Jugendkirche
Hohles Gedröhne und Show
Vor rund zwei Wochen wurde in den Gotteshäusern der Stadt Wien die „Lange Nacht der Kirchen“ organisiert. Daß die Veranstaltung ein Erfolg sei, wurde von offizieller Seite schon vor dem Anlaß dekretiert. Ein Gastkommentar von Dr. Heidemarie Seblatnig, Drehbuchautorin und Regisseurin, Wien.
(kreuz.net) Es ist vollkommen richtig. Das war alles nur hohles Gedröhne und Show. In dieser „Langen Nacht der Kirchen“ wollten sich die Touristen eben die Kirchen ansehen – und die Ungläubigen in unserer Stadt eine „Hetz“ machen.

Es stimmt, daß es in der der Wiener Pfarrkirche St. Florian – die jetzt als „Jugendkirche“ verwendet werden soll – keine Gläubigen gibt.

Ich weiß das von meinen Architekturstudenten, die – 50 an der Zahl – einige Kirchen, die in Wien nach 1960 gebaut wurden, virtuell umbauen und als Sakralräume gestalten.

In diesem Projekt wird der Mahltisch am Computer durch einen Hochaltar ersetzt.

Die Kirche wird wieder das, was sie sein soll: ein Ort des Mysteriums und nicht ein Ort für Rockkonzerte. Dazu gibt es Platz in den Pfarrzentren.

Bei ihrer Arbeit unterhielten sich die Studenten auch mit den Jugendlichen, die in der Pfarrkirche St. Florian beheimatet sind. Die Jugendlichen erzählten ihnen, daß die Kirche viel zu groß sei und sich in ihr kaum Gläubige einfinden.

Das wußten wir auch schon vorher.

Wer also behauptet, es hätte nur so von Gläubigen gewimmelt – und in der Kirche sollten ja Gläubige sein (zum Rockkonzert und zur Gospelmusik geht man bekanntlich an andere Orte) – der ist entweder blind oder sagt die Unwahrheit.

Es ist nun einmal ein gutes Geschäft für den Tourismus, warum nicht die Wahrheit sagen?
      
4 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#4   thaumaturgos   15:23:25 | Dienstag, 5. Juli 2005
@pelagius
ich kenn sie nicht … lol
und die meisten den ich den artikel gezeigt habe auch nicht … schade oder doch etwa nicht
Redaktion benachrichtigen
#3   Pelagius   13:03:59 | Dienstag, 5. Juli 2005
Danke!
Der Drehbuchautorin und Regisseurin Dr. Heidemarie Seblatnig – wer kennt sie nicht?! – ist eine scharfsinnige, sprachlich dicht gewobene Analyse gelungen, die in ihrer Leichtigkeit, Eleganz und Ironie an die besten französischen Autoren, in ihrem understatement aber an angelsächsische Traditionen anknüpft. Vom Inhalt einmal ganz zu schweigen. Jedenfalls ein echtes Aha-Erlebnis!
Bei der Lektüre müßte es wohl auch dem Letzten klarwerden, worum es in den Auseinandersetzungen der Gegenwart zutiefst geht und wie wir die Lage meistern können. Der Autorin sei von Herzen gedankt und gewünscht, ihre Zeilen mögen auch auf die Schreibtische des Wiener Erzbischofs und aller wichtigen Kirchenmänner gelangen. Könnte man doch ihre Gesichter sehen, während sie diesen reinen Wein, der ihnen selten kredenzt werden dürfte (von Ausnahmeprodukten wie dem 13. einmal abgesehen), genießen…
Redaktion benachrichtigen
#2   dilettantus in interrete   10:14:11 | Dienstag, 5. Juli 2005
???????
Also entweder ist der Kommentar total entstellt wiedergegeben (nicht unwahrscheinlich hier!), oder die Überschrift bezieht sich auf den Artikel.
Redaktion benachrichtigen
#1   palantir   17:01:53 | Montag, 4. Juli 2005
Tja, …
… Geist ist halt einfach geil img130.imageshack.us/…9576/kjoelogo0ym.gif, nicht?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
JugendkircheKreuzung zwischen einem Zebra und einem Parkhaus
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net