14:02:43 | Donnerstag, 30. Juni 2005
Kürzlich fand in Öberösterreich ein Vortrag von Befürwortern der Kinderabtreibung statt. Die Anwesenheit von Lebensrechtlern sorgte bei den Todesaposteln für Nervositäten. Doch die Abtreiber fanden eine linksdemokratische Lösung: Sie schmissen die Kritiker aus dem Saal.
(kreuz.net, Wels) Das Thema des Vortrages war „Abtreibung – 30 Jahre Fristen-Lösung“. Als Veranstalter
trat der sich selbst als links bezeichnende Verein ‘Infoladen Wels’ auf. Der Anlaß fand am 21. Juni im
‘Kulturzentrum Alter Schlachthof’ statt. Wels befindet sich 25 km südwestlich von Linz.
Der ‘Infoladen
Wels’ betrachtet es als seine Sendung, unter Einsatz von altmarxistischen Schlagwörtern wie „Antikapitalismus“,
„Antisexismus“ oder „Antifaschismus“ das „kritische Denken“ von Jugendlichen zu fördern.
Am 21. Juni
war der berüchtigte Abtreibungsunternehmer Christian Fiala aus Wien als Referent geladen. Danach erhielt
auch eine Dame, die als „Abtreibungs-Expertin“ vorgestellt wurde, das Wort. Am öffentlich angekündigten
Anlaß nahm nur eine kleine Versammlung teil.
Im Publikum saßen neben den Feinden von Kleinkindern auch
Lebensrechtler. Norbert Steinacher, Generalsekretär der österreichischen Lebensschutzorganisation ‘Jugend
für das Leben’, kommentiert: „Dies löste bei Veranstaltern sowie Referenten Unsicherheiten aus.“
Geschockt
ob der Anwesenheit des feindlichen Lagers, zogen sich die linken Reihen zu einer Lagebesprechung zurück.
Der Vortrag begann mit Verspätung. Vorher warnte man das Publikum, daß die Dokumentation des Vortrags
durch Audioaufnahmen oder Fotos untersagt sei.
Die Lebensschützer pochten auf die Pressefreiheit. Doch
der ‘Infoladen’, der das kritischen Denken bei Jugendlichen fördern will, war ob der Anwesenheit von
jungen kritischen Lebensschützern so erstarrt, daß der Hinweis auf die Informationsfreiheit auf taube
Ohren stieß.
Auch ein österreichischer Journalistenausweis und die Bitte, die Freiheit der Presse in
einem öffentlichen Raum nicht zu behindern, vermochten die kritischen Ideologen nicht zur Offenheit zu
bewegen.
Bei einem Versuch den Abtreiber bei seinen unsauberen Ausführungen dennoch bildlich zu verewigen,
schlug ein rabiater Teilnehmer von hinten unsanft auf die Fotokamera. Dabei erwischte er in seinem heiligen
Eifer nicht nur das Gerät sondern auch eine völlig unbeteiligte Frau.
Das Referat des Abtreibers begann
mit einem schweizerisch-sowjetischen schwarzweiß Film aus den glücklichen Tagen von Josip Wissarionowitsch
Stalin. Inhalt des wertvollen Streifens war das angebliche Elend von ungewollt schwangeren Müttern.
Der Abtreiber brachte den Propagandstreifen aus dem Jahre 1929 mit einem Dokument aus der Zeit des Ersten
Weltkriegs in Verbindung. Es verbat die Kinderabtreibung wegen der damaligen Kriegsverluste.
Norbert
Steinacher kommentiert: „Damit wollte der Abtreibungsunternehmer einen billigen ideologischen Hintergrund
des Verbotes der Kinderabtreibung nach dem alten Paragraph 144 herbeimanipulieren.“
Der Paragraph 144
stammte im wesentlichen aus dem Jahr 1803. Ihm liegt unter anderem der Eid des Hippokrates († 375 v. Chr.)
zu Grunde.
In seinem Vortrag verdrehte der Kinderabtreiber nicht nur die Geschichte. Auch bei den medizinischen
Fakten schien er nicht auf der Höhe der Wissenschaft zu sein.
Bei der Kommentierung des Bildes eines
sechs Wochen alten ungeborenen Kleinkindes behauptete er: „Man kann hier noch keinen Herzschlag sehen,
weil es dafür zu früh ist.“
Das Herz eines Kindes beginnt zwischen der dritten und der vierten Woche
zu schlagen.
Daß Abtreibungsunternehmer Fiala in der Embryologie nicht besonders bewandert ist, bewies
er nicht zum ersten Mal. Auf einer
Veranstaltung von roten Genossen im vergangenen Januar in Wien meinte
er:
„Ein Schwangerschaftsabbruch ist das Ende einer Möglichkeit. Es ist nicht das Ende eines Kindes,
denn das Kind existiert als solches noch nicht.“
Anschließend folgte der ungewöhnliche Auftritt einer
sogenannten „Abtreibungs-Expertin“. Im Anschluß an Abtreiber Fiala sollte sie ihre Erfahrungen rund um
die Kleinkindermordindustrie vortragen.
Doch die nervöse Dame hatte Starthemmungen. Sie sah sich außer
Stande, im Angesicht von kritischen jungen Menschen zu sprechen. Mit dem Argument, daß sie vor Lebensschützern
nicht reden wolle, wurden die Lebensrechtler, die sich auf das stille Zuhören und Mitschreiben beschränkt
hatten, des Saales verwiesen.
Auch das ist eine Form der Abtreibung.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#1
richard 19:59:44 | Mittwoch, 19. Oktober 2005