die Briten uneigennützig die Spanier in ihrem Krieg gegen den Franzosenkaiser Napoleon,
den sie nicht so lieb hatten wie die Spanier.
#137 Thomasius 15:51:05 | Samstag, 10. Dezember 2011
#135 Jubärens Und Sie stellen die lächerliche Behauptung auf, dass der Kolonialismus der Spanier und
der Portugiesen keinerlei Einfluss auf die Politik der anderen europäischen Länder gehabt habe. Es waren
die Päpste und die Portugiesen und Spanier, die den transtlantischen Sklavenimport nach Amerika „ankurbelten“
und es waren die Niederländer – die spanischen Separatisten – die als erstes Sklaven nach Nordamerika
transportierten. Es waren die Spanier die im 16.Jhd gegen die Briten kämpften, sie als Ketzer verbrannten
und sich wunderten, dass ihre „unbesiegbare Armada“ von den Briten und den Niederländern besiegt wurde.
Und Sie wollen behaupten, dass die Spanier und die Portugiesen die britische Politik nicht beeinflusst
hätten?
#136 Jubärens 14:28:33 | Samstag, 10. Dezember 2011
Sie behaupteten,Thomasius, dass die „Überheblichkeit“ der britischen Kolonisten und Imperialisten um
1900 die direkte „Folge der „Aufteilung der Erde“ von 1493 durch Papst Alexander gewesen wäre. Das ist
eine lächerliche Behauptung. Als wenn die Briten 400 Jahre lang keine eigenständige Entwicklung und
Machtpolitik – vor allem gegen Spanien – gemacht hätten und der Rassismus der Aufklärung eines David
Hume etwa an ihnen spurlos vorbeigeganen wäre.
#135 Thomasius 13:53:52 | Samstag, 10. Dezember 2011
#132 Jubärens Nein. Ich sprach zuvor von der „Abendlandsideologie“. Und dem Hochmut der hier Angesiedelten.
Die Slaven ließen sich eher von den Byzantinern christianisieren, weil diese nicht zugleich Tributzahlungen
verlangten. Aber Sie sprechen ja vom sich lächerlich machen. Das tun diejenigen, die behaupten, die „Abendlandideologie“
habe keinerlei religiöse Wurzel. Die anglikanische Kirche unterscheidet sich von der RKK haupsächlich
durch den theoretischen „Kopf“. Ob Papst oder König – was macht das aus? Handelten die Conquistadoren
etwa anders?
#130 Der größte Teil des Klerus in Lateinamerika bestand aus Indios und Mestizen. Viele traditionalistische
Priester sprechen auch Indianersprachen. Wenn Indianern nicht zum Priester oder zum Bischof geweiht wurden
und werden, dann nicht aus rassitischen Gründen, sondern weil es am Willen oder an den geistigen Fähigkeiten
des Betroffenen scheitert. Sie sehen auf irgendwelchen Fotos immer nur Weiße oder Mestizen. Kennen Sie –
als „Gringo“ – den Unterschied zwischen einem Indianer und einem Mestizen? #132 Der Papst hat nicht die
Eroberung der Indias Occidentales durch Spanien und Portugal aus rassitischen Gründen, sondern um die
Evangelisierung der Indios zu ermöglichen, abgesegnet.
#133 Jubärens 13:12:22 | Samstag, 10. Dezember 2011
Glauben Sie nicht #130 Thomasius, dass Sie sich mit der These lächerlich machen: „Sie haben ja Recht.
„White mans burden“ ist absurd. Aber diese Überheblichkeit (der antikatholischen englischen Kolonialisten
und Imperialisten des späten 19. Jahrhunderts – Jub) war eine Folge der „Aufteilung der Erde“ zwischen
Spanien und Portugal durch den Papst (1493).“
#132 Cybuzar 12:42:23 | Samstag, 10. Dezember 2011
@ gesunder: Bitte Vorsicht mit dieser Seite. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt, den ich nicht überprüft habe, steckt die Sekte „Universelles Leben“ dahinter, was auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber belegt ist.
#131 Thomasius 12:40:17 | Samstag, 10. Dezember 2011
#128 Jubärens Sie haben ja Recht. „White mans burden“ ist absurd. Aber diese Überheblichkeit war eine
Folge der „Aufteilung der Erde“ zwischen Spanien und Portugal durch den Papst von Rom, die sich auch den
„Abspaltern“ von Rom vermittelte. Ob ich nun sage „white mans burden“ oder die „Welt“ muss (zwangs-)missioniert
und den missionierenden Ländern tributpflichtig gemacht werden, wie es in Europa „üblich“ war. Was ist
da der Unterschied? Als Kyrill die Slaven im mährischen Raum christianisiert hatte, kamen sogleich die
„Lateiner“ um die gerade christianisierten Menschen nicht nur der RKK zu unterwerfen sondern auch tributpflichtig
zu machen. In Ägypten ging es um Missionierung der Kopten, die schon Christen waren. Und in Lateinamerika:
Wieviele Kleriker gibt es denn unter den Indigenen? Wieviele Bischöfe, wieviele Kardinäle? Ich sehe
immer nur weiße Gesichter, allenfalls gelegentlich einen Mestitzen/Ladino.
#130 gesunder 12:36:55 | Samstag, 10. Dezember 2011
Das ist ja gediegen, das findet sich im WeltWeltWeb doch tatsächlich eine Seite, die das anders beurteilt: www.kirchenopfer.de/dieopfer/index.html , www.kirchenopfer.de/index.html. . Ich finde das Anliegen ehrenwert
und gut für die psychische Gesundheit, wenn man sich Verfehlungen offen stellt, als sie schön redet.
#129 Jubärens 12:00:24 | Samstag, 10. Dezember 2011
Zur rassistisch-kolonialistischen Überheblichkeit des herrschenden Bürgertum zum Ende des 19. Jahrhunderts:
„Rudyard Kipling: „Ägypten uns gebührt… Nimm auf des weißen Mannes Bürde – Die Söhne sende fort,
Um wildem Volk zu dienen An einem fremden Ort; Den finsteren Gestalten, Die stur und mürrisch sind –
Den neuen Untertanen, Halb Teufel noch, halb Kind. Nimm auf des weißen Mannes Bürde – Geduldig zu beharren,
Nicht Schrecken zu verbreiten, Vor Stolz sich stets bewahr’n; Mit einfach-off’nen Worten, Erklär es hundertmal,
Du suchst nur ihren Vorteil, Und sei’s dir selbst zur Qual. Nimm auf des weißen Mannes Bürde – Den harten
Friedenskrieg. Bekämpf’ die Hungersnöte, Die Krankheiten besieg’; Um ihretwillen strebend, Das Ziel
schon fast in Sicht, Schau’ wir der Heiden Torheit Dein Hoffen macht zunicht’. Nimm auf des weißen Mannes
Bürde – Nicht Königspomp und Prunk, Doch Knechtesmüh’ und Plage – Der Alltagsdinge Grund. Ob Häfen
oder Straßen – Dem Eigennutze fremd, Mit Lebenden erbau’ sie, Der Toten eingedenk. Nimm auf des weißen
Mannes Bürde – Emfpang’ den alten Lohn Von denen, die du hegtest: Beschimpfungen und Hohn – Den Schrei
der trägen Menge, Die du zum Licht geführt: „Was nahmt ihr uns die Fesseln? Ägypten uns gebührt!“
#128 Thomasius 08:27:17 | Samstag, 10. Dezember 2011
#126 Jubärens Sie spielen – wie fast immer und diese verdrehend – mit Worten. Die „Abendlandideologie“
hat mit der „Aufklärung“ nur wenig zu tun sondern ist im Grunde römisch christlich. Das gilt auch für
die Zeit der „Renaissance“ die der „Aufklärung“ vorausging. Das „Griechentum“ wurde als „abendländisch“
angesehen wobei geflissentlich „übersehen“ wurde, dass die Griechen in großem Maße von den asiatischen
Kulturen profitiert hatten.
#127 Jubärens 21:00:05 | Freitag, 9. Dezember 2011
Ihre aufzählende Beantwortung der Gesunder-Frage nach den Tätern der Kolonialverbrechen,#125 Thomasius,
sieht nur äußerlich ähnlich aus wie meine Darstellung der europäischen Kolonialverbrecherstaaten:
Sie beschreiben neutral wie in unseren Geschichtsbüchern ein bestimmtes Vorgehen, ohne die Kolonialverbrechen
auch nur anzudeuten, erwähnen das „katholische Belgien“ und unterschlagen, dass die protestantischen
Niederländer der längste und letzte Sklavenhalterstaat aus Europa war. Zum Schluss schieben Sie die
Kolonialverbrechen der euroäischen Kolonisten- und Imperialisten-Staaten dem Christentum allgemein in
die Schuhe – als wenn die Ausrottung der Tasmanier oder die Massentötungen der australischen Eingeborenen
durch die britischen Kolonisten z. B. durch Kirche und Christentum motiviert gewesen wäre und nicht durch
das Herrenmenschentum des europäischen aufgeklärten Bürgertums des 18. und 19. Jahrhunderts („Bürde
des weißen Mannes etc.). Sie unterschlagen auch, dass die Kirche vielfach – wie in dem Artikel gezeigt –
im Gegensatz zu den staatlichen Kolonialverbrechen segensreich für die einheimische Bevölkerung gewirkt
hat – gerade auch in Südamerika am Beispiel der jesuitischen Reductiones.
#126 Thomasius 16:42:37 | Freitag, 9. Dezember 2011
#123 gesunder Wie Jubärens zu Recht nicht verhehlt sind angefangen die katholischen Länder Spanien und
Portugal – und zwar mit Erlaubnis der Päpste. Die Portugiesen wurden dann allerdings von den Niederlandern,
die sich von Spanien selbständig gemacht hatten in Indonesien abgelöst. Nachdem sich Belgien (katholisch)
von den Niederlanden selbständig gemacht hatte holten sie sich belgisch Kongo. Frankreich – mit Spanien
zusammenarbeitend war in Nordamerika – Florida, Quebec – aktiv und von den Briten im siebenjährigen Krieg
aus Amerika vertrieben. Diese besetzten Nordamerika und Kanada und bekanntlich Indien – Kaiserreich Indien –
nicht zu vergessen die Opiumkriege in China. Deutschland war „spät dran“ mit deutsch Südwest- und deutsch
Ostafrika – Hinweis: Frenssen: Peter Moors Reise nach Deutsch Südwest.- Nach dem erfolgreichen „Befreiungskampf“
kämpften die USA gegen Spanien – u.a. die Philippinen. Insgasmt alles „überzeugende christliche Leistungen“.
#125 Jubärens 15:58:29 | Freitag, 9. Dezember 2011
Lesen der beiden einschlägigen Artikel klärt auf, #123 gesunder: „Wer hat denn nun Kolonialverbrechen
begangen? Die Indianer?“ Im 18. und 19. Jahrhundert waren es vor allem die englischen Kolonialisten und
Imperialisten, die in Nordamerika, Australien, Tasmanien, Indien, Jamaika und anderso schändliche und
barabarische Kolonialverbrechen begingen. Die zweitschlimmsten Kolonialverbrecher waren sicherlich die
französischen Kolonisten in Indochina und Nordafrika. Die Belgier begingen als Kolonisten schlimmste
Greueltaten im Kongo, Holländer war in Indonesien, Surinam brutale Sklavenausbeuter, die am längsten
von allen europäischen Staaten die Sklaverei auffrechterhielten. Die deutschen Kolonisten begingen in
Südwest und Ostafrika barbarischen Verbrechen im Niederschlagen von Aufständen – nur noch übertroffen
von den brutalen Amis im Philippinenkrieg. Die Italiener sind noch um 19. spät auf den Kolonialzug aufgesprungen.
Ihre Kolonialverbrechen in Lybien und Abessinien mit Giftgas etc. standen den anderen nicht nach. Im 16.
und 17. Jahrhundert sind hauptsächlich die Kolonialverbrechen der spanischen und portugiesischen Kolonisten
anzusetzen mit Vertreibung, Sklavenausbeutung und anderen Quälmethoden.
#123 Jubärens 12:14:05 | Freitag, 9. Dezember 2011
#90 Elvenpath hatte in * 52 das Kirchenhasser-Buch empfohlen: „Verbrechen im Namen Christi. Mission und
Kolonialismus“ (GERT VON PACZENSKY). Gert von Paczensky stützt sich in seinem Buch auf vielfältige Quellen
und Belege“ In # 90 zeigt er nun, dass er und seine Bücherfreunde nicht die historische Wahrheit und
Wirklichkeit im Sinne haben, sondern sein Erkenntnis leitendes Interesse von Hass und Vorurteilen gegen
die Kirche zerfressen ist: „Was ich absolut bekämpfe, ist das Märchen, dass die Priester und der eingebrachte
Glaube auf jeden Fall gut für die Menschen da war. Kolonialisierung umd Missionierung hatten oft katastrophale
Folgen für die einheimische Bevölkerung.“ Die Realität, die im Artikel beschrieben ist, blendet Elvenpath
aus, weil darin Kirche und Missionare Positives wirken: „Pater Gotthardt verhinderte zudem mehrmals, daß
die Dorfoberen ihre Untertanen an arabische und portugiesische Sklavenhändler verkauften. Auch gegen
den einträglichen Regenzauber der Häuptlinge predigten die Missionare an. Die Häuptlinge praktizierten
und duldeten Diebstahl und Erpressung. Schließlich vertrieb das Evangelium heilend die Polygamie und
die Verheiratung von Kindern. Pater Gotthard forderte – gegen den südafrik. Rassismus – die Ausbildung
der afrikanischen Massen. Als Apostolischer Präfekt (1921) und erster Missionsbischof von Süd-West-Afrika
(1926) ließ er 54 Schulen, eine Lehrerbildungsanstalt, sechs Krankenhäuser, 13 neue Missionsstationen
und 30 Kirchen und Kapellen bauen.
#121 Shadow1979 † 22:37:33 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#116 Ich spreche hier nicht von der RKK sonder von Tomas wahnhaften Auslegung als ob alle Mensche seine
Auslegung oder seine „ Katholische Kirche“ brauchen würde. Zum leben, atmen,essen,sex,Kinder braucht
man die ganz sicher nicht! Nochmal Ich spreche hier nicht von der Katholischen Kirche! #117 Niemand braucht
diesen Glauben! Was Rettung auch immer heissen mag. Das Sie alles auf die Kirche und das ewige Leben hin
auslegen und ausrichten Ihr Problem Millionen von Menschen leben sehr gut ohne glauben! Ob Sie das wahr
haben wollen oder nicht! Nun wenn Ich einem Gebiet lebe wo diese Stämme lebe ,dann kann ees nicht schaden
um sich zu verständigen. Man kann nicht zwangsläufig erwarten das die Indianer sich anpassen nur weil
Sie eine Minderheit sind. Nochmal fahren Sie nach Brasilien und gucken sich das Stammesleben an. Da wird
weder ständig gemordet,vergewaltigt und dergleichen. Diese zeiten sind vorbei! Wenn man seine eigene
Kultur für sooo fortschrittlich und besser hält mag das logisch sein doch objektiv richtig ist das deswegen
noch lange nicht! Man kommt gut ohne Katholischen Glauben aus. Das mag für Sie schwer vorzustellen sein
ist aber so! Ich lebe sehr glücklich und zufrieden ohne Ihre Katholische Kirche!
#120 catholic 22:35:05 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Der Ursprung eines jeden Menschen ist Gott. Gott läßt keines seiner Kinder verloren gehen. * Die Indianerstämme
am Amazonas leben heute friedlich, wenn ihnes der Regenwald nicht von Weißen niedergebrannt wird. – Ich
liebe die katholische Kultur meiner Heimat, aber ich bin davon überzeugt, dass Gott auch ohne seine katholischen
Sekretäre alle Menschen guten Willens liebt und annimmt. –
#119 Tomás 22:26:58 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#112 Jeder Mensch – egal ob Indio oder Weißer – braucht, um gerettet zu werden, den Glauben, der zwangsläufig
zur katholischen Kultur führt. Die Kultur der Weißen ist aus der europäischen, überwiegenden spanischen
Kultur entstanden. Es gibt für einen Nichtindianer keinen einzigen Grund, um Quechua, Guaraní oder Aymará
zu lernen. Die Tatsache, daß Sie die Indianerstämmer am Amazonas, bei denen das Leben alles andere als
friedlich ist, als Vorbild darstellen, zeigt, daß die Ideologie in die Steinzeit führt.
#118 Jubärens 22:26:09 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#116 Shadow1979 zeigt mal wieder, was es mit der großartigen Toleranz der Aufklärer auf sich hat, wenn er die Überzeugung seines Diskussionspartners als „Ihre bekackte Katholische Kultur“ betitelt – und damit flatuliert, dass er selbst der Bekacker und Stänkerer ist.
#117 Shadow1979 † 22:12:39 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#112 Ich will gar nichts wieder herstellen! Hier wird auch keine Kultur verherrlicht! Man kann aber auch
von Weißen erwarten das Sie sich mit der Kultur aus der ein großteil Ihrer Gesellschaft entstanden ist
auseinander setzen. desweiteren können viele Indigene Völker auch lesen und schreiben nur halt nicht
die Sprache der ehemaligen konolialherren, sondern Ihre eigene Sprache. Die Indios brauchten die Spanier
und Portugiesen nicht und Sie kommen auch heute gut ohne diese Regierungen aus ohne das Sie sich abschlachten.
Schauen Sie sich indigene Stämme in Brasilien an! Sehr gute Gesellschaftsform wo jeder dem anderen hilft,
die Stämme schon lange keine Kriege mehr führen. Kein Volk und kein Stamm braucht eine andere Kultur
die Ihre Kultur verdrängt und ausrottet! Das braucht keiner und das wollte auch nie jemand! Schon gar
nicht Ihre bekackte Katholische Kultur!
#116 Tomás 21:59:18 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#112 Wenn die Spanier die Indios (nahezu) ausgerotten hätten, gäbe nicht so wiele. Auch wenn 500 Jahre
vergangen sind und die Indios sehr kinderfreundlich sind. Welche Beweise haben Sie, daß der Völkermord
stattgefunden hat? Was sollen Weiße mit Quechua? Sinnvoll ist, daß die Indios Spanisch lernen, weil
diese Amsprache und dazu noch eine Weltsprache ist. Die Verherrlichung der Kultur der Indios führt zwangsläufig
in den Primitivismus. Es ist schon seltsam, daß die Fortschrittlichen wie Sie, die Zustände, die vor
500 Jahren herrschten, widerherstellen wollen.
#115 Jubärens 21:23:59 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Tomas meint: „Die Indios hatten nur Recht auf das Gebiet, wo sie tatsächlich gelebt haben. Der großte
Teil waren unbewohnte und damit herrenlose Gebiete.“ Gegen dieses Naturrecht der Indios verstieß Papst
Alexander mit seiner Bulle „Inter coeteras“ 1493 explizit, indem er den Spaniern gerade nicht die herrenlose
Gebiete Süd- und Mittelamerikas „schenkte“, wozu er auch kein Recht gehabt hätte, sondern er „schenkte“
den Spaniern Wohngebiete und Besitztümer der Indios, nämlich „Herrschaften, Städten, Lägern, Plätzen
und Dörfern“ der Indios. Nach dem Naturrecht, wie später die spanischen Theologen und Päpste im 16.
Jahrhundert verkündeten,“ dürfen auch die heidnischen Indios ihrer Freiheit und ihres Besitzes nicht
beraubt werden; vielmehr sollen sie ungehindert und erlaubter Weise das Recht auf Besitz und Freiheit
ausüben und sich dessen erfreuen können“ – so Papst Paul III: 1837, der damit zentrale Teile der Bulle
seines Vorgängers für null und nichtig erklärte.
#114 Shadow1979 † 21:13:26 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#112 Warum sollte man auch nicht Quechua lernen? Total bescheuert Ihre denke die blöden Indios sollen
bloss das lernen ws der weiße Mann kann. umgekehrt aber bitte doch nicht! Wo kämen wir denn dahin wenn
sich Weiße mit der Kultur,Sprache der Indigenen Völker beschäftigen. Warum auch! Man nimmt Ihnen heute
noch Land, schränkt Ihre Kultur ein! Super ist das. Wahrscheinlich wollen die auch noch wählen und Auto
fahren! Sie sind einfach nur ein Spinner weiter nichts. In 5-600 Jahren vermehren sich Menschen nunmal
schwer zu verstehen für jemanden der von Sexualität keine Ahnung hat, ist aber eigentlich ganz einfach.
#113 Tomás 20:40:17 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#106 Erstens finde ich seltsam, daß jemand wie Sie, der nichts gegen den Massenmord an ungeborenen Kinder
hier und jetzt einzuwenden hat, den nicht existierten Völkermord an den Indios verurteilt. Nicht nur
gibt es keine Beweise, daß die Indios systematisch ausgerottet wurden, sondern es gibt den Gegenbeweis.
Das ist die Tatsache, daß ca. 80 % der Einwohner Lateinamerikas Indios oder Mestizen, die auch von Indios
abstammen, sind. Im Argentinien vor Kolumbus lebten schätzungsweise 200 000 Indios. Heutzutage sind es
1 Million. Hinzu kommen noch die Mestizen. #107 Die Eroberung und Kolonisierung der Indias Occidentales
durch Spanien und die Christanisierung der Indios durch die Kirche, besondern durch die Jesuiten, waren
legitim. Dabei wurden selbsverständlich Verbrechen begangen, die zu verurteilen sind. Wer das ander sieht,
muß konsequent sein und sich für die Wiederzulassung der satanischen Religionen mit Menschenopfern und
Kannibalismus, Sklaverei und Ausrottungskriege, Homosexualität und das „Recht“ des Vaters seine Frau
und seine Kinder zu töten, stark machen. Auch muß den Indios verboten werden, das Lesen und Schreiben
und die spanische Sprache zu lernen. So etwas ist nicht abwägig. Der marxistische Präsident von Bolivien,
Evo Morales, statt die Alphabetisierung der Indios vorantreiben, will den Weißen die Indianersprache
Quechua beibringen.
#108 Rudi Mentär † 20:16:54 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Ich verstehe nicht, warum es so schwer ist, ein Unrecht, dass vor 5-600 Jahren geschehen ist, auch als
solches zu bezeichnen. Davon geht die Welt nicht unter, im Gegenteil, ein Erkenntnisgewinn kann die Welt
zu einem besseren Ort machen, weik wir aus der Geschichte lernen. Wenn es nach zum Beispiel Tomás ginge,
würden wir heute noch auf einer Scheibe wohnen. Und weil es keine Elektrifizierung gäbe, könnte er
seine einzig wahre katholische Botschaft nicht in die Tasten hauen. Denn auch der wissenschaftliche und
technische Fortschritt wäre des Teufels. Was die angebliche Erlösung von der Barabarei der damals herrschenden
indigenen Regimes angeht: DAS hätten die Inka, Maya und Azteken vermutlich mittels eines Aufstandes selbst
erledigt. Nu isses, wie es ist – aber schönreden müssen wir es auch nicht.
#106 Tomás 19:31:49 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#100 1. Ein Völkermord hat es nicht gegeben. 2. Die Indios hatten nur Recht auf das Gebiet, wo sie tatsächlich
gelebt haben. Der großte Teil waren unbewohnte und damit herrenlose Gebiete. Im heutigen Argentinien,
das 8 x größer als Deutschland ist, lebten schätzungsweise 200 000 Indios. 3. Bei den Azteken und Inkas
war alles Staatseigentum. Auch die Menschen. Der Inka konnte jederzeit die „Hinrichtung“ einer seiner
Untertanen anordnen.
#105 gesunder 19:05:26 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Da haben also einige Päpste einiges Unrechtmäßige angestellt. Interessant. Da ist es ja erfreulich,
dass das Unrechtmäßige von Päpsten die Kirche nie tangiert, weil die Kirche ja gar nie Unrechtmäßigkeit
dulden, gar begehen könnte. . Der hier versammelte katholische Glaubenswächterrat hat ja zuweilen auch
übereinstimmende Meinungen über die Rechtmäßigkeiten und Unrechtmäßigkeiten von Päpsten und Bischöfen.
Gesundheit!
#103 Thomasius 19:01:02 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#47 Jolanda >Die Erfindung des muslimischen Spanien als Ort überlegenen Menschtums findet vor 250 Jahren
in der Aufklärung statt und wird bis heute in unzähligen Versionen erneuert.< Ohne das muslimische Spanien
hätte es die Scholastik nicht gegeben und vor allem nicht den Heiligen Thomas von Aquin. Das alles hat
mit der Aufklärung – dem Schreckgespenst unbedarfter Katholiken – nichts zu tun.
#102 Jubärens 17:51:12 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#74 Tomás rechtfertigt die päpstliche Anmaßung von 1493, die in wichtigen Teilen von Papst Paul II.
durch die Bulle „sublimis Deus“ von 1537 für „null und nichtig“ erklärt wurde: „Auch wenn die Indios
den Glauben noch nicht angenommen haben, dürfen sie ihrer Freiheit und ihres Besitzes nicht beraubt werden
dürfen; vielmehr sollen sie ungehindert und erlaubter Weise das Recht auf Besitz und Freiheit ausüben
und sich dessen erfreuen können.“ Papst Alexander hatte dagegen 1493 unrechtmäßig Besitz und Herrschaft
über alle Inseln und Festländer von Süd- und Mittelamerika den Spaniern „geschenkt“, wozu der Papst
kein Recht hatte, weil diese Länder ihm nicht gehörten. Auf keinen Fall hatte der Papst das Recht, den
Spaniern nicht die „Herrschaften, Städten, Lägern, Plätzen und Dörfern“ der Indios „schenken und übertragen“,
denn nach dem Naturrecht, wie später die spanischen Theologen und Päpste verkünden,“ dürfen auch die
heidnischen Indios ihrer Freiheit und ihres Besitzes nicht beraubt werden dürfen; vielmehr sollen sie
ungehindert und erlaubter Weise das Recht auf Besitz und Freiheit ausüben und sich dessen erfreuen können“ –
so Papst Paul III. 1537.
#101 Shadow1979 † 14:17:55 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#99 Dem Indio kanns nur völlig Schnuppe gewesen sein ob er jetzt durch die Hand eines Indios versklavt
oder ermordet wurde bei Stammeskriegen oder ob der gute spanische Eroberer ihn erdolcht weil er ja jetzt
Besitzer seine Gebietes ist. Privatbesitz kannten auch Indios und Inkas/Azteken. Sie haben ja Kriege um
IHR Land geführt.Um Rohstoff vorkommen. Sie nannten das nur nicht PRIVATBESITZ! Selten dämliche Logik
die Sie da an den Tag legen! Was glauben Sie denn was man mit „zugesprochenem“ Land macht auf dem viele
Tausend Menschen wohnen und die wollen partout einfach nicht gehorchen. Wozu es ja auch keine Veranlassung
gäbe! Da hätte sich dat Isabella bestimmt hingestellt und hätte gesagt“ Also der heilge Vater hat gesagt
das gehört allet mir, Ihr nicht direkt aber dummerweise siedelt Ihr schon seit hunderten von Jahren hier
aber dat is jetzt allet mir“ Und die Indios *grübel* Heiliger Vater? Wer ist das war der mit mir in einer
Klasse? Und dann „ Oh ja welch ein Jubel welch Freude, dem Isabella gehört jetzt Unser Land und wir gehn
dann mal woanders hin“ Kurze Frage Isabella „Wohin können wir denn gehört ja alles dir“! Blöderweise!
#100 Tomás 11:49:27 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#94 Papst Alexander VI. hat Spanien und Portugal das Recht, die „Indias Occidentales“ als Überseegebiete
zu übernehmen, zugesprochen, aber nicht das „Recht“, die Indios zu versklaven oder die einzelne Indios
zu „enteignen“. Ganz abgesehen von der Tatsache, daß eine „Enteignung“ der einzelne Indios schlecht möglich
war, weil die meisten indianische Stämme das Privateigentum nicht kannten. Daher widersprechen sich diese
beiden Bullen im wesentlichen nicht. #96 Die Kolonisierung und Missionierung Lateinamerikas führte zur
Bekehrung der Indios und zur Beseitigung der satanischen „Religionen“ und der barbarischen und perverse
Gebräuche, wie Menschenopfer, Kannibalismus, Homosexualität, Kindestötung durch den Vater, Vernichtungskriege,
die vor Kolumbus bei den Indios weit verbreitet waren. Die Indios wurden nicht ausgegrenzt und nahmen
die Religion und die Kultur des Spanien freiwillig an. Das beweist die Tatsache, daß nach der Trennung
von Spanien ab 1810 die Indios die Religion und die spanische Kultur problemlos behalten beibehalten haben.
An den Befreigungskrieg gegen Spanien waren die Indios überhaupt nicht beteiligt. Aus diesem Grund ist
die Kolonisierung und Chrstianisierung Lateinamerikas bei den Protestanten, Liberalen, Marxisten und sonstige
Feinden der Kirche so verhaßt. Sie Pflegen eifrig, die „Leyenda Negra“ gegen die Kirche und Spanien und
werfen den Katholiken vor, das was sie selbst gemacht haben.
#99 gesunder 10:50:21 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Haben denn Heuchelkatholiken, die vorgeben katholisch zu sein, aber im Gegensatz zum Auftrag Jesu, Feindesliebe
zu üben, übel gegen Menschen Aggressionen schüren ein Existenzrecht in Deutschland? Die Kirche distanziert
sich ja von solchen Scheinkatholiken. Soll es Deutschland auch tun? Gibt es für die gegen Deutschland
ständig stänkernden Pseudokatholiken denn kein schöneres Fleckchen, wo sie die Politiker und das Volk
nicht für so intelligenzfrei und verkommen halten, wie hier?
#97 Jubärens 10:03:51 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Elvenpath hat Unrecht mit seinen pauschalen Verdächtigungen, wenn er für Südamerika behauptet, dass
die „Interessen der Kirche meist Hand in Hand mit den Interessen der weltlichen Herrscher gingen“ und
„dass die Priester und der eingebrachte Glaube (nicht) gut für die Menschen“ gewesen wäre und dass „Kolonialisierung
umd Missionierung gleichermaßen oft katastrophale Folgen für die einheimische Bevölkerung“ gehabt hätten.
In Südamerika sprechen allein schon die flächendeckenden „REductiones“ der Jesuiten und die Missionsstationen
der anderen Orden für segensreiche Tätigkeiten – bis die Sklavenjäger der liberal-aufgeklärten Kreise
der weltlichen Macht Portugals mit dem Verbot der Jesuiten dem ein Ende setzten. Im Spanien des 16. Jh.
handelten die weltlichen Kolonisten und Missionsorden bzw. Kirche ebenfalls nicht „Hand in Hand“. Während
die Vertreter der Krone argumentierten, der niedrige Zivilisationsstand und die barabarische Praktiken
der Indios machten eine Schutzherrschaft der Spanien zugunsten einer höheren Zivilisation notwendig (vgl.
die Kolonisationsbegründung im 19. Jh.), vertraten die Kirchentheologen wie Las Casas und de Vitoria
die Überzeugung, dass die Indios und Fürsten der Neuen Welt die gleichen (Natur-) Rechte hätten wie
die Spanier. Wenn Sie schon so angeblich gut belegte Bücher im Regal haben, Elvenpath, dann aber bitte
differenzierte Argumentation und Belege statt pauschale Verdächtigungen.
#95 Jubärens 09:29:51 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
* 74 Tomas liegt falsch: Mit der päpstlichen Bulle „Inter caetera“ überschreitet Papst Alexander VI.
1493 seine „apostolische Machtbefugnis“ und maßt sich weltliche Macht an, fremde Herrschaften und Städte
einfach an Spanien zu übertragen:: „…schenken, gewähren und übertragen Wir hiermit aus der Fülle
Unserer apostolischen Machtbefugnis an Euch und Eure Erben und Nachfolger, die Könige von Kastilien und
León, für alle Zeiten alle entdeckten oder zu entdeckenden Inseln und Festländer, mitsamt allen Herrschaften,
Städten, Lägern, Plätzen und Dörfern und allen Rechten.“ Diese verweltlichte päpstliche Position
von 1493 wurde 1537 durch Papst Paul III. in der Bulle „Sublimis Deus“ korrigiert und damit für null
und nichtig erklärt: „Auch wenn die Indios den Glauben noch nicht angenommen haben, dürfen sie ihrer
Freiheit und ihres Besitzes nicht beraubt werden dürfen; vielmehr sollen sie ungehindert und erlaubter
Weise das Recht auf Besitz und Freiheit ausüben und sich dessen erfreuen können. Auch ist es nicht erlaubt,
sie in den Sklavenstand zu versetzen. Alles, was diesen Bstimmungen zuwiderläuft, sei null und nichtig.“
#93 Ikonikus 01:47:56 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
Jolanda: Ganz richtig! Aber die atheistischen Deppen und homoperversen Pimmellecker kapieren das nicht –
die haben ihr Resthirn dem Satan übergeben und prügeln nun als Marionetten des Teufels auf die unschuldige
Kirche ein – gewissenlos!
#92 Jolanda 01:44:29 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
>>Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen oder Synagogen, sondern „Multifunktionshäuser“. Das wird gern verschwiegen. So wie der Islam eben keine Kirche ist. Der Islam begreift sich nicht nur als spirituelle Weltsicht, sondern als Weltanschauung, die das alltägliche Leben, die Politik und den Glauben als eine untrennbare Einheit sieht…<< www.faz.net/…ssymbol-1437435.html
#91 Elvenpath † 00:55:31 | Donnerstag, 8. Dezember 2011
#89 Rudi Mentär: Sehe ich auch so. Ich mache dabei der katholischen Kirche nicht mal den Vorwurf, besonders
schlimm gewesen zu sein. Nein, sie hat sich nur „zeitgemäß“ verhalten, und auch ihre machtpolitischen
Interessen vertreten, nämlich möglichst viele neue „Schäfchen“ zu sammeln und den Einfluß der Kirche
auch in den neuen Kolonien zu wahren. Mit den damals angesagten Methoden. Und diese Interessen gingen
meist Hand in Hand mit den Interessen der weltlichen Herrscher. Was ich absolut bekämpfe, ist das Märchen,
dass die Priester und der eingebrachte Glaube auf jeden Fall gut für die Menschen da war. Kolonialisierung
umd Missionierung hatten oft katastrophale Folgen für die einheimische Bevölkerung.