15:45:11 | Montag, 4. Juli 2005
Vor rund zwei Wochen wurde in den Gotteshäusern der Stadt Wien die „Lange Nacht der Kirchen“ organisiert. Daß die Veranstaltung ein Erfolg sei, wurde von offizieller Seite schon vor dem Anlaß dekretiert. Ein Gastkommentar von Dr. Heidemarie Seblatnig, Drehbuchautorin und Regisseurin, Wien.
(kreuz.net) Es ist vollkommen richtig. Das war alles nur hohles Gedröhne und Show. In dieser
„Langen
Nacht der Kirchen“ wollten sich die Touristen eben die Kirchen ansehen – und die Ungläubigen in unserer
Stadt eine „Hetz“ machen.
Es stimmt, daß es in der der Wiener Pfarrkirche St. Florian – die jetzt als
„Jugendkirche“ verwendet werden soll – keine Gläubigen gibt.
Ich weiß das von meinen Architekturstudenten,
die – 50 an der Zahl – einige Kirchen, die in Wien nach 1960 gebaut wurden, virtuell umbauen und als Sakralräume
gestalten.
In
diesem Projekt wird der Mahltisch am Computer durch einen Hochaltar ersetzt.
Die Kirche
wird wieder das, was sie sein soll: ein Ort des Mysteriums und nicht ein Ort für Rockkonzerte. Dazu gibt
es Platz in den Pfarrzentren.
Bei ihrer Arbeit unterhielten sich die Studenten auch mit den Jugendlichen,
die in der Pfarrkirche St. Florian beheimatet sind. Die Jugendlichen erzählten ihnen, daß die Kirche
viel zu groß sei und sich in ihr kaum Gläubige einfinden.
Das wußten wir auch schon vorher.
Wer also
behauptet, es hätte nur so von Gläubigen gewimmelt – und in der Kirche sollten ja Gläubige sein (zum
Rockkonzert und zur Gospelmusik geht man bekanntlich an andere Orte) – der ist entweder blind oder sagt
die Unwahrheit.
Es ist nun einmal ein gutes Geschäft für den Tourismus, warum nicht die Wahrheit sagen?
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#4
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#3
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#2
dilettantus in interrete 10:14:11 | Dienstag, 5. Juli 2005
#1
palantir 17:01:53 | Montag, 4. Juli 2005