Pater Max Cappabianca, rief jüngst in Darmstadt bei einem Gottesdienst unter dem Motto „Sex in der Kirche“ – inspiriert vom Film „Sex in der Stadt“ – zum Sex ohne Verkrampfung auf.
(kreuz.net) Der in Worms stationierte Dominikaner Pater Max Cappabianca (34) ist der Beauftragte der Deutschen
Bischofskonferenz für die ZDF Fernsehgottesdienste. Inzwischen tritt er auch bei Radio Vatikan in Erscheinung.
Dort hat er kürzlich das Sonntagsevangelium ausgelegt.
Worms ist eine kreisfreie Stadt 50 Kilometer
südlich von Mainz im Bundesland Rheinland-Pfalz.
Schon seit längerem ist der Ordensmann für seine
sexuell anzüglichen Homilien bekannt.
Im März des vergangenen Jahres hielt er in der Kirche St. Paulus
zu Worms eine Fastenpredigt unter dem Titel: „Kann denn Liebe Sünde sein?“
Pater Cappabianca nahm den
Ausgangspunkt bei einem Lied von Zarah Leander aus den 30er Jahren:
Kann denn Liebe Sünde sein, darf
es niemand wissen, wenn man sich küßt, wenn man einmal alles vergißt – vor Glück? Kann das wirklich
Sünde sein?
Heute finde man den Text niedlich. Aber damals habe es Leute gegeben, „die einem die Liebe
vermiesen wollten“.
Das komme – so der Pater – im Lied der Zarah Leander auch zum Ausdruck:
„Jeder kleine
Spießer macht das Leben mir zur Qual, denn er spricht nur immer von Moral! Und was er auch denkt und
tut, man sieht’s ihm leider an, daß er niemand glücklich sehen kann. Sagt er dann: Zu meiner Zeit gab
es so was nicht! Frag’ ich voll Bescheidenheit, mit lächelndem Gesicht: Kann denn Liebe Sünde sein etc.“
Er – der Pater – wolle nicht zu den Spießern gehören, die versuchen, den Spaß an der „schönsten Nebensache
der Welt“ zu verderben.
Die Spießer seien sowieso fast ausgestorben. Die „sexuelle Revolution“ habe
die meisten befreit. Früher sei man eher zu verklemmt gewesen, heute sei das Gegenteil der Fall.
Das
würden die Nachmittags-Shows im Deutschen Fernsehen beweisen:
Da gebe es Themen wie:
„Vorspiel – Nein
Danke!“, „Selbstbefriedigung – Lust oder Last?“, „Scharfe Schwestern – Liebe auf dem Krankenbett“, „Ich
steh auf Sex mit dem Ex“, „Mein dritter Frühling – Jetzt zeig’ ich’s euch!“, „Sexgott trifft Weichei:
Von mir kannst du noch was lernen!“, „So lebst du als Hausfrau richtig geil!“, „Eltern und Kinder bei
Bärbel: Mein Kind ist spießig“.
Die Reihe von Beispielen will kein Ende nehmen.
Man gehe heute mit
diesen Dingen „offen bis schamlos“ um.
Dabei sei die Kirche von einem Extrem ins andere gegangen. Früher
habe der Pfarrer von der Kanzel regelmäßig unter der Bettdecke der Gläubigen gewühlt. Heute sage er
dazu gar nichts mehr.
Man rede in der Kirche zwar viel über Liebe „im Allgemeinen“, aber über die Liebe
zwischen zwei Menschen mit Leib und Seele, schweige ein redlicher Prediger.
Die Vergangenheit sei belastet,
weil die Kirche das sexuelle Leben der Menschen zu sehr habe regulieren wollen. Des Paters Großmutter
glaube zum Beispiel bis heute, daß schon das Empfinden von Lust sündhaft sei.
Womit der Pater – schließlich
ist das eine Predigt – zum Evangelium, die Steinigung der Ehebrecherin, übergeht. Er versteht die Perikope
als Plädoyer gegen die Doppelmoral.
Die Kirche leide bis in unsere Tage daran. Wegen ihrer Vergangenheit
stehe sie sich selber im Weg. Darum „tun wir uns schwer, als Gesprächspartner in Liebesdingen überhaupt
noch ernst genommen zu werden.“
Es sei schade, daß sich die Kirche in dieser Frage so sehr „von den
Menschen entfremdet“ habe. Es gebe schließlich keinen Lebensbereich, in dem Gott nicht „seine Finger
im Spiel“ habe:
„Und welche Kräfte im Menschen haben eine ähnlich Macht, daß sie uns so stark bestimmen
könnten wie die Liebe?“
Das Gefühl des Verliebtseins verändere den Menschen zutiefst, besitze aber
auch etwas Triebhaftes.
Der Unterscheid zwischen Mensch und Tier bestehe darin, daß der Mensch eine
Seele besitze. Er müsse seinen Trieben eine Richtung geben. Das mache das Menschsein aus.
Zugleich würden
sich in der Liebe zwei Menschen näherkommen und oft auch aneinander schuldig werden.
Einer der schlimmsten
Fälle sei „unglücklich verliebt zu sein“. Es sei ja an sich furchtbar, daß das schöne Gefühl der
Liebe immer wieder dazu verdammt sei, ins Leere zu gehen und so den Liebenden zu verletzen:
„Im Ernst:
Angesichts dessen, was ich in meinem Umfeld schon erlebt habe – auch am eigenen Leib – frage ich mich
manchmal: Warum ist das in dieser Welt so schlecht eingerichtet?“ – so der verständnisvolle Pater.
Hier
gehe es – liebe Schwestern und Brüder – ums Eingemachte.
Als Christen würden wir glauben, daß die
Liebe uns mit dem Göttlichen in Berührung bringe. In vielen anderen Religionen gebe es ein ähnliches
Bewußtsein.
Womit der Prediger bei der Frage angelangt wäre, ob „denn Liebe Sünde ist“.
Hier die
Antwort:
Liebe erfahre man „unmittelbar“ nur in der „konkreten Liebe“, das heißt: „wenn ich jemanden
wirklich liebe, mit Leib und Seele“.
Da man durch diese Liebe das Göttliche berühre, werde – wenn man
jemanden in der Liebe verletze – auch das Göttliche verletzt.
In diesem Sinne könne Liebe leider durchaus
Sünde sein.
Also doch.
Sprach’s und sagt wenige Sätze später genau das Gegenteil:
„»Kann denn Liebe
Sünde sein«, fragten wir mit Zarah Leander zu Beginn. Meine Antwort: Natürlich nicht!“
Also doch nicht.
Aber nicht für lange: Denn kaum hat sich der Prediger auf die Seite von Zarah Leander geschlagen, wirft
es ihn wieder brüsk in die andere Richtung. Zitat:
Denn „wenn wir die Liebe ernst nehmen, dann erkennen
wir, daß wir leider Gottes manchmal in ihrem Namen aneinander schuldig werden.“
Also doch.
Was soll’s.
Sünde oder nicht Sünde – kann das ein Prediger so genau wissen? Stattdessen kommt der Pater zum Fazit,
daß die versammelten Brüder und Schwestern, mit der Liebeskraft liebevoll umgehen sollten.
Das habe
schließlich auch Zarah Leander gemeint, wenn sie am Ende ihres Liedes singt:
Liebe kann nicht Sünde
sein, doch wenn sie es wär’, dann wär’s mir egal – lieber will ich sündigen mal, als ohne Liebe sein!
Womit der Liebesprediger seine Homilie mit dem Wunsch beendet: „Sündigen sie auch einmal, aber seien
Sie bitte nie ohne Liebe!“
Ob der Pater bei der Suche nach Sekundärliteratur für seine Predigt ins
richtige Regal gegriffen hat?
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11 Lesermeinungen
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falsch verstanden! Die Schreiber meinte mit „Deutschland ade“ sicherlich, daß es typisch deutsch ist.
Man kann aber auch sagen, daß es typisch europäisch wohlstandsgesättigt ist, wenn die Wahrheit relativiert
wird. Man lese doch die Predigt von Papst Benedikt die er noch als Kardinal zum Beginn des Konklave treffend
gesprochen hat.
apex und ambrosius schreiben: Deutschland ade, oder so ähnlich, als wenn das Bekenntnis (egal der Evangelen,
Katholen oder Juden) etwas mit deutsch oder Deutschland zu tun hat. Mensch! es ist dir gesagt, was gut
ist. […]
Ist Liebe Sünde? Hat er’s nötig? Schlimmer noch: Warum haben die kirchlichen Verantwortlichen nie klar
gemacht, dass Sex und Liebe nicht mit einem Gleichheitszeichen zu versehen sind?! Warum schreitet jetzt
kein Verantwortlicher ein? Aber kann man das überhaupt erwarten, nachdem es z.B. im Bistum Mainz möglich
war, dass unter Kardinal Lehmann, damals noch nur Bischof, ein Sexkoffer von der BdkJ herauskommen konnte?
Deutschland ade!
Unserem Freunde Methusalix Ach ja, „Teenie“ und „Gay Muscles WorldWide“ werden Dich usw. lieber „aufklären“.
Dieser Pater hat ein falsches Verständnis vom ganzen katholischen Glauben. Ist ja auch logisch bei nachkonziliaren
Klerikern. Ich kenne keinen der den Glauben wirklich kennt und noch weniger die den katholischen Glauben
verteidigen. Die heutigen Seminare der Novus Ordo Kirche sind überfüllt von Homosexuellen oder anderwegs
Frustrierte. Leider. Es gibt auch gute dazwischen, aber man muss nicht Wolf mit Schaf vermischen. Die
gehen dann auch meist in andere Bistümer wo sie die tridentinische hl. Messe zelebrieren dürfen.
Sex und der Pater Er – der Pater – wolle nicht zu den Spießern gehören, die versuchen, den Spaß an
der „schönsten Nebensache der Welt“ zu verderben. der Pater ist einfach dumm und die deutschen Bischöfe
ratlos. Na ja, das waren die Bischöfe schon immer. Also nix neues in der deutschen Kirche.
kein Tabu-Thema Der Pfarrer hat nicht ganz unrecht. Allerdings ist es ein heikles Thema und sollte in
der Kirche mit der nötigen Sensibilität behandelt werden. – Wenn es dann nicht im Gutheißen von Ehebruch
(der in einem vorausgegangenen Kommentar angesprochen wurde) oder in der Gleichsetzung der Homosexualität
endet – und nichts läßt darauf schließen, daß der Pfarrer dies getan hätte – , ist allerdings gegen
eine solche Diskussion in der Kirche nichts einzuwenden, denn viele junge Menschen kann die kompromißlose
Haltung der Kirche in Not bringen.
www.kreuz.net/article.322.html Deutschland. Die Initiativkreisnachrichten für Dezember 2004 dokumentieren
einen Bericht aus der Mainzer Kirchenzeitung ‘Glaube und Leben’ vom 4. November: „Es war ein ebenso interessanter
und ansprechender wie lockerer und vergnügter Gottesdienst, der die Besucher der Heilig Geist Kirche
in Darmstadt-Arheiligen begeisterte.“ Die Predigt des vergnügten Gottedienstes von Pater Cappabianca
war allerdings nicht für alle anwesenden Gläubigen lustig. So konnte man während der Homilie folgendes
hören: „Während eines Orgasmus ist der Mensch frei, gelöst von allem. Er lebt ohne Kontrolle – in diesem
Moment ist der Gott, der das Leben an sich darstellt, ganz nah.“ Sex sei dann eine Sünde, wenn man den
Partner nicht mit dem nötigen Respekt und Achtung behandle.
weil eben die angebliche Unauflöslichkeit der Ehe auch eine Qual, eine Sünde, sein kann, denn nicht
jeder Mensch hat die Stärke eines Ratzinger oder Woitila, ist Scheidung möglich. Weshalb die scheinheiligen
Angriffe auf diese Hilfe (Scheidung) gegeben ist, dass haben Gelehrte schon vor mehr als 2000 Jahren erkannt.
Allerdings, das Mönchlein ist schon recht bewunderns wert… mit all dem, was er durchgemacht hat. Wenn
ein Mensch erkannt hat, dass er einem Ziel nicht mehr dienen kann, dann kann es zur Fessel werden, und
dann muss er sich im Guten trennen können. Allerdings sagt Jesus: Sündige hinfort nicht mehr! denn es
könnte ja mal einer sein, der nicht gesündigt hat… aber, müsste er (oder sie) dann steinigen?
Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! Dieser Pater hat die falsche Literatur gewählt. Hätte er das
richtige Buch gelesen wäre er wahrscheinlich bei folgender Stelle aufmerksam geworden: Lesung aus dem
Evangelium nach Johannes, Kapitel 8 Jesus und die Ehebrecherin Am frühen Morgen begab sich Jesus wieder
in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und
die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten
zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben,
solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen,
um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die
Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde
ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie
seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein
zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind
sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich
verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
Gottes- und Nächstenliebe Ein so verdiesseitigtes Verständnis von Liebe wie in der oben dargestellten
Predigt verkündet – wenn man sich einmal auf das AT bezieht – weit eher Baal (vgl. dazu Osee) als Jhwh.
Auch zu Elias’ Zeiten gab es nur siebentausend, die das Knie nicht vor Baal beugten.