Pastoraler Prozeß
Fragwürdig
Im Mai verteidigte der Bischof von Fulda in einem Interview die Fusionspläne, durch die er die Pfarreien seiner Diözese zusammenlegen will. Doch seine Argumente überzeugen nicht. Von Gabriele Freudenberger, Frankfurt.
(kreuz.net) Manche Aussagen im Interview des Bischofs von Fulda mit dem „Fels“ sind für mich von den Fakten her unverständlich. Im Gespräch mit der katholischen Monatszeitschrift begründete Mons. Heinz Josef Algermissen den von ihm für seine Diözese gewollten „Pastoralen Prozeß“.

So spricht Bischof Algermissen zum Beispiel vom Priestermangel und sagt wörtlich: „Aus einer pastoralen Notwendigkeit heraus haben wir uns vor nunmehr drei Jahren diesem Prozeß als Antwort auf die Wirklichkeit der Seelsorgesituation und des Priestermangels gestellt.“

Fakt ist hingegen folgendes: Im Bistum Fulda gibt es in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten keinen dramatischen Priestermangel, wenn er nicht durch die Schaffung der neuen Pastoralverbünde provoziert wird.

Das Durchschnittsalter der aktiven Priester liegt laut Christof Ohnesorge, Pressesprecher des Bistums, derzeit bei 51 Jahren.

Auf einen aktiven Priester kommen momentan etwa durchschnittlich 1800 Katholiken. Ungefähr jeder zweite aktive Priester in der Pfarrseelsorge kann in den nächsten Jahren auf einen Ruhestandsgeistlichen zurückgreifen, jeder vierte auf einen ständigen Diakon und jeder zweite auf eine Gemeindereferentin.

Die Behauptung des Bischofs ist also sachlich falsch.

Für ziemlich problematisch halte ich auch seine Äußerungen hinsichtlich ausländischer Priester.

Bischof Algermissen sagt: „Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt deutlich, daß der Einsatz von ausländischen Priestern mitunter zu Schwierigkeiten in den Gemeinden führte, über die ich als Bischof nicht hinwegsehen kann.“

Es ist aber bekannt, daß dies die Ausnahme ist und es im Bistum Fulda nachweislich sehr gute Erfahrungen mit ausländischen Priestern gibt.

Bischof Algermissen weigert sich jedoch offensichtlich, zusätzliche ausländische Priester in sein Bistum aufzunehmen, um einem geringfügigen Rückgang der Priesterzahlen entgegenzuwirken.

Falls er an der These eines wirklichen Priestermangels festhält, befindet er sich im Widerspruch zu den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils aus dem Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche (Nr. 6) und dem Dekret über Dienst und Leben der Priester (Nr. 10).

Hinsichtlich der Interview-Frage zur Bedeutung von Laien bemerkt Bischof Algermissen, daß durch die Pastoralverbünde priesterliche Aufgaben nicht an Laien übertragen werden sollen.

Aber warum werden dann im Bistum Fulda scharenweise ehrenamtliche Laien zu Wortgottesdienstleitern ausgebildet?

67 Frauen und Männer haben bereits an einem Kurs teilgenommen und Zertifikate erhalten, die sie „befähigen“, (Wort-) Gottesdienste vorzubereiten und zu leiten. Weitere Kurse sind geplant.

Die Liturgie ist jedoch eine spezifisch klerikale Aufgabe. Selbst wenn Laien grundsätzlich Wortgottesdienste halten dürfen, sollen sie das nicht tun, wenn genügend Priester oder Diakone vorhanden sind.

Werden sie trotz fehlender Notwendigkeit für Wortgottesdienste herangezogen, so legt sich der Verdacht nahe, daß die Kleriker aus ihrer Zuständigkeit verdrängt werden sollen.

Die Erfahrung anderer Diözesen beweist übrigens, daß durch die bewußte Förderung von Wortgottesdiensten mit der Zeit der wesentliche Unterschied zur Eucharistiefeier auch wegen des mangelnden religiösen Wissens nivelliert wird.

Warum werden also zur Zeit im Auftrag des Bistums Fulda zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen angesetzt, um Laien sowohl liturgisch wie auch pastoral zu schulen?

Erzbischof Dr. Johannes Dyba warnte immer wieder vor der Gefahr einer fortschreitenden „Klerikalisierung“ haupt- und ehrenamtlicher Laien, die hierdurch eindeutig betrieben wird.

Mehr als fragwürdig erscheint schließlich die Aussage des Bischofs von Fulda, daß die Pastoralverbünde das Ergebnis eines bistumsweiten, von ihm in 2002 angestoßenen Dialogprozesses in allen Gemeinden sei.

Die Idee der Pastoralverbünde hat Bischof Algermissen eindeutig aus dem Erzbistum Paderborn mitgebracht. Sie ist keineswegs das Ergebnis eines „bistumsweiten Dialogprozesses“ in Fulda.

Die allermeisten Menschen in den Pfarreien des Bistums interessieren sich gar nicht dafür. Sie sind zudem nicht ausreichend informiert, geschweige denn gefragt worden.

Selbst von denen, die regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen, wissen die wenigsten, was im Zuge des „Pastoralen Prozesses“ geplant ist, vor allem nicht, welche verheerenden Folgen die geplante Umstrukturierung für die Zukunft der Gläubigen und ihre Pfarreien besitzt.

Die Pastoralverbünde führen praktisch zur Auflösung der Pfarreien, weil die kirchenrechtlich installierten Pfarrer mit der Zeit von ihren Pfarreien abgekoppelt werden.

Die einzelne Pfarrei wird zukünftig nicht durch den rechtlich für sie zuständigen „Oberpfarrer“ geleitet. Denn dieser muß ja als Manager innerhalb eines bis zu 14.000 Gläubige umfassenden Pastoralverbundes fungieren und viele Verwaltungsaufgaben erledigen.

Die eigentliche Leitung wird ein Seelsorgeteam aus Laien und „Unterpfarrern“ haben, in dem die Regeln der Gruppendynamik gelten. Außerdem scheinen die Pastoralverbünde mehr einen „innerkirchlichen Konkurs“ zu verwalten, als von einem neuen Missionsgeist geprägt zu sein.
      
28 Lesermeinungen
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#28   Laurentius2   14:11:24 | Montag, 11. Juli 2005
Anders interpretieren …
… kann man das Ganze aber auch: Der Rotary-Bischof mußte in Rom immerhin antanzen.
Und Rom kommentiert Privataudienzen grundsätzlich nicht …
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#27   adlimina   22:30:07 | Mittwoch, 6. Juli 2005
Romanissimo
Lieber Romano, es können Deinem scharfen Geist und feinfühligen Gemüt doch nicht die Ironie und Verzweiflung entgangen sein, aus denen der von Dir zitierte Beitrag entstand und die darin fortschwingen?!
Ich glaube, daß diese in aller episch-euphorischen Breite berichtete Privataudienz mit ihrem bis in die päpstlichen Äußerungen hinein aus der aktuellen Fuldaer Begrifflichkeit heraus vorprogrammierten Verlauf letztlich die Dinge verschlimmern wird, weil Gläubige – nicht die Großsprecher und Drahtzieher der verschiedenen ideologischen Lager – an ihrer Kirche irre werden …
Geisterhaft und furchtbar!!!
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#26   Romano   14:50:16 | Mittwoch, 6. Juli 2005
Roma locuta?
die höchsten Stellen in Rom haben dem Fuldaer Oberhirten und Antreiber des Pastoralen Prozesses bestätigt, daß der Pastorale Prozess genauso, wie er gewollt ist und durchgeführt wird, absolut richtig, tatsächlich alternativlos und gut katholisch ist.
Ich weiß zwar nicht, worüber Rom genau gesprochen hat; aber, werter Adlimina, ich habe genau das vorausgesagt… Mit etwas Distanz zu den Vorgängen in Fulda war ziemlich klar, dass man im pastoralen Prozess weder den Untergang von Priestertum und Kirche noch Ungehorsam gegenüber Rom noch eine Rotary/Freimaurer-Verschwörung würde entdecken können.
Ich glaube, dass sich auch deutsche Ordinariate durchaus von guten Argumenten beeindrucken lassen – selbst wenn eine andere als die dort „herrschende“ Meinung geäußert wird. Aber bei dem, was ich gelesen habe, hat leider schlicht die Qualität nicht gestimmt.
Geisterhaft …
Nein – sicherlich nicht…
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#25   Laurentius2   13:24:39 | Mittwoch, 6. Juli 2005
@Konrad & Athanasius
Sehr geehrter Konrad,
wissen Sie zufällig, wo das nachzulesen ist mit den katholischen Modernisten, die Hitler anhimmelten (Herwegh u.a.)?
Vielen Dank. (Schön, daß wir uns doch meistens einig sind …)
Sehr geehrter Athanasius,
zum möglichen Fernbleiben von der Hl. Messe, wenn im Umkreis von einer Wegstunde nur modernistischer Unfug getrieben wird, habe ich schon mal etwas von Prof. Schuhmacher gelesen. Kennen Sie die Belegstellen für entsprechende Aussagen der Kardinäle Bacci und Ottaviani ?
Herzlichen Dank !
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#24   adlimina   12:49:48 | Mittwoch, 6. Juli 2005
Roma locuta
Wir dürfen uns freuen in Fulda:
alle Leiden der vergangenen Monate waren künstlich, unnötig und grundlos –
die höchsten Stellen in Rom haben dem Fuldaer Oberhirten und Antreiber des Pastoralen Prozesses bestätigt, daß der Pastorale Prozess genauso, wie er gewollt ist und durchgeführt wird, absolut richtig, tatsächlich alternativlos und gut katholisch ist.
Geisterhaft …
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#23   Toby   20:28:45 | Sonntag, 3. Juli 2005
Rotary und Weltjugendtag
Auch der Weltjugendtag soll offenbar in diesem Sinne instrumentalisiert werden. So spendete der Hanauer Rotary Club am 15. Juni 2005 10.000 Euro für die multinationalen und ökumenisch ausgerichteten Begegnungstage im Vorlauf zur Hauptveranstaltung in Köln. Bei der Übergabe betonte Bischof Algermissen ausdrücklich, dass sich die Einladung „nicht nur an die katholischen, sondern an alle jungen Menschen guten Willens“ richte. Gemeinsamer Höhepunkt für die Region Hanau ist ein Begegnungstag im Park von Schloß Philippsruhe mit einem ökumenischen Gottesdienst im Amphitheater am Freitag, dem 12. August. Hierzu werden 1.500 bis 2.000 Besucher erwartet. Mehr dazu hier:
www.bistum-fulda.de/…15_Rotary-Club.shtml
Ein eucharistischer Bezug bleibt also völlig außen vor – trotz des offiziellen Weltjugendtags-Mottos „Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten“. Traurig, traurig …
Noch etwas: Am 17. Juni 2005 weihte Bischof Algermissen in Fulda das millionenschwere neue Bistumsarchiv ein (und das in Zeiten knapper Kassen!), dessen Lesesaal und Verwaltungstrakt „zufälligerweise“ die Form eines Kubus hat. Oder ist das doch kein Zufall? Mehr dazu hier:
www.bistum-fulda.de/…0050620_Archiv.shtml
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#22   Konrad   08:50:38 | Sonntag, 3. Juli 2005
Rotary und Lions
Vielleicht ist der Grund für das Anlehnen von Kirchenführern an diese amerikanischen Institutionen ganz banal: der Geldmangel der aufgeblähten Ordinariate mit ihren fest angestellten Faulenzern und auf dem freien Arbeitsmarkt unvermittelbaren Bürokraten, das Sponsoring, das von diesen finanzkräftigen Gruppierungen verheißen wird. Nur dass man sich so zur Hure macht, oder schon längst gemacht hat. Da lobe ich mir die FSSPX, deren Spender und Unterstützer ein höheres Ideal haben als die Freimauerer light von Rotary und Lions!
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#21   adlimina   08:27:51 | Sonntag, 3. Juli 2005
Unsere Hilfe ist im Namen des …
… Rotary-Clubs. Woher sollte die Hilfe auch sonst kommen, wenn alles mit Stil geschehen soll?
Wer sich über die immer weiter fortschreitende Verschränkung von Fuldischer Kirche und Rotariern neutral und objektiv informieren möchte, braucht nur das Programm der heutigen Tagesveranstaltung in Fulda zu studieren – um nicht zu sagen, den Vollzug der (un)freundlichen Übernahme.
Rotary veranstaltet einen nächtlichen Marathon-Staffellauf zugunsten der Aids-Hilfe, die eine Nacht hindurch ihre „Informationsfilme“ im Stadion zeigen darf – „besinnlicher Abschluß“ der „Charity-Aktion“ ist um 11.30 Uhr „ein Gottesdienst im Dom“, d.h. die zu diesem Zeitpunkt reguläre und gut besuchte heilige Messe in der Kathedralkirche.
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#20   Benedikt   22:39:12 | Samstag, 2. Juli 2005
@ Athanasius
Dann wird Jone aber sehr häufig falsch zitiert!
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#19   Athanasius   20:08:56 | Samstag, 2. Juli 2005
Na.
Die Blicke an sich sind bei Dr. Jone OFMCap gar nicht Sünde.
Benedikt Du machst aus dem besten praktischen Moraltheologiewerk Westeuropas ein skrupulöses Buch.
Jone ist sehr gut und deutlich. Jeder kann damit sein Gewissen beisteuern.
Unkeusche Gedanken sind nur Sünde, wenn man sich diesen nicht widersetzt und darin Genuss sucht oder behält.
Jone OFMCap ist eine Autorität!
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#18   Benedikt   14:41:41 | Samstag, 2. Juli 2005
@ Elendster Sünder
Also ich muss da Romano recht geben. Die unkeuschen Gedanken sind das Problem dessen, der sie hat. Und ein gut aussehender Messdiener oder gar Priester kann die holde Weiblichkeit ebenfalls durcheinander bringen. Wer hat noch nicht von den so genannten „Pfarr-Dohlen“, die um Jungpriester herumschwurbeln, gehört. Um so wichtiger ist übrigens die priesterliche Kleidung auch im Alltag, um solche Versuche im Keim ersticken zu lassen.
Jedenfalls sehe ich keinen Grund, weibliche Messdiener wegzulassen, nur weil irgendwelche Testosteronpakete ihre Hormone nicht mal in der Kirche unter Kontrolle halten können.
Im übrigen wird dir Athanasius, der hier schon öfter auf Jone verwiesen hat, sicherlich sagen können, was dieser über die Fleischeslust durch Blicke auf unzüchtige Stellen sagt (=Todsünde nämlich). Ein Grund, warum ich mit Jone so meine Probleme habe.
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#17   Romano   12:22:29 | Samstag, 2. Juli 2005
@Elendester Sünder
Es geht alleine darum, daß man während der Messe nicht abgelenkt oder gar zu unkeuschen Gedanken verleitet wird.
Offen gestanden ist das das Problem des unkeuschen Betrachters. Es ist aber kein Grund, Mädchen vom Altardienst auszuschließen.
weibliche Ministranten, die am Altar hoffärtig und gelangweilt an den langen Haaren herumfummeln,
Wie soll ich eine solche Formulierung anders bewerten als als Ausdruck eines etwas merkwürdigen Verhältnisses zu Frauen. Wem der Begriff (warum auch immer) ungut besetzt erscheint, der mag „Lieblosigkeit“ gegenüber Frauen/Mädchen sagen.
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#16   Elendester Sünder   12:13:25 | Samstag, 2. Juli 2005
Weibliche Ministranten
Es geht alleine darum, daß man während der Messe nicht abgelenkt oder gar zu unkeuschen Gedanken verleitet wird. Deshalb hatte das Verbot von Mädchen als Ministanten Sinn. Als ich darüber einmal mit unserem Pfarrer sprach, meinte er, das Weib würde ebenso abgelenkt werden von männlichen Ministanten. Ich bezweifele das. Meine Ehefrau ist auch nicht dieser Meinung. Das Wort „Frauenfeindlichkeit“ ist unangebracht. Es ist ein weltlicher Propagandabegriff, der vollgesogen ist mit Lüge und Haß.
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#15   Athanasius   11:06:47 | Samstag, 2. Juli 2005
na.
Nein das ist es nicht. Kein Frucht des Traditionalismus. Ist ja schön wie man immer alles den Traditionalisten vorwirft was falsch ist und war. Sagt schon wie indoktriniert die Medien einen haben.
Die Kirche war nie frauenfeindlich. Unsinn.
Die Altarmädchen machen es oft mit guter Intention. Shoot the message, not the messenger. Und der Bericht fing an bei den Bischofskonferenzen bis dann 1994 Papst „Das wird er nie genehmigen“ Johannes-Paul II. auch zugab, obwohl nicht im Vatikan.
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#14   Romano   08:44:12 | Samstag, 2. Juli 2005
@Elendester Sünder
Das bedeutet für ihn, daß er nicht gequält und in der Andacht gestört wird von: weiblichen Ministranten, die am Altar hoffärtig und gelangweilt an den langen Haaren herumfummeln,
Aha – daher weht der Wind… :-)
Solche Aussagen sind natürlich in keiner Weise frauenfeindlich, vermutlich sollen sie sogar die besondere Würde der Frauen und Mädchen zum Ausdruck bringen. Wer so schreibt, gibt die beste Begründung dafür, dass der Kirche in der Vergangenheit ein Problem mit dem weiblichen Geschlecht vorgeworfen wurde. Er desavouiert zugleich die berechtigte Kritik an Fehlentwicklungen der Liturgie. Ist das der Geist, dessen Kind der Traditionalismus ist?
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#13   Athanasius   00:07:46 | Samstag, 2. Juli 2005
1547-2005
Jaja, Elendster Sünder, aber man ist nicht verpflichtet „wenn ernsthafter geistlicher Not dazu zwingt“ eine solche „hl. Messe“ beizuwohnen.
Die Englischen Katholiken waren auch nicht verpflichtet den Cranmer-Feier beizuwohnen! Gar im Gegenteil!
Der Codex ist da zum Heil der Seelen, nicht als Gesetzbuch tyrannischer Art. Ich verpasse übrigens nie meine hl. Messe. Ich habe mit Gottes Gnaden immer Erfolg, mit Schwierigkeiten, zu einer tridentinischen hl. Messe gehen zu können.
Deo gratias!
Sie dürfen nicht so einfach mit „Todsünde“ herumschlagen, die omissio ist hier ja gerechtfertigt im persönlichen Gewissen. Man darf aber nie aus Langweile, kein Lust oder Freizeit wegbleiben. Aber darum geht es ja nicht. ‘Lex mala lex nulla’. Über die Neue Messe sagten bereits Kard. Ottaviani und Bacci, dass „wahre Katholiken“ verpflichtet wären im Dilemma für die alte Messe zu wählen und diese Liturgie zu meiden.
Ich geh’ selber auch wenn wirklich keine trid. Messe da wäre zu einem Lateinischen Novus Ordo mit Altarmädchen und Chor vor dem Tabernakel und Laienhelfer, einfach immer um zu sehen, weshalb ich den traditionellen Weg und nicht den neokonservativen mit Latein (auch wenn völlig) gewählt habe.
„We shall havve the Masse in Latten, as was bevore“ – Englische Katholiken Cornwalls, Märtyrer, 1547 Erklärung zur Ablehnung der Cranmer Liturgie.
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#12   Elendester Sünder   23:03:40 | Freitag, 1. Juli 2005
Sonntagsgebot
Lieber Athanasius,
das kann nicht die Lösung sein. Der Messe ganz wegbeleiben bedeutet doch, das Kirchengebot zu mißachten, daß man die hl. Messe jeden Sonntag besuchen muß. Wer dies ignoriert, macht sich schuldig.
Aber dein Argument, auch einen weiten Weg für eine „saubere“ Meßfeier auf sich zunehmen, sehe ich ein.
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#11   Andreas   23:00:47 | Freitag, 1. Juli 2005
Ausländische Priester
Laßt mich nur eines hinzufügen:
Wir haben auch, weil unser Pater ja so einen tollen Kontakt nach Trier hat, einen ausländischen Priester länger nehalten dürfen.
Paterlein war halt vor lauter Kett-Legen und Katechesen überfordert.
Der arme Nigerianer darf jetzt seelsorgen!
Am Anfang und bis vor ein paar Monaten war auch alles in Ordnung.
Festtage prinzipiell in Latein und überwiegend „konservativ“.
(Ach, wie schlimm…)
Aber der deutsche Einfluß nimmt zu.
Neuerdings liebt der Nigerianer die Schweizer Hochgebete und formuliert auch mal die Wandlungsworte um.
Das ist der einzige Grund, warum man die „verpönten“ Ausländer in ihrer Heimat lassen sollte:
um sie nicht zu verderben.
Nebenbei:
Ein ebenso bei uns derzeit promovierender Vikar, super konservativ mit Vorliebe für die tridentinische Messe, muß gehen, damit unser Pater auch noch die Nachbargemeinden übernehmen kann.
Das hätte sonst der Vikar gemacht.
Pastorale Leitlinie des Bistums Trier.
Es ko… mich langsam an. Benedikt, mach mal, aber schnell!!!!!!
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#10   Konrad   22:33:34 | Freitag, 1. Juli 2005
@ elendester Sünder
Danke für deine beiden Wortmeldungen, besonders die über ausländische Priester. Diese wollen unsere modernistischen Bischöfe ihren Gemeinden nicht mehr zumuten. Leider sind aber die Gemeinden inzwischen auch modernistisch, gepaart mit echt deutscher Fremden- und Ausländerfeindlichkeit – in weiten Teilen. Waren nicht die Modernisten und Anpasser (Herwegh, Adam, Schmaus) damals die größten Hitler-Bewunderer?
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#9   Athanasius   22:33:05 | Freitag, 1. Juli 2005
@El. Sünd.
Ja Du hast recht. Allerdings muss auch ich Planen, Wagen anfragen, und manchmal bis zu 80 km fahren per Auto oder Zug. Wenn Glück nur 12 km.
Aber schau mal nach Amerika: da fahren junge Familien mit 8 Kindern oft bis zu 250 Meile hin und nachmittags wieder zurück um den Kindern die wahre hl. Messe zu geben und Unterrichten zu lassen.
Da ist es bei uns so schlimm noch nicht.
Und in Norwegen kenne ich traditionalistische Katholiken die alle mindestens 100 km gehen müssen zur tridentinischen hl. Messe in einer Missionskapelle im skandinavischen Lande.
Aber für ältere Leute ist es schwierig in der Tat. Ich bleibe aber zu Hause und weg aus meiner Pfarre. Missbrauch und Perversion kann ich meinen Segen nicht geben. Im Gewissen nicht. Grund wegzubleiben, auch wenn dieser zweifelhaft „gültige“ Feier (manchmal kommen Laienfrauen in Albe auf, ohne Erwartung) die einzigste Option ist. Bei der Baptisten-Sekte in meiner Strasse würde ich mehr Glauben bekommen.
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#8   Elendester Sünder   22:20:29 | Freitag, 1. Juli 2005
Tridentinische Messe
Athanasius ist in der Gnade, regelmäßig die Messe des alten Ritus feiern zu dürfen. Das bedeutet für ihn, daß er nicht gequält und in der Andacht gestört wird von: weiblichen Ministranten, die am Altar hoffärtig und gelangweilt an den langen Haaren herumfummeln, sogenannten Pastoralassistentinnen, die in der Homilie geistloses Zeug plappern, Heile-Heile-Bärchen-Kirchenliedern und Schlagermusik, dem Weglassen wichtiger Elemente der Litugie (Schuldbekenntnis, Agnus Dei, Glaubensbekenntnis usw.), der Einladung zur Kommunion an Protestanten und wiederverheiratete Geschiedene, Händeklatschen und so weiter. Das Problem ist aber kaum einer hat wie Athanasius in der Nähe die Möglichkeit, die tridentinische Messe zu besuchen. Manches Mütterchen kann nicht einmal auf die Messfeier der Nachbargemeinde ausweichen, weil es kein Auto besitzt und der Sohn sonntags lieber ausschläft.
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#7   Athanasius   21:33:58 | Freitag, 1. Juli 2005
Ich verhungere nicht…
…die tridentinischen hl. Messen die ich beiwohne futtern mich mit himmlischer Speise!
Großartig, Deo gratias!
Und die traditionellen Seminare haben keine Probleme oder Priestermangel!
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#6   Elendester Sünder   21:24:23 | Freitag, 1. Juli 2005
Ausländische Priester
Ich habe persönlich nur die besten Erfahrungen mit ausländischen Priestern gemacht. Die Ablehnung von ausländischen Priestern hat nur einen Grund: Diese sind in der Regel nicht so verweichlicht und protestantisch wie die Mehrzahl der deutschsprachigen.
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#5   adlimina   17:17:34 | Freitag, 1. Juli 2005
Unterscheidung der Geister – et distinguo …
Zusätzlich zu den seit der letzten Fuldaer Bischofswahl zugefügten Verletzungen bei einigen Priestern, die der neuen Mannschaft weichen mußten, fühlen sich im Bistum Fulda jetzt auch noch die ausländischen Priesterschlecht, die hier arbeiten, um den Mangel einheimischer Kräfte auszugleichen, und bei denen es weder objektive noch atmosphärische Beanstandungen gibt.
Zudem gibt es entgegen allen beschwörenden Versicherungen keine Gerechtigkeit. Eine einfache, in keine kirchenpolitischen Schlachten involvierte und keiner Parteiung zuzurechnende Frau kam nach der letzten Priesterweihe mit der Frage, warum der Bischof beim anschließenden Empfang so wahrnehmbar lange auschließlich Auge und Ohr für den Sprecher des Priesterrates aus dem Kreis für eine offene Kirche war. Beim letzten Priestertag sagte der Bischof auf dessen Forderung nach Aufhebung des Zölibats: „Ich vertraue, daß die Kirche die Gläubigen in ihrem Hunger nach der Eucharistie nicht allein läßt!“ Wer Ohren hat …
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#4   Andreas   17:14:35 | Freitag, 1. Juli 2005
Wie soll es anders kommen…
Nachdem der gute Bischof Dyba seliglich ruht, muß der Teufel wohl oder übel eine der letzten Bastionen einreißen.
Anders ausgedrückt:
Was Dyba jahrelang verhindern konnte, macht sich nun in breiter Flur Platz.
War in meiner Pfarrei ähnlich:
Nachdem der alte Pfarrer weg war und wir uns nun des Paters mit der Kett-Methode erfreuen (Maria Bronnen sei Dank), kamen alle progressiven, grünen Muttis aus ihren 68-er Höhlen und blühen auf.
Nur unser eins leidet vor sich hin…
Aber wie sagte mal irgendein Revoluzzer des Römischen Reiches im damaligen Palästina:
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen, oder erntet man etwa Feigen von einem Dornenbusch…“ oder so ähnlich.
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#3   kreuzi   16:48:05 | Freitag, 1. Juli 2005
.
Es ist sehr interessant, das vom Bischof persönlich, ein ,,nein“ zu ausländischen Katholiken kommt. Um das mal fort zu führen, hätte der fuldauer Bischof lieber kein Pristeramt und somit homosexuelle Gemeindeleiter oder nach der EKD evangelische Pfarrer, anstatt ausländische Priester? Wenn dieser Bischof eine Neigung zu Satanisten hat und eine Abneigung gegen über Priestern, dann ist dieser Mensch in der falschen Organisation.
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#2   Athanasius   16:11:47 | Freitag, 1. Juli 2005
Der elendster Sünder hat recht.
Du hast recht.
Eben nebenbei:
1. Es gibt in der Tat, wegen die Flucht vieler ausserdiözesaner Seminaristen ins Bistum van Ebf. Dyba kein Priestermangel (gibt’s aber in den Niederlanden und beispielsweise Essen schon!). Man muss also feststellen, dass es hier andere „geheimen“ Gründe für die Einführung von Laien in Zelebrationsfunktionen gibt.
2. In Anmerkung genommen, dass man bereits früher die gleiche Strategie, in einer Zeit ohne Mangel in den NL gefolgt hat, mit dem Ziel Laien einzuführen. Es ist ja kein Geheimnis dass eine Mehrheit der Machthaber am Laienpriestertum glauben wie die Protestanten und nicht wie etwa Pius XII. forderte!
3. Man will hier also Laien anstatt Priester einführen um die progressistische Kirche herbeizuführen.
4. Nur Folge der ganzen liturgischen Krise mit den Häresien die seit dem II. Vatikanum eingedrungen sind.
5. Bischöfe hören doch nur linksliberalen Gruppen zu.
6. Unterstütze und widersetze dich also durch den Besuch des wahren hl. Messopfers im tridentinischen Ritus egal wo bei Röm-Katholiken.
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#1   Elendester Sünder   15:53:10 | Freitag, 1. Juli 2005
Druck machen
Es gilt also für die betroffenen Brüder, den Bischof und – wenn nötig – den Vatican mit Briefen zu bombardieren. Und für alle: für unsere heilige katholische Kirche beten.
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