[ « 431 432 433 434 435 » ]
Montag, 4. Juli 2005 15:45
Hohles Gedröhne und Show
Vor rund zwei Wochen wurde in den Gotteshäusern der Stadt Wien die „Lange Nacht der Kirchen“ organisiert. Daß die Veranstaltung ein Erfolg sei, wurde von offizieller Seite schon vor dem Anlaß dekretiert. Ein Gastkommentar von Dr. Heidemarie Seblatnig, Drehbuchautorin und Regisseurin, Wien.
Die "Lange Nacht der Kirchen" in der Wiener "Jugendkirche" St. Florian
Die „Lange Nacht der Kirchen“ in der Wiener „Jugendkirche“ St. Florian
(kreuz.net) Es ist vollkommen richtig. Das war alles nur hohles Gedröhne und Show. In dieser „Langen Nacht der Kirchen“ wollten sich die Touristen eben die Kirchen ansehen – und die Ungläubigen in unserer Stadt eine „Hetz“ machen.

Es stimmt, daß es in der der Wiener Pfarrkirche St. Florian – die jetzt als „Jugendkirche“ verwendet werden soll – keine Gläubigen gibt.

Ich weiß das von meinen Architekturstudenten, die – 50 an der Zahl – einige Kirchen, die in Wien nach 1960 gebaut wurden, virtuell umbauen und als Sakralräume gestalten.

In diesem Projekt wird der Mahltisch am Computer durch einen Hochaltar ersetzt.

Die Kirche wird wieder das, was sie sein soll: ein Ort des Mysteriums und nicht ein Ort für Rockkonzerte. Dazu gibt es Platz in den Pfarrzentren.

Bei ihrer Arbeit unterhielten sich die Studenten auch mit den Jugendlichen, die in der Pfarrkirche St. Florian beheimatet sind. Die Jugendlichen erzählten ihnen, daß die Kirche viel zu groß sei und sich in ihr kaum Gläubige einfinden.

Das wußten wir auch schon vorher.

Wer also behauptet, es hätte nur so von Gläubigen gewimmelt – und in der Kirche sollten ja Gläubige sein (zum Rockkonzert und zur Gospelmusik geht man bekanntlich an andere Orte) – der ist entweder blind oder sagt die Unwahrheit.

Es ist nun einmal ein gutes Geschäft für den Tourismus, warum nicht die Wahrheit sagen?
Weiterlesen:
4 Lesermeinungen:
Dienstag, 5. Juli 2005 15:23
thaumaturgos: @pelagius
ich kenn sie nicht … lol
und die meisten den ich den artikel gezeigt habe auch nicht … schade oder doch etwa nicht
Dienstag, 5. Juli 2005 13:03
Pelagius: Danke!
Der Drehbuchautorin und Regisseurin Dr. Heidemarie Seblatnig – wer kennt sie nicht?! – ist eine scharfsinnige, sprachlich dicht gewobene Analyse gelungen, die in ihrer Leichtigkeit, Eleganz und Ironie an die besten französischen Autoren, in ihrem understatement aber an angelsächsische Traditionen anknüpft. Vom Inhalt einmal ganz zu schweigen. Jedenfalls ein echtes Aha-Erlebnis!

Bei der Lektüre müßte es wohl auch dem Letzten klarwerden, worum es in den Auseinandersetzungen der Gegenwart zutiefst geht und wie wir die Lage meistern können. Der Autorin sei von Herzen gedankt und gewünscht, ihre Zeilen mögen auch auf die Schreibtische des Wiener Erzbischofs und aller wichtigen Kirchenmänner gelangen. Könnte man doch ihre Gesichter sehen, während sie diesen reinen Wein, der ihnen selten kredenzt werden dürfte (von Ausnahmeprodukten wie dem 13. einmal abgesehen), genießen…
Dienstag, 5. Juli 2005 10:14
Also entweder ist der Kommentar total entstellt wiedergegeben (nicht unwahrscheinlich hier!), oder die Überschrift bezieht sich auf den Artikel.
Montag, 4. Juli 2005 17:01
palantir: Tja, …
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net