09:37:47 | Mittwoch, 4. Januar 2012
Auch eine Blickweise: „Benedikt XVI. hat klar erkannt, daß die Kirche den Anschluß an die Vergangenheit nicht verpassen darf.“

Bischof Vitus Huonder
© Pressefoto Bistum Chur(kreuz.net) Ende Dezember interviewte die Schweizer Wochenzeitung ‘Weltwoche’ den Bischof von Chur, Mons.
Vitus Huonder (69).
Mons. Huonder vertritt zwar eine katholische Linie, ist aber als Bischof weitgehend
machtlos.
Entsprechend gibt sich die ‘Weltwoche’ schnoddrig:
„Herr Huonder, Sie sind der umstrittenste
Bischof der Schweiz“ – führt sich der Journalist auf, wie ein kommunistischer Verhörbeamter.
Mons.
Huonder ist ihm intellektuell überlegen: „»Umstritten« kommt von Streit“ – erklärt er.
Der Streit
belebe und bereichere – „und führt schließlich zur Wahrheit.“
Seine Schlußfolgerung: „So gesehen,
bin ich ein Bischof für diese Zeit der Streitkultur.“
Nicht persönlich gemeintBischof Huonder stellt
klar, daß er nicht seine „persönliche Sicht des Glaubens“ vorbringe.
Die Kirche vertrete mit den Zehn
Geboten den gesunden Menschenverstand.
Daß die Medienbosse die Kirche als „Spaßbremse“ hinstellen,
führt der Bischof darauf zurück, „daß man ein trügerisches, konsumistisches Verständnis von Glück
hat.“
„Das kann ich nur zur Kenntnis nehmen“Zur Auslieferung von Adoptivkindern an Homo-Onanisten meint
der Bischof: „Jedes Kind hat ein Recht auf Mutter und Vater.“
Die Homo-Verkuppelung verwehre dem Kind
dieses Recht „geplant und bewußt“.
Auf den Hinweis, daß die einst katholische und heute degenerierte
‘Christliche Volkspartei’ für die Homo-Adoption gestimmt hat, erklärt Mons. Huonder:
„Das kann ich
nur zur Kenntnis nehmen und mir dazu meine eigenen Gedanken machen – und die sind frei.“
Spannungen vorprogrammiert
Der Bischof erklärt auf Anfrage des Journalisten den Unterschied zwischen den Schweizer Bistümern und
den in dem Land existierenden „Landeskirchen“:
„Die Bistümer entsprechen der kirchlichen Ordnung, die
Landeskirchen sind staatlich vorgegebene Einrichtungen.“
Diese Bipolarität führe „regelmäßig zu Spannungen.“
Regelungen sind verbindlichDer interviewende Journalist erwähnt als Konfliktfeld, die illegale Laienpredigten
während der neugläubigen Eucharistiefeier.
Er blamiert sich mit der Frage: „War Jesus nicht auch ein
Laienprediger?“
Mons. Huonder antwortet: „Jesus war kein Laienprediger, sondern Gottes Sohn, ausgestattet
mit göttlicher Vollmacht.“
Zur Frage der Predigt gebe es theologische Reflexionen und kirchenrechtliche
Regelungen:
„Regelungen in einem Staat sind verbindlich. Regelungen in der Kirche auch.“
Ein Bischof
braucht gute NervenPlötzlich hat der Journalist einen lichten Augenblick:
„Nervt es Sie nicht manchmal,
daß in der Öffentlichkeit und auch in diesem Gespräch immer die gleichen Themen wiederkehren: Kirche
und Homosexualität, Abtreibung, Frauenpriestertum, Wahrheitsanspruch der Papstkirche?“ – fragt er.
Die
Antwort des Bischofs: „Deshalb braucht ein Bischof gute Nerven.“
Mons. Huonder würde lieber über zentrale
Fragen des Glaubens reden.
Einfach kein ThemaAuf seinen persönlichen Lebensweg angesprochen, erklärt
Mons. Huonder, als Kind verschiedene Berufswünsche gehabt zu haben: „Am stärksten war der Wunsch, Priester
zu werden.“
Er habe von klein auf Messe gefeiert und dazu seine Kameraden eingeladen.
Nein, Ministrantinnen
habe er keine gehabt – erklärt er auf Anfrage: „Damals war die Frage von Mädchen als Ministrantinnen
einfach kein Thema.“
Der Ortspfarrer seiner Wohnortgemeinde sei für ihn „eine Art Idol“ gewesen.
Der
Kreuzweg hat mich tief beeindruckt„Ich hatte von meiner Kindheit an immer eine starke Beziehung zu Jesus,
vor allem zum leidenden Herrn“ – erklärt er auf die Frage nach seinem Lieblingsheiligen:
„Der Kreuzweg
hat mich als drei-, vierjähriges Kind tief beeindruckt und in mir eine starke Christusliebe entfaltet.“
Natürlich bedeute ihm die Muttergottes viel – aber auch der Heilige Antonius und der Heilige Vitus.
Ein Bischof muß Anfeindungen aushaltenAls Bischof müsse man bereit sein, auch Widerstand und Anfeindungen
auszuhalten:
„Diese Widerstände gehören zum Amt in der heutigen Zeit.“
Es sei nicht einfach, die Werte
der Kirche zu vertreten.
Das gehöre zum Bischofsamt – „meine ich“.
An dieser Stelle leistet sich der
Journalist eine Breitseite gegen die altliberalen Windelweich-Bischöfe:
„Dann gibt es offensichtlich
unterschiedliche Auffassungen von diesem Amt.“
Die Kirche ist keine EintagsfliegeDas gegenwärtige
Pontifikat interpretiert Mons. Huonder von einer unerwarteten Seite:
„Benedikt XVI. hat klar erkannt,
daß die Kirche den Anschluß an die Vergangenheit nicht verpassen darf.“
Es müsse eine Kontinuität
geben aus der Geschichte heraus:
„Die Kirche ist von der Tradition her geprägt, und sie darf diese Tradition
nicht verlieren.“
Denn: „Was die Kirche im dritten Jahrhundert oder im Jahr 1000 gesagt hat, ist auch
wichtig.“
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