Pastoraler Prozeß
„Was hat Gott mit uns vor?“
In einem Mai-Interview mit der Monatszeitschrift ‘Der Fels’ nahm der Bischof von Fulda den von ihm entworfenen „Pastoralen Prozeß“ in Schutz. Kritische Anfragen glaubenstreuer Priester und Laien bezeichnete der Bischof dabei als „tendenziöse Kampagne“. Das Interview.
(kreuz.net/Der Fels) In den Medien wird heftig und kontrovers über die Einführung von Pastoralverbünden im Bistum Fulda diskutiert. Im folgenden stellt der Bischof von Fulda seine Sicht der Dinge dar.

Frage: Exzellenz, seit wann befaßt sich die Leitung der Diözese mit dem „Pastoralen Prozeß“ und was waren die maßgeblichen Gründe dafür? Wenn der Priestermangel dabei eine wichtige Rolle spielt, hat man auch daran gedacht, das Problem unter Beibehaltung der bisherigen Strukturen durch eine ausgewogenere Zuordnung von Pfarreien und Priestern oder durch Einbeziehung von Priestern aus der Weltkirche zu lösen?

Mons. Heinz Josef Algermissen: In einigen Presseorganen wird der Pastorale Prozeß, der 2002 in Gang gesetzt wurde, plötzlich tendenziös dargestellt, einer Kampagne gleich.

Aus einer pastoralen Notwendigkeit heraus haben wir uns vor nunmehr drei Jahren diesem Prozeß als Antwort auf die Wirklichkeit der Seelsorgesituation und des Priestermangels gestellt.

Ich will bekennen, daß die zukünftigen notwendigen Änderungen zweifellos eine Antwort auf Not und Mangelerscheinung in unserer Kirche in diesem Land sind. Angesichts der faktischen Einbrüche muß ich als Bischof reagieren. Seit Jahren schon bewegt mich die Frage: „Was hat Gott mit uns vor?“.

Der von Ihnen angesprochene „Lösungsansatz“ ist de facto keiner:

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt deutlich, daß der Einsatz von ausländischen Priestern mitunter zu Schwierigkeiten in den Gemeinden führte, über die ich als Bischof nicht hinwegsehen kann.

Die von Ihnen angemahnte „ausgewogenere Zuordnung von Pfarreien und Priestern“ ist gerade und ausdrücklich Gegenstand des Pastoralen Prozesses im Bistum Fulda, das sich wie andere deutsche Diözesen auch, überlegen muß, wie es zu zukunftsfähigen Gemeinden findet.

Frage: Wie berücksichtigt der vorliegende Entwurf die umfassende priesterliche Aufgabe für die Gläubigen? Ist die Aufteilung der priesterlichen Dienste auf verschiedene Personen dem Priesterbild und der Gewinnung von Priesterkandidaten nicht abträglich?

Mons. Heinz Josef Algermissen: Ihre Frage könnte den Eindruck erwecken, als würden priesterliche Aufgaben nun Laien übertragen werden. Dem ist nicht so! Es geht in dem Konzept der Pastoralverbünde um die Befreiung der Priester zur Seelsorge unter Beibehaltung ihrer sakramental begründeten und nicht aufgebbaren Leitungsfunktion. Im Gegenteil können zukünftige Priester oder Priesteramtskandidaten sicher sein, von zuviel Verwaltungsballast, der sie von der eigentlichen Seelsorge abhält, entlastet zu werden.

Frage: Wie kommen Pastoralverbünde zustande? Werden die bisherigen Pfarreien gehört und in den Entscheidungsprozeß eingebunden? Müssen Pastoralverbünde flächendeckend in der Diözese eingerichtet werden?

Mons. Heinz Josef Algermissen: Die Pastoralverbünde sind Ergebnis eines bistumsweiten, von mir in 2002 angestoßenen Dialogprozesses in allen Gemeinden. Den Vorschlägen der Gemeinden und Dekanate zu einer neuen Pastoralstruktur konnte ich zumeist zustimmen, d.h., daß die sich abzeichnende Form der Pastoralverbünde aus den Gemeinden selbst gekommen ist und nach Prüfung im Bistum umgesetzt wird.

Frage: Wer leitet den Pastoralverbund und wie kommen verbindliche Entscheidungen zustande? Werden die Entscheidungen mit den Pfarreien des Verbundes abgestimmt und umgesetzt?

Mons. Heinz Josef Algermissen: Die Leitung eines Pastoralverbundes obliegt immer einem Priester, der sich mit den weiteren, im Verbund tätigen Priestern berät und verständigt.

Frage: Wie endgültig ist der vorliegende Entwurf des „Gesetzes über Pastoralverbünde im Bistum Fulda“?

Mons. Heinz Josef Algermissen: Den vorliegenden Entwurf des „Gesetzes über Pastoralverbünde im Bistum Fulda“ habe ich den Gemeinden und allen Verantwortlichen des Bistums vorgelegt. Er wurde gründlich kirchenrechtlich durchgearbeitet. Eine endgültige Entscheidung dazu steht noch aus, weil die Anmerkungen der Gemeinden und Dekanate derzeit noch berücksichtigt werden. Klärende Änderungen sind noch zu erwarten.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Prof. Dr. Hubert Gindert. Das Interview wurde in der Mai-Ausgabe der katholischen Monatszeitschrift ‘Der Fels’ publiziert.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Athanasius   16:17:13 | Freitag, 1. Juli 2005
Nicht bei den Folgen klagen, sondern die Ursache ernennen!
Bleib’ nicht bei den Folgen der Krise stillstehen wie dieser Laieneinsetzungprozess, sondern umgehe das ganze Problem: besuch’ eine tridentinische hl. Messe!
Wie Deine Vorfahren!!!!
Die wären schon früher alarmiert. Sieh etwa den „Western Rising“ von Michael Davies, über die Englischen Katholiken die bis zum Märtyrertum sich weigerten die alte Lateinische hl. Messe von einer immer noch von schönen Kaseln umkleidete protestantische Liturgie sogar mit Option Mund-„Kommunion“ ersetzen zu lassen.
„We shall havve the Masse in Latten, as vvas bevore!“
Also Petrus, Pius, Christkönig oder andere wahre Messen unterstützen!
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#19   Romano   12:06:42 | Freitag, 1. Juli 2005
Frauen
Ein letzter Zusatz noch: Frauen und Mädchen völlig von jeder irgendwie „herausgehobenen“ Aufgabe in der Kirche auszuschließen, wird m.E. nicht dazu führen, dass das ausschließlich Männern vorbehaltene Priestertum an Akzeptanz gewinnt, sondern es wird im Gegenteil den Druck auf die „frauenfeindliche“ Kirche in dieser Hinsicht noch verstärken.
Es ist wirklich schade, wie kurzsichtig und engstirnig hier gedacht wird. Machen Sie lieber konstruktive Vorschläge, auf welche Weise sich engagierte, gebildete und selbstbewusste Frauen jenseits von Kniebank und Küche auch in der Kirche mit (Leitungs-)Aufgaben einbringen können, selbst wenn sie nicht Priester sein dürfen!
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#18   thaumaturgos   11:40:23 | Freitag, 1. Juli 2005
was soll das dumme geschwätz
nur wegen ministrantinnen wird bestimmt nicht zur frauenweihe kommen, aber, wenn die traditionalistische paranoia scho so groß ist, dann wunderts nicht, daß man mit argumenten kaum mehr durch kommt.
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#17   Ampere   11:05:14 | Freitag, 1. Juli 2005
an Athanasius
Klasse, dass Du auf die Niederlande verweist, wo man die neuartigen „Pastoralstrukturen“ schon eingeführt und inzwischen damit Erfahrung hat.
Mehr davon! Wie hat man das dort geschafft? Welche Methoden, Tricks und Kniffe hat man benutzt, um die (noch) Gläubigen „umzudrehen“ und „ruhigzustellen“? Was hat man noch „angestellt“?
Hieraus könnten wir sicher lernen, was uns in Fulda – und anderswo – in nahester Zukunft erwartet – und wir könnten vieleicht etwas dagegen unternehmen! Für weitere Infos und „Aufklärung“ jeder Art wären wir sehr dankbar!
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#16   Romano   09:42:46 | Freitag, 1. Juli 2005
Ministrantinnen
Leider machen sich viele, die mit guten Gründen und im guten Sinne „konservativ“ manche aktuelle Fehlentwicklung in der Kirche kritisieren, durch manche ihrer Positionen lächerlich und unglaubwürdig. Das Beispiel der Messdienerinnen ist typisch dafür. Selbst in der frühen Kirche gabe „Diakoninnen“, die zwar nicht im heutigen Sinne geweiht waren und nicht die Aufgaben eines heutigen Diakons hatten, deren aber Aufgabe aber der eines Akolythen ziemlich entsprach. In einer Zeit, in der die Rolle der Frauen zum Glück eine andere ist als noch in den 50er Jahren, ist es geradezu grotesk, Mädchen und Frauen nicht auch eine „besondere“ Funktion in der Liturgie zu geben. Es ist heute nicht mehr begründbar – und wäre sicherlich auch nicht in Jesu Sinn –, engagierte Mädche dadurch gegenüber Jungen zurückzusetzen, indem man sie von jedem liturgischen Dienst ausschließt.
Anstatt nun intelligent und vorwärtsgerichtet zu überlegen, ob man Mädchen und Jungen nicht mit unterschiedlichen Aufgaben betraut (um evt. spätere Berufungen von Jungen besser fördern zu können), hört man nichts als: „weg mit den Mädchen vom Altar“. Dem wird sich mit guten Gründen so gut wie niemand – abgesehen von einer extremen Minderheit, die Mädchen Hosen und Bikinis verbieten will – anschließen.
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#15   virOblationis   08:17:09 | Freitag, 1. Juli 2005
Ministrantinnen
Da Ministranten am Altar eine Tätigkeit ausüben, die den niederen Weihen entspricht (Akolyth), ist die Hinordnung ihres Dienstes auf das Priesteramt aus meiner Sicht sehr deutlich. Wer also Ministrantinnen duldet, wird sich der Einsetzung von Priesterinnen letztlich kaum verschließen können, meine ich.
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#14   zwobbel   08:14:47 | Freitag, 1. Juli 2005
@Benedikt
Weißt Du wie mich Deine Betonkopfphrasen von vorgestern langweilen?
Ungetrübt von Fachwissen tippst Du irgendwelche Zeichen in den Rechner und laaberst den Müll von vor 20 Jahren nach. Verdrehungen, Verkürzungen, Behauptungen, fehlerhafte Exegese. Nee, dieses Zersetzungsgefasel beeindruckt heute niemand mehr.
Theologisch wurde Deine Privatmeinung längst widerlegt.
Und was die Unerlaubtheit von Mädchen im Altardienst anbetrifft kann man sich eine vorzügliche wissenschaftliche Arbeit (ich meine sie war von Prof. Waldstein) von der PMT ….pro-missa-tridentina.org/zusenden lassen.
Das es damals zuwenig Jungen gab, als der Ungehorsam zum Gut erhoben wurde ist ja wohl der Lacher schlechthin.
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#13   Benedikt   00:23:10 | Freitag, 1. Juli 2005
@zwobbel
Mein erster Satz war mehr ironisch gemeint. Es gibt keinen Grund, weibliche Messdiener nicht zuzulassen (was übrigens schon nach dem CIC von 1917 in Notlagen und unter Auflagen erlaubt war). Wenn du die Bibel liest, dann wirst du dort viele Stellen finden, an denen Frauen Jesus gedient haben. Warum sollten sie also nicht am Altar, der für Christus steht als Ministranten dienen sollen. Das Ministrantenamt auf Männer zu beschränken halte ich für eine unzulässige priesteramtsähnlich Überhöhung. Der Ministrant ist bloß der Diener des Priesters, welcher am Altar Vicarius Dei ist. Priester kann nur ein Mann sein, aber Priesterdiener kann jeder sein.
Und wenn es zu wenige Jungen als Ministranten gibt, so hat das weniger damit zu tun, das irgendjemand die Mädchen gegen die Jungen instrumentalisiert hat, sondern es bedeutet, dass sich seit den Zeiten Jesu nichts verändert hat: Nach wie vor Zweifeln die Männer mehr als die Frauen. Die hatten schon damals kein Problem damit, dem Engel den Auferstehungsbericht zu glauben.
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#12   adlimina   20:05:16 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Hingabe
Die praktizierte Selbstverpflichtung bei den Rotariern ist höher als beim kirchlichen Establisment. Die „Frommen“ wollen nicht wahr haben, was da an geistigem Verrat läuft, und geben durch ihr hilfloses Auftreten noch mit einen Grund mehr ab dafür, daß höchste Kirchenleute sich in die Arme von Rotary legen, weil eigentlich (für sie) nur dort noch ernst zu nehmender Stil gepflegt wird und die Kirche selbst keinen dort zu findenden Rückhalt mehr bietet. Zwischen diesen Mühlsteinen wird momentan die Diözese Fulda zerrieben.
Aber – psst!!! – solche Gedanken stricken schon wieder an der tendenziösen Kampagne mit!
„Oh Glaubensvater, sieh’ die Not …, oh heil’ger Bonifatius!“
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#11   Laurentius2   18:24:42 | Donnerstag, 30. Juni 2005
@Ambrosius – Bringschuld gegenüber Rotariern ?
Vorweg: Menschen, die Verschwörungen für möglich halten, sehen sich meist dem Vorwurf ausgesetzt, sie seien paranoid. Der Fragende ist blamiert und evtl. echte Verschwörer lachen sich ins Fäustchen. Nach dieser Logik gibt es also offenbar keine Verschwörungen.
Gegenfrage: Was lief eigentlich während der frz. Revolution zwischen Danton, Robespierre & Marat ab, was waren die Absprachen der Bolschewiki vor Ausbruch des Bürgerkriegs, hatten sich nicht die Strippenzieher des letzten Papstattentats gegen unser kirchliches Oberhaupt verschworen ?
Der Hinweis Ambrosii auf Rotarier ist also eine legitime Spekulation, immerhin geht es um einen kaum getarnten Anschlag auf Sein oder Nichtsein der priesterlichen Autorität.
Eine REVOLUTION inmitten rhetorischer Seifenblasen (von wegen Priestermangel – das Verhältnis von Priestern zu praktizierenden (!) Katholiken ist doch nicht großartig verändert ! + das Heer von Taufscheinkatholiken bekommt dann eben keinen Priester zur Hochzeit bzw. Beerdigung , das wäre doch eine plausible Lösung, Herr Bischof).
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#10   Athanasius   15:19:48 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Geht ja alles langsam, wie Modernisten es planten: ohne Eingreifen des hl. Stuhles
Weshalb müsst ihr in Deutschland das Rad immer aufs Neue erfinden, wenn man diese Bewegung und Strategie verstehen will?
In 2001 ist das gleiche in den Pfarren der Niederlande passiert. Alles zu gunsten einer Laisierung, die ja auch von den modernistischen Priestern selbst gutgehiessen wurde (ein neokonservativer Freund von mir, bekam von seinem modernen „Spiritual“, dem Priester aus dem Nachbardorf, den Rat, nachdem er gesagt hatte er möchte Priester werden: „Bleib doch Laie! Was ist daran falsch? Wir sind doch alle Priester!“).
In den Niederlanden war damals noch keine chronische Priestermangel, trotzdem hat man seit 1995 daraufhin gearbeitet überall Pastoralreferentinnen anzustellen.
Man begründet das ja mit dem doppeltsinnigen „Heiligen“ Konstitutionsdokument Vaticanum II. „Lumen Gentium“ in dem ja das ganze Volk als „allgemeine Priesterschaft“ bezeichnet wurde, und man weiss wie falsch die Protestanten diese hl. Aussage zum geistlichen Priestertum der Laien des hl. Petrus verstanden haben.
Man sagt zwar der Pfarrer sollte jetzt „sakramental“ wichtiger sein als organisatorisch, aber in der Praxis heisst das der Priester muss alle Pfarren vorbei gehen und in einer laizierten Liturgie die „magischen Worte“ sagen, denn „das dürfen wir Pastoralinnen noch nicht“. Und weiter nichts. Keine Predigt mehr, keine Beichtstunden, nur hin und her fahren für „Magie“.
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#9   ulrich   13:16:16 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Er hat das neue Pfarrzentrum gebaut …
Die Diskussion ist in Ordnung, ich möchte aber mal zu bedenken geben, daß es durchaus mal an der Zeit wäre, die wesentlichen Rollen und Funktionen der Priester zu bedenken und daraus ein zukunftsweisendes Bild zu definieren (Vertiefung des Glaubens, Seelsorge, Gemeindewachstum).
Mich schüttelt es immer, wenn ich bei einem Pfarrerjubiläum oder Nachruf an erster Stelle höre oder lese: „er hat das neue Pfarrzentrum gebaut“. Das ist wichtig, aber nicht das Wichtigste, Architekten und Bauherren gibt es auch bessere als Pfarrer.
Daher ist es schon ein wichtiger Prozeß, darüber nachzudenken, wie man die Priester entlasten kann. Ihnen dabei die Leitungsfunktion zu nehmen und kritische Anfdrage ins Lächerliche zu ziehen, ist natürlich nicht der richtige Weg.
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#8   zwobbel   12:55:12 | Donnerstag, 30. Juni 2005
@Benedikt
Nicht die Mädchen sind böse.
Wie kannst Du denen gegenüber so gemein sein?
Warum machst Du sie zu Sündenböcken oder gar Tätern?
Und der Verdrängungsprozess in der Sakristei ist ganz einfach durch die unterschiedlichen Entwicklungsprozesse von Jungen und Mädchen zu erklären. Es nicht um Mobbing.
Und das dies die einzige Erklärung für den Priestermangel wäre, habe ich nicht behauptet.
Nein, böse sind diejenigen, die die Mädchen für ihre kirchenzersetzenden Zwecke instrumetalisiert haben.
Die Leute, die den Mädchen einen Floh ins Ohr gesetzt haben obwohl sich die kirchlichen Autoritäten dagegen ausgesprochen haben. Und da war keiner gehorsam.
Was im Ungehorsam wächst bringt keinen Segen.
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#7   Benedikt   12:28:43 | Donnerstag, 30. Juni 2005
@ Zwobbel
Ach, die bösen Mädchen, die die Jungen vom Altar verdrängt haben, ich seh schon, seit Mädchen Messdiener sind hat der Untergang des christlichen Abendlandes begonnen.
Ganz im Ernst: Das Problem des Priestermangels ist schon ein wenig vielschichtiger und tiefgehender, als das man es an solchen Dingen festmachen könnte.
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#6   Ampere   11:15:53 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Sachlich bleiben!
Die Diskussion um den „Pastoralen Prozeß“ wird von Fulda aus mit allen erdenklichen Tricks geführt, um ihn in der geplanten Form durchsetzen zu können. Warum will man dort eigentlich nicht zur Kenntnis nehmen, daß „Die Kirche von unten“ an diesem Procedere größtes Interesse hat? Ist es so, daß Bischof Algermissen als Rotarier eine „Bringschuld“ zu erfüllen hat? Gegen wen? Wer sind die Hintermänner dieser unseligen Vorgänge in Fulda? Das Argument des Priestermangels ist längst ausgelutscht! Es hat in der Kirchengeschichte immer Zeiten mehr oder weniger großen Priestermangels gegeben, aber es ist unserer Zeit vorbehalten, dieses „Argument“ zum Vehikel zu nehmen, um Strukturveränderungen durchzuboxen. Bedrückend ist nur, daß das aufgrund des erklärten Willens eines Bischofs geschieht. Leider hat es in der Kirche immer schon Judasse gegeben.
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#5   Athanasius   11:08:21 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Na.
Der Papst wurde wieder einmal erpresst den Ungehorsam gegenüber Dokumenten und Entscheidungen zu erdulden.
Ja 1994. Aber nicht alle Päpste haben die Irrtümer und Missbräuche toleriert. Nur lebten jene heiligen Päpste vor dem Konzil.
„Allatae Sunt“, Enzyklika, sagt genügend zu Messdieneretten am Altar, sowie der CIC 1917.
Wie diese Priester behandelt werden vom eignen vom Vatikan angewiesenen Bischof, sagt mir genügend. Es ist ja tendentiös für Behalt zu kämpfen und „Liebe“ und „Fortschritt“ die Kirche zu vergewaltigen.
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#4   adlimina   10:57:06 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Sage mir, mit wem Du …
Na, wenn das jetzt alles im Fels gesagt, vom Fels abgesegnet und auf den Fels gebaut wird, dann muß das doch gut katholisch sein!
Merken wir in Fulda nicht schon, wie alles besser wird?
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#3   Konrad   10:46:25 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Fulda und anderswo
Aus einem von der DT bisher unveröffentlichten Leserbrief eines „altmodischen“ Pfarrers: Immer mehr breitet sich ein Geist des Machens, der Mängelverwaltung und des Managertums heraus, der für ein geistliches und personal-kirchliches Leben auf Dauer tödlich ist. Unter dem Stichwort „Kooperative Pastoral“ wird oft nicht eine selbstverständliche Zusammenarbeit der Glieder des Gottesvolkes begriffen, sondern einer Abschaffung des als „Einzelkämpfertum“ oder gar „Amtsmonopolismus“ denunzierten bisherigen Priestertums der Kirche Vorschub geleistet. Den hl. Pfarrer von Ars, an dessen Gedenktag im Jahr 2002 eine hierzulande unwirksame und kaum beachtete Instruktion der Kleruskongregation unter dem Titel „Der Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde“ (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 157) veröffentlicht wurde, wird man nicht nur wegen des weitgehenden Zusammenbruches der Einzelbeichte bald als Patron der Pfarrseelsorger vergessen müssen. In der erwähnten Instruktion wird dafür warnend ein höchst aktueller Satz von Papst Johannes Paul II. zitiert: „Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, sich mit den heutigen Schwierigkeiten abzufinden und so zu tun, als müsse man sich auf eine Kirche von morgen vorbereiten, die man sich gleichsam ohne Priester vorstellt. Auf diese Weise würden sich die Maßnahmen, die getroffen wurden, um derzeitige Mängel zu beheben, für die kirchlcihe Gemeinschaft trotz allem guten Willen tatsächlich als ernsthaft schädlich herausstellen“ (Nr. 24).
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#2   zwobbel   10:42:46 | Donnerstag, 30. Juni 2005
interessanter Begriff
Ich kann mich noch gut an andere „tendenziöse Kampagnen“ erinnern, wie z.B. jene um Mädchen im Altardienst durch zu drücken. Der Papst wurde wieder einmal erpresst den Ungehorsam gegenüber Dokumenten und Entscheidungen zu erdulden. Und weil die Mädchen die Jungen dadurch vom Altar verdrängt haben, hat sich der jetzt beklagte Priestermangel verstärkt.
Es gab auch „tendenziöse Kampagnen“ für die Handkommunion, gegen die Nutzung des Hochaltars, für die Pille, gegen die Marienverehrung …
(darf ergänzt werden)
Welcher Bischof hat sich (wann) über diese „tendenziöse Kampagnen“ beschwert?
Gibt es Kampagnen ohne Tendenz?
Hat der „pastorale Prozess“ keine Tendenz?
Immerhin, wenn der „pastorale Prozess“ wirklich die Priester von der Bürokratie befreien sollte, wäre das zu begrüßen. Aber seit dem „Pastoralkonzil“ ist man eben vorsichtig wenn der Begriff „pastoral“ verwendet wird.
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#1   stimme der vernunft †   09:43:07 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Kritik = tendenziöse Kampagne
Kritische Anfragen glaubenstreuer Priester und Laien bezeichnete der Bischof dabei als „tendenziöse Kampagne“.
lach, diesen Trick hat der gute Bischof sicher bei kreuz.net gelernt!
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