Journalistenschule
Wie man über den Papst berichten muß
Die britische Wochenzeitung ‘Catholic Herald’ hat einige Tips publiziert, wie eine anständige antikirchliche Berichterstattung auszusehen hat. Eine kleine Journalistenschule von Milo Yiannopoulos.
Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI.
© Catholic Church (England and Wales), CC
(kreuz.net) Stellen Sie sich vor, sie sind ein neugebackener BBC-Nachrichtenreporter. Sie eilen an ihrem ersten Tag ins Büro.

Ihr Abschluß in Medienstudien und Digitaler Produktion an der Universität Salford brennt ihnen auf den Fingern.

Es ist ihnen geglückt! Sie haben die schwindelerregenden Höhen der Nachrichten-Redaktion des britischen Staatssenders erreicht. Sie sind bereit, die Welt zu erobern.

Die fatale Aufgabe

Doch schon naht das Unglück: Ihr Vorgesetzter weist ihnen die erste Aufgabe zu – einen Bericht über die Katholische Kirche.

Papst Bene-wie-auch-immer hat irgendeinen Ort besucht und dort eine Rede über Gott und andere Dinge gehalten.

Sie wollen Eindruck schinden, befinden sich aber in völlig fremden Gewässern.

Was werden Sie tun? An wen werden Sie sich wenden?

Die Ratschläge für den Erfolg

Wir vom ‘Catholic Herald’ können verstehen, wie eigenartig und rätselhaft die katholische Welt einem Reporter vorkommen muß, der neu im Geschäft ist.

Das ist der Grund, warum wir die Archive der wichtigsten Sender und Zeitungen durchforstet haben, um Ihnen den Erfahrungsschatz ihrer älteren Kollegen zu übermitteln.

Wir hoffen, daß wir dadurch beitragen können, die Tradition einer fairen und ausgeglichenen Berichterstattung über katholische Themen, für welche die britische Presse zu recht bekannt ist, hochhalten können.

Hier sind also unsere wichtigsten Ratschläge für den Erfolg.

Die Gegendemonstranten aufbauschen

Bei jedem Anlaß, bei dem der Papst erscheint, ist die Anzahl der Gegendemonstranten aufzubauschen.

Beim Madrider Weltjugendtag in August stellte die Anzahl der Gegendemonstranten weniger als 0.04 Prozent der Menschen dar, die bei dem Großanlaß anwesend waren – 5.000 Personen im Vergleich zu 1.5 Millionen Menschen, die den Papst unterstützten.

Aber das hielt die eifrigen Geister bei der BBC nicht davon ab, sich praktisch ausschließlich auf die Unzufriedenen zu konzentrieren.

Der Riesenerfolg des Papstbesuchs und die fröhliche Feier junger Katholiken wurden ignoriert.

Vage und schwatzhaft

In einem BBC-Bericht über den Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. wurden ein paar Hundert Gegendemonstranten zu „einigen tausend“ aufgebauscht.

Wörter wie „einige“ sind nützlich, weil man damit leichter wegkommt als mit echten Zahlenangaben.

Im Zweifel, soll man vage und schwatzhaft über das Ziel der Gegendemonstrationen sein – besonders wenn es gar keine richtigen gibt.

Denn diese netten christlichen Leute halten sowieso nur „ihre andere Wange hin“ – anders die Gegendemonstranten, die Ihre Telefonzentrale mit schmerzgeplagten Klagen und die Blogsphäre mit einem selbstgemachtem Aufschrei über Ihren Mangel an Gründlichkeit überschwemmen werden, wenn sie nicht genügend Lob und Berichterstattung erhalten.

Der Verfasser ist ein Kolumnist und Autor in London und San Francisco. Sein Text erschien am 26. September 2011 auf der Webseite der katholischen englischen Wochenzeitung ‘Catholic Herald’.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Wie man über den Papst berichten muß
2. Erinnern Sie sich daran, daß die Ansichten des Papstes „gefährlich“ sind 3. Der langweilige Typ hat einen Schlag ins Akademische 4. Das A und O der Papstberichterstattung ist Adolf Hitler
      
24 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#27   Atzmon   03:48:48 | Freitag, 23. Dezember 2011
Redaktion benachrichtigen
#26   klausvonjaus   01:16:27 | Mittwoch, 14. Dezember 2011
SCHALKE WIRD MEISTER … ZIEHT DEN BAYERN DIE LEDERHOSEN AUS … DORTMUND WIRDS AUCH NICHT … KORN IST SOWAT VON LECKER …
Redaktion benachrichtigen
#25   Schalom   11:07:56 | Montag, 12. Dezember 2011
Freut Euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade.
Einen friedlichen Tag,
wünscht allen
Schalom
Redaktion benachrichtigen
#24   lux in tenebris   09:00:01 | Montag, 12. Dezember 2011
Wie gut, dass es in Deutschland die katholische Journalistenschule gibt. Da ist man auf solche Tipps nicht angewiesen. Da lernt man die antirömische Propaganda von der Pike auf! :-P
Redaktion benachrichtigen
#23   Gallowglas   05:36:00 | Montag, 12. Dezember 2011
@Bene2
>>Über den Weltjugendtag in Madrid haben die öffentlichen Medien soviel wie nicht berichtet.<<
Hast du den verpennt ? Der war doch rauf und runter in den Medien, vorallem im TV gabs, wie immer für die Kirche, Dauerberieselung damit …
Redaktion benachrichtigen
#22   Sefirot   00:15:48 | Montag, 12. Dezember 2011
Zieht wohl nicht das Thema… Schlampen- und Schwulenthemen lassen die Lesermeinungsthemen aufspreiseln wie den Spargel im Frühjahr… :-) ;-) :-] :-$ :-P [-( O:) :-*
Redaktion benachrichtigen
#21   Grüner Ritter †   22:44:55 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Man kann sich natürlich auch ein Beispiel an kreuz.net nehmen und solche Themen mit monatelanger Verzögerung auf Tapet bringen, damit auch noch der wohlmeinendste Leser merkt, dass die Redaxe aus dem verschlafensten Mus-Topp Europas kommen :-P
Redaktion benachrichtigen
#20   Mufelius †   22:06:52 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Nö, Bene. Gute Nachrichten sind keine Nachrichten. Das ist nicht nur so bei Papstbesuchen, sondern immer so. Schauens sich doch mal mit Verstand irgendeine Nachrichtensendung an – oder lesen’s Artikel auf Kreuznet – und zählen Sie mal die Meldungen, die lauten „Alles ist gut.“. Sie werden nicht viele solche finden. „Alles ist gut“ interessiert (leider) niemanden.
Redaktion benachrichtigen
#19   Bene2   21:52:04 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Das stimmt schon: Über den Weltjugendtag in Madrid haben die öffentlichen Medien soviel wie nicht berichtet. (auch das ist eine Botschaft…). Die Handvoll Gegendemonstraten wurden gezeigt. Die hunderttausenden Jugendlichen dagegen praktisch nicht. Ja, so funktioniert Beeinflussung (Manipulation).
Redaktion benachrichtigen
#18   JohannSebastianBach   21:13:42 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Eigentor!!!!!
Ich denke mal, mit dem Artikel hat sich die Redaktion ein klassisches Eigentor geschossen! Die haben sich wahrscheinlich für ihren eigenen Gegner gehalten, drauf los geschossen…und siehe da, der Ball im eigenen Netz! Im übrigen schreibt kreuz.net so, wie der VFB Stuttgart heute gespielt hat- unfair, dreckig und niederträchtig! Und die, die der Redaktion applaudieren ist dann das überaus assoziale VFB- Publikum vom heutigen Abend (sorry, aber ich muß hier mal meinem Unmut Luft lassen, bei aller Freude über den Bayern- Sieg)- der VFB Stuttgart war heute so dermaßen kreuz.net-mäßig- da ist mir richtig übel geworden!!!!!
Redaktion benachrichtigen
#17   Diamant †   20:28:51 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Bravo, Alberthesel, darauf habe ich gewartet. Sie bekommen den 1. Preis! :-)
Redaktion benachrichtigen
#16   Alberthesel †   20:27:55 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Diamant 19:50:44 | Sonntag, 11. Dezember 2011
<Bei jeder Homo-Demo, bei der Pius-Brüder erscheinen, ist die Anzahl der Gegendemonstranten aufzubauschen.>
–----------------------------------------------------------------------------------
Huch: demonstrieren die heililgmäßigen und allein rechtgläubigen Pius-Brüder denn auch für die Emanzipation der Schwulen?
\\
Darüber berichtet David Berger meines Wissens nach nicht.
\\
Redaktion benachrichtigen
#15   Diamant †   20:19:04 | Sonntag, 11. Dezember 2011
„the condom pope“
sry
Redaktion benachrichtigen
#13   Diamant †   20:16:55 | Sonntag, 11. Dezember 2011
„the concom pope“
Redaktion benachrichtigen
#12   schamane40   20:15:01 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Aus einem lieben Piusbruder mache zehn liebe Piusbrüder. –
Redaktion benachrichtigen
#11   FreiherrvonderTrenck   20:12:32 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Macht sich die britische Presse jetzt dran, die krezned-Glatzen beim Papst-bashing zu überholen?
Dürfte ihr ziemlich schwerfallen!
>:)
Redaktion benachrichtigen
#10   Diamant †   19:50:44 | Sonntag, 11. Dezember 2011
<Bei jedem Anlaß, bei dem der Papst erscheint, ist die Anzahl der Gegendemonstranten aufzubauschen.>
.
oder:
.
<Bei jeder Homo-Demo, bei der Pius-Brüder erscheinen, ist die Anzahl der Gegendemonstranten aufzubauschen.>
Redaktion benachrichtigen
#9   schamane40   19:24:49 | Sonntag, 11. Dezember 2011
#7
Gehen Sie einfach mit gutem Beispiel voran. –
Redaktion benachrichtigen
#8   DerRabe   19:14:23 | Sonntag, 11. Dezember 2011
der böse mensch, der sich weigert vom bösen umzukehren oder doch wenigstens gott recht gegen das böse zu geben, der wird dem bösen nach seinem wunsch ausgeliefert werden und kann dann das ziel allen zeitgeistlichen fortschritts mit ghrauen und entsetzen kennenlernen…
Redaktion benachrichtigen
#6   Tchibo   18:20:35 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Wer generell bei Besuchen die Annehmlichkeiten eines Souveräns mit granitener Grandezza in Anspruch nimmt, sollte klugerweise (weil Kugheit eine Kardinalstugend ist) auch einkalkulieren, dass nicht alle Zuschauer des Staatsbesuchs ins Horn unreflektierter Begeisterung stoßen… So gibt der Anlass erneut reichlich Gelegenheit, die große Beweinung anzustimmen zum Thema: Niemand hat Papst und Kirche lieb… Aber weinen darüber wird man ja wohl noch dürfen… :-[ :'( :-[ :'( :-[ :-( :'( :-[ :'( :-[ :'( :-( :'( :-( :-[ „Wir setzen uns in Tränen nieder“ (Schlusschor aus der JSB-Matthäus-Passion)
Redaktion benachrichtigen
#5   gesunder   17:07:41 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Auch das „Kondom-Sepp“ als scheinbares Zitat in die Schlagzeile
zu setzen, wurde vergessen.
kreuz.net/article.12395.html
Oder „Fettwanstbischof“ oder „Kameradenschwein-Bischof“ zu schreiben.
kreuz.net/article.13894.html
.
Die Anleitung zum glücklicher Katholik zu sein: www.kreuz.net ?
.
Die katholischen Nicht-Sünder sind viel zu bescheiden,
um sich hier zu outen?
Ohne ein öffentliches Outing als Nicht-Sünder sollte man
aber niemand mehr in eine Kirche hinein lassen!
Pro Kirche nur den Nicht-Sündern!
Redaktion benachrichtigen
#4   Gotthard   16:01:22 | Sonntag, 11. Dezember 2011
das wurde vergessen: „Mit diesen Floskeln bediente Papst Benedikt XVI. gestern Vertreter italienischer Genossenschaftsbanken und Kreditinstitute.“
Nicht verstandene oder nicht ins eigene Weltbild passende Aussagen als Floskeln bezeichnen.
Redaktion benachrichtigen
#3   Gunsenum   15:53:18 | Sonntag, 11. Dezember 2011
Zwar hält sich die Redaktion von kreuz.net nicht an alle „guten Tipps“ – aber sie berichtet mindestens ebenso unwürdig in vielen Berichten vom Papst. Ein Beispiel sind die ständigen desavouierenden Nörgeleien über die Bischofsernennungen, die sich mehr als einmal im Ton vergreifen. Man bedenke: Man kann eine Person als Person kritisieren. Man kann aber auch die Werke (also bspw. Bischofsernennungen) einer Person kritisieren und damit auch Kritik an der eigentlichen Person üben. Das tut die Redaktion hier des öfteren. Also: Nicht über diese englische Zeitung herziehen, sondern sich selbst am Riechkolben anfassen!! :-D :-D
Redaktion benachrichtigen
#1   kristall   15:42:38 | Sonntag, 11. Dezember 2011
interessanter bericht. @
Redaktion benachrichtigen
Es wurden 3 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
Freiburger KirchenzeitungDer Freiburger Diözesanrat schimpft über den Papstbesuch Benedikt XVI.Papstbesuch: Die Berliner Variante des linken Selbstbetrugs Papstmesse in Freiburg„Es gab kein Entrinnen aus diesem deutschen Sonderweg“ Robert SpaemannDie Abtreibung ist immer ein Schwerverbrechen – auch wenn sie „erlaubt“ ist Benedikt XVI.Dann brechen sie wieder in „Benedetto“-Jubel aus PapstbesuchDer Deutsche Bundestag – blind, taub, stumm und dumm PapstbesuchVon allen guten Geistern verlassen: Der Papst verläßt sich auf die deutschen Bischöfe PapstbesuchDie große protestantische Auskühlung PapstbesuchDie Kirche tappt in die Moderne-Falle Benedikt XVI.Schüsse vor der Papstmesse PapstbesuchEin Blick in die Kloake des linken Abschaums PapstbesuchIhr wollt Reformen, progressive Katholiken? Benedikt XVI.Statt der verwesten Nazis hätte er besser die heutigen Kinderschlächter angeprangert Benedikt XVI.Werden die Gottlosen nach der Papstrede von ihrem Glauben abfallen? Benedikt XVI.Sind die Examina bei Professor Joseph Ratzinger zu einfach?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net