Kinderabtreibung
Die Ärzte wollen weiter töten
In Großbritannien dürfen selbständig lebensfähige Kinder noch bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat ungestraft getötet werden. Die britischen Ärzte wünschen sich, daß das auch weiterhin so bleibt.
(kreuz.net, London) Die britische Ärztekammer will ungeborene Kinder weiterhin bis zum sechsten Monat töten können. Sie äußerte sich kürzlich gegen eine Senkung der gesetzlich erlaubten Tötungsfrist auf fünf Monate.

Die Diskussion zur Ausdehnung des Lebensrechts von Kindern zog sich bereits über ein Jahr dahin.

Bei der Abstimmung wollten mehr als 75 Prozent der anwesenden Ärzte ungeborene Kinder auch nach dem fünften Schwangerschaftsmonat weiterhin legal sterben sehen.

Zwar seien Spätabtreibungen sehr „störende Ereignisse“, lamentierten die Ärzte. Aber sie wären angeblich manchmal notwendig, um das Leben der Mutter zu retten.

Konkrete Beispiele oder gar statistische Angaben zu solchen Fällen lieferten die Ärzte nicht. Sie gelten in der modernen Medizin als praktisch inexistent.

Behinderte Kinder wollen die britischen Mediziner sowieso „gesondert“ betrachten, wenn von der Kürzung der Abtreibungsfristen die Rede sei.

Seit dem Jahre 1967 erlaubt die britische Gesetzgebung die Tötung von ungeborenen Kindern bis zu einem Alter von sieben Monaten.

1990 wurde die Todesmarke für ungeborene Kinder auf sechs Monate herabgesetzt. Die Gesetzesänderung wurde durch die Tatsache motiviert, daß Kinder, die bis zum siebten Monat zur Welt kommen, heute leicht überleben.

Das ist inzwischen auch für Kinder der Fall, die im sechsten Schwangerschaftsmonat geboren werden. Deshalb war nun eine weitere Ausdehnung des Lebensrechtes im Gespräch.

Angestoßen wurde die jüngste Abtreibungsdiskussion auch durch Filmaufnahmen, die ein drei Monate altes ungeborenes Kind beim Daumenlutschen und Fruchtwassertreten zeigten.

Selbst die britischen Ableger des berüchtigten internationalen Abtreibungsnetzwerkes ‘Planned Parenthood’ sprachen sich im Vorfeld der Diskussion für eine Ausweitung des Lebensrechtes ungeborener Kinder aus.

Kinder im sechsten Schwangerschaftsmonat seien außerhalb des Mutterleibes alleine lebensfähig: „Wir glauben, daß die Obergrenze für Abtreibungen im Licht der medizinischen Entwicklungen gesenkt werden sollte.“

Diese Aussage von ‘Planned Parenthood’ war offensichtlich ein Ausrutscher.

Nach dem Votum der britischen Ärzte zeigten sich die Abtreibungsunternehmer erfreut und begrüßten die kinderfeindliche Entscheidung.

Man verhindere damit, daß hochschwangere Mütter ins Ausland fahren müßten, um sich ihrer bereits lebensfähigen Leibesfrucht zu entledigen.

Der ‘Britische Rundfunk’ veröffentlichte am Sonntag weitere Stellungnahmen zum Thema.

Warum darf man ein überlebensfähiges Kind im Mutterleib abtreiben, während das Töten eines frühgeborenen Kindes ein Mord ist? – fragte eine gewisse Lauren aus Südengland.

Zur Frage, ob man ein Kind im sechsten oder im fünften Schwangerschaftsmonat umbringen soll, meint eine Anna Smith aus Manchester: „Das ist so, als ob man darüber diskutieren würde, ob der Mord an einem zweijährigen Kind weniger schlimm sei als an einem dreijährigen.“

„Die Abtreibungsbefürworter sprechen immer über das Entscheidungsrecht der Frau – niemals vom Lebensrecht des Kindes?“ – erklärt Helen aus Edinburgh: „Juridisch ist es aber selbstverständlich, daß das Recht zu leben grundlegender ist als das Recht zu entscheiden.“
      
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