Kirchenmusik
Kirchenmusik gemäß dem Buchstaben des Konzils
Am letzten Wochenende fand in Aachen und Herzogenrath die Jahrestagung von Sinfonia Sacra – der Gesellschaft zur Förderung katholischer Kirchenmusik – statt. Dabei konnte man sehen, was das Konzil eigentlich gewollt hat.
(kreuz.net, Köln) Die Jahrestagung begann am Samstag mit drei Vorträgen. Zuerst sprach Dr. Gabriel M. Steinschulte aus Köln. Dr. Steinschulte war lange Zeit Dozent am Päpstlichen Institut für Kirchemusik in Rom.

Er zeichnete in einem lebendig und mit viel Hintergrundwissen gestalteten Vortrag die kirchenmusikalische Entwicklung der letzten hundert Jahre nach.

Dabei erwähnte er auch die nachkonziliare „Schlacht“ um die echte katholische Liturgie. Damals standen Kirchenmusiker und Liturgiker einander gegenüber.

Die Kirchenmusiker versuchten alles in ihrer Macht stehende zu tun, um eine vollständige Zerschlagung der römischen Liturgie zu verhindern.

Das Leben und kompositorische Werk des legendären Aachener Domkapellmeisters Theodor Bernhard Rehmann (1895-1963) stellte Dr. Michael Tunger aus Aachen in einem mit Dias und Musik ergänzten Referat vor.

Anlaß dazu war eine kürzlich erschienene Publikation über Rehmann, die ab sofort im Handel erhältlich ist.

Kantor Krystian Skoczowski aus Mettlach im Saarland unweit der französischen und luxemburgerischen Grenze arbeitete das Wesen und den Sinn der katholischen Liturgie heraus. Er tat dies auf dem Hintergrund seiner Konversion zum katholischen Glauben.

Am Sonntag fand in St. Mariä Himmelfahrt zu Herzogenrath ein feierliches lateinisches Hochamt versus ad Deum statt. Die Kirche ist eine neobarocke Filialkirche der Pfarrei St. Gertrud.

Ein polyphoner Chor unter der Leitung von Kantor Herbert Nell sang die „Missa Iste Confessor“ des römischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina († 1594).

Die Schola Cantorum Coloniensis – eine renommierte Choralschola aus Köln – unter Leitung von Dr. Gabriel Steinschulte ließ das Meßproprium im Gregorianischen Choral erklingen.

Insgesamt konnte man eine liturgische Form erleben, wie sie vom Zweiten Vatikanischen Konzil gefordert, in der Praxis aber kaum beachtet wird.

Eine Orgelsoirée mit Werken von Dubois und Boëllmann setzte der Jahrestagung am Sonntagabend einen besonderen Schlußpunkt.

Kantor Herbert Nell brachte dabei die historische Koulen-Orgel in St.Gertrud zu Herzogenrath in ihrer ganzen Klangfülle zu Gehör.

Zwei Exkursionen zum Kloster Rolduc und in die Domschatzkammer nach Aachen rundeten das Programm ab.

Die nächste Jahrestagung von Sinfonia Sacra wird voraussichtlich in Berlin stattfinden.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Athanasius   21:30:01 | Sonntag, 3. Juli 2005
Viel Glück
…wünsche ich Sacra Sinfonia bei der Bearbeitung der wirklichen Liturgischen Fragen.
Jedenfalls hat man einerseits recht, wenn man sagt das Konzil will das Gregorianische erhalten, andererseits falsch, denn Sacrosanctum widerspricht sich selbst später und empfiehlt Inkulturation und „radikale Neuerungen wo nötig“.
Hoffentlich wird man davon zur tridentinischen hl. Messe finden und nicht zur gleichen Liturgie des Ebf. Bugnini und Pauls VI. mit der Lutheraner auch beten können. Anglikaner und Lutheraner sind ja auch bekannt für ihre inzidentelle „versus ad Deum“/„ad orientem“-Zelebration.
Es geht in der Liturgie aber um Gebet und nicht nur die Äusserlichkeiten.
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#2   Konrad   11:16:01 | Sonntag, 3. Juli 2005
Anders als „romulus“
freue ich mich und bin dankbar für die Mitteilung, dass sich kompetente Menschen für ein Kulturgut einsetzen und dies mit der hl. Liturgie verbinden. Weiter so!
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#1   Romulus   11:12:42 | Sonntag, 3. Juli 2005
Informationsgehalt dieses Artikels gleich NULL
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